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äpfelchen und die Klinik

d>a5naex87


Ja, ich weiß das. Sogar schon ziemlich lange, ich gebs nur nicht offen zu :=o .

Und genau das ist das Problem. Wenn du das nicht offen zugibst, ja nichtmal vor dir selbst, wie willst du da dann lernen?

Ich kann nicht rausschreien, dass ich Hilfe brauche, deshalb versuche ich es zu zeigen. Durch Dünnsein. Das mit den Drogen und dem Ritzen schließe ich da nicht mit ein, weil das immer so ablief, dass es niemand mitbekommen hat.

Natürlich ist das die selbe Kerbe, dein anderer Anteil versteckt es nur eben schnell. Deshalb hält dich die Magersucht auch so, weil du deinen inneren Blockwart da eben umgehen kannst. Wobei auch das nicht ganz, denn deine Kleidung wird ja proportional betrachtet immer weiter, so das du nicht so dünn aussiehst. Ich kenne Magersüchtige die sich ganz ganz enge Sachen anziehen, sie wollen ihren "Erfolg" ja auch zeigen. Darum gehts bei dir aber nicht. Das ist kein konsequentes Programm.

Ja, Aufmerksamkeit haben zu wollen ist in mir negativ verankert.

Und das ist der Punkt an dem anzusetzen wäre. Dringend.

Ich erhoffe mir, dass ich mein leid irgendwann ernst nehmen kann, wenn andere es tun. Ich selbst tue es ja noch nicht wirklich.

Aber klar tust du. Oder was glaubst du was die enorme Traurigkeit war die du wieder verdrängt hast? Das ist all dein Schmerz, dein Mitleid mit dir selbst. Du erlaubst es dir nicht. So wie du nicht erlaubst das man sieht wie dünn du wirklich bist, wie deine Arme aussehen. Aber das kannst nur du dir erlauben. Solange du darauf wartest das jemand den Blockwart in deinem Kopf abstellt passiert da gar nichts. Das kann nämlich niemand, dass ist nicht wie in dem Spiel Psychonauts.

DLéA.0liée


Ja, ich verstecke alle meine Schandtaten. Da brauche ich mich dann sowieso nicht wundern, dass es niemand sieht.

Ich wäre mal gern so zufrieden mit mir, dass ich enge Kleider tragen würde, aber es ist ja nie genug. Ich kann mir gegenüber doch nicht sagen, dass es genug ist?

Aber das kannst nur du dir erlauben. Solange du darauf wartest das jemand den Blockwart in deinem Kopf abstellt passiert da gar nichts.

Wie gesagt, ich kann mir nicht erlauben, dass man meine Umrisse wirklich sieht. Weil ich ja gar nicht sehe, ob ich dünn bin oder nicht. Würde ich in engen Kleidern rumlaufen, würde ich mich permanent unwohl und unförmig fühlen.

Ich kann mir doch nicht erlauben etwas zu zeigen, was ich selbst nicht sehe? ":/

l_uomakrxen


You are the queen in your castle. You can do whatever you want.

liuom)arxen


Manchmal muss man die Beschissenheit des Seins erkennen, um endlich einen realistischen Anhaltspunkt zu haben.

dsan|ae87


Danke luomaren.

Ich wäre mal gern so zufrieden mit mir, dass ich enge Kleider tragen würde, aber es ist ja nie genug. Ich kann mir gegenüber doch nicht sagen, dass es genug ist?

De.lieé, es wird erst genug sein wenn dein Körper so aussieht wie du dich traurig fühlst und das auch von genug Menschen gesehen wird. Erinner dich an die Traurigkeit und alles was da noch so an Gefühlen hochkam und male ein Bild wie dein Körper aussehen müsste damit er das Gefühl widerspiegelt.

Würde ich in engen Kleidern rumlaufen, würde ich mich permanent unwohl und unförmig fühlen

Niemand hat gesagt das man sich bei dem Prozess des Aussteigens wohl fühlen muss. Die meiste Zeit fühlt man sich wie ausgekotzt.

