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äpfelchen und die Klinik

D{é.eliéxe


Ich bin ja noch mittendrin, das alles umzukrempeln.

Aber ich kann doch schon mit gutem Gewissen sagen, dass sich etwas ändert. Da piekst noch immer eben sehr der Gedanke rein, dass das nicht sein darf, deshalb "kleine Fortschritte".

Zuhause ist es eine Mischung aus schwer und leicht. Meinen Tag- und Nachtrhythmus halte ich gerade, bin schon startklar für den Tag, am Antrieb mangelt es ein bisschen. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich so viel tun könnte und mich nicht entscheiden kann.

Ich glaube, ich werde einfach das weiterführen, was ich mit Danae vor der Klinik gemacht habe und mir abends überlegen, was ich am nächsten Tag zu tun habe. Wobei es auch eigentlich ganz klar ist:

- geregelt aufstehen (zwischen 8 und 8.30 Uhr, bin eigentlich eh schon vorher wach)

- vormittags was für die Uni machen (für den Forschungsbericht und für eine Klausur bzw. noch ein Exzerpt für ein Seminar)

- nachmittags was für die Therapie machen (Übungen soll ich täglich machen, Bilder malen, z.B. den "Inneren sicheren Ort")

- abends etwas, was mir Spaß macht (Klavier spielen, am PC sein, Serien schauen, Sport, usw.)

- geregelt ins Bett gehen (ich peile ja spätestens 0 Uhr an)

Ist doch ganz klar ;-D .

Vielleicht überlege ich mir nur abends schon genauer, was davon ich am nächsten Tage vor habe, damit dieses "Ohwei, womit fange ich an" vielleicht entfällt.

Schwer ist eigentlich wirklich das "mich ertragen". Ich hab ein mieses Körpergefühl und zwischendrin schießen mir immer wieder Gedanken rein, was ich dagegen tun könnte. Dass ich den Heißhunger mitsamt den Fressanfällen in den Griff kriegen will, das ist klar, aber manche Methoden zu denen ich da greifen möchte, sind indiskutabel. Das heißt es durchzuhalten.

Und zwischendrin phantasiere ich davon, wie schön es wäre, mich zu betäuben. Das muss ich auch durchhalten, nicht zu tun.

D~é.mliée


Hmpf, funktioniert alles mittelprächtig bis teilweise schlecht.

Heute war kein guter Tag. Ich fühle mich Zuhause nicht richtig, aber in der Klinik war ich auch nicht mehr am richtigen Ort.

Ich erschrecke mich vor mir selbst, weil ich mich ziemlich darauf freue, wieder in die Klinik zu gehen. Das macht mir Angst, weil wenn ich dann wieder dort bin, wer weiß, vielleicht will ich dann nächstes Mal gar nicht nach Hause, weil ich weiß, dass es hier auch nicht so richtig ist? Klar, dann bin ich wahrscheinlich weiter als jetzt, aber vielleicht auch nicht.

Das ist es, was weh tut. Sich irgendwo wohl und geborgen und gehalten fühlen und dann verliert man das, weil es eben nicht für immer sein soll.

Ja, morgen muss anders sein:

Ich will unbedingt meine Koffer auspacken. Also eigentlich will ich nicht, aber ich sollte.

Erst sollte ich also zum Arzt gehen und mir mein Rezept abholen, dann Koffer auspacken und dann will ich abends laufen gehen. Das tut mir eigentlich immer ganz gut, Gedanken sortieren. Aber seit heute Morgen habe ich ziemlich Halsschmerzen und Ohrenschmerzen und Schnupfen. Entweder hat meine Zimmermitpatientin mich tatsächlich noch an meinem letzten Tag angesteckt oder mein Körper zeigt mir gerade, dass es mir einfach nicht gut geht.

D'éz.lixée


Ich bin nicht so der Held gerade.

Ich rede mir ein, dass ich mich ja auskurieren muss, weil ich krank bin und deshalb nichts tue, aber örgh.

Wenigstens kann ich behaupten, dass ich nicht ganz alleine schuld an der Situation bin ;-D . Meine Mitbewohnerin und ich haben eine neue Serie angefangen und hängen die meiste Zeit zu zweit rum.

Und zweimal habe ich das Haus verlassen, einmal zum Arzt, einkaufen und in der Apotheke die Medikamente bestellen und danach noch diese dann abholen. Mein Plan, mich hier verdeckt zu halten, ging mächtig schief, weil ich gestern Abend prompt unabhängig voneinander zwei Kommilitonen in die Arme gelaufen bin und andere, die wussten, dass ich wieder komme weil die sich um meinen Vogel kümmern und ich sie zu mir holen will, während ich hier bin sich verplappert haben.

