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äpfelchen und die Klinik

SrilkPezarxl


Z. B. indem man sich bewusst macht, dass auch diese Seite bestrebt ist, einen zu schützen, auch wenn sie es auf eine Art tun will, die dem Verstand nicht einleuchtet. Sie zu bekämpfen, bringt dann naturgemäß noch mehr Konflikte. Sie sanft zu "überzeugen" könnte größeren Erfolg haben.

(Als simples Beispiel für dieses Verhalten der unbewusst schützenden Seiten führe ich mal das Übergewicht an. Es widerspricht jeglicher logischen Überlegung, dass eine Seite in uns dafür helfend sorgt, und dennoch kann das ÜG sehr wirksam vor etwas schützen. Und hier erkennst Du vielleicht auch sofort, dass das Bekämpfen nicht nur nicht zielführend ist, sondern erst recht zum Festhalten führen kann.)

ä(pfe^lchexn


Hm, dazu muss ich mir mal mehr Gedanken machen.

Weil mir will wirklich nicht einleuchten, warum ein Teil von mir sich so gegen die Klinik sträubt. Abgesehen davon, dass es eben der kranke Teil ist und die Klinik für diesen das Aus bedeuten könnte.

Naja und vielleicht, weil der kranke Teil momentan der Teil ist, der mich am Leben hält. Durch irgendwelche (kranken) Strategien, für die es noch keine Alternativen gibt.

Die wiederum könnte ich aber in der Klinik lernen.

Also will meine böse Seite nicht, dass ich Alternativen aufgezeigt bekommen könnte, die dieser Seite schaden oder sie unnötig machen, aber wenn es doch letztendlich mir helfen würde, warum macht die böse Seite da nicht einfach mit? Nur, weil sie erhalten bleiben will?

Wie kann denn dann die böse Seite ein Teil von mir sein, wenn sie mich letztendlich umbringen will.

Und sich deshalb gegen die Klinik sträubt.

Das ist ein wirres Kreis gerade, oder? %:| ;-D

lNu/oTmar"en


Ich weiß nicht, ob die zwei Seiten nicht doch irgendwann zusammenkommen können. ":/

Ich habe ja auch eine bescheuerte Situation hinter mir. Was ich mitgenommen habe, war folgendes: Es geht bei einer Therapie nicht um Selbstoptimierung. Wenn ich damit weitergemacht hätte, läge ich jetzt völlig überarbeitet unter der Erde. Es geht darum, etwas zu ändern, und zwar nur für dich selbst.

Ich habe immer noch Gewaltfantasien, um die Gewalt loszuwerden, die mir angetan wird. Aber ich habe mittlerweile gelernt, dass "Sich wehren" auch angebracht ist, auch wenn es bedeutet, dass man jemanden ab und zu auf die Zehen tritt. Es gehört irgendwie dazu, dass ich das jetzt zulassen kann. Wenn man selbst das Gefühl hat, es tut dem anderen weh, heißt es noch lange nicht, dass es dem anderen auch wehtut.

Wenn die Fantasien zu viel werden, dann lasse ich es beim Kickboxen raus. Da sind zumindest meine Gegenüber darauf eingestellt, dass sie auch etwas abkriegen.

Aggressionen sind normal und man sollte halt wissen, wie man damit umgeht. Das wäre vielleicht ein wichtiges Ziel für deine Therapie, dafür Lösungen zu entwickeln.

djanaes87


Nicht böse, bekannt. Das was da schreit ist einfach rasende Angst und all deine Gefühle und Mechanismen schützen dich ja vor irgendwas und was da rumplärrt ist genau das was dich solange geschützt hat. Ist es in einer Situation als kleines Kind total hilfreich sich nicht zu wehren kann einem als erwachsene Frau diese regungslosigkeit im angesicht des Feindes das Leben sehr schwer machen... Vermutlich war das was du da machst mal total hilfreich für dich und ein Teil von dir will es nicht aufgeben weil es ja mal gut war.

Du musst nicht besser werden, sondern nur nachreifen, Dinge abarbeiten. Es ist nicht so wie mister Jekyll und Mister Hide. Es ist eher wie ein Mensch der total mit Aktenordnern überladen ist und den immer mitschleppt von a nach b und zurück. Du musst dich halt hinsetzen und es alles ansehen und einordnen. Es ist dann noch da, aber es beschwehrt dich nicht mehr.

