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äpfelchen und die Klinik

DFé.SliVée


Außerhalb der Bürozeit, aber wann die Bürozeiten sind, lässt sich partout nicht rausfinden.

Also darf ich mich da auch noch nächste Woche drum kümmern.

Ich weiß nicht, vielleicht versuche ich mich jetzt nochmal an dem Bericht, aber wenn der nichts wird, dann hör ich auf.

Heute bin ich einfach frustriert. Mich stört mal wieder alles, meine Umrisse, mein Gewicht, mein Kreislauf.

Morgen früh fahre ich ja wieder zu meiner Familie und so langsam kommt diesbezüglich richtig Panik. Wir gehen morgen Abend auf ein ziemlich großes Fest und ich kann mit Menschenmengen mal mehr, mal weniger gut umgehen. Ich hab richtig Angst, dass ich umkippe, weil mein Kreislauf so Banane ist.

Und die Angst vorm Essen wächst weiter, ich stelle mich jetzt schon darauf ein, dass es Theater gibt. Und entweder gebe ich nach und esse wie erwünscht, was dann aber dazu führt, dass ich mit mir noch mehr in Kriegstimmung gerate oder ich esse nicht, aber darf mir Gemotze anhören und Diskussionen führen, die dann letztendlich doch damit enden werden, dass ich esse und dann siehe oben. Dann komme ich wieder nach Hause, kriege die Krise und verfalle aus lauter Panik dann in ein noch extremeres Essverhalten als jetzt ohnehin schon.

Dazu brauche ich nicht einmal eine Glaskugel.

l-uomaxren


Und die Angst vorm Essen wächst weiter, ich stelle mich jetzt schon darauf ein, dass es Theater gibt. Und entweder gebe ich nach und esse wie erwünscht, was dann aber dazu führt, dass ich mit mir noch mehr in Kriegstimmung gerate oder ich esse nicht, aber darf mir Gemotze anhören und Diskussionen führen, die dann letztendlich doch damit enden werden, dass ich esse und dann siehe oben. Dann komme ich wieder nach Hause, kriege die Krise und verfalle aus lauter Panik dann in ein noch extremeres Essverhalten als jetzt ohnehin schon.

Wie ließe sich das umgehen? Gibt es noch einen dritten Weg zwischen den Extremen?

dKanaex87


Und du fragst mich weshalb ich es für eine mittelgute Idee halte zu deiner Familie zu fahren. ;-D ;-D

Hau es raus. Pack die Karten auf den Tisch, sag ihnen das es gerade nicht geht und hör auf mit der interessanten Scharade die du da seit Jahren aufführst.

Dfé.l.xe


Und du fragst mich weshalb ich es für eine mittelgute Idee halte zu deiner Familie zu fahren. ;-D ;-D

Mir ist das schon klar, dass es schwer ist, aber ich hoffe halt immer, irgendwas Positives daraus schöpfen zu können.

Komischerweise ist der Heißhunger bei meiner Familie noch da. Ich kämpfe also einerseits gegen meine inneren Dämonen, andererseits dagegen, dass meine Familie irgendwas zu beanstanden hat und irgendwie muss ich mich dabei zufrieden kriegen.

Wie ließe sich das umgehen? Gibt es noch einen dritten Weg zwischen den Extremen?

Ich bin ab dem Moment unzufrieden, ab dem ich nicht essen kann, wie ich es Zuhause tue. Sei es was, wie viel oder wie.

Ich hab also immer verloren.

Ich versuche einen Weg zu finden, dass ich so esse, dass ich mich danach nicht am liebsten direkt zerfleischen würde, aber das ist eine Gratwanderung.

Ja, ich bin halt verdammt schlecht darin, mal die Wahrheit auszusprechen. Ich kann nicht die Karten auf den Tisch legen, ich bin in sowas einfach unfassbar schlecht.

Ich kürze meinen Aufenthalt da schon gewaltig ab. Wahrscheinlich bleibe ich nur bis Samstag oder Sonntag.

Und ich hoffe einfach, dass ich weitestgehendst Schadensbegrenzung betreiben kann. Ich muss nur irgendwas zu essen schief anschauen und nehm zu (jaja, ich weiß, dass es nicht so ist, aber kommt mir so vor) und DAS kann ich gerade einfach nicht gebrauchen. Die Kontrolle ist das, was mich momentan so halbaufrecht gehen lässt.

d8anaxe87


Dann schreib ihnen einen Brief. Können kannst du das, du willst also nicht, wieso nicht?

lyuo)marxen


Mal eine andere Aufgabe. Die letzten fünf Seiten habe ich immer wieder gehört, was du alles nicht kannst und was alles nicht geht. Ab und zu habe ich das Gefühl, dass du gewisse Sachen nicht kannst, weil du nach deinen Maßstäben in jeder Situation sofort die richtige Lösung haben musst. Ansonsten hast du versagt.

Was kannst du, wenn du die Maßstäbe deiner Mitbewohner und anderer Kommilitonen anlegst, gut?

Was kannst du gut genug, um die Situation mit deinen Eltern bezüglich des Essens zu entschärfen?

DOé.lxiée


Ja, ich will nicht.

Ich will weder meine Mutter, noch irgendwen sonst einweihen, wie es mir momentan geht. Auch mein Umfeld sonst hat keine Ahnung, wie schlecht es mir geht.