Argh, ich will aber immer noch niemanden sehen, die fragen alle, wie es war und ob ich was erreicht habe und ich bin ja momentan so wahnsinnig "körperfixiert" und fühle mich die ganze Zeit gemustert und dann noch unwohler als so schon. Argh.

So halbherzig produktiv war ich heute ja irgendwie schon, am richtigen Elan fehlt es noch.

Ich bin aber auch so dauermüde und mein Kopf ist so schwer durch die Erkältung.

Mein Problem ist nicht, dass ich nicht aufstehe, ganz im Gegenteil, ich stehe ähnlich auf wie in der Klinik, nur mache ich dann nach Kaffee/Kippe/Bad den Fehler, mich auf die Couch zu legen oder am PC zu versacken.

Ich glaube nicht, dass das nur an meiner Faulheit liegt. Das hat auch was symbolisches, den Koffer auszupacken. Ich bin halt immer noch nicht wirklich hier, die Koffer geben mir das Gefühl, noch immer "unterwegs" zu sein.

Und ich verbiete mir alles andere, wenn ich nicht erst ausgepackt habe. Wie z.B. Klavier spielen. Ich habe mir ganz viele Noten rausgesucht für die nächsten Stücke und habe ordentlich was zu tun, wenn ich ein paar davon lernen will in der Zeit ;-D . Der Flügel aus der Klinik fehlt mir, das war immer so schön da zu spielen.

d|anaex87


Du stellst dir also selbst ein Bein, wie herrlich. ;-D ;-D

Wieso fängst du nicht mal an mit auspacken? Ist ja genug Zeug da. Muss ja nicht alles auf einmal sein, aber du könntest schonmal die Socken rausholen. ;-)

D@é.l}iée


Wieso fängst du nicht mal an mit auspacken?

Naja, je nachdem, wie man auspacken definiert, habe ich schon angefangen. Vielleicht sogar mehr als angefangen ;-D .

Ein Großteil liegt nämlich schon im Zimmer verteilt rum |-o ]:D .

d|arnyaex87


Gut dann räumst du jetzt die Socken auch weg, oder du fängst besser mit der schmutzigen Wäsche an, die müffelt sonst so. ;-D ;-D

D&é.lxiée


Moah, ich bin so ein Matschgesicht. Dieses Erkältungsmatschgefühl %:| . Es fühlt sich aber weniger matschig an als gestern, also bin ich optimistisch, dass ich heute zumindest auspacken schaffe.

Also Auspacken (damit verbunden kann ich gleich die Packliste für den nächsten Aufenthalt schreiben, weil ich genau sehen kann, was ich davon überhaupt benutzt habe und was nicht), Wäsche waschen, bisschen die WG aufräumen (hier hat sich einfach nichts verändert und es sieht einfach Mist aus) und Klavier spielen (einmal alle alten Stücke durch und ein neues anfangen).

d=anaxe87


LAss die WG WG sein. Offenbar hat es ja auch ohne funktioniert und du bist nicht die PUtze da. Räum dein Zeug weg und gut.

DZé.lxiée


Ja schon, aber es sieht schrecklich scheiße aus, da fühle ich mich unwohl.

Aber ich mache das auch erst, wenn ich meinen Kram gemacht habe.

d[anQae8;7


Ich finde du hast dir einfach wieder viel zu viel vorgenommen. Danach ist man wahlweise platt und hat zwar alles, aber braucht drei Tage Regeneration oder man ist platt und hat nur einen Teil und ist frustriert oder man geht es gar nicht erst an weil der Berg zu groß ist und ist dann noch frustrierter.

Djéi.liéxe


Meine Mitbewohnerin durchkreuzte meine Pläne (mit mir gemeinsam). Aber das ist wohl okay, ich bin immerhin nicht in meinem Zimmer verschanzt. Und später geht sie auf einen Geburtstag, da komme ich doch noch zu was :-D .

Aber aufräumen hat die letzte Priorität, erstmal muss ich erreichen, dass ich mich in meinem Zimmer wohl fühle und was arbeiten kann.

D&é.lpixée


Es geht voran. Schleichend, aber vorwärts.