Was die Gewaltphantasien angeht: hab ich auch (gehabt). Das ist kein Zeichen dafür das du Böse bist sondern ein Zeichen dafür das du total unter Druck stehst und irgendwo ein Ventil gegen die ständig empfundene Hilflosigkeit suchst.

ä{pfHelchxen


Ich antworte noch, ich bin gerade nicht in der Lage.

Ist alles momentan einfach so viel. Und auch so viel zum Nachdenken, was ich gerade nicht so kann...

s#chnec1ke1{9x85


Vielleicht ist das ganz gut, wenn du momentan nicht so viel denken kannst :)_ :)*

Ich kann nur aus meiner Perspektive schreiben, aber ich habe / hatte das Problem, dass ich Dinge zu Tode denke. Und weil das Denken so viel Kraft raubt, hatte ich am Ende keine Kraft mehr für das Handeln. Damit kämpfe ich immer noch stark.

Kann es sein, dass dieses Zerdenken mit dem Bedürfnis nach Konstanz bzw. Angst vor Veränderung einher geht?

Ich bin mittlerweile auf dem Level, wo ich mich nach 1-2 Wochen Rumdenkerei auf das Handlungslevel begeben kann. Ich feile noch ganz, ganz stark daran.

Mein Durchbruch war, als ich zum lösungsorientierten Handeln "switchen" konnte. Das heißt, ich habe zwar immer noch immense Probleme mit Veränderungen, aber ich habe meine Prioritäten im Griff und Blick. Bei mir war das bisher die Bachelor-Arbeit, jetzt rückt Jobsuche in den Fokus.

Ich bin der Überzeugung: Zu viel Denken ist absolut ungesund!! Denn Denken alleine produziert eine Vorstellung, die Realität kann aber totaaaal anders sein.

sQchnlecken198x5


PS: Ich kann dir auch ein absolut konkretes und wahres Beispiel nennen: Person A will Person B einen Fernseher schenken. Weil Person A absolut keine Ahnung von Technik hat, rekrutiert sie Person C damit, ein passendes Modell zu finden.

Person C recherchiert also mindestens 3 Wochen zum Thema Fernseher. Liest sich online-Bewertungen durch, vergleicht im Internet Preise der verschiedenen Anbieter und denkt sich durch alle Lösungsmöglichkeiten. Als endlich das Modell feststeht, teilt Person C dies Person A durch. Um am Ende festzustellen, dass das ausgewählte Modell nicht mehr lieferbar ist und Person A dann irgendein verfügbares Modell vom Elektriker kauft.

Resultat: 3 Wochen unnötige Recherche und Frustration.

Das Zerdenken ist doch im Grunde dem SVV sehr ähnlich: Es ist ein statischer Zustand, es wird im Grunde nichts am Problem selber gemacht und man verliert eine Menge Zeit, bevor man zur einzigen Möglichkeit wechseln muss: Den konkreten Problemen und deren Lösung.

S3il!kPearl


Gute Sachen, die hier stehen! :)z

Also will meine böse Seite nicht, dass ich Alternativen aufgezeigt bekommen könnte, die dieser Seite schaden oder sie unnötig machen, aber wenn es doch letztendlich mir helfen würde, warum macht die böse Seite da nicht einfach mit? Nur, weil sie erhalten bleiben will?

Wie kann denn dann die böse Seite ein Teil von mir sein, wenn sie mich letztendlich umbringen will.

Und sich deshalb gegen die Klinik sträubt.

Das ist ein wirres Kreis gerade, oder? %:|

Wirrer Kreis nicht unbedingt, aber Du machst es Dir möglicherweise unnötig kompliziert damit.

Deine "böse Seite" ist in Deiner Vorstellung böse, weil sie Dich "umbringen will"? Kannst Du sicher sein, dass das stimmt? Kann es nicht auch so sein, dass gerade sie Dich leben lassen will und deshalb kein bisschen böse ist, sondern vielleicht nur ein gerade dringend benötigtes Ventil?