In mir sträubt sich einfach alles dagegen, zu sagen, wie das Ausmaß ist.

Keine Ahnung, weil ich nicht will, dass sie sich Sorgen machen oder weil ich nicht will, dass mir irgendjemand reinquatscht oder weil ich nicht zugeben will, dass ich mich nicht hundertprozentig dafür entscheiden kann, leben zu wollen. Das stößt auf vielen Seiten nur auf Unverständnis. Und welche Mutter will schon hören, dass ihr Kind eigentlich vielleicht doch schon ganz gerne tot wäre, weil es das alles nicht mehr aushält? Keine.

Ich hab schon einmal so gut wie alle meine Freunde verloren, weil offensichtlich war, wie schlecht es mir ging. Konnte niemand mit umgehen, alle haben sich zurückgezogen, bla. Jetzt bin ich diejenige, die sich zurückzieht, aber ich versuche, wenn ich draußen bin, so normal wie möglich zu wirken.

Ich werde da nur auf Unverständnis stoßen, weil meine Mutter nie so war, wie ich es bin. Die kann sich nicht vorstellen, dass man einfach nicht mehr aufstehen will. Die hat selbst viel Scheiße durchgemacht, aber sie steht wieder auf, ich dagegen bleibe liegen und roll mich hin und her.

*

Ich bin nicht schlagfertig und auch nicht taff, ich komme gegen meine Familie einfach nicht an. Und die fassen mich bei Weitem nicht mit Samthandschuhen an, muss man auch nicht, aber ich durfte mir schon oft genug was zu meiner Ernährung anhören (und da ging es nicht um die Essensmengen, sondern darum, dass ich mich vegan ernähre) und ich durfte mir letztes Mal auch schon wieder anhören, dass ich doch irgendwie abgenommen hätte.

Ja verdammt, hab ich, aber noch lange nicht genug.

Nicht genug, um mir zu erlauben, in die Klinik zu gehen (jaja, wir drehen uns im Kreis und das Gewicht spielt keine Rolle, aber für mich nunmal schon). Ich will mein Spiegelbild zerschlagen und ich tue es nur nicht, weil ich gerade wieder in höchstem Maße an meiner Ernährung rumfeile, so langsam anfange, mal wieder was anderes anzuziehen als nur Säcke (haha, nur noch Halbsäcke) und dann kommen die da an und pfuschen mir mit irgendwelchem Essen da rein.

Bei mir kommt die pure Panik, dass das ganze Spiel von vorne losgeht.

d6anaex87


Das Spiel spielst nur du. In dem du ihnen nur die Hälfte zeigst und irgendwie erwartest das sie dich so behandeln als würden sie das ganze sehen. Und ja, natürlich überfordert einen sowas. Aber das nicht dein Bier.

D`é.lxiée


Ich erwarte nicht, dass sie mich so behandeln, als würde es mir schlecht geht. Ich erwarte eigentlich gar nichts, ich erhoffe mir gar nichts. Keine Kommentare, nichts. So, als wäre nichts, das wünsche ich mir.

Nicht nur die sind überfordert, ich bins auch.

dcanae8x7


Aber es ist nicht nichts. Du stirbst und erwartest das sie es übersehen, aber wenn dich niemand siehst bist du auch verzweifelt.

Du überforderst dich selbst, drehst dich immer im Kreis, gibst dem Gewicht als Kontrollmöglichkeit die Macht über dich und bringst dich um. Deine Wahl, aber du kannst echt nicht erwarten das irgendjemand dem auch nur ein hauch an dir liegt dabei steht und so tut als würde er oder sie nichts sehen.

D.é.lxiée


Ich bin verzweifelt, weil ICH es mal spüren will.

lKuomar=en


Voller Bedauern muss ich dir mitteilen, dass ich deinen Wunsch nach Zurückweisung zurückweisen muss. Mir ist bewusst, dass du von deinen Mitbewohnern schon so viel Zurückweisung erhalten hast, dass ich mit meiner Art von Zurückweisung keinen weiteren Mehrwert - oder sollte man sagen: Schadwert - bei dir schaffen kann. Auch bin ich nicht in der Lage, dich weiter aus der Gesellschaft zu isolieren. Ich bin untröstlich über diesen Zustand, da dir damit nichts weiteres übrigbleibt, als meine Zuwendung zu akzeptieren. Mir ist bewusst, dass dies Verzweiflung bei dir auslöst. Ich hoffe dennoch, dass wir weiterhin im schriftlichen Austausch bleiben.

Auf Englisch hat das jemand fast so schön wie ich als [[http://www.chaosmatrix.org/library/humor/reject.html The Ultimate Rejection Letter]] formuliert.

dFanaxe87


Ich bin verzweifelt, weil ICH es mal spüren will.

Was genau?

Doé.Tliéxe


Danke luomaren, das hast du schön geschrieben und ich musste lächeln @:) .

Danae, ich weiß, dass es wahrscheinlich Utopie ist, aber ich will mal richtig spüren, wo ich stehe. Ich will die Grenze spüren, mich dann umdrehen und dann sagen können, dass ich leben will.

dwanadex87


Dann musst du es versuchen und dabei dein Leben riskieren. Wenn du meinst das ist es, dann halt dich von allen fern, mach alles wonach dir ist und guck ob du Glück hast oder die Wahl dann rum ist. Aber dann entscheide dich dafür und mach nicht so einen verschissenen Eiertanz drum.

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