» »

äpfelchen und die Klinik

SWilkPexarl


Ja, Dein Denken tut richtig viel dafür, dass es Dir schlecht geht, es ist wie tausend wilde Affen. Hinzu kommt Dein extremes Kontrollbedürfnis - eine "wirksame" Mischung. Auf der Tüte steht: Wie-mach-ich-mich-mit-meinem-Denken-kirre, täglich morgens, mittags und vor dem Schlafengehen 300 Tropfen. ;-)

Vielleicht bekommst Du ja in der Klinik eine kräftige Dosis Vertrauen eingeflößt, so als Gegenmittel... wäre nicht übel. :)z

äMpfelYchen


Ich glaube, mir fehlt es nicht grundsätzlich an Vertrauen. Es gibt Menschen, denen ich mein Leben anvertraue.

Aber ganz gewiss an Selbstvertrauen, das ist nämlich wieder passend zu meiner Praktikumsniederlage, weil ich nicht erkenne, ob und was ich letztendlich kann. Die Noten in der Uni haben mich da eigentlich anfangs bestätigt, dass ich etwas kann, aber irgendwas läuft da trotzdem noch falsch. Das Argument hält mich momentan aber zumindest insoweit zusammen, dass ich hoffe, dass es irgendeine Möglichkeit gibt, meine theoretische Kompetenz (wie schlecht sie auch sein mag, Noten sind ja auch kein Maßstab) irgendwie aus mir raus zu holen und praktisch umzusetzen. Weil schlechter, als ich momentan in meiner praktischen Tätigkeit bin, kanns nicht werden.

Ich musste nach dem Mittwoch hier ziemlich oft von vielen Seiten gefangen werden und die Kernaussage bei den meisten war, dass ich mir mal darüber klar werden und darauf vertrauen soll, dass ich nicht so schlecht bin, wie ich es zu glauben scheine. In fast allen Lebensbereichen.

Soil=k^Pjeaxrl


Wunderbar, dass Du etlichen Menschen vertraust. @:)

Das mit dem Selbstvertrauen ist mir sehr vertraut. ;-) Ich hatte genau Null davon. Meine Kindheit und Jugend schien mir ein einziges Desaster. Dann hatte ich - viel, viel später - einen Schlüsselmoment, und ab da änderte es sich grundlegend. Hätte ich mir vorher schon keinen Spielraum gelassen, wäre das vielleicht nie geschehen. Deshalb finde ich es so wichtig und kann es nicht genug betonen: Nicht kaputt denken, was auch immer Du vorhast.

ävpfel(chexn


Ich war halt mal schon ziemlich selbstbewusst. Das ist jetzt nur weg oder untergetaucht ;-D .

Bei bestimmten Dingen kann ichs auch immer noch sein. Ich habe mal einen ewig langen Vortrag gehalten so einen Mini-Erste-Hilfe-Kurs und das kann ich halt und da war ich einerseits meinem Können und Wissen unheimlich sicher Hah, Landesmeister, wenn auch Jahre her und andererseits war mein Publikum so darauf sensibilisiert, dass das erstaunlicherweise richtig richtig gut ging.

Man muss mir von außen richtig viel Sicherheit geben, so richtig richtig viel, dass ich mich traue, das zu sein, was ich glaube zu sein.

Deshalb bin ich einerseits so ein extrem verschlossener Mensch, andererseits dann bei anderen total offen, manchmal zu offen.

Gerade bzgl. meines Innenlebens und Therapie: Wenn da jemand vor mir sitzt, zu dem ich richtig Vertrauen fassen konnte (was leider manchmal auch ganz schön lange dauern kann), kann ich verdammt offen sein und Dinge ansprechen, vor denen ich massive Angst habe.

Über Dinge zu schreiben, macht mir mittlerweile fast gar keine Probleme mehr. Über die selben Dinge dann zu reden, sogar mit Menschen, die vorher durch mein Schreiben schon einen gewissen Einblick hatten, dann aber trotzdem wieder ganz oft.

Von dem, was ich hier alles so geschrieben hatte, könnte ich Euch persönlich wahrscheinlich nur einen Mini-Bruchteil erzählen.

Ich hätte gern eine Schreibtherapie ]:D .

*

Was hattest du für einen Schlüsselmoment? Ein Ereignis oder eher gedanklich?

