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äpfelchen und die Klinik

d)anaxe87


Naja, das ist halt dieses "Irgendetwas macht, dass ich Gedanken habe, die nicht meine sind und es ist böse, weil es böse Gedanken sind". Es ist nicht mehr so heftig wie im Urlaub, dass mir irgendeine Stimme Dinge befiehlt, jetzt ist da eben nur noch diese Stimme, die macht, dass ich sowas denke. Und diese Stimme kann eben auch außerhalb von mir agieren und macht, dass mir schlechte Dinge passieren und immer alles, was ich mir vornehme, schief geht.

Das ist magisches Denken in Verkleidung und ausserdem eine geschickte Art und Weise etwas zu kreieren dem du die Verantwortung zu schieben kannst. Das Etwas das diese Gedanken in dir macht ist aber keine fremde Macht oder so, sondern eine Verletzung tief in dir die schwärt und eitert. Wenn du sie nicht heilst frisst sie dich auf, wie Wundbrand. Und es ist dein eigenes Verhalten und ganz normal-menschliches Pech das nach und von außen wirkt.

SsilSkPexarl


Sehe ich genauso wie Danae!

Lass Dich nicht von Deinem eigenen Inneren in die Irre führen. Die "Stimme" kreierst Du selbst, da ist keine "böse" Macht in Dir, die das Steuer übernimmt. Entmachte diese Stimme. Nicht, indem Du sie bekämpfst - damit erkennst Du sie schon an - sondern indem Du ihr den Boden entziehst. Du kannst ruhig mit ihr reden, aber nicht furchtsam, sondern: "Du bist eine Illusion. Ich brauche Dich nicht. Ich ersetze Dich ab sofort durch mutige Gedanken" oder ähnlich. Wichtig ist nur, das sich das Ganze für Dich stimmig anfühlt.

ä7pfZe\lc/hxen


Danae

Daran habe ich noch gar nicht gedacht, also an das Verantwortungsthema.

Umso mehr ich also so pseudomäßig dagegen ankämpfe, desto schlimmer wirds?

Dein Metapher gefällt mir richtig gut! Dann brauch ich also sowas wie Wundcreme?

SilkPearl

Aber wie soll ich ihr den Boden unter den Füßen wegziehen? Ich habe ja schon mal rational Listen erstellt. Bzw. sogar die emotionalen Gründen (egal, um was es geht) zugelassen, aber durch Rationalität etwas entwertet und ja auch eingesehen, dass meine emotionalen Gründen total abwegig sind... aber dennoch verlieren sie kaum spürbar an Macht?

*

Mein Plan für gestern ging mal gar nicht auf. War lange in der Uni und danach kam - seit wirklich vielen Jahren - mal wieder Migräne mit Aura. Ich habs zum Glück ziemlich flott gemerkt mit den Sehstörungen (erst kann ich nicht mehr fokussieren, dann "blinkt" neben dem Orginal immer noch ein Doppelbild und dann kommt kurz darauf dazu in der Mitte vom Blickfeld so ein Pixelpunkt, der immer größer wird und wenn ich nur noch Pixel sehe, dann fange ich im Normalfall an, mich zu erbrechen oder fall um). Hatte zum Glück noch Sumatriptan und vor allem habe ich es früh genug genommen, weil sonst wirkt das bei mir nicht mehr, wenn ich nicht sofort handel. Wenn der Schmerz erstmal da ist, ists aus.

Naja, habe dann noch schnell was gegessen und es wurde minimal besser, dann bin ich aber auch schon ins Bett und habe bis 8 Uhr geschlafen, also fast 12 Stunden. Mein Vögelchen hatte Langeweile und mir ein Lied vorgeträllert. Da konnte ich nicht einmal genervt sein ;-D . Jetzt sitzt sie natürlich neben mir und ist ruhig bzw. spielt mit ihrem Glöckchen, aber das ist okay.

Die heftigen Schmerzen habe ich zum Glück verschlafen, bin nur einmal kurz aufgewacht, aber jetzt ist da halt noch der dumpfe Nachschmerz. Aber soweit erträglich, dass ich gleich versuche, produktiv zu sein. Meinen Mitbewohner hat der Schlag getroffen, als er in mein Zimmer kam und mir ist das ja auch schon peinlich |-o .

Also: heute aufräumen und so mindestens 1-2 Stunden irgendwas Kreatives noch. :)z

SuivlqkPea)rl


Aber wie soll ich ihr den Boden unter den Füßen wegziehen? Ich habe ja schon mal rational Listen erstellt. Bzw. sogar die emotionalen Gründen (egal, um was es geht) zugelassen, aber durch Rationalität etwas entwertet und ja auch eingesehen, dass meine emotionalen Gründen total abwegig sind... aber dennoch verlieren sie kaum spürbar an Macht?

Weil Du immer noch an sie glaubst?