Ich kann mir doch nicht erlauben etwas zu zeigen, was ich selbst nicht sehe?

Du siehst es und fühlst es. Aber die eine Stimme die wirklich von aussen in deinen Kopf gepflanzt wurde, die erlaubt das nicht. Die wirst du aber nicht einfach los. Die musst du mit Gewalt rauskämpfen.

D>é.liDée


Manchmal muss man die Beschissenheit des Seins erkennen, um endlich einen realistischen Anhaltspunkt zu haben.

;-D . Ist schon was dran.

De.lieé, es wird erst genug sein wenn dein Körper so aussieht wie du dich traurig fühlst und das auch von genug Menschen gesehen wird. Erinner dich an die Traurigkeit und alles was da noch so an Gefühlen hochkam und male ein Bild wie dein Körper aussehen müsste damit er das Gefühl widerspiegelt.

Da gibts ein Foto von! Zumindest eins, auf dem ich fast so aussehe wie ich mich fühle.

Du siehst es und fühlst es. Aber die eine Stimme die wirklich von aussen in deinen Kopf gepflanzt wurde, die erlaubt das nicht. Die wirst du aber nicht einfach los. Die musst du mit Gewalt rauskämpfen.

Meinst du damit, ich soll zu mir stehen? Meinem Körper, meinen Narben, meinen Wunden?

dManaex87


Genau. Zeig dich körperlich. Du willst eine Grenzerfahrung? Dann auf, zieh was enges und kurzärmliges an!

Da gibts ein Foto von! Zumindest eins, auf dem ich fast so aussehe wie ich mich fühle.

Das war aber ein Foto davon was du mit deinem Körper gemacht hast, Sinn der Übung ist es mal nicht mit deinem realen Körper zu tun. MAL!

l&uonmaren


Meinst du damit, ich soll zu mir stehen? Meinem Körper, meinen Narben, meinen Wunden?

Ja, klar. Ich habe auch erst was verändern können, als ich genau da war. Dann nimmst du dich auch ernst.

DRéF.lxiée


Klinikaufnahme steht. Anders als geplant, aber okay.

Jetzt bin ich an meinem Geburtstag noch Zuhause :)

d(anabe8x7


Immerhin ist das soweit organisiert.

Dqé.li@ée


Ja, aber ich bin unzufrieden und zufrieden zugleich.

Ich war drauf eingestellt, meinen Geburtstag nicht Zuhause zu verbringen und jetzt bin ich doch hier. Gut, ich werde nichts tun, ich hasse meinen Geburtstag, weil mir dann immer wieder klar wird, dass noch ein Jahr verstrichen ist und ich wieder nichts erreicht habe, immer noch am selben Punkt hänge und eigentlich bin ich an diesem Tag immer endlos verzweifelt.

Ich will, dass er nicht da ist, aber natürlich kommen dann Gratulationen und und und.

Wie ich mir den Tag schön machen könnte, das ist schwer zu erklären. Irgendwas tun würde mich unzufrieden stimmen, nichts tun aber auch.

Ich wäre gern in der Klinik gewesen, aber das wäre organisatorisch nur schwer gegangen. Es wäre gegangen, aber aus meinem Mund kam dann viel schneller raus im Telefonat, dass ich die Aufnahme verschieben will.

Ein Teil von mir bereut, dass ich jetzt noch eine Woche länger Zuhause bin, der destruktive Teil ist begeistert, weil er jetzt noch eine Woche mehr Zeit hat, das Gewicht, was ich bei meiner Familie wieder drauf gelegt habe, zu beseitigen.

Ja, ich bin so unzufrieden. Nach tagelangem Nichtsessen (ich will das aber auch nicht verherrlichen) kommen Aussetzertage und letztendlich fühle ich mich in meinem Körper und mit meinem stehenden Gewicht genau so unglücklich wie in der Klinik.

Meine ganzen Bemühungen, irgendwie mit meinem Körper klarzukommen (ob mit Zunahme oder Abnahme) sind alle für den Arsch, ich finde mich einfach nur noch abartig und das wird noch schlimmer, weil ich seit meiner allergischen Reaktion auf ein Medikament im Gesicht voller Pickel bin. Alles stört mich, es gibt mittlerweile gar nichts mehr, was ich an meinem Körper mag.

