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äpfelchen und die Klinik

lOu/omaxren


Das ist Mist. :°_

Sorry, falls meine Ferndiagnosen dir nicht weiterhelfen. Die Liedempfehlungen sind mir eingefallen, ohne dass ich deinen Beitrag vorher gelesen habe.

äypfe$l_chen


Die Musik hat was. Das zweite Lied mag ich sogar mehr.

Scheiß auf den Nebel und geh joggen, wenn du das Bedürfnis da zu hast! Entschuldige meinen drastischen Ton, aber bis zur Erschöpfung zu rennen erscheint mir eins der wenigen brauchbaren Mittel gegen drastischen akuten (Selbst)zerstörungswahn.

Ja, das ist meistens meine Taktik, aber ich wohne in einer nicht ganz ungefährlichen Gegend. Gerade die letzte Zeit war hier ziemlich viel los. Normalerweise macht mir das sonst nichts aus, aber heute habe ich komischerweise Angst.

All ob sich der nicht kontrollierbare Geist des Körpers bemächtigt und man ihn nicht mehr befehligen kann bzw. er sich jedweden Bemühungen wiedersetzt.

Ja, genau! So massiv ists bei mir jetzt noch nicht, sonst könnte ich hier nicht schreiben, aber manchmal passiert genau das. Ich bin gefangen in mir...

w#aldl1aeufer


Vielleicht habe ich ja Tips für schlaflose Nächte. Ich habe bei mir oft das Gefühl, das böse Gedanken bei massivem Schlafmangel schneller zu mir durchdringen.

Eine Liste dessen, was ich schon gegen Schlafprobleme probiert habe: viel Kamillen, Melissen, Hopfentee trinken (bringt nichts), regelmäßige Schlafzeiten und nicht länger als acht Stunden im Bett liegen (schwierig), Traumtagebuch führen (ich sehe zwar keine Besserung, aber höchst interessant), nächtliche Gedankenkreise direkt aufschreiben, immer etwas zu schreiben neben dem Bett haben, spazieren/ joggen gehen, liegestütz machen, fenster weit öffnen, in die badewanne legen, ein gedicht lesen und wie ein mantra wiederholen, singen oder Musik machen, ein Buch lesen, das man eh schon auswendig kennt (harry potter!), irgendwas verrücktes machen, um das Gefühl der sinnlosen Zeitverschwendung und daraus resultierendes Schuldgefühl zu reduzieren (z. bsp. Farbe ins Gesicht klatschen und Abdrücke machen, ein Gips-Mobilee basteln, sich die Haare schneiden, sich verkleiden, einmal nackt ums Haus rennen, einen Streich für Mitbewohner vorbereiten, Möbel senkrecht auf den Kopf stellen, die Fensterscheiben ausmalen).

Die Letzteren sind alle mehr oder weniger fruchtbar je nach Fortschritt meiner Gedankenboshaftigkeit.

äTpfexlchen


Witzig, vieles davon tue ich sogar ;-)

Ich würde jetzt gerne schreiben, aber ich kann nur schwer Worte finden, gar nicht wirklich ausdrücken, was ich sagen will..

Mit kommt voll oft die Lethargie in die Quere...

Ich könnte ganz viel tun, aber ich kann einfach nicht. Weißt du, wie ich meine?

woaldelaexufer


Möglich, dass ich das tue. Zumindest glaube ich etwas zu wissen, was du meinen könntest.

Du weißt rational, welche Dinge du tun oder versuchen könntest, um dich aus der lethargie zu befreien. Diese fühlen sich aber so weit weg an, als wären es die potentiellen Taten von jemand anderen und nicht von dir selbst. Dass es nicht so ist, dass du die Dinge nicht nur nicht tun kannst, weil dir "die Lethargie in die Quere" kommt, sondern schon die Möglichkeit des Tuns nicht sehen kannst und deine Hand nicht so weit reicht, dich zu den Taten hochzuziehen?

ich kann einfach nicht

Was du darin kannst ist das nicht können. Das nicht können ist nicht die Abwesenheit von dir selbst, sondern verkörpert dich in diesem Moment. Dann bist du vielleicht die Verkörperung deines nicht Könnens, aber du kannst dir zumindest sicher sein, dass du trotz der Lethargie immer noch "bist".

Wenn du nicht schreiben kannst, beruhigt/ermuntert es dich/ hilft es dir zu lesen?