S=ilk0Pea7rl


Gedanklich. Nur gedanklich. Und das wars auch schon: Ich begriff in einem hellerleuchteten Moment, dass ich weder auf die "Erlaubnis" von außern zu warten brauche, noch irgend jemand je mehr für mich tun kann als ich selbst. Ich selbst habe mir ab dann erlaubt, mich zu mögen, mir zu vergeben, mir selbst Freund zu sein. Das war wirklich schon alles. Und es hat super funktioniert.

ävpafeqlchen


Das war wirklich schon alles.

Schon alles ist gut ;-) . Das ist eine gewaltige Erkenntnis. So im Unterbewusstsein ist das vielleicht fast jedem irgendwie klar, aber die Umsetzung ist schon eine gewaltige Leistung. :)*

Ich denke, dass das so eine Grunderkenntnis ist, die man einfach braucht, um überhaupt irgendwie ansatzweise seelisch stabil zu sein? Und aus der Instabilität heraus das zu erkennen und danach zu handeln, das ist halt echt nicht leicht. Irgendwo kommen ja die Gedanken, die dem widersprechen her, und dann muss man diese überwinden.

So aus der Theorie her wissen tue ich das, deshalb weiß ich ja auch, dass ich nicht gesund werden kann, solange ich nicht auch nur ansatzweise danach handel, weil mir das niemand abnehmen kann, aber es dann letztendlich tun, den Schritt habe ich bisher noch nicht geschafft.

Fandest du es schwer, diesen Gedanken praktisch umzusetzen?

Ich versuche das gerade ja in Ansätzen, in dem ich mir z.B. erlaube, dass ich in die Klinik gehe. Wobei nein, ich brauche immer noch die Erlaubnis von außen, dass ich das darf und schließlich hat das auch ganz lange gedauert und dauert immer noch an, aber letztendlich gehe ich ja trotzdem hin. Ein Teil von mir erlaubt es also irgendwie doch auch, wenn auch nur, dass ich mir erlaube, auf andere zu hören, die Gutes für mich wollen.

Öh, durcheinander klingt das %:| ;-D .

Ich sehe das trotzdem schon irgendwie als ersten Schritt.

SbilkPTearxl


Das setzte sich nach der Erkenntnis irgenwie von alleine um. Mein Leben veränderte sich, weil ich mich veränderte, und ich hatte mich verändert, weil ich meine Gedanken verändert hatte. Wirklich einfach. ]:D

Nein, ich verstehe Dich schon: Es erscheint Dir noch schwierig. Ich baue ja für Dich wirklich sehr auf die Klinik. Ja, Du tust damit etwas sehr Wichtiges für Dich!

ägpfelcxhen


Für mich wäre das so mein oberstes Therapieziel. Passt auf alle meine Problembereiche, würde wahrscheinlich fast alle meine Probleme irgendwie lösen ;-D .

Deshalb meinte ich das auch mit Grunderkenntnis. Auf diesem Fehldenken kann halt wirklich alles beruhen.

SXilkPtea(rl


Ja, bei mir war es so. :)z Wenn jetzt mal eine schwierige Situation kommt, laufe ich im Kopf nicht mehr Amok, sondern schaffe es in relativ kurzer Zeit, mich zu beruhigen und ein bisschen Abstand davon zu finden. Und je mehr solche Erfahrungen hinzu kommen, desto besser lässt sich ja auch darauf zurückgreifen. Es ist eine Spirale nach oben, statt nach unten. Gute Sache, das.

SlilkP*eaxrl


Es liegt wirklich alles in unserem eigenen Denken. Denken erzeugt die Gefühle, auch wenn wir meinen, die Gefühle sind zuerst da. Manchmal ist ein Gedanke so schnell und unbewusst, dass wir ihn gar nicht richtig wahrnehmen, wir spüren nur das Gefühl. Dieses Beobachten der Gedanken ist sehr wichtig, lässt sich lernen.

ä*pfel7ch-e7n


Ja, das stimmt.

Mit meinen Gedanken selbst habe ich an sich kaum Probleme. Die können so schrecklich sein, wie sie wollen, das kann ich wirklich händeln. Bloß eben die Gefühle, die dadurch erzeugt werden.

Früher hatte ich schließlich ähnliche Gedanken, bloß keine Emotionen, weil ich die massiv unterdrückt habe. Deshalb sehne ich mich ja manchmal danach zurück. Aber hauptsächlich sehe ich das schon als Fortschritt, dass ich jetzt irgendwas fühle und nicht mehr so kalt bin. Aber es ist halt anstrengender ;-) .

