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Meine Depressionen bringen mich um

kPidx.b hat die Diskussion gestartet


Hallo, [...]

Ich bin 23 und habe seit meiner frühesten Kindheit immer wieder Gewalt in meinem Elternhaus erfahren. Meine Eltern, insbesondere mein Vater, ist sehr traditionell, daher wurde ich sehr streng erzogen. Meine Mutter war stets der "lockere" und weniger strenge Part und mein einziger Halt. Mein Vater war es, der zuschlug und Freude daran hatte, mir zu sagen, wie scheisse ich bin und dass ich in meinem Leben nie etwas erreichen werde. Das letzte Mal sagte er das vor zwei Jahren, während meine Mutter (wie so oft) einfach den Mund hielt und es kommentarlos hinnahm. Es war so eine banale Situation, dass ich es bis heute nicht verstehen kann, wie man so etwas Bösartiges und Niederträchtiges seinem eigenen Kind sagen kann - daraufhin brach ich in Tränen aus und machte meine Mutter zur Sau, wieso sie all die Jahre ihre Klappe hielt und sie sich gefallen ließ, dass er uns alle (einschließlich sie) malträtiert und terrorisiert hat.

Ich durfte keine männlichen Freunde haben, ich durfte abends nicht weg, ich habe ihn allein mit meiner Anwesenheit, mit meinem Dasein, genervt, dass er sowohl verbal als auch körperlich um sich schlug. Mittlerweile bin ich erwachsen und klug genug zu wissen, dass mein Vater ein massives Problem mit sich selbst hat und diesen Frust bzw Selbsthass auf sein Umfeld, am meisten jedoch, auf seine Familie überträgt.

Ich habe von klein auf immer wieder mitbekommen, wie meine Eltern sich in meiner und der Gegenwart meiner Geschwister stritten. Einmal, und das hat sich so tief bei mir verankert, dass ich die Situation noch immer so präsent habe, da lag ich abends im Bett, während ich Schreie von dem Schlafzimmer meiner Eltern hörte. Meine Mutter schrie und schrie lauthals meinen Namen, ich rannte ahnungslos - (ich war 6) in das Zimmer meiner Eltern, machte die Tür auf und sah, wie mein Vater meine eigene Mutter würgte und kräftig auf sie schlug. Dieses Erlebnis ist und war so schrecklich, dass ich, sobald ich daran denken muss, anfange wie in Strömen zu heulen. Wieso haben mir meine Eltern das all die Jahre angetan und wieso hat meine Mutter sich verdammt nochmal nicht getrennt, wieso hat sich meine Mutter freiwillig dieses Arschloch all die die Jahre angetan. 30 Jahre verschwendete Zeit, wenn ich daran denke und auch wie sehr meine Mutter unter meinen Vater litt und leidet, ich ertrage dieses Gefühl nicht. Mir ist, als wäre alle Verantwortung auf mich übertragen und als müsste ich mit leiden, weil ich es hätte doch eigentlich verhindern können. Ich weiß aber, dass dieser Gedanke irrational ist, weil ich absolut nichts tun konnte. Trauriger Fakt. Meine Mutter hat gewusst, wie sehr wir Geschwister leiden und wir alle tragen große psychische Schäden davon. Meine Schwester war eine lange Zeit magersüchtig und ist heute noch immer nicht absolut "gesund", mein Bruder hat sämtliche Ausbildungen und sein Studium abgebrochen, sitzt Zuhause perspektivlos rum und ich habe einen 15-monatigen stationären Klinikaufenthalt hinter mir und verfalle immer wieder in schwere Tiefs. Ich habe zwar mein Abitur mit Mühe und Not geschafft, aber ich bin noch nicht so recht im Leben angekommen.

Ich habe diagnostizierte Depressionen und eine Persönlichkeitsstörung. Nach dem Klinikaufenthalt im Alter von 15, war ich daraufhin noch 3 weitere Jahre in ambulanter Therapie und lebte davon ein Jahr in einem betreuten Wohnheim. Und heute bin ich noch immer krank. Ich bin schwer geschädigt von dem Ereignissen von damals und kann nicht verarbeiten. Ich habe das Gefühl, dass immer mehr Sachen aufpoppen, die mir das Leben erschweren.Ich führe seit knapp über einem Jahr eine Fernbeziehung mit dem Mann meines Lebens, jedoch bin ich ein nervliches Wrack und projiziere all die fehlende Liebe meines Vaters in ihn. Ich fordere mehr Aufmerksamkeit und Geborgenheit von meinem Freund. Ich habe so große Verlustängste, dass ich mittlerweile so eifersüchtig bin und ihn kontrolliere. Ich möchte das nicht mehr, ich erkenne mich nicht mehr wieder. Ich habe das Gefühl, bald wahnsinnig zu werden.

Ich bin explosiv und habe mich nicht mehr unter Kontrolle. Ich hechte von einem Affekt in den nächsten und bin ständig unter Strom.

Inzwischen kann ich fast behaupten, dass es mir seit vielleicht 8 Jahren nicht mehr so schlecht ging, wie heute. Ich weiß nichts, mit mir anzufangen und habe das Gefühl, dass mein Leben zum Scheitern verurteilt ist. Ich genieße keine Lebensqualität, ich mache mir Sorgen um meine Mutter und laut ihrer Aussage, bin ich die Einzige, an der sie wirklich hängt. Ja, ich war immer für meine Mutter da und habe sie vor meinen Vater damals in Schutz genommen, als er sie beleidigte und sie geschlagen hat. Resultierend daraus vielleicht habe ich inzwischen das Gefühl, für meine Mutter verantwortlich zu sein und das ist ein fataler Fehler. Ich möchte mein eigenes Leben endlich leben. Ich möchte nicht immer den Streit meiner Eltern austragen. Ich kann nicht mehr.

Meine Mutter ist seit einigen Monaten im Begriff, sich endlich von diesem Tyrann zu trennen, und ich bin sehr stolz auf sie, dass sie den Mut gefasst hat. Jedoch entpuppt sich das alles als sehr schwierig und die beiden streiten sich am laufenden Band. Er will nicht aus dem Haus verschwinden, meine Mutter ruft mich an und heult sich bei uns Kindern aus.

Vor einigen Tagen sagte sie zu mir, "ich kann wirklich nachvollziehen, dass sich Leute in ihrer tiefsten Verzweiflung das Leben nehmen, weil sie keinen Sinn darin mehr sehen" - ich war so perplex, dass ich nichts dazu gesagt habe und nun habe ich so Angst, dass meine Mutter sich etwas antun könnte.

Schon als Kind sagte sie immer wieder, dass sie nicht mehr leben will und dass wir sie bald endlich los seien. Dass sie sich umbringen wird, etc.

Ich habe meinen Vater stets die Schuld an allem gegeben, aber das ist falsch. Denn diese Äußerungen meiner Mutter sind das absolut Letzte und durch diese habe ich erst diese großen Verlustängste entwickelt.

Ich habe das Gefühl, da das ja alles so früh bei mir anfing, dass ich chronisch krank bin und keine Besserung in Sicht ist.

Medikamente möchte ich nicht nehmen und alles andere hilft mir nicht. Was soll ich noch machen.


(Der Beitrag wurde auf Wunsch der FS angepasst.)

Antworten
Bvonnine Be0nnetxt


Ich kann dir keinen wirklich guten Ratschlag geben, aber ich möchte dir sagen, wie weh das schon beim Lesen tut! Ich habe ähnliches, aber bei Weitem nicht so etwas schlimmes mit meinen Erzeugern mitgemacht und könnte weinen, wenn ich deine Geschichte lese.

Ich verstehe dich zu 100 %.

Das Beste, was man wohl machen kann, ist Abstand gewinnen oder?

Wenn ich könnte, würde ich sofort weg von hier ziehen.

Es kann doch nicht sein, dass wir unser Leben mit Depressionen verbringen, im Grunde in die Tonne werfen, nur weil diese beiden kranken Erwachsenen mit ihrer Psyche auch noch Kinder in die Welt setzen mussten oder?

Sie konnten sich nicht um uns kümmern, also müssen wir das jetzt in die Hand nehmen oder?

PilüsGchbxiest


Hast du den Thread auch noch im Kleiderkreisel eingestellt?

Du musst lernen dass du nicht für das Leben deiner Mutter verantwortlich bist.

Sie muss sich professionelle Hilfe suchen

Sag ihr dass es dir selbst auch nicht gut geht und du momentan nicht für sie da sein kannst.

Deine Mutter ist vermutlich durch die Ehe mit deinem tyrannischen Vater depressiv geworden und hatte Jahrelang nicht genug Antrieb um sich von ihm zu lösen.

aytarBi9


schockierend, was Eltern ihren Kindern antun können.

Ich denke, Bonnie Bennett hat recht: Du brauchst viel Abstand, sehr viel!

Und Plüschbiest hat auch recht: Du bist nicht für Deine Mutter verantworlich! Sie ist eine erwachsene Frau und muss ihr Leben so weit in den Griff kriegen, dass sie zurecht kommt. Und sie braucht externe Hilfe! Trennung und Scheidung scheint unausweichlich. Aber das ist alles nicht Deine Sache!

Kannst Du berufstätig sein?

Schreib' mal, ob Du mit den Antworten hier im Forum etwas anfangen kannst, ggf. als PN.

LG

mNsx92


Ich glaube, es geht nicht mehr darum, ob du Medikamente nehme n möchtest oder nicht - der Punkt ist erreicht, wo du dir klarwerden musst, dass du welche brauchst. Nach so langer Therape ohne Verbesserung finde ich ein Antidepressivum dringend erforderlich.

Schrecklich, dass deine Mutter ihre Probleme auf den Kindern ablädt. Sie erkennt nicht, was sie anrichtet.

cDriec#harlxie


Schon, bevor ich Dein zweites posting las, dachte ich mir, dass das ja wohl eigentlich weniger der Vater ist, also der natürlich auch, sondern eher die Mutter mit ihren Äußerungen.

Ich kenne das auch von meiner Oma, da war ich noch ganz klein und wenn ich Blödsinn gemacht habe, habe ich immer gehört: wenn ich tot bin, verbrennt ihr mich und meine Sachen...

das sitzt noch 40 Jahre später.

Ich bin wie Du durch ein gewalttätiges Elternhaus traumatisiert und habe im Laufe der Zeit auch Depressionen entwickelt, wenn auch immer nur kurzfristig erkennbar und dann wieder "schnell" vorbei.

Zusätzlich habe ich ADS, also Probleme mit Filterung etc....

Das schreibe ich um Dir zu zeigen, dass meine Erfahrungen mit meiner Umwelt auch nicht immer die besten sind, weil ich oft überraschend reagiere und agiere und es mir oft wie Dir geht, "ich erkenne mich selbst nicht wieder".

Vor einiger Zeit habe ich nun doch mal angefangen, Stimulantien zu nehmen und ich muß sagen,

dass das eine wirkliche Erleichterung ist. Also ich komme so im Leben mit Familie und Job schon zurecht, bin aber immer am Rad drehen, nie richtig ausgeglichen und wäre mein Mann nicht so ein Gemütsakrobat, wäre schon längst Schluss.

Durch das sorgsam überwachte Medikament kann ich mit für mich einschränkenden Sachen viel besser umgehen, ich empfidne es nicht immer so als die mega-Katastrophe und reagiere dementsprechend deutlich gemäßigter.

Das tut mir und auch meiner nächsten Umgebung sehr gut.

Ich wollte Dich ermutigen, es doch mal mit Medis zu versuchen. Mit ihrer Hilfe kann man lernen sich zu erden und erst mal verschnaufen und es heißt ja nicht, dass man die ein Leben lang nehmen muß.

Ich habe übrigens aufgrund körperlicher Beschwerden schon mal länger Medis nehmen müssen,die haben mich langfristig wirklich richtig auf den Hund gebracht, bei den Psychopharmaka merke ich nach dem Überstehen der Eingewöhnungszeit nur eine generelle Entlastung - für mich und meine Familie.

Zweiter Bereich ist die Handlungsebene.

Ich würde mir für den Umgang mit Deiner Mutter einen Plan zurecht legen, evtl. sogar dich mal eine Zeit entziehen. Ich kannte das von meiner Familien nicht, dass man sich aus dem Gefüge ausklingt, aber habe das dann an der Familie meines Mannes gesehen, dass das anscheinend innerhalb einer FAmilie möglich ist,..... und habe Jahre gebraucht, um das zu "lernen".

Aber manchmal ist es nötig, weil man durch den ständigen Kontakt mit dem Auslösermenschen das ganze immer und immer wieder aktiviert, was gerade bei Depressionen nicht gut ist, da man immer wieder in das Gedankenkarussell kommt.

Dritter Punkt sind Vermeidungsstrategien:

also sobald Du merkst, Deine Gedanken werden deviant, spul in Deinem Kopf einen Film, ein Lied oder whatever ab und versuche, Dich abzulenken. Mit der Zeit hast Du gute Chancen, dass sich das verselbstständigt.

Du muß bie Punkte zwei und drei als oberstes Ziel sehen, dass man die passenden Synapsen nicht mehr füttert, die Transmitter nicht mehr aktiviert.

kTid.xb


Danke erstmal für die Beiträge.

Diese Antihaltung gegenüber Medikamente resultieren aus folgender Erfahrung:

Damals, als ich in stationärer Behandlung war, verordnete man mir falsche Medikamente, das war Seroquel, was eigentlich gegen Schizophrenie bzw Psychosen eingesetzt wird. Dieses Medikament war nicht sonderlich hoch dosiert (75mg), aber es hat mich regelrecht zum Zombie gemacht. Meine Sprache hat sich verlangsamt, ich konnte nicht "normal" gehen, sondern eher mühsam und schleppend. Es war definitiv das Falsche, das bestätigte auch mein letzter Therapeut.