ä'pfelcNhen


Diese fühlen sich aber so weit weg an, als wären es die potentiellen Taten von jemand anderen und nicht von dir selbst. Dass es nicht so ist, dass du die Dinge nicht nur nicht tun kannst, weil dir "die Lethargie in die Quere" kommt, sondern schon die Möglichkeit des Tuns nicht sehen kannst und deine Hand nicht so weit reicht, dich zu den Taten hochzuziehen?

Ja genau... das trifft es ziemlich gut. Ich fühle mich mir auch gerade so fremd, so weit weg.

Ich komme mir aber auch insoweit in die Quere, weil ich weiß, dass ich schlafen muss... und dann kann ich noch weniger schlafen. Zum Glück habe ich morgen nur ein Seminar, aber trotzdem.

Gerade stehe ich vor einem Berg an Dingen, die ich noch tun muss und kann einfach nicht, weil ein Teil von mir so dagegen ist. Der falsche Teil, der Unrecht hat und still sein soll, weil das, was ich tun will, richtig ist.

Gerade war ich kurz heftig aggressiv, hab meine Zimmertür zugeknallt, viel zu laut Musik angemacht (die Beschwerde kam auch ganz flott und mein Mitbewohner ist jetzt, glaube ich, auch sichtlich schockiert von dem Anblick, aber mir egal, hab das Klopfen nicht gehört. Normalerweise hört man meine Musik nicht so laut, aber ich habe nicht bedacht, dass Metal lauter ist als Tralala) und Blöcke rumgeschmissen. Hilft aber nicht. Es ist einfach was anderes, es an sich selbst auszulassen.

Dann hab ich wieder angefangen zu heulen, war aber auch nicht befreiend.

Keine Ahnung, was ich jetzt tue.. heute ists ganz komisch.

w)al9dlaxeufer


Klar ist es etwas anderes, es an sich selbst auszulassen. Du bist nun mal nicht nun mal nicht der Block. Versuch dir laut zu begründen, warum du dich nicht verletzen willst, warum das nichts bringt, dass dich die Narben nur immer wieder an die ganze Scheiße erinnern werden. Kämpf nicht gegen dich, sondern versuch "mit dir zu reden" und "zusammen zu arbeiten".

Ich komme mir grade ein bisschen blöd vor, dir zu versuchen tips zu geben, die ich selbst nicht hinkriege. Entschuldige, ich bin verkorkst, aber will trotzdem irgendwie Kraft zu sprechen. ":/

ä"pfe6lchxen


Mir geht's soweit okay, ziemlich müde und kaputt noch von der Nacht, aber ich werde mich gleich wohl nochmal hinlegen und dann heute Nachmittag mir überlegen, wie ich das mit der Uni kläre, wie ich das formuliere und so, damit ich vielleicht heute noch die Mails rausschicken kann. Spätestens morgen.

l,uo\maren


@ äpfelchen:

Heavy Metal nach Marie Boine. %-| Die Musik von Marie Boine arbeitet auf einer anderen Ebene. Man kann Aggressionen hineinlegen, aber nicht noch weiter hochputschen, damit sie hinauskommen. Ich bin sowieso am Überlegen, ob das Herauslassen bei dir so einfach klappen könnte.

Bei dem Haka-Tanzen ging es mir in erster Linie auch nicht darum, dort Aggressionen hineinzulegen. Du kannst auch erst einmal den Ablauf einstudieren, ohne damit etwas nach außen zu senden. Da auch ein paar Schläge gegen den eigenen Körper gehen, könnte es ja auch was fürs Körpergefühl tun. (Sorry, aber ich kenne mich mit Borderline so gar nicht aus.)

Klar fühlt es sich anders an, wenn man die ganze Wut nicht mehr an sich selbst auslässt. Aber wolltest du das nicht eh ändern?

(Falls hier Fehler drin sein sollten, dann liegt es daran, dass ich heute irgendwie sehr durchgeschüttelt bin. Das wirkt sich sogar auf meine Rechtschreibung aus.)

äDpfeOlchen


Das tat unheimlich gut. Aus diesem Gefühlsgedrück ein konkretes Gefühl zu machen.

Und meistens höre ich eher düstere Musik, aber es tat so unheimlich gut, daraus Wut zu machen. Natürlich war ich wütend auf mich, rational gesehen war mir das klar! Aber es hat sich nicht so angefühlt und durch die Musik hat es sich wie Wut angefühlt. Und dann konnte ich damit (mehr oder weniger) umgehen. Vielleicht nicht produktiv, noch nicht, aber zumindest hatte diese Beklemmung jetzt einen Ausdruck.