So beim Auspacken habe ich mich gefragt, wie ich es eigentlich immer schaffe, so viele Menschen zu verprellen. Ob es an meiner Sturheit liegt. Dass ich zwar einsehe, dass ich krank bin, aber einfach zu stur bin bzw. ja eigentlich eher war, um loszulassen und ich deshalb so vielen unheimlich auf die Nerven gegangen sein muss, dass ich irgendwann immer weiter darauf hinarbeite, in meinen Threads Monologe zu führen.

Gerade bin ich ein bisschen in Reue-Nostalgie-Melancholie-Laune.

Ich bin dankbar für die verbliebenen Mitschreiber hier @:) , aber ich frage mich, ob ich hier überhaupt noch weiter schreiben sollte, weil das Warten auf Antworten mir irgendwie das Gefühl gibt, gerade schrecklich einsam zu sein?

Ich weiß nicht, ob hier jemand einfach nur still mitliest, mit manchen schreibe ich PNs, aber hier ist es so still geworden.

Das ist okay, ich kanns verstehen, es macht mich nur ein bisschen traurig, weil ich so gerne ganz laut raus schreien würde, dass gerade alles irgendwie besser wird, ich aber schrecklich Angst habe und nicht fast alleine damit sein will.

Wie schaffe ich das immer?

fProesc&hc-hen97


Ich weiß nicht, ob hier jemand einfach nur still mitliest, mit manchen schreibe ich PNs, aber hier ist es so still geworden

Dann oute ich mich mal :)_ Ich hab ne Weile in deinem alten Faden quergelesen und hier von Anfang an mit weil es mir da ähnlich ging und bald wohl auch Klinik ansteht und ich wissen wollte, wie es anderen davor/dabei/danach geht etc

Ich fände es sehr schade wenn du aufhören würdest hier zu schreiben (außer natürlich es geht dir irgendwann langfristig so gut, dass du das nicht mehr brauchst :-D )

Das ist okay, ich kanns verstehen, es macht mich nur ein bisschen traurig, weil ich so gerne ganz laut raus schreien würde, dass gerade alles irgendwie besser wird, ich aber schrecklich Angst habe und nicht fast alleine damit sein will.

Ich finde es ist okay, wenn du Angst hast, obwohl/weil es etwas besser wird. Geht mir auch jedes Mal so Und ich kann auch verstehen, dass du das Gefühl hast, fast alleine mit deinen Gefühlen darüber zu sein. Du kannst nicht wirklich mit Freunden oder so drüber reden, oder

Ich drück dir die Daumen, dass es besser wird! Alles Gute :)*

mks!9x2


Ich lese immer mit und bin in Gedanken bei dir. Ich schreibe aber nur selten, weil ich immer Angst habe, etwas zu sagen,was es schlimmer macht. Ich habe nicht die Erfahrung auf diesem Gebiet, um kompetent etwas beitragen zu können. Wenn ich so lese, wie sich manche ausdrücken können und wirklich fundierte Hilfe anbieten, da kann ich nicht mithalten. Aber ich bin da.

Dké.\lixée


Danke für die Antworten! Es tut gut zu wissen, dass noch jemand mitliest, wirklich!

Ich schreibe hier sehr gern und es hilft mir, weil ja, in meinem Umfeld kann ich nicht gut über das reden, was in mir vorgeht. Jetzt noch weniger, also hier in meinem direkten Umfeld zumindest.

Froeschchen, ich wünsche Dir alles Gute für die Klinik und viel Kraft! :)*

Ich finde es ist okay, wenn du Angst hast, obwohl/weil es etwas besser wird.

Es ist einfach so ungewohnt. Es ist halt so vieles neu für mich und das ist beängstigend und schön zugleich. Aber manchmal verlässt mich dann der Mut, wenn es wieder schwerer wird und ich das Gefühl bekomme, es nicht mehr auszuhalten und dann tut es einfach unheimlich gut zu wissen, dass Menschen hinter einem stehen.

ms92,

Aber ich bin da.

Danke!

Ich schreibe aber nur selten, weil ich immer Angst habe, etwas zu sagen,was es schlimmer macht.

Was schlimmer macht? Hm, ich glaube, schlimmer machen geht gar nicht so wirklich. Nicht, weil es gerade furchtbar schlimm ist, sondern weil mich Worte zwar treffen, aber dadurch auch wachrütteln und zum Denken anregen können. Weißt du, wie ich meine? Man kann mich verletzen und anstoßen und auch mal schubsen, das tut zwar weh, aber letztendlich bringt es mich weiter. Das durfte ich in der Klinik lernen ;-) .

Wenn du was schreiben möchtest, kannst du das also gerne tun! @:)

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