Ich bin mir sicher, dass man das lernen kann. In der Hinsicht bin ich auch gar nicht so hoffnungslos. Ich glaube schon, dass ich mich sehr stark verändern kann, aber ich weiß eben auch, dass das ein harter und wohl auch längerer Weg sein wird, was mir einerseits Angst macht, andererseits ich mit der Zeit immer (lebens)müder wurde.

Nur aus dem Grund habe ich momentan Suizidgedanken. Nicht aus der Verzweiflung, dass es niemals besser werden kann, sondern dass ich es niemals zu etwas Besserem machen kann, weil ich keine Kraft mehr habe. Weil der Gedanke, dass ich nicht mehr kämpfen will und kann, langsam die Überhand nimmt.

SEilkP<earxl


aber ich weiß eben auch, dass das ein harter und wohl auch längerer Weg sein wird, was mir einerseits **Angst macht, **andererseits ich mit der Zeit immer (lebens)müder wurde.

Nur aus dem Grund habe ich momentan Suizidgedanken. Nicht aus der Verzweiflung, dass es niemals besser werden kann, sondern dass ich es niemals zu etwas Besserem machen kann, weil ich keine Kraft mehr habe. Weil der Gedanke, dass ich nicht mehr kämpfen will und kann, langsam die Überhand nimmt.

Schau mal, wie oft allein hier Dein Denken der Auslöser für Unbehagen ist (habs mal fett gekennzeichnet, wo überall eigentlich nur Gedanken dahinterstehen). Du unterliegst sehr stark dem, was man auch "Glaubenssätze" nennt. Die haben wir natürlich alle; eng wirds nur, wenn sie stark negativ sind und sich auch noch in die Zukunft wenden - so wie es bei Dir ist, und das schlaucht tatsächlich unglaublich.

Kennst Du diesen Satz: "Verrückt macht uns nicht die Gegenwart, sondern immer nur unser Denken an die Vergangenheit und die Zukunft"?

ä%ptfe-lchexn


So sinngemäß kenne ich ihn, ja :)z .

Aber kann man nicht Denken, ohne, dass Gefühle erzeugt werden?

Ist im Prinzip eine rhetorische Frage, weil klar. Ich muss an meiner Denkweise ansetzen.

So im Kleinen funktioniert das ja auch, temporär. Auf lange Sicht eben noch nicht, was ganz klar daran liegt, dass in mir eigentlich ein riesiges Chaos herrscht. Dass ich das zeitweise abschalten kann, ist immerhin etwas.

Heute ist z.B. ein relativ guter Tag. Meine Qualligkeit Wassereinlagerungen fängt laangsam an sich wieder zu reduzieren, ich bin relativ aktiv und auch relativ motiviert, heute mal was von meiner To-Do-Liste zu streichen. Die Gedanken sind natürlich immer noch da, aber bewirken nicht viel in mir, weil ich sie nicht so ganz zulasse. Irgendwann werden sie natürlich wieder auf mich einklatschen, weil sie nicht bearbeitet sind, sondern nur verdrängt. Aber temporär kann ich sogar in Ansätzen sowas wie gute Laune haben ;-D .

Wobei ich glaube, dass einen die Gegenwart auch schon verrückt machen kann. Manchmal schaue ich gar nicht so sehr in die Zukunft oder die Vergangenheit, da ist es einfach das momentane Gefühl, was mich so aufwirbelt. Meistens das Körpergefühl. Oder aber die Verzweiflung. Da geht es nicht um "Ich konnte dies und das damals nicht" oder "Ich werde das niemals können", sondern um "Ich kann jetzt gerade nicht mehr".

Aber zum Großteil trifft der Satz schon zu, das ist wahr.

SqilkPexarl


Ja, sicher kann einen auch das gegenwärtige Denken belasten. Aber man geht dabei fast immer weiter und denkt dann noch voraus und dann steigert es sich zur Verzweiflung. Oder man geht eben im Kopf zurück und die Reue bringt einen fast um. Die Gegenwart ist, solange man sie nicht gedanklich dramatisiert, eigentlich immer zu ertragen; das ist der springende Punkt.

ä)pfelXchen


Hm ja, wahrscheinlich schon. Vielleicht sogar, ohne es zu bemerken ;-D .

Die Gegenwart ist, solange man sie nicht gedanklich dramatisiert, eigentlich immer zu ertragen

Hm. Aber kann man das wirklich so drastisch voneinander abgrenzen?

Hinweis

Dieser Faden ist geschlossen, Sie können deshalb nicht mehr antworten. Aber schauen Sie doch in die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder besuchen Sie eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH