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äpfelchen und die Klinik

Dyé.bliCée


Ja, da hast du Recht..

Heute war ein ganz blöder Tag, ich hoffe auf morgen. Aber so für mich selbst kann ich wohl sagen, dass ich was draus gelernt habe. Nämlich dass ich das so nicht will. Und, dass ansteht, herauszufinden, was ich will.

Wie das aussehen soll: mein Essverhalten in der Zukunft, mein Heißhunger und die Gefühle dahinter, meine ständigen Verlustsängste und mein ganzes Bindungsverhalten. Das alles hat mir heute den Tag so erschwert, dass ich einfach nur müde und kaputt bin.

dYan<ae87


Versuch es doch als Safari zu begreifen. Nicht als gefährliche Last die halt muss, sondern als ganz großes Abenteuer. Die meisten Menschen machen das so mehr oder weniger im Autopilot als Kinder. Das hat Vorteile, aber eben auch den Nachteil das man viel von den Eltern übernimmt und es nicht bewusst erlebt, sich nicht bewusst für oder gegen bestimmte Erfahrungen entscheidet sondern viel einfach davon abhängt welche Erfahrungen die Eltern für sinnvoll halten. Du hast die Chance das selbst zu bestimmen und dir so eine ganz weite Bandbreite zu ermöglichen. :-) :-)

Du könntest ausprobieren ob dein Karusell mit Atemtechnik besser wird oder im Kopfstand bessere Ideen kommen oder mit Unterhose auf dem Kopf das Bild im Spiegel nicht mehr so übel ist oder oder oder. Du kannst wild und frei sein. ;-D ;-D

D+é.0liée


Ich hatte einfach die Illusion, dass es leichter ist.

Ich hab mir so gewünscht, dass der Heißhunger komplett verschwindet und ich wie auf Knopfdruck funktioniere und nicht so vor mich hin dümpel, weil eigentlich habe ich schon ein bisschen Zeitdruck.

Mir war klar, dass das aus der Klinik hauptsächlich eine Flucht war, aber ich hatte sie so schön und optimistisch ausgeschmückt.

Aber gut, 6 Wochen sind jetzt auch echt nicht lange, die vergehen ganz schön schnell, wenn ich mal den Schritt in einen Alltag schaffe und nicht mehr nur vor mich hin deprimiere.

Vielleicht ist es aber auch ganz gut, dass hier nicht alles glatt läuft. Ich weiß dann wenigstens, dass es noch irgendwo hängt, vielleicht ergründe ich ja auch, woran.

Du hast die Chance das selbst zu bestimmen und dir so eine ganz weite Bandbreite zu ermöglichen. :-) :-)

Du könntest ausprobieren ob dein Karusell mit Atemtechnik besser wird oder im Kopfstand bessere Ideen kommen oder mit Unterhose auf dem Kopf das Bild im Spiegel nicht mehr so übel ist oder oder oder. Du kannst wild und frei sein. ;-D ;-D

Das klingt so toll, aber irgendwas fehlt mir, um aufzustehen und zu handeln?

Ich fühle mich einfach genau so gefangen und gehemmt, wie die Wochen davor auch schon. Ich dachte, es läge an der Klinik, dass ich da mal raus muss, aber es liegt halt ganz einfach an mir, weil ich mich selbst einsperre.

Bloß wie und warum.

Hah, ich sollte mir angewöhnen, hier Tagebuch zu schreiben und genau solche Gedanken auf, weil dann kann ich das mit in die Klinik nehmen und ziemlich genau sagen, was mir so schwer gefallen ist.

d2ana[e8x7


Kennst du die amerikanischen Gefängnisse für kriminelle Kinder die als schwererziehbar gelten? Die haben ein Zimmer und davor haben sie ein Quadrat auf dem Boden geklebt. Die dürfen diese Quadrate nicht verlassen. Wer das tut wird sehr schwer bestraft. Wer gegen Regeln verstößt muss in dem Quadrat strafe sitzen, wird oft vom Personal beleidigt und provoziert, aber wer sich wert, das Quadrat zu Selbstverteidigungszwecken verlässt, der wird bestraft.

Diese Kinder nehmen das Quadrat mit raus aus dem Gefängnis. Die werden das nicht wieder los. Jedenfalls nicht ohne große Anstrengungen. Denn das Gefängnis, dies Quadrat, wird der einzige Ort an dem sie einigermaßen sicher sind, auch wenn das eigentlich eine kleine Hölle ist die ihnen alles nimmt.

So kommst du mir vor. Deine Linien sind fest. Sie halten dich in der Hölle, aber wenn du die Hölle verlässt, dann kommt Strafe dazu. Aber dein Wärter ist lange weg. Wenn du über die Grenze trittst wird nichts schlimmes passieren. Niemand wird dich strafen. Aber es ist wirklich eine körperliche Linie die du zu übertreten hast. Und die Angst verschwindet erst hinter der Linie und nur langsam. Mut, Schnucki, es fehlt dir gerade schlicht an Mut.

Dué.l&iée


Mut, Schnucki, es fehlt dir gerade schlicht an Mut.

Ja, Mut das auszuhalten, darauf zu vertrauen, dass es vorbei geht..

Ich mache mir selbst die Regeln, in dem ich mir sage, dass ich noch nicht loslassen darf. Die Betonung liegt hier tatsächlich auf dem noch. Mein Verstand sagt mir, dass dieses noch immer mitschwingen wird.

Wahrscheinlich wird es mir tatsächlich nie schlecht genug gehen. Nicht dann, wenn ich kopfüber über der Toilettenschüssel hänge, noch dann, wenn ich so lange nichts gegessen habe, dass ich einfach umgefallen bin.

Tief in mir weiß ich das. Und das ist es, was so wehtut.

Und dass mir niemand die Garantie geben kann, dass es besser wird.

Ich wünsche mir den Moment, in dem ich mir selbst ganz laut sagen kann, dass es jetzt reicht.

Wenn du über die Grenze trittst wird nichts schlimmes passieren. Niemand wird dich strafen. Aber es ist wirklich eine körperliche Linie die du zu übertreten hast. Und die Angst verschwindet erst hinter der Linie und nur langsam.

Ich sage mir aber, dass was schlimmes passiert. Ich passiere dann. Übertrete ich mein Schweigen, meinen Heißhunger, meine Gewichtsgrenzen, usw., dann bin ich noch mehr da, noch spürbarer für mich und das macht mir Angst.

Ich werde mich bestrafen wollen, ich weiß es. Es hat so lange gedauert bis ich in der Klinik reden durfte. Bis danach nicht mehr der massive Drang da war, mich dafür zu bestrafen. Ich hätte es aushalten müssen, da war es einfacher, jetzt eine Pause zu machen und zu gehen. Aber genau an dem Punkt werde ich dann in 6 Wochen wieder stehen. Nur hoffe ich, dass ich bis dahin innerlich weiter bin, sei es mit den Übungen, noch mit meiner Einstellung, dass ich das aushalten kann und will.

Ich weiß einfach noch nicht so genau, wie ich konkret gegen mich ankomme, zumindest den einen Teil von mir.

d(anaex87


Und da sind wir wieder bei der wundervollen Safari. Probier es aus! Mach halt einfach mal einen Kopfstand. Ehrlich, manchmal hilft so ein Mist enorm weiter. Ich hab eine Weile Gesichtsgymnastik vor dem Spiegel gemacht. Dabei seh ich so dämlich aus, ich kann einfach nicht anders als zu lachen. Sing in eine Haarbürste oder mal deine Fingernägel an. Egal. Teste was es erträglicher macht.

Dyé.xliée


Ich werds versuchen ;-D .

Ist es eigentlich normal, dass man in die Phase kommt, dass es zwar nicht gut, aber auch nicht mehr so schlecht ist und man sich denkt: Hachja, so kanns halt auch irgendwie bleiben, den Rest schaffe ich allein.?

Ich diskutiere gerade mit meinem Inneren immer mal wieder zwischendrin, dass ich nur eine Pause mache, noch nicht am Ende bin und mich da im Juni wieder hinbewege. Egal, wie gut es mir manchmal geht (ist aber auch ein Trug, meistens spielt da auch ein bisschen Destruktion mit rein und deshalb gehts mir gut, ich durchschaue das), das ist, glaube ich, noch (ziemlich) davon entfernt, dass ich meinen Alltag auf Dauer stemmen könnte. Ich scheiter ja jetzt schon auf eine gewisse Art und Weise manchmal daran. Bloß erhärtet sich dann durch dieses "Mir gehts gar nicht so schlecht momentan" die Schwierigkeit, dass ich mir erlaube zu gehen.

Hier gehts aber gerade gar nicht mehr wirklich um erlauben. Das ist das positive daran, dass von Anfang an vereinbart war, dass ich wieder komme. Bloß im Kopf, da findet es halt statt.

Ich hasse es wirklich, in dieser zwischenmenschlichen Dauerschleife festzuhängen. Erst vermisse ich unendlich, dann vergesse ich, bin evtl. enttäuscht und dann gehts von vorne los. Manchmal ziehts mich dann, den Kontakt im Moment der Enttäuschung einfach abbrechen zu lassen. Funktioniert aber nicht gut, auch innerlich nicht, weil das Vermissen dann wieder kommt.

Da stecke ich gerade drin, glaube ich. In irgendeiner (unberechtigten) Enttäuschung, die auslöst, dass ich keinen Fuß mehr dahin setzen will.

Und gleichzeitig jammer ich rum, weil ich mich selbst immer noch so nerve ;-D .

d`ahnaex87


Ich hasse es wirklich, in dieser zwischenmenschlichen Dauerschleife festzuhängen.

Tust du nicht. Wenn du es hassen würdest würdest du gerade einen Kopfstnd machen oder Atemtechnik oder oder oder statt schon wieder dadrinne deine Kreise zu ziehen. Ich würde sagen das ist dein Knast, deine Linie. Nur nicht aus den Gedanken raus in die Action. Solange man nur seine Kreise in dem Quadrat zieht aber nichts tut ist alles gut. Wenn man was tut folgt Strafe. Sagen wir, wenn man beginnt sein Zimmer aufzuräumen. :=o :=o

D$é.lixée


Sagen wir, wenn man beginnt sein Zimmer aufzuräumen. :=o :=o

:-p

Nein, ich hasse es wirklich, aber beschäftige mich gerade einfach nicht wirklich damit. Außer, dass ichs hier aufgeschrieben habe, aber ich kreisel nicht darum. Ich glaube aber mittlerweile, dass darin wirklich irgendwas wichtiges liegt?

Kanns grad eh nicht ändern, dass ich so denke und empfinde. Deshalb versuche ich mich gerade am Schreibtisch sortieren. Ich komme leider nur ausgesprochen schleppend voran ;-D . Aber immerhin ist genug Platz, dass ich da gleich arbeiten kann.

Gleich gibts also Essen, dann wird gearbeitet und später der Rest aufgeräumt. Übrigens ist es hier fast schon gar nicht mehr wirklich chaotisch. Man sieht ein bisschen, dass ich durch den Wind bin, aber so wirklich unordentlich ists nicht.

doanaex87


Ich glaube aber mittlerweile, dass darin wirklich irgendwas wichtiges liegt?

Nö, ich glaube es ist völlig wurscht, irgendwas findest du immer um dein hirn zu beschäftigen und dich damit zu lähmen. Der Inhalt ist im Grunde latten.

D=é.)lixe


Nein, ich meine nicht in meinem Denken. Da ist mir vollkommen klar, dass ich mich einfach nur gern verliere und in Gedanken flüchte.

Ich mein die Verlustsängste an sich. Dass die wichtig sind und ich da mal irgendwie dran kommen muss.

d[anaxe87


Ich weiß nicht. Erstmal müsstest du ja was wirklich haben können um es verlieren zu können. :=o :=o

D]én.lixée


Das war jetzt fies. :-p

Ich werde niemals was wirklich haben, wenn ich es nie zulassen kann.

Und in meiner verdrehten Welt habe ich ja ständig irgendwas und irgendwen, was ich nicht loslassen will.

Sei es noch so bescheuert, dass ich an Menschen, Therapeuten oder Verhaltensweisen klammere und mich darin verliere vor lauter Panik. Tja, vielleicht hab ich sie nicht wirklich, aber anfühlen tut sichs so.

Und mit jedem Mal "Auf die Fresse fallen" damit sage ich mir immer wieder, dass ich das nie nie nie wieder tue und am Ende sitz ich wieder jammernd da, weil ich natürlich keinen Knopf für "Ich finde meinen Halt woanders" habe, sondern mit Karacho in meine Schleife rutsche.

d"an~ae8x7


Sei es noch so bescheuert, dass ich an Menschen, Therapeuten oder Verhaltensweisen klammere und mich darin verliere vor lauter Panik. Tja, vielleicht hab ich sie nicht wirklich, aber anfühlen tut sichs so.

Ich weiß das es gemein war, aber genau das ist doch ein Punkt. Du suchst dir ja nicht irgendwen aus wo es wirklich langfristig werden könnte, sondern suchst dir ziemlich punktgenau die Leute aus bei denen es klar ist das die Distanz in irgendeiner Art groß ist und die Nähe temporär oder so. Schon die Auswahl der Personen sorgt dafür das du in der Schleife landest. Womit wir dann wieder bei Strafe bei Verlassen des Gedanken-Knasts wären.

Dfé.l;xe


Nja, so ein Mist. %:|

Und nein, ich fange jetzt gar nicht an, zu hinterfragen, wieso ich das tue. Führt ja eh zu nichts ;-D .

Ich sammel nur Gedanken und Punkte, die ich mit zurück in die Klinik nehme und am besten schreibe ich mir die alle auf einen großen Zettel, immer griffbereit, damit ich ja nicht auf die Idee komme, mir einzureden, dass ich mich nicht wieder dorthin zurück begeben muss.

Es bahnt sich was an, ich kanns hören und es geht mir gewaltig auf den Keks. Ich wills im Keim ersticken, bevor es ganz laut schreit, aber ich weiß nicht, wie.

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