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äpfelchen und die Klinik

ä=pf1elcvhePn


Könnte sein, dass es den ganzen Rest an Störungen ausgelöst hat. Wenn es eine traumatische Erfahrung ist, ist es verständlich, dass du da nicht unbedingt ran willst.

Das ist es ja. Das wäre möglich. Ich habe ja lange nach einer Begründung dafür gesucht und das könnte eine mögliche sein, aber sicher ists halt nicht.

Ich will da ja ran, so sehr sogar, aber ich kann nicht. Ich weiß nicht, ob ich das hier im Thread mal genauer erklärt habe oder nicht, aber ich konnte mich lange an nichts aus meiner Kindheit erinnern. Die Erinnerungen fingen erst mit ca. 10 Jahre an. Mit der Zeit habe ich da jetzt ein paar Ahnungen, aber die sind aus Erzählungen untermauert mit Fotos entstanden. Also von außen. Ich selbst weiß tatsächlich nichts.

Wobei nein, das stimmt nicht. Ich wurde in meiner Kindheit definitiv mehrfach sexuell sexualisierter Gewalt ausgesetzt, das erste Mal im Grundschulalter und daran kann ich mich "witzigerweise" erinnern, also auch von mir aus, da war nämlich niemand dabei, der mir das hätte erzählen können. Das hat mich ganz lange irritiert, warum ich mich an die ganzen Vorfälle (habe ich auch mal erwähnt, glaube ich: bis heute sind es 13 konkrete Situationen, es gibt aber weitaus mehr, die bloß nicht so prägnant waren, dass ich sie mir einzeln gemerkt habe oder einordnen kann) erinnern kann, aber an nichts Schönes.

Vielleicht halt, weil es neben den Vorfällen noch einen oder mehrere andere gab, eben von dieser Person, zu der mein Verhältnis äußerst schwierig ist. Und vielleicht habe ich dann auch nur alles verdrängt, was mit dieser Person zu tun hat und eben nicht diese Vorfälle. Zum Beispiel kann ich mich auch an die Polizeiaussage, usw. erinnern bei einem, da war ich knapp 7/8 Jahre alt. Aber an meinen Vater keinen Meter, als hätte es ihn nicht gegeben. Erst nach der Scheidung, da weiß ich bisschen was, aber da war ich eben 9/10 Jahre alt

Das ist verwirrend, oder?

lou4omaxren


Das ist nicht verwirrend. Das klingt eher nach einem Schutzmechanismus, der dich vor den üblen Erinnerungen schützen soll. Ein gewisses Maß an Vergessen ist übrigens auch normal. Ich kann mich mittlerweile auch nur noch an ausgewählte Geschichten aus meiner Kindheit erinnern.

ärpfelc]hen


Aber an die üblen kann ich mich doch erinnern? ":/

Dann müsste ja noch was übleres gewesen sein... und das ist ja genau die Vermutung momentan und das macht mir so Angst.

l'uomoaren


Ich weiß nicht, wie ich das genau beschreiben kann.

Es heißt nicht unbedingt, dass alle Erinnerungen gelöscht sein müssen, nur weil es übel war. Bei einem Trauma fallen der rationale Teil und der emotionale Teil der Erinnerung auseinander. Normalerweise gehören die zusammen. Es kann sein, dass du dich nur an den emotionalen Teil erinnern kannst. Der dürfte bei solchen Geschichten meistens Angst oder ein paar andere ungute Gefühle sein.

Wenn du sagst, dass dir das Angst macht, kann es einfach daran liegen, dass es Angst ist. Ich hoffe, dieser Satz ist nicht zu verwirrend.

äxpfelchxen


Hm, dann eher an den rationalen Teil. Ich kanns erzählen, als würde es nicht mich betreffen. Also die Ereignisse, an die ich mich wirklich erinnern kann. Davon sind in der Erinnerungslücke 2 passiert, die anderen, als ich älter als 10 war. Da kommen dann Ekel, Schuld und Scham dazu.

Mich irritiert halt, dass meine Kindheit eh weg ist, aber eine Person komplett fehlt.

Mir macht es dabei wohl Angst, da ranzugehen, weil ich nicht mehr so sehr die Kontrolle über mich habe. Wenn man sich halt überlegt, wie das gerade ausartet (mein Verhalten), obwohl wir es nur angeschnitten haben. Ich will Gewissheit, aber mir macht auf der einen Seite Angst, dass ich sie vielleicht niemals haben werde und auf der anderen, was passieren würde, wenn ich sie hätte. Ob ichs verkrafteñ würde oder aber noch tiefer fallen würde. Und da stellt sich mir zusätzlich die Frage, was momentan noch tiefer bedeuten könnte...