Ich bin nicht aggressiv durch die Wohnung gerannt. Gut, ich habe ein paar Blöcke ans andere Ende meines Zimmers geschmissen, aber befriedigend war das ja auch nicht. Innerlich habe ich alles verwüstet, bin aufgedreht ohne Ende, aber dadurch ist wenigstens irgendwas passiert?

So weit passiert, dass es danach weniger wurde... ich war zumindest ein bisschen "leichter".

Weißt du, wie ich mein?

Das Schöne war, dass die Musik zwar hart klingt, die Texte aber richtig positiv sind eigentlich. Ich verbinde damit positive Aggression, oder so ;-D .

ä3pfe>lchxen


dass ich heute irgendwie sehr durchgeschüttelt bin.

Gehts Dir besser? :)_

dranaxe87


Deswegen mag ich Metal. ;-D ;-D #

Ja genau... das trifft es ziemlich gut. Ich fühle mich mir auch gerade so fremd, so weit weg.

Was mir dann hilft, wenn ich so ganz taub bin: Ein Blatt Papier hinlegen und einfach wahllos was kringeln. Manchmal guck ich sogar weg. Und irgendwann ergibt sich ein Bild und ich mal was draus oder fang was Richtiges an. Als ob die Handbewegung eine bessere Verbidnung zu mir selbst herstellt.

ädpfe-lchxen


Danae, ich hab das Album von Ill Niño gehört, mit so richtig schön scheiße klingenden PC-Boxen ]:D

Ich glaube, ich hätte irgendwas tun können, wenn ich gewollt hätte. Ich wollte aber anscheinend rückblickend auch einfach nicht, was aber eben auch daran lag, dass ich unbedingt ganz schnell wollte, dass es weg ist. Und da hat mir alles zu lange gedauert und deshalb wollte ich meine Medikamente und sonst gar nichts. Ich wollte halt, dass ich schlafen kann zzz .

Manchmal guck ich sogar weg. Und irgendwann ergibt sich ein Bild und ich mal was draus oder fang was Richtiges an.

Ja, mit geschlossenen Augen Klavier spielen funktioniert manchmal bei mir, Malen ist immer etwas schwer, weil ich nicht abstrakt malen kann. Also rumkritzeln oder so, da tue ich mich richtig schwer. Wenn ich was im Kopf habe (habe ich dann aber meistens relativ flott, außer ich bin komplett Banane), dann kann ich Ewigkeiten im Malen verloren gehen. Positiv verloren gehen, weil immerhin bin ich dann ja beschäftigt.

Ich frage mich wirklich, wie ich es schaffe, SO unproduktiv zu sein. Ich tue wirklich nichts. Gut, gerade schreibe ich hier am PC, aber die restlichen Stunden liege ich NUR rum und schau TV %:| . Mich stört das, glaube ich nur, weil ich weiß, dass es mich stören sollte. Ich sollte eigentlich was tun, die Liste ist lang genug, aber...

Ich bin momentan ganz komisch. Gestern wollte ich weglaufen, weil mir alles zu viel ist, aber dann ist mir eingefallen, dass ich das gar nicht muss, weil ich ja nicht mehr Zuhause wohne und dann auch einfach in mein Zimmer laufen kann und dort bleiben. Merkt vorerst keiner. Ich dachte immer, ich kenne das Gefühl, wenn man sich verkriechen bzw. weglaufen will, einfach von allem weg. Augen zu und weg. Aber ich kannte es nicht - jetzt schon.

Immerhin merke ich, dass ich mich gerade mehr oder weniger bewusst ver- und in mir einschließe.

Ich rede nicht mehr, weil alles gesagt ist, aber das Gesagte hat nicht gereicht. Zumindest fühlt es sich nicht an, als ob sich was geändert hätte. Und man kann mir auch nichts mehr dazu sagen, weil alles gesagt ist... man kann mir gerade nicht mehr helfen und ich fühle mich trotzdem hilflos und verzweifelt, aber man kann einfach nichts mehr tun. Jetzt bin ich an der Reihe und ich bin blockiert, gelähmt und verschlossen.

d8an<axe87


Es wird nicht besser werden. Du schiebst den Knall nur auf.

äTpf7elcxhen


Ich hoffe eher ganz naiv, dass kein Knall kommt.

Ich will keinen Knall, ich glaube, ich ertrage keinen Knall. Weil ich mich frage, wie der dann wohl aussieht, das ist beängstigend. Ich bin nicht bereit dafür, dass es knallt.

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