Von den Folgen von Seroquel habe ich noch heute teilweise zu kämpfen, da ich über 15 kg zugelegt habe, welche ich inzwischen weg habe, aber meine Haut das ganze nicht so gut vertragen hat.

Ich weiß nicht, ob ich berufstätig sein kann, da ich eine Ausbildung abgebrochen habe.

Und nun, mit 23, fange ich erneut eine an. Und mir graut es wirklich sehr davor, dass ich wieder versage. Es ist mein größter Horror, zu versagen und mir ins Gedächtnis hervorzurufen, dass ich in meinem Leben nichts erreiche und erreicht habe. Wie es mir mein Vater immer wieder sagte.

Ich weiß nicht, ob man wirklich von Schuldzuweisung sprechen sollte. Meine Eltern haben mich auf die Welt gesetzt und beide sind verantwortlich dafür, dass ich so früh bereits erkrankt bin. Ich bin nicht mit der selbstverständlichen Elternliebe aufgewachsen, ich habe mich immer als Streitgrund meiner Eltern gesehen. Das einzige Mal, dass ich wirklich gemerkt habe, dass mein Vater für mich da ist, war, als mein damaliger Freund sich von mir getrennt hat und ich wie ein Schlosshund heulte und man es im Nachbarzimmer wohl nicht überhört hat. Er kam rein, nahm mich kommentarlos in den Arm und streichelte mir über mein Gesicht. Was mir heute noch immer Gänsehaut bereitet, weil dieser Moment so wunderschön war und ich dieses Gefühl von Wärme noch nie zuvor von ihm spürte.

Mein Vater war nie Vater für uns. Ich wünschte, ich wäre vaterlos aufgewachsen, als dass ich all diese schrecklichen Erfahrungen mit ihm machen musste. Ich wünschte, meine Mutter hätte sich früher bereits von ihm getrennt.

Im Übrigen wohne ich ab nächster Woche nicht mehr Zuhause, da ich in eine mir völlig fremde Stadt gezogen bin. Das sicherlich bewusst, da ich Abstand von allem gewinnen möchte. Ich assoziiere mit der Stadt, in der ich aufgewachsen bin, nur Negatives. Ich möchte nicht immer wieder mit gewissen Szenarien konfrontiert werden. Es fällt mir zugegeben sehr sehr schwer, von Zuhause weg zu ziehen, weil ich meine Mutter nicht im Stich lassen möchte. Aber ich muss mich emanzipieren, und damit meine ich, unabhängig werden. Mein eigenes Leben führen und endlich wieder Frieden finden.

@ criecharlie

Mein letzter Therapeut, bei dem ich noch bis vor wenigen Wochen in Behandlung war, hatte auch immer den Verdacht, dass ich ADS haben könnte. Auf seine Empfehlung ging ich zum Psychiater, wo ich leider die Erfahrung machen musste, dass man mich nicht ernst nahm.

Der Psychiater warf mir vor, dass ich gar nicht ADS haben könnte, weil ich ja still aufm Stuhl sitzen würde, und dass bei ADS'lern das Zimmer oder das Auto immer voll von Chaos seien. Dass ich ach so selbstbewusst wirke und man es mir gar nicht ansehe, dass ich an einer psychischen Krankheit leiden könnte. Das war eine der schlimmsten Erfahrungen, die ich bei einem Arzt habe machen müssen. Mein Anliegen wurde dermaßen runtergeredet und wie zum Teufel kann man sich erdreisten, anhand des Äußerlichen auf das Innere zu schließen? So etwas Inkompetenes selten erlebt. Ich hätte wirklich Angst, nun erneut die Hilfe bei einem Psychiater zu suchen.

cwriepcharlxie


hmmmh...

mein letzter Beitrag von heute nachmittag ist weg.

Also noch mal.

Bei mir hat es damals ein auf ADS bei Erwachsenen spezialisierter Psychologe diagnostiziert, es war nicht einfach, weil Erwachsene eben schon lange damit leben und viele Kompensationsstrategien entwickelt haben.

Bei mir war die Abfolge: frühkindliches ADS, Traumatisierung durch gewalttätiges Elternhaus und Tod, Ausprägung einer Persönlichkeitsstörung inkl. Neigung zu Depressionen.

