» »

äpfelchen und die Klinik

d5anaeB87


Nicht wieder, da steckst du die ganze Zeit.

Klar war es leicht als du aus der Klinik kamst, weil es da eine klare Vorgabe gab und jemanden den du nicht enttäuschen wolltest, deine Klammertherapeutin. Nur ist die nun weg, aus den Augen aus dem Sinn, deine Bindungsfähigkeit ist da ja noch recht kindlich und an Nähe gekoppelt, noch dazu hat sie Distanz aufgebaut. Ergo zieht sie nicht mehr so als Mutter-Ersatz-Projektionsfläche und du taumelst wieder.

Ja, vielleicht schon. Ich will andere Menschen damit glücklich machen, weil das leichter ist, als mich glücklich zu machen.

Nicht andere Menschen. Du suchst Elternersatz und kämpfst den Kampf den du als Kind verloren hast, den um die (spürbare) Liebe deiner Eltern.

mRs92


Wieso musst du dich entscheiden? Ihr habt eine klare Absprache getroffen, wann du zurückgehst. Du bist mitten in der Therapie. Du h attest dich dafür entschieden, also zieh das durch.

Wenn du nicht zurückgehst, heißt das, dass du aus der Therapie geflüchtet bist um in Ruhe abzuwarten, bis das Ende kommt.

So wirkt das ganze Geschwurbel der letzten Wochen auf mich.

D9é.liqée


Aber ich werde doch spürbar geliebt, das ist doch das Eigenartige?

Ich weiß nicht, ob ich wirklich Elternersatz suche. Ich suche auf jeden Fall immer unterbewusst, aber ob Eltern?

Klar war es leicht als du aus der Klinik kamst, weil es da eine klare Vorgabe gab und jemanden den du nicht enttäuschen wolltest, deine Klammertherapeutin.

Hm, ich weiß nicht. Die war ja gar nicht da, weil sie Urlaub hatte.

Nur ist die nun weg, aus den Augen aus dem Sinn, deine Bindungsfähigkeit ist da ja noch recht kindlich

Das stimmt, wenn jemand lange weg ist, werden die Verlustsängste weniger. Dasein muss aber nicht unbedingt unmittelbar nah sein. Nur irgendwie da. Der Sprung von wirklich präsent und irgendwie anders da ist am Anfang zwar ganz hart, aber dann pendelt sich das ein. Höre ich von jemandem ganz lange nichts, brech ich erst halb zusammen und dann wirds schlagartig viel weniger.

noch dazu hat sie Distanz aufgebaut.

Das gar nicht mal. Eigentlich eher das Gegenteil. Wie gesagt, sie war dann halt im Urlaub, aber wäre sie wieder da gewesen und ich noch da geblieben, hätte sie viel mehr mit mir zu tun gehabt, weil sie zu meiner Bezugstherapeutin gemacht wurde.

*

Wieso musst du dich entscheiden? Ihr habt eine klare Absprache getroffen, wann du zurückgehst. Du bist mitten in der Therapie. Du h attest dich dafür entschieden, also zieh das durch.

Ja, das stimmt. Ich habs versprochen und alleine das müsste Grund genug sein, das gar nicht in Frage zu stellen.

Vor ein paar Monaten hätte ich das auch nie in Betracht gezogen, aber ich wurde trotziger und habe immer mehr angefangen, Regeln auszutesten. Was passiert, wenn ich dies und jenes nicht so tue, wie man es von mir verlangt?

Mir schleicht sich der Verdacht ein, dass ich durch die Wenns und Abers versuche zu rebellieren. Gegen mich, gegen die Klinik.

Im Endeffekt interessiert es da wahrscheinlich niemanden, ob ich wieder komme oder nicht, schließlich können sie ja auch nichts machen, wenn ichs nicht tue.

Ich sollte mir nur vielleicht ein anderes Ventil der Rebellion suchen als Destruktion und Vermeidung/Verweigerung.

Wenn du nicht zurückgehst, heißt das, dass du aus der Therapie geflüchtet bist um in Ruhe abzuwarten, bis das Ende kommt.

So wirkt das ganze Geschwurbel der letzten Wochen auf mich.

Das trifft es ziemlich gut auf den Punkt. Der erste Gedanke in der Klinik war auch - ehrlichgesagt - Flucht und da drum herum habe ich mir dann ein Gerüst aus triftigen Gründen und Argumenten gebaut, wieso das jetzt ganz sinnvoll wäre, blablabla.

d\anaex87


Aber ich werde doch spürbar geliebt, das ist doch das Eigenartige?

Von deinen Eltern? Da hast du in den letzten Jahren aber deutlich einen anderen Eindruck bei mir hinterlassen.

Hm, ich weiß nicht. Die war ja gar nicht da, weil sie Urlaub hatte.

Und du hast darunter gelitten wie ein Hund. Ich erinnere mich verdammt gut daran.

