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äpfelchen und die Klinik

Dré.lmiée


Ja, du hast Recht...

Mir raubt dieses Durchleben nur so viel Kraft, dass ich nichts anderes mehr kann.

Ich hab gestern mit einer geredet und die meinte, ich soll versuchen mit der Uni zu reden, ob es da irgendeine Ausnahme gibt, dass ich die Klausur wann anders schreiben kann, das hätte sie in einem Extremfall auch mal gekonnt. Dann müsste ich kein Jahr warten, falls ich es nicht schaffe...

Ich muss immer mehr einsehen, dass ich echt nicht wirklich lebensfähig bin. Ich rase von einem Desaster ins nächste und stolper vor mich hin. Ich fühle mich so ähnlich, wie 2012 nach der Klinik. Und ich rutsche auch ganz langsam genau wieder da hin, wenn ich mich nicht zusammenreiße. Ich bin echt noch nicht lange Zuhause, aber hab mich schon viel zu heftig betrunken, gestern bin ich wie eine Irre rumgelaufen und wollte mir betrunken Drogen kaufen. Das ist scheiße, richtig scheiße. Ich bin so erleichtert und froh, dass ich nichts gefunden habe, wirklich. Ich wills nämlich eigentlich nicht und ich will mich nicht ständig bis zum Filmriss betrinken, ich sollte gar nichts trinken und aufhören, das zu betäuben

Ich frage mich immer öfter, ob es ein Fehler war zu gehen, ich bin überhaupt nicht stabil und vollkommen überfordert.

d~aonae?87


Mir raubt dieses Durchleben nur so viel Kraft, dass ich nichts anderes mehr kann.

Natürlich nicht. Das ist ja auch das Konzentrat vieler Jahre und du durchlebst es nicht "nur" sondern du lernst paralell in kürzester Zeit das was Kinder sonst in Jahren erlernen, nämlich wie man mit den Gefühlen umgeht.

Es war nicht falsch rauszugehen, denn du hast ja jetzt angefangen es zu durchleben und dich damit aus der Stase bewegt die dich in der Klinik fest im Griff hatte, aber vielleicht wäre schon der richtige Moment um zurückzugehen. Damit du nun da durchleben kannst und dabei in einem sicheren Raum bist.

DOé.Pliée


Aber die Uni, die Klausur... ich will irgendwie alles schaffen, aber ich schaffe irgendwie gar nichts.

dBanae8x7


Was bringt es nun mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen und dir einen Schädelbasisbruch zuzuziehen? Deine Leistung wäre eh für den Eimer so wie du gerade trudelst und du müsstest ein Jahr warten. Frag ob es eine Härtefallregelung für dich geben kann und stecks auf.

Du hast gerade die emotionale Arbeit von Jahren nachzuholen, das lastet jeden aus.

DEé.Eli[éxe


So wie ich gerade trudel, auf jeden Fall. Ich hoffe halt immer noch, dass ich mich fange. Dass mich vielleicht die letzte Woche wachgerüttelt hat, dass es so nicht weitergeht und ich abstürze.

Ich hab das Gefühl, ich laufe immer nur weg, mit irgendeinem Vorwand.. in der Klinik musste ich unbedingt nach Hause lernen, bin weggelaufen, weil ich Angst habe. Ich hab mich selbst aber wieder mitgenommen und die Angst. Aber ich machs trotzdem jedes Mal wieder. Weglaufen.

d3anaxe87


Na, du hast aber erste Ansätze des Durchlebens ja schon gemacht. Du musst dich nur damit abfinden das es einfach echte Arbeit ist die Kraft und Zeit braucht.

DNé1.li.ée


Ja, harte Arbeit.

Aber jetzt kann ich mich gar nicht mehr entscheiden. Es fühlt sich an, als könnte ich nicht mehr umdrehen und aufhören.

l~uoma_ren


@ Dé.liée:

Ich versuche das mal in Worte zu fassen: Ich hatte das Gefühl, dass du vor deinem Klinikaufenthalt nur am Weglaufen mit mindestens einem Kilometer Abstand vor "irgendetwas" warst. Jetzt ist das Weglaufen als gelernter Reflex noch da, aber du kannst auch mal dich ganz dicht neben dem "irgendetwas" befinden, ohne gleich wegzurennen. Das halte ich für einen Fortschritt.

Wenn du immer wieder mal anfängst, wegzulaufen, dann liegt das darin, dass du dies jahrelang getan hast und aus Gewohnheit nicht immer die Kurve kriegst, es nicht zu tun. Scheitern bei der Umsetzung ist Teil des Prozesses, solange es im Zeitablauf immer seltener geschieht.

Ich hatte immer schon die These, dass dieses "irgendetwas" nichts schönes ist. Das scheinst du momentan bewusster mitzubekommen. Deswegen gibt es auch eine Flut neuer Emotionen, mit denen du nichts anfangen kannst. Es kostet viel Kraft, das einzuordnen. Da bleibt nichts mehr für eine Uni übrig.