Fühlt sich irgendwie alles wie ein Dilemma an?

äKpfelychexn


So nebenbei bin ich gerade unheimlich wütend, dass der Thread und damit auch der Kampf mit mir, der Klinik, Ärzten und meinen zweifeln und so 29 Seiten lang ist. War so nicht geplant, weder die zeitliche Dauer, noch überhaupt.

Das ist ganz schön frustrierend, wo ich an Anfang vom Thread doch so motiviert war und dachte, es würde vorwärts gehen..

Aber jetzt warte ich ja wieder vorerst auf eine Rückmeldung. Hoffentlich die letzte, weil sonst weiß ich auch nicht weiter..

*qVanilxlaa*


Liebes äpfelchen,

Mal wieder sehe ich ein paar Parallelen, möchte aber ehr dazu auffordern nicht allzu viel in sowas hinein zu interpretieren.

Ich habe auch kaum Erinnerungen an meine Kindheit und schon erst recht gar keine die irgendwas mit meinem Vater betrifft. Lange Zeit hat mich das nachdenklich gemacht, aber heute denke ich einfach er war nicht sonderlich präsent in meiner Kindheit und zu einem gewissen Grad ist es auch völlig normal das man sich an vieles aus seiner Kindheit nicht erinnert.

ich sehe da einfach die Gefahr sich was zusammenzureimen was gar nicht da ist.

Liebe Grüße

ä:pfeltchen


Da stimme ich Dir auf jeden Fall zu. Es ist bloß nicht einzig die Erinnerungslücke, die das vermuten lässt ;-) , sondern gibt es da viel mehr Anzeichen. Sonst würde ich mich damit gar nicht beschäftigen...

Ich kann Dir halt nicht einmal sagen, was ich gerne mochte, gern getan habe oder sonst was. Da ist wirklich gar nichts. Ich kann mich auch nicht an meine Mutter erinnern oder an meinen Bruder oder überhaupt Menschen.

Ab 10 fängt es dann leicht verschwommen an, da weiß ich auch nicht wirklich was, aber halt so das, was man wohl so weiß. Also das, was man normalerweise so aus der Kindheit weiß.

Und ab 14/15, also mit Beginn der Essstörung, da kann ich dann schon eher was einordnen.

Danach ging sowieso alles bergab.

Die Idee kam ja auch nicht von mir. Ebenso wenig habe ich meine Erinnerungslücke als bedenklich eingestuft. Dass das Ausmaß zu groß ist, das wurde in der Klinik festgestellt...

**Vanilglaax*


Was nicht heißen soll das man da nicht hinschauen kann, aber weißt du wenn ich daran denke wie ich ticke , und wenn es auch nur im Ansatz auch bei dir so ist, kann ein extremes Verhalten hervorgerufen werden bei manchen Themen weil man denkt da könnte was sein, ohne das da tatsächlich was ist. Aus Angst das da was sein könnte, was aber gar nicht so ist

Ist das verständlich was ich meine ":/

*LVanilolaxa*


Meine Erinnerungslücken sind genauso groß, ab 11/12 vielleicht etwas mehr, aber nur was Schulfreunde oder so angeht, familiär ist da nichts, klar lief bei uns auch nicht immer alles rund. Aber ich merke das es mir besser geht jetzt im hier und jetzt versuchen gut zu leben als da drüber nachzudenken. Seid ich aufgegeben habe darüber zu grübeln komme ich etwas besser klar. Wobei ich echt kein gutes Beispiel bin, Krebse ich dich selbst seid Jahren am Abgrund herum. %:|

Aber das Thema mit Kindheit ist aktuell nicht aktuell, vielleicht werde ich mich irgendwann damit beschäftigen, wenn ich stabil genug bin. Und es für notwendig erachte.

ä:pfelOchxen


Ja doch, ich verstehe, was du meinst.

Mir war das ja auch lange egal, bis mehrere Umstände eben zusammen kamen und dadurch diese Vermutung erst entstanden und dann immer weiter untermauert wurde.