Ich sollte mir nur vielleicht ein anderes Ventil der Rebellion suchen als Destruktion und Vermeidung/Verweigerung.

Womit wir dann wieder beim Umgang mit Gefühlen wären, denn dein Trotz ist ja nichts anderes als Angst mit ein bisschen Wut.

DUé.liMéxe


Von deinen Eltern? Da hast du in den letzten Jahren aber deutlich einen anderen Eindruck bei mir hinterlassen.

Hm, meine Mutter zeigt mir immer, dass sie mich liebt. Mein Vater sagt es nur, da herrscht zwischen uns eine gewisse Kälte, weil ich manchmal nicht nachvollziehen kann, wieso er so handelt, wie er es tut. Manche Handlungen sind so, als wäre er froh, wenn er mich endlich nicht mehr (finanziell) unterstützen muss und alles ist gut, so lange ich funktioniere.

Meine Mutter hat schon früher immer die Kälte abgefangen und ich wurde als Kind ganz klar geliebt. Von meiner Mama und meinen Großeltern mütterlicherseits. Die haben das gut gemacht, was die anderen nicht gegeben haben und wir waren ein Herz und eine Seele.

Meine Mutter versucht mich auch jetzt zu unterstützen, so weit es geht. In meiner Jugend war ich schwierig, nicht unbedingt durch Rebellion, sondern durch meine Verschwiegenheit, auch bzgl. meiner psychischen Verfassung. Natürlich konnte dann niemand erahnen, wie es mir geht, wenn ich nichts dazu gesagt habe. So langsam versteht sie aber, dass es mir schlecht geht, auch, wenn sie nicht nachvollziehen kann, wieso und wieso so sehr. Vom Gefühl her steht sie jetzt mehr hinter mir, auch, was die Uni angeht.

Mein Vater dagegen hat die Uni meistens im Fokus. Nachdem permanent gefragt wurde, wie lange ich denn studiere und für ihn immer klar war, ich brauch höchstens die Regelstudienzeit und mehr Geld gibts auch nicht (kurz gesagt, das ist eine längere Geschichte) hagelt es jetzt an Vorwürfen, dass er mir immer gesagt hat, ich solle langsamer machen.

Er weiß nur, dass ich in der Klinik war und wieder hingehen werde, aber er denkt an Burn-Out. Hab ich zwar nie gesagt, aber das halt auch nie richtig gestellt ;-D .

Und du hast darunter gelitten wie ein Hund. Ich erinnere mich verdammt gut daran.

Ja, weil dann niemand mehr da war, mit dem ich reden wollte und konnte. Und das war genau die Phase, in der ich plötzlich verdammt überfordert mit allem war und Halt gebraucht hätte, mir den aber nirgends anders holen wollte/konnte in der Klinik. Ich war stur und wollte einfach nur noch heim, wieder abnehmen, raus aus meinem ekligen Körper. Da hat alles ausgesetzt und man konnte mich nicht aufhalten.

Womit wir dann wieder beim Umgang mit Gefühlen wären, denn dein Trotz ist ja nichts anderes als Angst mit ein bisschen Wut.

Richtig. Jetzt habe ich wohl einfach nur wieder schrecklich Angst vor der Konfrontation. Die Verlustsängste werden wiederkommen. Ich werde, mit viel Pech, wieder von vorne anfangen und weiterklammern, als wäre ich nie weg gewesen, weil ich hab da ja eine Bezugsperson, wieso sollte sie es diesmal nicht wieder sein. Ich hab Angst vor dem Wiederabschied, obwohl ich noch gar nicht wieder da bin.

Ich hab Angst, dass man mich nicht richtig halten kann, wenn es wirklich ans Eingemachte geht, weil ich mich letztes Mal gegen Ende allein und unverstanden gefühlt habe, weil niemand wahrgenommen hat, wie sehr mich der Heißhunger fertig gemacht hat.

Ich bin vorm Heißhunger und der Gewichtszunahme geflüchtet und wenn ich nicht vermeide, sondern zurückgehe, springe ich da genau wieder rein.

lhuomxaren


Ich bin vorm Heißhunger und der Gewichtszunahme geflüchtet und wenn ich nicht vermeide, sondern zurückgehe, springe ich da genau wieder rein.

Musst du da nicht sowieso durch, wenn du etwas ändern möchtest? Ich hatte bei meiner Therapie auch das Gefühl, dass ich streckenweise durch richtig blöde Gefühlslagen durchmusste. Wenn man druch ist, wird es dann auch anders. ":/

d]ana{e87


Da musst du durch oder eben in diesem Teil deiner persönlichen Wüste krepieren. That's it. Es geht nur um die Frage ob du dir eine Chance geben willst oder lieber gleich die Waffen streckst. Niemand sagt das es einfach ist, niemand behauptet das du sicher Erfolg haben wirst, die Alternativen sind mau, du hast die Wahl und damit auch dir sprichwörtliche Qual.