Ich mochte mal ein bisschen meine Beine, aber seit der Zunahme finde ich die auch widerwärtig. Nichts an meinem Körper passt mehr irgendwie zusammen. Ach, ich könnte kotzen.

Die letzten Tage war ich nochmal bei meiner Familie und es tat mir mal wieder gut und nicht gut gleichzeitig. Das Gute war, dass ich wenigstens eine Aufgabe hatte, hier sitze ich nur wieder im Sumpf. Ist nicht so, dass ich nichts zu tun hätte, gar nicht, aber hier kann ich mich einfach zu nichts aufraffen, weil die Leere wieder so allumfassend ist.

Ich lag heute den ganzen Tag im Bett. Eine Mischung aus Hörbuch hören, Serie schauen und die Decke anstarren.

Ich hab den Tipp befolgt, wenigstens irgendwas zu machen, weil es sich einfach besser anfühlt, aber danach (jetzt) gehts mir noch genau so und ich bin froh, wenn der Tag vorbei ist, andererseits aber auch gar nicht, weil ich weiß, dass morgen genau so ätzend wird.

Meine Familie sehe ich wohl vor der Klinik nicht mehr und keine Ahnung, irgendwie tut es weh. Auf jeden Fall tut irgendwas ganz schön weh und da ich nicht weiß, was, vermute ich mal, dass es das ist.

Ich habe das Gefühl, dass das Leben an mir vorbeizieht. Meine Kommilitonen beenden ihr Studium, ziehen weg und wenn ich aus der Klinik komme, dann sind Teile meiner Freunde einfach weg. Meine Mitbewohnerin will ausziehen und in eine andere Stadt, ich verliere hier jetzt gerade alles, was mir was bedeutet. Wenn ich meine Koffer nehme und in den Zug in die Klinik steige, dann ist nichts mehr so, wie es war, wenn ich wieder nach Hause komme. Alles geht kaputt.

Ich weiß ja auch überhaupt gar nicht mehr, wo ich hingehöre. Meine Unistadt ist nicht mehr mein Zuhause. Das hat sich schrittweise geändert und wenn die Menschen weg sind, die es zu meinem Zuhause gemacht haben, dann wird das Gefühl weg sein. Meine eigentliche Heimat ist auch nicht mehr wirklich mein Zuhause, aber wird es jetzt auch endgültig nicht mehr sein, weil meine Familie dort weg zieht. Meine Familie ist zerstreut und findet sich jetzt teilweise in der Nähe von meinem Bruder ein, aber da fühle ich mich auch nicht Zuhause. Irgendwann werde ich dorthin ziehen, ja, aber jetzt gerade?

Vielleicht will ich auch kein Zuhause? Gerade will ich nur allein sein und mich einigeln, aber ich erdrücke mich gleichzeitig und will nicht alleine sein, weil ich Angst habe.

Ach, keine Ahnung, was schreib ich überhaupt. Ich will dies und das und dann will ichs doch nicht.

Hätte ich jetzt einen Wunsch frei, würde ich mir wünschen, dass ich so lange schlafe, bis alles wieder gut ist.

Ich weiß, dass das nichts bringen würde, weil es an mir und meiner Einstellung liegt, ob alles wieder gut wird, aber ich bin schrecklich müde und traurig und am Ende :°( .

SminaS8o{undso


Hätte ich jetzt einen Wunsch frei, würde ich mir wünschen, dass ich so lange schlafe, bis alles wieder gut ist.

Vom Schlafen wird aber nichts gut. Damit alles gut wird oder zumindest so gut wie es geht, muss man etwas tun. Es ist harte, beschissene und unglaublich anstregende (psychisch und koerperlich) Arbeit. ABER: es lohnt sich!

Zum Gewicht kann und will ich nichts sagen, da ich mich im anderen Extrem bewege und irgendwie raus bin..

