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äpfelchen und die Klinik

äqpfel/chPen


Nein, ich meine allgemein.

Ich setz mich nicht hin und sag: SO, jetzt wird das Schattenspiel ausgeschmückt, sondern es scheppert halt in meinem Kopf, dann ists da und dann male ich drumherum weiter aus.

dCanae{87


Ja, ich weiß, aber damit musst du aufhören. Das ist wie sich selbst sezieren, das ist wie das Feiern des Schneidens oder ähnlicher Kram. Du fütterst damit den Anteil der sich durch die Krankheit definiert, tanzt um dich selbst wie um das goldene Kalb und bist damit total blind. Hör auf damit. Jetzt.

SmilLkPexarl


Ich finde, Danae hat Recht.

Das fortwährende Kreisen um die Dinge, die Du doch (hoffentlich) nicht willst, scheinen Dir ebenso wenig zu helfen wie die Einteilung in Engelchen und Teufelchen.

Mach Dir lieber Vorstellungen davon, was Du Dir wünschst! Da kannst Du drum herum rotieren, bis der Arzt kommt! ;-D Nein, im Ernst, zieh Deinen Geist endlich mal ab vom Negativen, es tut Dir nicht gut.

äHpfRe9lcrhen


Ihr habt ja Recht, das weiß ich, aber ich kann nicht so ganz klar formulieren, was ich mir wünsche.

Oder aber ich kann es, aber es sind Dinge, die ich mir rational gesehen eigentlich nicht wünsche; es sind ungesunde Wünsche, die von der Krankheit herrühren.

Ich kann schon klar Sätze mit "Ich wünsche..." mir formulieren: Ich wünsche mir glücklich sein zu können. Ich wünsche mir, dass ich Freude empfinden kann. Ich wünsche mir, dass auch mal essen kann ohne Angst zu haben. Ich wünsche mir, dass ich mich nicht mehr zerstören will.

Aber dabei fühle ich nichts. Ich weiß nicht, ob ich diese Wünsche aufzähle, weil ich glaube, dass man von mir erwartet, dass ich mir das wünsche oder weil ich sie mir irgendwie doch wünsche. Irgendwie und ganz weit weg.

Würde ich sie mir wirklich wünschen, würde ich handeln. Und ich handel nicht, aus welchen Gründen auch immer.

Ich könnte auch einfach was essen, anstatt an Tag 3 ohne feste Nahrung rumzukratzen. Ich wünschs mir doch?

Ich wünsche mir aber halt auch, schrecklich dünn zu sein. Deshalb gibts halt weiterhin nichts zu essen.

Beides kann ich mir ja nicht wünschen, widerspricht sich ja.

Wie gesagt, ich weiß, dass meine meisten Wünsche ungesund sind und wohl eher ein Ausdruck meiner Krankheit sind, aber das Wissen darum ändert ja nichts.

Vielleicht wirken meine oben genannten Wünsche für mich auch noch so utopisch und unerreichbar, weshalb ich emotional nichts empfinde und sie sich "gelogen" anfühlen. Aber das ändert ja auch alles nichts, weil sie für mich utopisch bleiben, weil ich eingesperrt bin in diesem ständigen Dilemma.

dFanaex87


Das ist alles nur einen Schritt weiter weg vom Kern im Kreis. Du musst gerade keine Wünsche formulieren, du musst essen. Du musst das nicht toll finden, genießen oder lecker lecker denken, du musst essen. Drei Mal am Tag. Ende der Debatte. Du musst auch gerade keine selbstverwirklichung starten sondern aufstehen bis zehn und dann Zähne putzen, duschen, anziehen. Und dann was tun. Nicht denken, machen. Ganz normalen Scheiß. Jeden Tag. Das ist dein Job, das ist deine Arbeit und darauf konzentrier dich. Alles andere kannst du in deiner Freizeit machen. Nicht vorher.

SCiBlkPe7arxl


Natürlich keine Wünsche formulieren, die Du Dir mühsam zurechtlegen musst!

Ich kann schon klar Sätze mit "Ich wünsche..." mir formulieren: Ich wünsche mir glücklich sein zu können. Ich wünsche mir, dass ich Freude empfinden kann. Ich wünsche mir, dass auch mal essen kann ohne Angst zu haben. Ich wünsche mir, dass ich mich nicht mehr zerstören will.

Die zweite Hälfte dieser Wünsche sind eigentlich keine, sondern eine Aufzählung, was Du weg haben willst. Damit bleibt immer noch das Negative im Blick.

Warte ab, bis Wünsch aufsteigen. Tu in der Zeit, was Danae aufführt, also das, was ansteht, was Dir gut tut, auch wenn Du das noch nicht fühlst.

ämpfel}cxhen


Ich weiß ja, dass ich es muss. Ich kanns bloß nicht tun, weil ich es nicht ertrage. Das ist so traurig, das ist halt wirklich Alltagsbewältigung, die ich nicht schaffe. Aufstehen ist der erste Kampf. Bzw. stehe ich schon auf, aber nur, um auf die Couch zu wandern. Und dann Berieselung.

Heute und morgen habe ich mir allerdings auch nicht viel vorgenommen, weil ich richtig heftig krank bin. Ich kann gerade so sitzen, aber mehr geht nicht. Und mit jedem Hustenanfall wird mir heftig schwarz und mein Kreislauf kippt weg. An sich fühle ich mich auch fiebrig, aber hab nur 37,8°C, was für mich schon hoch ist, weil ich meistens bei knapp 35,5°C liege, aber ist halt noch kein Fieber.

Montag geht die Uni wieder los. Montag wird auch richtig fies, von 10-20 Uhr Uni. Für Dienstag und Mittwoch muss ich mir was überlegen, Donnerstag zumindest vormittags Uni und nachmittags Physiotherapie und Freitag muss dann auch wieder was her.

Aber Ideen sind da, bloß eben nicht die Motivation. Dabei wäre das sogar ein schöner Wechsel zwischen notwendigen Dingen, die zu erledigen sind (halt Uni) und Dingen, die mir eigentlich immer Spaß gemacht haben. Schöne Dinge eben...

Alles andere kannst du in deiner Freizeit machen. Nicht vorher.

Das ist das Problem: Abgesehen von montags 10-16 Uhr und Donnerstag 10-12 Uhr (manchmal noch 14-16 Uhr) habe ich Freizeit.

Dazu kommt ein Termin bei meiner Sozialarbeiterin (wobei gerade nicht mehr, zumindest habe ich den nächsten abgesagt und noch keinen neuen, kann aber übernächste Woche auch erst sein) und ab Donnerstag 2 mal die Woche Physio.

Da ist es ja schon fast eine Rettung, dass ich jetzt Physio bekomme, vorher musste ich nämlich wirklich nur 3mal irgendwas tun.

Alles andere sind Dinge, die ich irgendwann mal machen muss. Ohne Zeitdruck (noch). Prüfungen im Herbst, kreative Dinge, die ich unbedingt mal machen wollte, sowas eben.

äypf%elchen


Essen, ja essen. Eben ein immer wieder aufkommendes Problem, bloß jetzt viel ausgeprägter als früher. Gedanklich hat sich da nicht viel geändert, ich bin nur viel "ehrgeiziger" (dummes Wort dafür) es auszuhalten und durchzuziehen. Aggressiver, extremer, unberechenbarer und dadurch eben ausgeprägter.

Früher habe ich auch mal einen Tag nichts gegessen, aber das wars dann auch.

Früher hätte ich mich dann auch irgendwie aufs WiederwasKleinesessendürfen gefreut, davon ist da jetzt nichts da. Ich habe Dinge im Kopf, die ich theoretisch gerne essen würde, aber ich habe SO eine tiefe Abneigung und bin so stur. Das ist unglaublich %-| . Selbst vom Verstand her kann ich nicht mehr was ausrichten, weil ich natürlich weiß, dass ichs muss und auch sollte. Aber ich habe da einen Willen (der geht aber über das "Ich will nicht essen" hinaus, das ist nur ein Aspekt) und so. Ich komme da nicht gegen an? Ich habe nicht einmal was zu essen da. Also wirklich nichts außer 2 Tütensuppen und Ketchup.

Ich bin da nicht stolz drauf. Nicht wirklich, aber ein bisschen schon. Aber nur mir gegenüber. Anderen gegenüber fühle ich mich deshalb schlecht, weshalb das auch niemand weiß. Ich habe da kein gutes Gewissen bei, beim Essen aber auch nicht. Das eine davon kann ich aber besser händeln als das andere und ruhe mich auf dieser Rechtfertigung wahrscheinlich gerade aus.

Die zweite Hälfte dieser Wünsche sind eigentlich keine, sondern eine Aufzählung, was Du weg haben willst. Damit bleibt immer noch das Negative im Blick.

Stimmt, ist mir gar nicht aufgefallen ;-D .

*

Ich mache gerade Pause. Vielleicht höre ich für heute auch auf, ich bin nicht so zufrieden, aber habe wirklich keine Lust mehr. Hab jetzt das Exposé überarbeitet und die Gliederung grob aufgestellt. Gefällt mir aber nicht. Und ist höchstwahrscheinlich auch falsch.

Dazu noch Stichpunkte zu den einzelnen Punkten, was da so drin stehen soll. Müsste sich ja eigentlich selbst erklären, aber ich bin so matschig im Kopf, dass ich ständig meine Gedanken und Ideen vergesse, deshalb die Stichpunkte ;-D .

Jetzt erst einmal Pause.

ä{pferlchxen


Ich habe nicht einmal was zu essen da. Also wirklich nichts außer 2 Tütensuppen und Ketchup.

Jetzt hat die Vernunft erst einmal gesiegt, nachdem mein Kreislauf komplett abschmiert und zumindest gibt es hier jetzt was zu essen. Esse dann jetzt gleich auch, aber ich weiß ganz genau, wie das dann wieder abläuft. Und das nervt. Und das kann ich nicht ausschalten. Zwar ein bisschen aushalten, aber nicht so, dass alles stabil bleibt.

Mit jedem Bissen falle ich weiter gedanklich in den EkelHassStrudel und klar, immerhin stehe ich dann noch auf meinen Beinen, aber emotional falle ich und falle und komm nicht mehr hoch.

Da ich da alleine nicht rauskomme, gehe ich ja in die Klinik, aber dieses Immer-Tiefer-Und-Tiefer-Fallen... ist das unaufhaltsam? Muss ich mich jetzt wirklich entscheiden zwischen TieferFallen oder WeiterZerstören (und damit verbunden ja auch irgendwie weiter fallen, aber eben auf eine andere Art)?

ä?pfnel/chen


Ich mein einfach: Muss ich mich jetzt wirklich die ganze Zeit dafür bestrafen, dass ich mich entschieden habe, in die Klinik zu gehen und um mein Leben zu kämpfen? In meinem Kopf schreit es: JA.

Das ist nicht fair, das ist gar nicht fair.

dcanaex87


Das ist das Problem: Abgesehen von montags 10-16 Uhr und Donnerstag 10-12 Uhr (manchmal noch 14-16 Uhr) habe ich Freizeit.

Hast du nicht. Du hast zu tun. Du musst dir halt klar machen das du nen Arbeitstag zu beweltigen hast. Minimum x Stunden Arbeit am Tag und erst danach ist berieselung erlaubt. Natürlich nicht wenn man krank ist, aber grundlegend.

Und Berieselung eben auch erst nach einer Mahlzeit. Punkt Ende aus. Wenn du dich weiter so hängen lässt kreiselst du nur weiter und es festigt sich weiter und wird schlimmer.

Du hast was, wie gut es ist zählt erstmal nicht. Es ist ein Punkt von dem aus du Morgen weiter machen kannst wenn du nicht mehr so matschig bist. Und wenn es nur ist das du verwirfst weil du einen besseren Gedanken hast. Es ist da ein Anfang. Gut gemacht.

d#a9name87


Ich mein einfach: Muss ich mich jetzt wirklich die ganze Zeit dafür bestrafen, dass ich mich entschieden habe, in die Klinik zu gehen und um mein Leben zu kämpfen? In meinem Kopf schreit es: JA.

Dann hör auf die dummsinnige Fragen zu stellen und dich wohlig schaudernd darin zu suhlen. Hör auf den Dramadolch wieder und wieder anzusetzen. Ja, es geht dir schlecht weil du eine Höllenangst hast. Hast du nun festgestellt, wird sich nicht auflösen weil sich die Angst nicht verflüchtigt. Kann man dann mal so als gegeben hinnehmen, so wie man Muskelkater hinnehmen muss wenn man Sport gemacht hat. Da liegt man dann ja auch nicht nen Tag in sauer und fühlt wieder und wieder in jedem Muskel nach und spürt jedem Schmerz nach. Man hat Muskelkater, es geht einem Mist, es wird vergehen. Nicht heute, nicht Morgen, aber die nächsten Tage wenn man sich moderat weiter bewegt.

Und genau darum geht es jetzt. Die Panik und den Schmerz als gegeben akzeptieren und darum meistern was geht und sich nicht weiter mit dem Schmerz an sich beschäftigen.

ä@pfLelchexn


Hast du nicht. Du hast zu tun. Du musst dir halt klar machen das du nen Arbeitstag zu beweltigen hast. Minimum x Stunden Arbeit am Tag und erst danach ist berieselung erlaubt. Natürlich nicht wenn man krank ist, aber grundlegend.

Naja, aber den muss ich ja auch irgendwie füllen? Naja, gibt ja schon ein paar Dinge, die ich tun könnte ;-) . Montag überlege ich mir mal, was ich Dienstag mache.

Du hast was, wie gut es ist zählt erstmal nicht. Es ist ein Punkt von dem aus du Morgen weiter machen kannst wenn du nicht mehr so matschig bist. Und wenn es nur ist das du verwirfst weil du einen besseren Gedanken hast. Es ist da ein Anfang. Gut gemacht.

Ja, aber das liegt nicht an meiner Matschigkeit. Ich habe das Gefühl, dass es einerseits zu viel ist für den Rahmen, weiß aber nicht, was ich daran verändern könnte, ob meine Ideen überhaupt interessant sind und mein Weg dahin irgendwie logisch...

Das Problem hatte ich schon vorher, schon als ich das Thema durchdacht habe, hatte ich diese Ideen und heute habe ichs nur ausformuliert, ein bisschen erweitert und strukturiert. Deshalb war es noch schwerer mich zu motivieren. Ich war halt noch nie davon überzeugt, was das halt nicht gerade leichter macht ;-) .

Also nein, das Thema ist eindeutig interessant, sehr sogar. Bloß vielleicht nicht so durchführbar, wie ich es machen würde, wenn ich keinen Rahmen (Problem ist hauptsächlich die maximal erlaubte Seitenzahl) hätte. Oder wenn ich mehr Kraft hätte.

Jetzt muss ich halt noch den Fragebogen erstellen, das mache ich aber definitiv nicht mit matschigem Kopf, weil ich komplett damit überfordert war vorhin, mir auszudenken, wie ich das operationalisieren könnte.

Nächste Woche will ich mal nach Literatur schauen, nur, um mal einen Überblick zu haben. Ausleihen werde ich nichts, bringt nichts, weil ich jetzt eh nicht schreibe. Ich mache noch den Fragebogen, leite die Datenerhebung ein und dann ist Schluss.

äEpfe]lchxen


Und genau darum geht es jetzt. Die Panik und den Schmerz als gegeben akzeptieren und darum meistern was geht und sich nicht weiter mit dem Schmerz an sich beschäftigen.

Ja... ich seh ja ein, dass ich keine Purzelbäume schlagen werde bis Februar.

Aber ich will nicht einsehen, dass sich alles verschlimmert und ich auf eine gewisse Art und Weise ausraste.

Muss ich wohl oder übel aber und versuchen, es in einem annehmbaren Rahmen zu halten und mir nicht zu entgleiten, aber das ist eine Gratwanderung, die ich noch nie so hatte. Also wirklich nie so. Ich balanciere schon mein halbes Leben, aber da war mehr Platz und Luft, zumindest kommt es mir so vor und jetzt muss ich ständig Angst haben, von meinem Seil zu fallen.

dValnaxe87


Naja, aber den muss ich ja auch irgendwie füllen? Naja, gibt ja schon ein paar Dinge, die ich tun könnte ;-) . Montag überlege ich mir mal, was ich Dienstag mache.

Ne ne, so nicht. Der letzte Schritt eines jeden Arbeitstages ist dir zu überlegen was du am nächsten Tag machst. Dann fällt man nämlich nicht erst wieder in das Gehänge rein. Du überlegst dir nun was du Morgen machen kannst. Und da kannst du Klavier üben mit reinnehmen, etwas zeichnen das die schwer fällt, die Arbeit durchdenken und den Abwasch. Wenn du etwas nicht schaffst passt du deine Erwartungen am nächsten Tag an. Gegammelt wird aber erst wenn alles erledigt ist. Täglicher Punkt ist eine Mahlzeit. Und wenn du in der verdammten Küche sitzt bis du was drinne hast. Disziplin. Für den Tanz den du gerade aufführst brauchst du ganz dringend eine Höllendisziplin damit du nicht stürzt.

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