Dké.\liéxe


Oh, fürchterlich schrecklich, ernsthaft.

lYuoFmarxen


Mit einer bewussten Entscheidung, da durch zu gehen, wird es aber auch erträglicher, weil ein Sinn da ist, es durchzuhalten. Die Wahlmöglichkeit beinhaltet, dass du dich für dich entscheiden musst und nicht für irgendjemanden anderen.

dLana?e>8x7


Für mich wurde es nicht erträglicher, aber da mir die Alternative auch nicht gefiel und ewiges Leiden vor den Augen vieler die mitleiden würden auch keine Option für mich war, hielt ich es immerhin für den Versuch wert.

DJé.lxiée


Ich weiß nicht, ob es erträglicher wird, ich kann es nur hoffen!

Zu der Frage, warum ich Angst vor Menschen habe, kann ich jetzt eindeutig mehr zu beitragen.

Ich hab Angst vor der Stille, weil ich nicht weiß, was ich sagen soll und manche nicht wissen, wie sie mit mir umgehen sollen.

Ich hab momentan nichts zu sagen und frage nach, wie es den anderen so geht, aber irgendwann dann redet man über Belangloses, aber ganz schnell schleicht sich ein peinliches Schweigen ein.

In mir blüht gerade nichts, jedes Wort fällt mir schwer und dadurch bin ich wahrscheinlich einfach sehr ungesprächig, aber pah, war das anstrengend. Meistens stand ich verloren in der Gegend rum.

D7é.l"iée


da mir die Alternative auch nicht gefiel und ewiges Leiden vor den Augen vieler die mitleiden würden auch keine Option für mich war, hielt ich es immerhin für den Versuch wert.

Wohl wahr.

l^uo0marxen


Ich weiß jetzt auch nicht, was ich sagen soll. Der Zustand, den du beschreibst, kann alle möglichen Ursachen haben.

Das Gefühl, das in dir nichts blüht, könnte auf eine Depression hindeuten. Wenn sich daran etwas ändert, weißt du zumindest, dass die ADs wirken.

Ich habe mir auch oft anhören müssen, dass ich auch über "Belangloses" reden soll. Wenn man sich anschaut, wie die meisten Menschen ticken, dann sind sie einfach an persönlichen Geschichten interessiert. Ich habe noch niemanden gefunden, der freiwillig mit mir über die Bedeutung des Widerstandes in der nachhegelianischen Philosophie diskutieren wollte. Mich hat einmal beeindruckt, wie eine meiner Professorinnen es geschafft hat, zwei Minuten über Kindheitsgeschichten zu sprechen, obwohl das vorgegebene Thema etwas ganz anderes war. Wir waren trotzdem alle gebannt.

Es ist ja nicht so, dass du völlig uninteressant wärest. Wie viele Leute wissen von deiner Leidenschaft fürs Klavierspielen, ohne dich spielen gehört zu haben?

dsanaex87


Wenn es gerade nichts zu sagen gibt, wieso dann nicht eine Weile einfach mal Schweigen? Das ist ja auch in Ordnung, man muss nicht immer hipp und interessant sein. ;-)

D*é.lNiée


Das war halt so ein unbeholfenes, ungewolltes Schweigen. Ich schweige manchmal gern, aber nicht mit allen Menschen.

Wenn die AD wirklich wirken würden, müssten sie das schon längst. Ich nehm die jetzt schon relativ hoch dosiert ziemlich lange und gebessert hat sich nichts wirklich.

Ich habe noch niemanden gefunden, der freiwillig mit mir über die Bedeutung des Widerstandes in der nachhegelianischen Philosophie diskutieren wollte.

;-D ;-D

Ich weiß nicht, das sind ja eigentlich teilweise meine Freunde gewesen und dass sich unsere Welten gerade so unterscheiden, dass man über nichts sprechen kann, das ist halt hart. Ich frage ja immer interessiert, was bei ihnen so passiert, aber dann kommt: Joa, nicht so viel.

Und was bei mir los ist, das erzähle ich erstens nicht einfach so ungefragt und zweitens will ich halt auch nicht ständig darüber reden, wie es in der Klinik war.

Und über die Uni redet man ja beim Feiern auch nicht.

Ich kannte da gestern auch nur echt wenige und viele von denen auch nur so flüchtig.

Das Ganze ging dann, wenn ich mich zu einer Gruppe gestellt habe, da konnte ich dann auch einfach stillschweigend zuhören, aber mir war schrecklich langweilig, weil die über Leute geredet haben, die ich nicht kannte.

Ich weiß nicht, es fühlt sich einfach an, als wäre ich in einer anderen Welt momentan.

Hinweis

Dieser Faden ist geschlossen, Sie können deshalb nicht mehr antworten. Aber schauen Sie doch in die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder besuchen Sie eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH