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äpfelchen und die Klinik

D3é.l>xe


Hm, wieso?

Meine Mutter weiß, wie schlecht es mir gerade geht und dass ich mit dem Gedanken spiele, früher zurück in die Klinik zu gehen.

Klar, habe ich auch da wieder Bammel, dass es mich überfordert, aber das tut gerade schließlich alles und ich erhoffe mir daneben trotzdem noch Kraft zu tanken, wenn ich mit der Kleinen spiele.

Ich bin ziemlich unentschlossen, aber ich weiß, dass ich gerade nicht wirklich auf mein Gefühl hören darf, weil ich sonst gar nichts tun würde...

D\é.Kliéxe


Heute hat mich die Musik wieder gepackt x:) .

Ich bin durch Zufall über ein Klavierstück gestolpert, was genau DAS ist, was ich gerade fühle.

Von ganz unten bis nach ganz oben, laut und leise, langsam und dann so schnell, wie ich noch nie im Leben gespielt habe.

Und dramatisch und gleichzeitig tröstlich und traurig und hoffnungsvoll.

Es ist anspruchsvoll, keine Frage, aber das ist meine neue Mission. Die Klaviernoten hab ich, jetzt gehts los :)z .

dNanae8x7


Dann mal zu. Kannst dua uch gleich als Erfolg verbuchen, du bist raus aus dem "im eigenen Sud kochen" Modus. Wie gut das Stückklappt ist kein Gradmesser für den Erfolg.

l<uomYaren


@ Dé.liée:

Mal die andere Art von Check: Was hat sich verändert, seitdem du wieder aus der Klinik heraus bist?

DOé.l#iée


Im Vergleich zu vor der Klinik:

Ich verletze mich nicht mehr selbst, bis auf ein paar Ausrutscher.

Ich kann manchmal weinen, also die Leere ist nicht mehr so erdrückend und allgegenwärtig, sondern weicht manchmal Trauer und Verzweiflung.

Ich konnte erfahren, wie es sich anfühlt, ernst genommen zu werden und Wertschätzung zu spüren.

Ich habe einen Einblick in das bekommen, was mich noch erwartet.

Und im Verlauf, seit ich draußen bin:

Erst war da enorm viel Antrieb und gleichzeitig die Gier und der Heißhunger, jetzt ist da kaum mehr noch Antrieb, aber auch kein Heißhunger mehr, sondern eben entweder die Leere oder die Traurigkeit und Verzweiflung von oben.

Dcé.l@i8ée


Mir fällt es viel viel leichter, wenn ich ein Stück übe, bei dem mir wirklich das Herz aufgeht x:) .

Wenn es nur so ein "Och, das klingt aber ganz schön"-Gefühl ist, dann bin ich nur so halb dabei, aber wenn ich die Musik richtig spüren kann und irgendwelche Emotionen hochkommen, dann passiert es fast von ganz allein.

Ich habe ziemlich ziemlich viel Klavier gespielt heute und es war schön. Gerade eben nochmal, im Halbdunkeln, bei offenem Fenster ;-D . Stört hier zum Glück niemanden. Wirklich, wären meine Mitbewohner da piensig, hätte ich ein ganz schön großes Problem.

d'anaeH8x7


:-)

D>é.dlixée


Am Liebsten würde ich jetzt weiter spielen. So ist das immer, bin ich einmal drin, wird man mich nicht mehr los.

Ich freue mich wahnsinnig drauf, das Stück auf dem Flügel zu spielen x:) , das klingt natürlich hunderttausendmal besser als hier bei mir.

Ich bin gar nicht so motiviert zu meiner Nichte zu fahren. Also irgendwie schon, ich will sie schließlich sehen, aber irgendwie auch nicht, weil es eben wirklich anstrengend ist. Und die Fahrt ist so ätzend lang, ich weiß gar nicht, wie viel Zeit ich die letzte Zeit in öffentlichen Verkehrsmitteln oder an Bahnhöfen verbracht habe. Aber ich nehme mal ganz artig wieder meine Lernsachen mit, das hat letztes Mal ganz gut funktioniert.

Ich wünsche Euch ein schönes Pfingstwochenende @:)

D5é.lDieée


Hm, das Wochenende war schön und anstrengend.

Ich hab wieder die meiste Zeit mit der Kleinen verbracht, viel gespielt, war mit ihr draußen und sowas.

Ich dachte immer, ich hätte gern Kinder, aber ich glaube, ich kann gar keine Kinder kriegen. Die Kleine gibt mir so viel, aber gleichzeitig raubt mir das auch irgendwas. Irgendwas für mich undefinierbares. Irgendwann war da einfach nur Leere und hätte die Kleine nicht vor mir gesessen, hätte ich wahrscheinlich losgeheult.

Ich dachte immer, ich kämpfe für eine Zukunft, aber alles, wirklich alles bröckelt. Ich finde mein Studium mittlerweile ziemlich scheiße, kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass ich jemals in dem Beruf arbeiten kann. Ich kann toll Theorien und Konzepte entwickeln und irgendwelche Konzepte auf irgendwas theoretisch anwenden, aber praktisch bin ich eine absolute Null.

Ich frag mich immer noch, was ich mir dabei gedacht habe. Aber mir fallen auch keine Alternativen ein, mich reizt einfach gar nichts. Als würde in mir nichts mehr brennen...

Und die letzten Prüfungen, die noch auf mich warten, lösen in mir nur Panik aus. Die Uni geht grad den Bach runter und ich schau zu. Bzw. nein, ich versuche hier teilweise noch was zu retten, aber ich kanns nicht mehr wirklich.

Wenn alles ganz mies läuft, darf ich diesen Sommer nicht nur eine, sondern gleich zwei schwere Klausuren schreiben und ich hab tatsächlich noch bisschen weiter gelernt, aber ich raff halt überhaupt nichts mehr. Die ganzen Zusammenhänge und teilweise auch Bedeutungen, die gehen bei mir auf der einen Seite rein und auf der anderen wieder raus.

Ich wollte Zuhause das Leben erfahren und was ich hier gerade erfahre, überfordert mich entweder komplett oder langweilt mich so sehr, dass ich nicht wirklich einsehe, wozu ich dafür kämpfen sollte. Diese riesengroße Welle an (Welt)Schmerz macht für mich das Leben gerade kein bisschen lebenswert, gar nicht. Natürlich kommt irgendwann das Schöne, wenn der Rest mal etwas versiegt ist, aber scheiße, wann denn?

Ich seh keinen Sinn darin, morgens aufzustehen. Ich tue es trotzdem, aber jeden Morgen, wenn die Nacht vorbei ist, wünsche ich mir, dass sie noch länger angedauert hätte, damit ich nicht aufstehen und irgendwas sinnloses tun muss.

Alles, wirklich alles, was mir jemals irgendwas gegeben hat, fühlt sich an, als wäre es die Pflicht. Ich tue etwas, um was zu tun, aber Freude empfinde ich dabei schon lange nicht mehr. Ich weiß nicht, ob ich schlichtweg keine Lust habe zu malen oder Klavier zu spielen oder sonst was oder ob ich keine Kraft dafür habe.

Ich könnte ja, aber nein, ich machs nicht. Die Sinnlosigkeit von allem überwältigt mich gerade einfach komplett und breitet sich immer weiter aus, wie ein Stimmchen, das mir permanent ins Ohr trötet. Warum? Wozu? Weshalb?

Wobei ich mir aufzwinge, aktiv zu sein. Seit gestern Morgen putze ich wie eine Irre, jede Ritze, als wäre es irgendein Ritual. Und das ist hier sowieso ein Fass ohne Boden, aber hey, ich mache hier gerade eine Grundreinigung in einem 8-Personen-Haushalt. Ich warte nur drauf, bis mir irgendjemand den Putzlappen um die Ohren knallt, weil ich hinter allem und jedem direkt hinterher wische.

Wenn ich putze, muss ich nichts anderes tun und dann vergeht wenigstens die Zeit und ich bin nützlich. Beim Putzen fällt mir weniger auf, wie dumm ich geworden bin, wie matschig mein Auffassungsvermögen ist und der Rest hat wenigstens was davon. Ich kann hier schließlich nicht einfach nur rumhängen, dazu bin ich nicht da.

Es gibt gerade einfach keinen konkreten Grund zu sterben, aber halt auch überhaupt keinen, um zu leben. Alles, was ich irgendwann mal wollte, will ich nicht mehr. Man könnte mir jetzt wahrscheinlich sogar eine Weltreise schenken und es wäre mir egal...

dlanaes87


Deine Depression nimmt wahrlich überhand. Du lässt dich von der Traurigkeit wegspülen statt sie aktiv anzugehen, so ersäufst du über kurz oder lang.

Und natürlich strengt deine Nicht dich an. Kinder sind anstrengend, alles ist anstrengend wenn man über einen längeren Zeitraum macht.

Was erwartest du? Das irgendwas kommt das dein magisches Talent ist, dir immer Freude bereitet und dir immer leicht fällt? Das geht doch nichtmal den Wunderkindern so. ":/ ":/

D4é.lKiée


Was erwartest du?

Keine Ahnung. %:|

Dass irgendwas mal wieder überhaupt irgendwas mit mir macht? Außer Überforderung. Von mir aus kann ich auch irgendwas bescheuert finden, aber entweder überfordert es mich oder es ist mir egal.

Ob ich jetzt tagelang am Stück putze oder irgendwas mache, was mir eigentlich Spaß machen würde, fühlt sich einfach gleich egal an und dieses fehlende Freudeempfinden raubt mir alles, weil ich dadurch überhaupt keinen Blick mehr für irgendwas Schönes habe.

dAanaxe87


Das ist der Kern einer Depression. Alle denken immer man sei dann traurig, aber eigentlich ist man einfach nur bis in den Kern resigniert. Was ist mit deinem Gewicht, dir gerade auch egal?

D!é.liéxe


So halb. Das ist so mit das Einzige, worauf ich irgendwie Energie verwende.

Dass ich bei meiner Familie zunehmen würde, das war klar auch ein Grund, warum ich nicht so gerne so lange da sein will, da ich da auch keine Kontrolle im Sinne von Waage habe und nicht zu wissen, was ich wiege, fuchst mich ungemein, deshalb vermeide ich solche Situationen und irgendwie einkalkuliert, damit mein Stoffwechsel nicht wieder komplett einpennt.

Mir ist aber Nahrungsaufnahme ziemlich egal. Am Wochenende hatte ich ziemlich Heißhunger, der ist jetzt aber wieder wie weggeblasen und dass ich nicht esse, das ist mir ziemlich egal. Es gab Zeiten, da war ich stolz auf x Tage ohne Essen. Jetzt ess ich halt nicht, mir doch egal. Dass die Zahl dabei runter geht, erfreut mich nur einen Hauch, weil ich dann weiß, dass ich die Kontrolle, die ich in der Klinik verloren habe, wieder habe.

Dafür bin ich ziemlich besessen davon, Orte mit Essen zu meiden. Wenn ich weiß, dass ich irgendwo essen muss, ist das im Voraus ziemlich haargenau geplant.

Also hm, nein, mein Gewicht ist mir nicht egal, aber auch nur, weil es macht, was ich will.

dSana}e87


Du hast dich also wieder in die Sicherheit deines Käfigs bewegt und wunderst dich nun das du auch wieder gefühlstaub wirst? Du kannst nur eines von beidem haben, Gefühle oder Kontrolle.

Dté.li.éxe


Ist doch scheiße.

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