Du versuchst Gedanken "loszuwerden", indem Du mit dem Kopf gegensteuerst und hoffst, die Gefühle ziehen nach. Es gehtaber gar nicht, Gedanken nur loszulassen, denn die sind unerbeten da - das ist, was Du gerade spürst. Sie SIND.

Es sind jedoch keine Tatsachen, es sind NUR Gedanken. Ihnen den Boden zu entziehen, wie das? fragst Du. Indem Du verstehst und be-greifst, dass sie nicht stimmen, nicht wahr sind, nur eine Illusion, aber etwas, das Du lange Zeit geglaubt hast.

Der Unterschied zum Gegensteuern - dabei gehtst Du von Fakten aus - liegt darin, dass Du einfach erkennst, wie Du Illusionen glaubst, die Du Dir selbst erzählst. Es gibt keinen Schalter umzulegen, nur das Hinterfragen und Erkennen ist es, was die "Stimmen" (bestimmte Gedanken) nach und nach überflüssig macht.

SyilkP2eaxrl


Und ich rede nicht vom grünen Tisch aus: Ich habe selbst sehr lange Zeit meinen unwahren Gedanken geglaubt: Wie unfähig ich bin, wie krank und dass ich da nicht rauskommen kann usw.

Erst als ich genau geprüft habe, was davon wirklich wahr ist und was nur eine Vorstellung, habe ich meinen eigenen Glauben an pure Illusionen erkannt. Der verschwand nicht von jetzt auf gleich, aber weil ich mich ab da weigerte, so einen Unsinn über mich zu glauben, konnten sie sich allmählich verabschieden.

Nicht verwechseln mit Verdrängung! Das ist etwas völlig anderes.

Zuerst Akzeptanz, so und so ist es, das und das habe ich fälschlicherweise von mir angenommen, weil ich mir eingebildet habe, mein Leben und meine Umwelt wären der Beweis. Dann sich öffnen für eine andere Sicht, dass ich z. B. nicht zu krank bin, um nicht gesund werden zu können usw. - Stück für Stück abbauen, was nur ein Blick aus der verkehrten Richtung war. So hats bei mir funktioniert. @:) :)*

ä`pfel8chen


Das klingt wie eine unlösbare Aufgabe...

Indem Du verstehst und be-greifst, dass sie nicht stimmen, nicht wahr sind, nur eine Illusion, aber etwas, das Du lange Zeit geglaubt hast.

Ich weiß ja, dass sie nicht wahr sein, aber kann die Illusion trotzdem nicht loslassen... ich weiß ganz genau, dass nichts von dem, was ich glaube, eintreffen wird, wenn ich so weitermache wie jetzt. Irgendein bestimmtes Gewicht wird nicht viel ändern. Eine Sache wird es gewiss ändern, zumindest etwas, aber es wird wahrscheinlich nicht ausreichen, weil ich dann anfange, an was Neues zu glauben?

Ich bewundere es, wenn Menschen es schaffen, das zu erkennen, aber für mich klingt das so, als könnte ich das nie schaffen.

Das ist natürlich auch kein guter Ausgangspunkt, aber für mich ist das fast schon unvorstellbar, dass ich irgendwann mal glücklich und frei sein könnte...

Vielleicht will ich aber auch zu viel auf einmal und das auch noch zu schnell. Ich erwarte von mir immer Sprünge, die in der Form wahrscheinlich gar nicht so machbar sind...

*

Die Kopfschmerzen sind immer noch da, dazu jetzt noch Zahnschmerzen und ich hadere gerade mit mir zum Zahnarzt zu gehen. Ich hatte einmal in meinem Leben ein Loch, das ist noch mit Amalgam gefüllt und genau an der Stelle hatte ich schon mal erneut Probleme, da wurde beim ersten Mal was falsch gemacht und jetzt ists wieder die Stelle, aber ich hasse Zahnärzte und habe vielleicht sogar ein bisschen Angst. Aber vielleicht wäre genau jetzt der richtige Zeitpunkt, weil es gerade eben wehtut.

Als ich meine Weisheitszähne bekommen habe und sich da alles entzündet hatte, da hatte ich auch so Migräne und vielleicht liegts echt daran... ich kann mir sonst nicht erklären, wieso ich jetzt ausgerechnet wieder Migräne bekomme, das ist SO lange her. Zumindest die mit Aura und allem drum und dran, Kopfweh habe ich ja sowieso täglich und bin jetzt wirklich schmerzmittelimmun, obwohl ichs nie in großem Ausmaß genommen habe, sondern eher das Gegenteil, weil ich nicht viel davon halte...

S{ilkwPeaxrl


Ja, ich dachte auch, was für eine komplizierte Kiste! Wie soll ich das je hinkriegen?

Vielleicht will ich aber auch zu viel auf einmal und das auch noch zu schnell. Ich erwarte von mir immer Sprünge, die in der Form wahrscheinlich gar nicht so machbar sind...

