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äpfelchen und die Klinik

dranae/87


Das WEIß ich, aber das zu fühlen, fällt mir noch sehr schwer.

Und das fühlen, das ist das was in so einer Safari möglich ist wenn du es schaffst mal im Moment, im hier und jetzt zu bleiben. Also im Sinne von: Ich mache das und das, es fühlt sich xy an. Wenn ich dies hier mache fühle ich mich so und so. Einfach ohne Wertung feststellen und sich selbst erleben.

D~éV.liée


Ja, mir war nie klar, dass es mir anscheinend richtig schwer fällt, im Hier und Jetzt zu sein?

Ich finde es unheimlich schwer, mich nicht zu bewerten? Einfach was hinzunehmen.

Aber an so Tagen wie heute wird mir deutlich, dass ich tatsächlich noch ziemlich am Anfang stehe. Das ist was Positives, besser als das "Jippie-Niemand-Kann-Mir-Was-High", weil das ein Trug wäre.

dlanaoex87


Du bist so gut wie nie hier und jetzt sondern in der Klinik in der Uni, in der Uni in der Klinik und immer weit weg. Nur nie bei dir. Versuch das mal.

D1é.klzieée


Manchmal hätte ich tatsächlich gerne Knöpfe für mich.

So Bleib im Hier und Jetzt-Knopf, Hör-Auf-Nachzudenken-Knopf, Aushalten-Knopf und auf jeden Fall jeweils einen Schlaf-, Lach- und Wein-Knopf ;-D .

Heute ist besser. Ich hab gestern Abend noch ziemlich lange Klavier gespielt und heute morgen nach dem Aufstehen auch erst einmal eine kleine Runde. Entweder suche ich mir im Vergleich leichtere Stücke aus als früher oder ich werde besser, weil ich viel schneller neue Stücke drin habe. Ich konnte noch nie wirklich vom Blatt spielen und jetzt gleich bei 2 Stücken schon fast.

Das gefällt mir natürlich richtig gut, weil ich so ganz schnell neue Stücke spielen kann und mein Repertoire sich dann immer weiter vergrößert und ich dann in der Klinik wieder am Flügel spielen kann, ohja. Das fehlt mir doch ziemlich. Alleine in dem großen Raum sein und einfach nur spielen spielen spielen, bis ich gar nicht mehr mitbekomme, was um mich herum passiert und wie die Zeit verfliegt.

*

Der Heißhunger wird immer besser. Eigentlich ist er nur abends da und ich kanns zumindest so weit kontrollieren, dass ich mit meinem Gewicht vielleicht irgendwie noch auf einen gemeinsamen Nenner komme. Nicht zu viel, nicht zu wenig.

Dadurch ist die Bulimie aber wieder weg, ich habe auch gar nicht mehr das Verlangen und ich hoffe, es bleibt dabei.

Ich versuche mir Süßigkeiten in Maßen zu erlauben, eigentlich versuche ich, das zu essen, worauf ich Lust habe. Und wenns einen Tag lang nur Süßigkeiten sind, dann ist das so ;-D .

Ja, da suche ich gerade die Balance: Essen und Trinken. Dass ich nicht in Extremen festhänge.

*

Nachdem ich gestern bis abends so äußerst unproduktiv war, hänge ich heute ein bisschen hinterher. Aber das tat gut, gestern auf der Couch zu liegen und mich berieseln zu lassen.

Heute gehts dann an weitere Kapitel und mal weiter aufräumen :)z .

D/é.lxiée


Zu früh gefreut. Hachja...

l`uomaxren


Zu hohe Erwartungen? Muss alles gleich ab sofort besser sein?

Ich finde das momentane Herumgeeiere gar nicht mal so schlimm, weil es anders als vor dem Klinikaufenthalt ist. Ab und zu geht es mal wieder in eine unerwünschte Richtung, aber solange die unerwünschten Phasen von Woche zu Woche weniger werden, wäre das aus meiner Sicht akzeptabel.

Dcé.lixée


Nicht alles, aber das so sehr, was mich so stark belastet und woraus so vieles resultiert: die Bulimie.

Es wird weniger, aber manchmal gehts noch mit mir durch.

Dass es weniger wird, das ist schon mal gut, ja! Ich will es weg haben.

Ich glaube, ich will irgendwas stichhaltiges, damit ich erkenne, dass es besser wird? Dass ich nicht ganz so nah noch am selben Punkt stehe wie vor der Klinik?

Das tue ich nämlich nicht, ich habe was erreicht und versuche es mir immer vor Augen zu halten, aber ich fühle mich, als wäre es noch nicht genug. Es fühlt sich an, als hätte ich "nur" erreicht, dass ich mehr spüre. Und auf der einen Seite bin ich glücklich darüber, auf der anderen Seite tut es jetzt halt manches, was mir vorher egal war, so schrecklich weh.

Und da ich mit diesem Schmerz noch nicht so viel anfangen kann, schreit alles in mir danach, herauszufinden, woher er denn kommt. So langsam erahne ich Gründe, bzw. eigentlich weiß ich ein paar, will es nur nicht so sehen, weil das mit sich bringt, dass ich noch tiefer dahin muss, wo es so wehtut. Dass ich aussprechen muss, was es ist, weil ich alleine damit nicht weiterkomme und mich genau in dem Schmerz im Kreis drehe.

Aber da ich das weiß, ist das für mich mehr oder weniger abgeschlossen.

Ich versuche das von Danae umzusetzen und zu spüren, wie es aushaltbarer ist und ich finde so langsam immer mehr Wege. Und ich glaube, mehr kann ich auch alleine nicht machen?

Ich bin gespannt auf das Wochenende. Ich fahre meine Familie besuchen und auf der einen Seite freue ich mich sehr, auf der anderen macht es mir auch ein bisschen Angst.

duanaxe87


Nö, mehr geht gerade nicht. Und ehrlich, das ist schon eine Menge mehr als vor der Klinik. Klar, dein Hirn ist seit Jahren auf Zahlen und so konditioniert um Erfolg zu messen und es dauert bis das langsam verfliegt, aber es wird.

Es ist wie ich sagte: Du wirst erst am Ende merken wieviel sich geändert hat, nach einer langen Phase in der man glaubt es sei alles nur schlimmer als vorher. ;-D ;-D

f roeVschcShlexn97


Ich melde mich auch nochmal zu Wort :=o

Ich finde, du machst das super. Und nach dem, was ich gehört hab, ist es vollkommen normal, dass du nach der Klinikzeit erstmal das Gefühl hast rumzuirren und dich überfordert fühlst ich halt mich n bisschen zurück, persönliche Erfahrung zur Zeit danach fehlt ja noch, aber kommt ja noch

Und zur Bulimie: Ich verstehe voll und ganz, dass das für dich so quasi eine komplett "neue Erfahrung" ist (korrigier mich, wenn es anders ist). Und ich kann auch verstehen, dass es dir Angst macht und beunruhigend ist. Aber es geht nicht von heute auf morgen weg. Das Wichtigste ist, dass du am Ball bleibst und ausreichend weiter isst (zumindest da hab ich die Erfahrung, dass es sonst noch mehr in die Hose geht).

Ich weiß nicht, in wie weit du Erfahrung mit radikaler Akzeptanz hast? Manchmal ist es ganz hilfreich, die Situation zu anzunehmen wie sie ist und zu akzeptieren, dass man im Moment nichts daran ändern kann und dann aushalten muss, so wie danae gesagt hat. Zumindest hilft mir das gelegentlich. An den meisten Tagen ist alles, was ich leiste, irgendwann aufstehen, Zähne putzen, essen und Zeit totschlagen. An besseren Tagen geh ich "sogar" mal 10 Minuten spazieren oder lese ein paar Seiten. Und es wird nicht besser, wenn ich mich deswegen fertigmach. Ich versuch, die Situation im Rahmen meiner Möglichkeiten zu verbessern und es ansonsten zu akzeptieren. Hast du das schonmal versucht? Sorry, ich bin mir hier im Faden nicht so sicher dass ich die Frage selbst beantworten könnte :-X

Dqé.'liée


Ich kenne ja das "Nach-Der-Klinik-Gefühl" mittlerweile ganz gut, aber es fühlt sich teilweise eben nicht wirklich wie nach der Klinik an.

Das ist halt dieses Zwischending, weil ich ja höchstwahrscheinlich wieder zurück gehe.

Und ich bin ja zuhause, um zu lernen und das sollte ich dann ja auch schon schaffen. Immerhin geht das schon irgendwie vorwärts, wenn auch schleppend, weil meine konzentration ziemlich Banane ist.

Radikale Akzeptanz, hm. Mir geht's ja nur bedingt schlecht, wenn ich Zeit totschlage. Auf der einen Seite schaue ich ja Serien oder lese oder male oder sowas, was mir Spaß macht, aber auf der anderen Seite steht dann das schlechte Gewissen, weil die Klausur echt übel sein wird und ich Angst habe, nicht genug dafür zu machen und dann nicht gut genug abschneide oder sogar durchfalle.

d&anae487


Vorallem aber ist Zeit totschlagen nur Ablenkung und du hast dich nun wirklich ausreichend abgelenkt um dich mal dir selbst zu zuwenden. ;-D ;-D

f<rofeschNchen9x7


Oh, ich meinte jetzt auch gar nicht, dass du Zeit tot schlagen sollst. Wenn du Beschäftigungen hast, denen du nachgehen kannst, gut. Ich meinte das nur bezogen darauf, dass du schriebst, dir immer so viel vorzunehmen und das manchmal nicht zu schaffen und ich eigentlich nur sagen wollte, dass es Leute gibt, die sehr viel weniger machen. :)*

DLé:.li~ée


Richtig :).

Ich übe jetzt vorm Einschlafen immer mit den Hörbüchern die Traumastabilisierungsübungen und wenn ich mal anfange, das "Gesehene" zu malen, werde ich wahrscheinlich auch sicherer.

Das sicher zu können wäre ein gewaltiger Fortschritt, ist gut machbar täglich als Routine und nicht zu anstrengend, weil ich mich ja nur leiten lassen muss und "fallenlassen" und ich würde damit echte Vorarbeit für die Traumatherapie leisten und wirklich was tun.

Gestern Abend wurde mein Ort schon klarer und sicherer aufzurufen. Ich finde ihn langsam.

dxaNnae8x7


Sehr gut. :)^

Dmé.liéxe


Wochenende war schön, aber zwischendrin fand ich mich auch echt anstrengend.

Ich hab viel Zeit allein mit meiner Nichte verbracht und ohgott, wie sehr ich die Kleine liebe. SO sehr, dass ich sie so gerne großwerden sehen will und die Gedanken, doch aufzugeben, die manchmal eben noch da sind, wurden mal zum Verstummen gebracht, zumindest mal für ein paar Augenblicke war nicht alles so schwer.

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