Es kann sein, dass sie Dich temporär abhält und dass das nicht "böse" ist; selbst eine Seite, die flüstert, dass man doch Schluss machen könnte, kann schützen: Solche Gedanken bieten manchmal eine vorübergehende Fluchtmöglichkeit, ohne die man seelisch nicht überleben könnte. Man muss solche Gedanken nicht ausführen, aber sie sind nicht ohne Grund da. Das erscheint der Logik vielleicht widersinnig, dem Überlebensmechanismus in uns jedoch keineswegs!

Jedenfalls: Aus dem Kampf auszusteigen und diese Seite reden zu lassen, sie annehmen und integrieren - das könnte erst einmal als Zwischen- oder Nebenziel gelten. Und so, wie der Übergewichtige erkennt, wie die Seite, die ihn zum Essen ohne Hunger veranlasst, ihn eigentlich schützen will, kann er trotzdem beschließen, abzunehmen - nachdem er erkannt und den Kampf aufgegeben hat: "Aha, diese Seite ist da, und sie will mir gar nichts Schlechtes. Ich kann mit ihr zusammen abnehmen" - so kannst Du trotzdem, dann aber ganz ohne Kampf, in die Klinik gehen. Du musst nur erst soweit sein.

S0ilkP.earxl


Äpfelchen, ich sorge mich ein wenig - ich hoffe sehr, dass Dich meine Einlassungen nicht komplett verwirrt haben. ???

ä2pfeSlchxen


Nein, keine Sorge! Also ich fand sie gut und hilfreich, aber komme nicht so zum Denken. Einerseits, weil ich weiß, dass ich nicht kann und andererseits ist wieder viel los. Uni hat heute angefangen und ich wollte noch nicht so viel denken, weil ich momentan sehr wacklig bin.

Aber das hat nichts mit deinen Worten zu tun! :)_

SNil<kPe|arl


Danke für Deine Antwort. Dann bin ich beruhigt. ;-) :)_

ä.pfeelc;hexn


luomaren

Es geht bei einer Therapie nicht um Selbstoptimierung. Wenn ich damit weitergemacht hätte, läge ich jetzt völlig überarbeitet unter der Erde. Es geht darum, etwas zu ändern, und zwar nur für dich selbst.

Hm, ja schon, aber ändert man nicht etwas, um es zu optimieren?

Da ich die Umstände nicht ändern kann, weil eben passiert ist, was passiert ist, muss ich dann nicht mich ändern, damit ich damit klar komme? Vielleicht hänge ich auch nur so unheimlich in der "Ich muss besser werden"-Schiene fest, weil ich mich eben als schlecht betrachte. Und natürlich läuft dann alles darauf hinaus, dass ich mich selbst optimieren will/denke, es tun zu müssen.

Wobei an sich muss ich ja mein Verhalten optimieren. Ich setze nur mich und mein krankes Verhalten wohl zu sehr gleich.

**danae

Das was da schreit ist einfach rasende Angst und all deine Gefühle und Mechanismen schützen dich ja vor irgendwas und was da rumplärrt ist genau das was dich solange geschützt hat.

Sie schützen mich vor mir selbst, also diese Mechanismen, gleichzeitig zerstören sie mich aber. Solange ich mich mit der Essstörung auseinandersetze und Emotionen durch destruktives Verhalten bearbeite (Selbsthass, Konflikte) bzw. unterdrücke (weil weg gehen sie dadurch ja nicht), muss ich sie nicht fühlen oder mich selbst überhaupt fühlen.

Vermutlich war das was du da machst mal total hilfreich für dich und ein Teil von dir will es nicht aufgeben weil es ja mal gut war.

Ich weiß nicht, ich glaube, mir hat das nie wirklich geholfen? Das war so eine zwiespaltige Angelegenheit. Es hat mich eben davor bewahrt, dass all die Emotionen und überhaupt alles, was von außen auf mich im Alltag einwirkt, überrennen, weil ich keinen Weg habe, konstruktiv damit umzugehen, gleichzeitig war oder ist mir dabei auch vollkommen klar, dass ich dadurch meinen Selbsthass nur fütter und auslebe. Also die Selbstzerstörungskomponente ist immer aktiv mit dabei und spielt auch immer eine sehr große Rolle?