Ich glaube schon. Man denkt vom Ende, vom gewünschten Ergebnis her. Und das entmutigt in der Tat. Mit Schritt 1 anfangen...

änp_fel;chen


Ich sag ja, manchmal wäre so ein Rezept echt gut %:| ;-) .

SgilkPsearxl


Ein Rezept ... hmhm. Aber eigentlich ist es einem zu mühsam, Schritt für Schritt zu gehen. Das leckere Essen sollte gleich fertig auf dem Tisch stehen. ;-)

ätpfeElchen


Ja schon...

Ich weiß nicht, ich finde Eure Beiträge allesamt so hilfreich und verstehe sie, aber ich kriegs nicht hin.

Gerade kommt es mir vor, als wäre da ein riesiger Berg. %:|

Nja, eigentlich wollte ich ja gestern mal eine Art Plan machen. Einerseits, um mal Struktur in meinen Alltag zu bringen (ich habe viel zu viel freie Verplemperzeit), andererseits muss ich mir so langsam mal klar machen, was überhaupt ansteht. Da habe ich nämlich komplett den Bezug verloren.

S7ilkPxearl


Gerade kommt es mir vor, als wäre da ein riesiger Berg.

Verstehe ich. Aber "jeder Berg beginnt mit einem einzigen Schritt". ;-)

ä9pfeElchen


Gnihihihi, dem Schritt in die Seilbahn ]:D :-X ;-D .

Nein Spaß beiseite: Ich bin ja auch neugierig darauf, was mich erwartet, ich bin bloß verschüttet und finde keinen Anfang und kein Ende? Kein Oben und Unten?

SFilkP*e'arl


ich bin bloß verschüttet und finde keinen Anfang und kein Ende? Kein Oben und Unten?

Wegen der Fragezeichen darf ich Dir widersprechen. ;-) Du DENKST, Du seist verschüttet. In Wirklichkeit liegst Du aber nicht unter Felsbrocken, sondern unter einem Sandhaufen. Da kannst Du Dich herausbuddeln. :-)

Nein, ich nehme Dich schon ernst, ganz gewiss. Aber wenn wir uns unsere Geschichte immer wieder selbst als Drama erzählen, machen wir es uns vielleicht noch schwerer als es ohnehin schon ist.

dLaInGae8x7


Was du brauchst, liebes Äpfelchen, ist keine Creme mehr sondern ein Profi in Wundbehandlung. Aber ja, am Ende brauchst du einfach die richtigen Handwerksmittel um es zu kurieren. Bringt halt nichts wenn man immer gegen den Schmerz arbeitet, die Wunde aber nicht weiter beachtet.

Daran habe ich noch gar nicht gedacht, also an das Verantwortungsthema.

Umso mehr ich also so pseudomäßig dagegen ankämpfe, desto schlimmer wirds?

Genau.

ä.pfelPchen


Aber wenn wir uns unsere Geschichte immer wieder selbst als Drama erzählen, machen wir es uns vielleicht noch schwerer als es ohnehin schon ist.

Deshalb lache ich ja so viel, aber das mögen ganz viele Menschen auch nicht... die finden das gruselig oder sagen, ich solls mal ernst nehmen. Ich nehms ernst, bloß ist das halt meine Art damit umzugehen. Dieses Nicht-Ganz-So-Ernst-Nehmen.

*

Danae, Deine Metapher hats echt in sich. Also von der Passfähigkeit.

Aber wenn ich jetzt nicht dagegen ankämpfe, dann tue ich was? Resignieren wäre ja auch falsch. Also dann schon das, was SilkPearl so gut beschrieben hat, aber das muss ich mir mal überlegen, wie man das tut. Also logisch verstanden habe ich es ja eben schon, aber ich muss mir mal überlegen, wie ich das umsetzen kann.

*

Ich komme gerade vom Zahnarzt. Also ich hatte in meinem Leben bisher 1 einziges Loch, aber diese verfluchte Füllung macht immer Probleme. Letztes Mal war da schon was nicht richtig, also auf, neue rein. Jetzt war sie wieder locker, also wieder auf und neue rein. Habe mich aber diesmal - trotz der Zuzahlung - für Kunststoff entschieden und nicht wieder für Amalgam. Ich hoffe, jetzt wirds besser, sonst muss ich nochmal hin und dann gehts an die Wurzel {:( . Und ich habe tatsächlich Angst vor Zahnärzten, heiei.

Aber der konnte gut spritzen. Durch das Rumgefuchtel in meinem Mund ist irgendwann aber Wasser in mein Gesicht gespritzt und ich musste loskichern, das war weniger gut |-o ;-D .

Keine Ahnung, trotz der Schmerzen und der Tatsache, dass so vieles ein bisschen schief läuft, bin ich ziemlich kicherig. Als hätte ich einen Clown gegessen. Erweckt natürlich in meinem Umfeld ziemlich den Anschein, als würde es mir gut gehen, noch mehr als sonst, aber das ist okay.

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