Vor der Klinik hast du auch alles Mögliche an Grenzen ignoriert. Mittlerweile merkst du sie. Deswegen fühlt sich alles so schwer an. Ich weiß, dass es sich blöd anfühlt, wenn Wonderwoman oder Superman in einem gerade stirbt. Das ist aber auch ein Zeichen für einen Fortschritt. @:) :)_

DDé.lixée


Da könntest du wirklich Recht haben...

Ich weiß ja auch schon lange, dass dieses Irgendwas nicht schön ist, ganz und gar nicht schön. Es besteht aus Dingen, die mir sehr wohl bewusst sind so wie auch aus Dingen, die ich nicht weiß, aber es ist riesig.

Ich weiß tief in mir, dass ich Fortschritte gemacht habe, aber ich handel auch gleichzeitig noch immer so ähnlich wie früher.

Ich zwinge mich ganz oft, es nicht zu tun und vernünftig zu sein, aber manchmal setzt einfach alles aus?

*

Seit gestern geht es wohl langsam bergauf. Ich habe mich gezwungen, nicht den ganzen Tag in meinem Zimmer zu verbringen. Es fällt mir sehr schwer unter Menschen. Da ist einfach diese tiefe Einsamkeit, die auch da ist, wenn ich umgeben bin von ganz vielen netten und tollen Menschen. Ich kann einfach niemanden an mich so wirklich emotional heranlassen.

Aber alleine in meinem Zimmer bin ich auch schrecklich einsam. Ich flüchte mich in irgendwelche Geschichten in irgendwelchen Serien, bin voll dabei und fühle mit den anderen, aber nur, weil ich dann nicht mich fühlen muss.

Ich fange manchmal immer noch kurz und heftig an zu weinen, aber es wird weniger. Leider aber nur diese Gefühlsausbrüche, der Schmerz ist trotzdem noch da. Und der zieht so latente Suizidgedanken mit sich. Ich habe keinen konkreten Grund, warum ich ausgerechnet jetzt sterben sollte, aber manchmal lähmt mich der Schmerz eben so sehr, dass ich mich nicht einmal mehr so fühle, als ob ich überhaupt existieren, geschweige denn leben würde.

Heute habe ich das erste Mal die Rollläden hochgemacht und es ist okay. Etwas hell ;-D , aber okay.

Ich räume auf, irgendwie die ganze Wohnung, irgendwie auch ein bisschen unseren riesigen Balkon. Das Chaos wird auf jeden Fall weniger und vielleicht schaffe ich es morgen wirklich mal, zu lernen. Oder zu malen. Ich würde so gern mal wieder malen oder Klavier spielen, aber ich habe einfach noch immer so wenig Antrieb.

Nächste Woche will ich meinen Vogel besuchen gehen und die lieben Menschen, die auf ihn aufgepasst haben. Mal sehen, was die nächste Woche bringt, vielleicht hole ich sie dann auch zu mir, wenn ich es schaffe, morgens aufzustehen und mich auch um ihn zu kümmern.

Dbé.$liéxe


Hah, ich hab die Wäsche gemacht, Freunde angerufen und gesagt, dass ich sie am Mittwoch besuchen komme und aufgeräumt.

Eigentlich wollte ich noch laufen gehen, aber dann war der Antrieb irgendwie weg. Ist echt blöd, dass ich spät abends am Liebsten laufe, wenn es dunkel ist. Als ich motiviert war, war es einfach noch zu hell %:| .

Vielleicht klappt es morgen ja tatsächlich wieder mit dem Lernen :)z .

Irgendwie bin ich ziemlich euphorisch, dass doch irgendwie alles gut wird, dass ich das doch alles kann. So huuuui!

Ja, vielleicht wird das doch irgendwie alles...

dnanaxe87


Nutzt dein euphoro-Hoch um mal eine Struktur anzufangen. Du stürzt innerhalb der nächsten Woche wieder runter, wenn das überhaupt solange dauert, also nimm den Antrieb der da ist um dir und deinem Tag endlich einen Rahmen zu geben.

DJé.l&iée


Das Hoch war nur einen Abend lang da. Ich bin zwar nicht mehr so im Tief, aber irgendwo dazwischen...

Ich weiß auch nicht, was mich gerade so festhält?

dTanaex87


Du dich. Hör auch woanders zu suchen und immer auf fremde Geister zu starren. Du hälst dich fest.

D@é.xliée


Ja, du hast recht.

Ich zwing mich heute raus. Und weil das Wetter schön ist, fahr ich mit dem Rad dahin, das tut mir vielleicht gut.

Und am Wochenende zwing ich mich auch raus, ich fahr zu meiner Nichte und meiner Familie, das tut mir bestimmt auch gut.

Wenn es mit dem Lernen schon nicht klappt, dann vielleicht mit sozialen Kontakten.

Und am Freitag gehe ich vielleicht zu der Sprechstunde und frag wegen der Klausur...

dea/naex87


Ich glaube nicht das deine Familie dir gut tut, aber Rad halte ich für eine gute Idee.

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