Aber im Prinzip ist mir das auch reeelativ egal. Also insoweit, dass das wahrscheinlich nur bedingt etwas ändern würde. Ob jetzt die Person mich eventuell missbraucht hat oder andere, die es definitiv getan haben, das ändert wahrscheinlich nicht mehr so viel.

Wäre eine Erklärung, warum ich so sehr in diese Opferrolle geschlittert bin, aber da stecke ich ja jetzt eh drin und muss halt nur wieder da rauskommen.

Da ich ja keine so konkreten Erinnerungen daran habe, kann man damit wenig arbeiten, deshalb muss ich die Schuld- und Schamgefühle wohl sowieso direkt mit den nachfolgenden Geschehnissen aufarbeiten.

Und mehr will ich mit dem Thema auch gar nicht mehr zu tun haben. Das Verhältnis zu der Person ist sowieso schon mies, aus anderen Gründen emotionaler und körperlicher Missbrauch,, da wäre das jetzt halt wirklich egal.

Mich wühlt das nur so sehr auf, weil dadurch die anderen Ereignisse präsenter wurden. Die waren ja nie weg, aber jetzt beschäftige ich mich mit denen natürlich wieder mehr. Ich habe mir nie erlaubt, mich daran zu erinnern, weil ich wusste, dass ich die Bilder nicht mehr loswerden kann, weil sie eben so klar sind. Und mit denen arbeiten wir ja jetzt, soweit das geht ohne Therapie.

äCpfhelcxhen


War so klar, dass es wieder schlechter wird und bergab geht, aber vielleicht helfen mir ja jetzt die Worte, die ich vorgestern geschrieben habe...

Ich kanns auch gar nicht erklären, aber wills auch nicht... ich warte jetzt mal wieder auf die Rückmeldung der Klinik.. und drehe mich gedanklich wieder im Kreis.

Hm ja, ich bin ganz kurz an einem Punkt weiter vorne und dann kabumm, bin ich wieder ganz unten. Es langweilt mich und laugt mich aus, nein, raubt mir die ganze Kraft..

l\uoMmaxren


Ich habe mich die letzten Tage unfreiweillig mit ein paar Bildern aus meiner Vergangenheit auseinandergesetzt. Ich habe mich dadurch auch extrem kraftlos gefühlt. Kannst du die Auslöser für deine Kraftlosigkeit auseinanderhalten?

äqpfTexlchxen


Hm, nein, nicht wirklich.

Ich bin einfach relativ euphorisch und mit einem Schlag kippt die Stimmung. Die Essstörung hat viel damit zu tun, meine Selbstzweifel auch. Aber sonst ist das alles noch seeehr undurchschaubar für mich. Und deshalb auch sehr unvorhersehbar. Also ich weiß, dass es irgendwann passiert, aber wann und wie, nein..

Kannst du es auseinanderhalten?

Mir fällt es momentan aber etwas leichter, um Hilfe zu bitten. Normalerweise kämpfe ich halt immer selbst mit mir, aber gestern habe ich mich richtig erschreckt, weil ich ein bisschen die Kontrolle verloren und zu tief geschnitten habe und das nicht aufgehört hat zu bluten,, aber ich bin "anfälliger" für die gute Stimme, mein schlechtes Gewissen kommt schneller (so kommts mir vor) und letztendlich bin ich gestern dann beschämt zu meinem Mitbewohner, der noch wach war, ob wir ins Krankenhaus fahren sollten oder nicht. Mussten wir letztendlich nicht, aber das war auch so ein Tiefpunkt...

Ich verliere niemals die Kontrolle, zumindest bisher war es wirklich nie so. Deshalb habe ich auch nicht so viele so heftige Narben, weil ich damit spiele, die Kontrolle auch darüber zu haben, aber das da, das wird eine. Hässlich

Vielleicht erfahre ich aber nächste Woche mehr wegen der Klinik. Die haben zweimal wöchentlich die Teamsitzungen :)z

l)uomaxren


Kannst du es auseinanderhalten?

Ich habe ja nur den unbehandelten Teil einer posttraumatischen Belastungsstörung, der als Auslöser in Frage kommt. Insofern brauche ich keine Differenzierung nach Ursachen. Ich weiß, was triggern kann, d.h. die Erinnerung an das Trauma wieder auslösen kann. Das führt meistens zu einer Verarbeitung und diese äußert sich wieder in Müdigkeit bzw. Mattheit. Insofern verstehe ich mich selbst ganz gut.

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