Ich lese hier immer mit bei Dir und wuerde Dir irgendwie gerne helfen, aber ich weiss echt nicht wie. Du drehst Dich halt immer im Kreis und auch immer nur um Dich und Deine Probleme, die Du zum grossen Teil einfach immer wieder selber aus dem Nichts erschaffst. Das kenne ich auch sehr gut von mir, aber ich zwinge mich dann einfach dazu, es zu unterbinden. Ich mache dann einfach, kuemmere mich um alles moegliche, helfe Freunden, Familie und Bekannten bei ihren Aufgaben und Problemen und bin einfach produktiv. Aber ich weiss auch selbst, dass das meine groesste Staerke ist und das nicht jeder einfach so machen kann. Aber manchmal muss man einfach seine Schutz- oder Komfortzone verlassen und Dinge vollbringen, die innerhalb dieser Grenzen unmöglich erscheinen.

Du musst einfach Deinen Fokus von Dir selbst wegbekommen, sonst loesen sich Deine Probleme nie.

Argh, ich merke selbst: "einfach"... Das ist es sicher nicht, aber es ist moeglich-auch fuer Dich!

Keine Ahnung, ob das, was ich schreibe fuer Dich Sinn ergibt und ob ich es so rueberbringen kann wie ich es meine..

Aber ich wuensche Dir alles, alles Gute und hoffe, dass Du Dich mal darauf einlassen kannst, anders zu leben, nicht alles totzureden und vor allem totzudenken und dass Du es irgendwann auch zulassen kannst, gluecklich zu sein, den Augenblick zu geniessen und das richtige Verhaeltnis aus Ernsthaftigkeit und Lockerheit findest, welches Dir ein tolles und zufriedenes Leben beschert.

*Pathetisches Gelaber - Ende*

lBu0omaWrexn


weil mir dann immer wieder klar wird, dass noch ein Jahr verstrichen ist und ich wieder nichts erreicht habe, immer noch am selben Punkt hänge

Gut. Ich hatte zwar das Gefühl, dass der Klinikaufenthalt dir gut getan hat. Du kreist zwar immer noch um dich, aber langsamer. Aber wenn Madame Dé.liée glaubt, dass sie nichts auf die Reihe kriegt, dann ist das wohl in Stein gemeißelt. >:( Die Countrysänger, die besingen, dass du nichts auf die Kette bekommst, bitte auch mal abbestellen.

ich bin unzufrieden und zufrieden zugleich.

Solange ich in diesem Faden lese, gibt es dich nur in diesem Zustand. Für mich macht es gerade Sinn, das als Dé.liées Normalzustand zu definieren.

Ich mochte mal ein bisschen meine Beine, aber seit der Zunahme finde ich die auch widerwärtig. Nichts an meinem Körper passt mehr irgendwie zusammen.

Auch das dürfte Teil deines Normalzustandes sein. Egal, was du machst, dein Körper ist für dich (teilweise) widerwärtig.

Ich weiß ja auch überhaupt gar nicht mehr, wo ich hingehöre. Meine Unistadt ist nicht mehr mein Zuhause. Das hat sich schrittweise geändert und wenn die Menschen weg sind, die es zu meinem Zuhause gemacht haben, dann wird das Gefühl weg sein. Meine eigentliche Heimat ist auch nicht mehr wirklich mein Zuhause, aber wird es jetzt auch endgültig nicht mehr sein, weil meine Familie dort weg zieht. Meine Familie ist zerstreut und findet sich jetzt teilweise in der Nähe von meinem Bruder ein, aber da fühle ich mich auch nicht Zuhause. Irgendwann werde ich dorthin ziehen, ja, aber jetzt gerade?

Na ja, jeder muss für sich das eigene Zuhause finden. Gehört für mich zum Erwachsenwerden dazu. Weißt du schon, was du nach deinem Studium machen willst?

SSunbflorwer_ 7x3


Nur kurz:

Du kannst Veränderungen weiterhin passiv betrauern. Oder Dir AKTIV Dein Leben/Umfeld aufbauen. Entscheide Dich - und geh' den Weg.

lduomairen


Danke, Sunflower_73.

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