Ich entscheide mich ja teilweise bewusst dafür, mich so extrem wie möglich auszutoben anstatt gesunde Wege zu nutzen, die ich aus der Theorie ja kenne. Die Gründe sind mir nur eben nicht bekannt.

schnecke

Kann es sein, dass dieses Zerdenken mit dem Bedürfnis nach Konstanz bzw. Angst vor Veränderung einher geht?

Auch! Ich bin aber von Haus aus ein Zerdenker. In alltäglichen Dingen sind das schon so eine Sache, weil ich keine Entscheidungen treffen kann aus lauter Angst vor den Konsequenzen. Bei mir schwingt immer die negative Konsequenz mit und durch meinen Pessimismus lasse ich gedanklich nur schwer zu, dass etwas ja auch gut ausgehen könnte. Treffe ich keine Entscheidung oder zögere sie hinaus, dann weiche ich dem Ganzen aus. Dass ich damit auch eine Entscheidung treffe, ist mir rational bewusst, nehme ich so aber nur schwer war. Deshalb hatte ich ja schon geschrieben, dass ich immer von anderen die Erlaubnis für alles mögliche brauche. Ich bin an sich ein sehr selbstständiger Mensch (Schlüsselkind halt), aber emotional bin ich wohl auf dem Stand eines Grundschulkindes. Ich nehme liebend gerne den Weg an, den man mir zeigt, wenn ich dafür nur bitte nicht selbst die Verantwortung tragen muss.

Jetzt gerade zerdenke ich wohl tatsächlich einfach alles, auch, um genau alle Punkte abzuwägen. Am besten, um genau zu wissen, was passieren wird. Dämliche Sache, weil das nicht funktionieren wird, weil es nunmal absolut gar nicht absehbar ist.

Es ist ein statischer Zustand, es wird im Grunde nichts am Problem selber gemacht und man verliert eine Menge Zeit, bevor man zur einzigen Möglichkeit wechseln muss: Den konkreten Problemen und deren Lösung.

Es ist ein Hinhalten, dass man vorerst erstmal nichts tun muss/kann. Ich schwebe dadurch so ein bisschen zwischen Problem und Lösung, weil die Einsicht ist ja da.

Eines meiner größten Probleme ist wirklich, dass ich nicht weiß, was mein konkretes Problem ist. Eigentlich müsste ich nämlich glücklich sein, bins aber nicht und ich komme einfach nicht drauf, wieso nicht. Es gibt keinen wirklichen Anfang, den ich aufarbeiten könnte. Das, was mich früher angetrieben hat, mich zu zerstören, ist schon längst so nichtig. Und war auch nie die wirkliche Ursache, sondern nur der Auslöser.

SilkPearl

Deine "böse Seite" ist in Deiner Vorstellung böse, weil sie Dich "umbringen will"?

Nein, meine böse Seite ist böse, weil sie mich darin unterstützt, mich umbringen zu wollen. Die Seite selbst tut es nicht, sie sagt mir ja nur ihre Gedanken, aber sie treibt mich dazu an, dass ich es tue.

Kannst Du sicher sein, dass das stimmt? Kann es nicht auch so sein, dass gerade sie Dich leben lassen will und deshalb kein bisschen böse ist, sondern vielleicht nur ein gerade dringend benötigtes Ventil?

Sie sagt es doch ganz klar und deutlich.

Da gibt es eine dritte Seite (und wahrscheinlich noch viele mehr, aber das ist ja ziemlich normal) und das ist die, die du eher beschreibst. So Resignation und eben auf alte Mittel zurückgreifen, die mich schützen und mir als Ventil dienen, auch, wenn sie destruktiv sind. Sie sorgt dafür, dass ich weiß, dass mein Weg nicht der richtige ist, aber bietet mir Möglichkeiten, diesen Weg trotzdem zu gehen.

Die gute wäre, dass ich "normal" bin.

Die böse allerdings, die ist nur dafür da, alles zu boykottieren und zu manipulieren. Sie sagt nicht z.B.: "Schneide dich, dann gehts Dir besser, weil du Druck loswerden kannst" (das wäre eher die Seite, die noch keinen Namen hat), sondern "Schneide möglichst tief und groß, am besten so, dass du krepierst. Oder zumindest so, dass du mal so richtig spürst, was für Dreck du eigentlich bist. Und wenn du schon zu feige bist, einen Schlussstrich zu ziehen, dann spiel wenigstens ein bisschen mit dem Tod, vielleicht springst du ja dann doch von der Schippe und dann ists auch vorbei".

So ungefähr?

Es kann sein, dass sie Dich temporär abhält und dass das nicht "böse" ist;

Wie meinst du das?

selbst eine Seite, die flüstert, dass man doch Schluss machen könnte, kann schützen: Solche Gedanken bieten manchmal eine vorübergehende Fluchtmöglichkeit, ohne die man seelisch nicht überleben könnte. Man muss solche Gedanken nicht ausführen, aber sie sind nicht ohne Grund da. Das erscheint der Logik vielleicht widersinnig, dem Überlebensmechanismus in uns jedoch keineswegs!

Ja, das auf jeden Fall, aber die böse Seite will ja nicht nur mit dem Gedanken spielen, sondern sie will es wirklich!

Wenn diese Gedanken ganz präsent sind, dann bohrt sie nach und immer weiter und schreit solange, bis ich eingeschlafen bin. Durch Medikamente eben. Die gibt von sich aus keine Ruhe.

Jedenfalls: Aus dem Kampf auszusteigen und diese Seite reden zu lassen, sie annehmen und integrieren - das könnte erst einmal als Zwischen- oder Nebenziel gelten.

Ja, ich widme mich momentan viel der Seite ohne Namen bzw. Eigenschaft. Es fühlt sich allerdings an wie Resignieren und das macht mich auch ein bisschen fertig, weil ich mal wieder das Gefühl habe, als hätte ich aufgegeben.

Die Seite ist allerdings angenehmer zu ertragen als die anderen, weil die gute so unerreichbare Vorstellungen hat, die böse mir dagegen so Angst macht. Sie vereint beide ein bisschen.

Sie verweigert mir nicht das destruktive Verhalten, aber sie hält mich dazu an, es nicht zu übertreiben und auszusteigen, bevor die böse Seite die Überhand gewinnt und ich die Kontrolle verliere. Dass das eine Gratwanderung ist, das ist mir klar...

Und diese Gratwanderung ist momentan auch gar nicht so leicht.

d.anaxe87


Sie schützen mich vor mir selbst, also diese Mechanismen, gleichzeitig zerstören sie mich aber. Solange ich mich mit der Essstörung auseinandersetze und Emotionen durch destruktives Verhalten bearbeite (Selbsthass, Konflikte) bzw. unterdrücke (weil weg gehen sie dadurch ja nicht), muss ich sie nicht fühlen oder mich selbst überhaupt fühlen.

Sie haben dich vermutlich mal vor Gefühlen geschützt die dich umgebracht hätten. Als Kind, meine ich, also vor wirklich einiger Zeit.

ä_pfeFlchexn


Hier herrschte ganz kurz ein riesiges inneres Chaos. Wobei eigentlich nicht innerlich. Innerlich war die Leere noch so ausfüllend (haha, wie paradox ;-D ), sogar so sehr, dass ich deshalb fast durchgedreht bin, weil ich so leer war, dass da nichts mehr war. Das ist jetzt auch das erste Mal, dass mir deshalb die neue Seite so sehr bewusst wurde.

Ich war destruktiv wie eh und je, nur etwas zärtlicher und dabei gedanklich leer und eher von Langeweile angetrieben. Dafür verrückterweise verantwortungsvoller. Das waren so "Kotz ruhig heute einmal, danach musst du es aber wieder sein lassen und auch ja nicht zu viel, nur ein bisschen!"-"Schneid ruhig, aber nicht tief und wenn der Arm voll ist, dann hörst du auf und gehst nicht zum nächsten Körperteil über!"-"Ohja, geh laufen, aber nicht mehr als 10km und wenn dir schwindelig ist, dann bleibst du stehen und rennst nicht weiter, um das Gefühl auszukosten"-usw.-Tage.

Ich bin einmal durch mein halbes Repertoire an destruktiven Verhaltensweisen geflogen, aber dabei so verantwortungsbewusst. Das klingt jetzt bestimmt furchtbar bescheuert, wenn ich das so sage. Es ging tatsächlich aber hauptsächlich nur um Befreiung (und Abnehmen, aber die Absicht hinter allem, was ich tue, die ist so normal wie atmen für mich und hat deshalb nicht so viel Bedeutung).

Die Uni hat gestern wieder angefangen und himmel, bin ich fertig. Dafür sorgen aber diese Menschenmengen (gut, das legt sich bald wieder, wenn die Hochstimmung der Erstis etwas verfliegt ;-D ) und dieses Hüpfen von einem Smalltalk zum nächsten. Wiegehtsdirwiewarendeineferienwiewardeinpraktikumachhimmelschönfreutmichdichzusehenwiegehtsdir(eigentlichhöreichdirgarnichtzubzwmerkeichgarnichtdassdumichgnadenlosbelügst)bisspäter. Das geht jetzt aber auch vorbei, wenn die ersten Tage rum sind.

Mein Stundenplan ist mittelmäßig. Ich tue mich da echt schwer, weil ich mich nicht so fühle, als würde ich das Semester aussetzen und noch ist es ja auch nicht sicher, was das Ganze sehr erschwert, weil am Ende stehe ich vielleicht da und bin weder in der Klinik, noch habe ich Uni %:| .

Mir fehlen noch hauptsächlich Seminare, die es jedes Semester gibt und die nicht so außergewöhnlich sind. Zum Teil kam ich auch gar nicht rein und kämpfe jetzt mit meinem Gewissen, ob ich mich in den Kampf um Seminarplätze stürme oder nicht. Gerade jetzt sogar auch, dann müsste ich nämlich gleich los. Eigentlich ziemlich sinnfreies Unterfangen, da schon 16 mehr zugelassen wurden als geplant; wie hoch ist da bitte die Chance, dass ich da noch reinkomme. Aber auf der anderen Seite meldet sich dann eben mein Gewissen und motzt, dass ichs wenigstens mal versuchen könnte.

Wäre aber voll mies, weil so klaue ich vielleicht jemandem, der das Seminar wirklich dringend braucht, den Platz. Obwohl ich weiß, dass es vielleicht total unnötig ist, weil ich mittendrin gehe. AH %:| .

In einem bin ich sogar zugelassen, aber das klingt soo langweilig, aber ich bin eben zugelassen. Zu dem Thema gibts noch andere richtige gute (bei einem bin ich auch, bei dem anderen Warteliste) und theoretisch könnte ich da auch nächstes Jahr machen, aber mein bescheuertes Gewissen kann halt gar nichts. Bzw. zu viel.

Und ich bin in einem Seminar über den Tod Lehre mich bedenken, dass ich sterben muss,, weshalb mich manche gerne zerreißen wollen, weil das so kontraproduktiv sein kann, aber ich fands richtig interessant! Ich äußer meine Meinung dort allerdings nicht, aber ist wirklich interessant. Zumal da mehr als die Hälfte der Teilnehmer angehende Religionslehrer sind.

Aber da fliege ich vielleicht sowieso raus, wenn ich in die Klinik gehe, was richtig mies ist, weil das nur ganz selten angeboten wird und mir das Modulelement halt auch noch fehlt.

Ich habe jetzt also die Wahl zwischen 2 Tagen Uni die Woche und evtl. die Möglichkeit, das parallel relativ gemütlich in der Klinik aufarbeiten zu können oder 3 bzw. 4 Tage die Woche, erstmal Kampf um die Plätze und mittelmäßig interessante Dinge mit Hoffnung auf nächstes Semester, dass es besser sein könnte, wenn ichs lassen würde, aber sonst habe ich nur 2 Tage die Woche und was ist, wenn ich nicht in die Klinik kann, dann sitz ich nur doof rum.

Hachja.

äBpfel>chxen


Sie haben dich vermutlich mal vor Gefühlen geschützt die dich umgebracht hätten. Als Kind, meine ich, also vor wirklich einiger Zeit.

Aber als Kind habe ich mich doch nicht so verletzt wie heute?

*

Das, was gerade passiert, ist übrigens wieder ein perfektes Beispiel für meine Begrenzung der Organisation meines Alltags. Ich komme nicht einmal damit klar, dass ich mich jetzt entscheiden muss, ob ich zur Uni gehe oder nicht. Die Zeit tut gerade ihr übriges, weil ich so langsam sputen müsste, aber ich bin SO unfähig. Ich hasse es. Das ist emotionale Reife, die mir komplett fehlt %-|

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