Das alles zusammen macht das Leben anstrengend {:(

Wie das am Schluss hieß, war mir voll egal, hauptsache, mir hat jemand geholfen. Und das hat dann der Psychiater, den mir der Psychologe empfohlen hat.

Das würde ich Dir auch raten - frag' Deinen Psychologen, ob er jemanden kennt, der dieser Sache gegeüber aufgeschlossen ist.

Oder er soll die Tests selbst machen.

Aber an Deiner Stelle würde ich mich nicht nur darauf versteifen, mein Psychologe meinte, bei mir wäre am ehesten eine Traumatherapie angesagt. Ich nehme die Medis um mich zu erden, alles andere habe ich nun angeleiert.

Egal, ob bei Dir ADS oder nicht, ich würde das mit den Medis, welche auch immer, wie gesagt mal versuchen, die ADS-Mediks sind natürlich im Vergleich "harmloser", das wäre Dir zu wünschen,

dass diese Stimulantien Dir helfen. Dass man am Anfang aber probieren und rumtesten muß, bei allen Psychopharmaka, ist normal und das solltest Du schon so auch akzeptieren. Wenn Du eine körperlich schwer einschränkende Krankheit hättest, müßte man das auch, nicht jeder reagiert gleich, da kann man auch nicht gleich aussteigen. Ich bekam z.B. Arthritis, mußte mit kleinen Kindern und Haus und Beruf mit knapp 40 plötzlich am Stock gehen vor Schmerz. Erst die 3. Medikation hat dann Erleichterung verschafft und klar war der Weg dorthin steinig. Aber da muß man dann schon durch, hilft ja nichts, weil der status quo ist ja auch nicht prickelnd, sonst würde man keinen Handlungsbedarf sehen.

c>rie[charl!ixe


Ich hätte wirklich Angst, nun erneut die Hilfe bei einem Psychiater zu suchen.

naja, aber Du gehst doch nicht wieder zu demselben, oder? Nur, weil ein Psychiater old school war, sind das doch nicht alle, nicht alle blonden sind dumm, nicht alle blauäugigen gebildet.... es gibt soviele unterschiedliche Psychiater wie Menschen, Deiner wird schon iwo sein!

Frag' Deinen Psychologen.

k,id.b


Ich fühle mich so zerrissen und leer und völlig antriebslos. Ich hätte so gerne jemanden in meinem Umfeld, mit dem ich so offen und ausgelassen über das rede, was mich bedrückt. Ich kann mich nicht aufraffen, mir einen neuen Psychologen zu suchen. Ich habe keinen Nerv, meine komplette Leidensgeschichte erneut irgendwem auftischen zu müssen und ich habe erst recht keine Lust dann festzustellen, dass alle Mühe umsonst war und derjenige Psychologe nicht passt.

Ich weiss, dass ich erwachsen bin und verantwortlich für mich selbst bin. Aber ich bin so langsam an dem Punkt angelangt, wo ich nichts mehr schaffe. Meine Stresstoleranz ist ausgeschöpft, ich reagiere bei jeder noch so banalen Kleinigkeit gereizt und entnervt. Ich ertrage mich selbst nicht mehr - ich bin immer wieder von mir selbst überrascht, wie ich es schaffe, nach außen hin so viel Fassung zu wahren. Das mag ein Grund sein, weshalb man mir meine mentalen Probleme vielleicht nicht anmerkt.

Seitdem die Trennung meiner Eltern nun schon in Gang ist, geht's mir schlecht. Das ist nun fast ein halbes Jahr. Ich lasse fast täglich meine Vergangenheit revue passieren und verfalle in tiefster Traurigkeit, wie man mit mir damals umging und dass ich immer abgelehnt und ausgeschlossen wurde. Mein Vater wollte mich nie haben und seinen Hass mir gegenüber kriege ich täglich zu spüren. Er sprach nicht mit mir, sondern beleidigte mich immer wieder. Der Standardspruch meiner Mutter "stell dich nicht so an, er tut dir doch nichts!". Ich kann es nicht mehr hören und ich verstehe nicht, wie meine Mutter so ignorant sein kann.

Ich bin permanent müde und würde am liebsten Tag nur schlafen und nichts tun.

B%oynnige BQennextt


Ich kann dich so gut verstehen!

Alles was du schreibst, würd ich sofort unterschreiben.

Ich möchte niemandem mehr meine Lebensgeschichte auftischen. Das ist verdammt anstrengend und 2 x hat sich auch bei mir dann herausgestellt, dass der Psychologe nicht gepasst hat.

Und diese Antriebslosigkeit ist die meiste Zeit auch echt schlimm.

Ich hab mir jetzt folgendes "Hilfsprogramm" zusammen gestellt:

- Schlechtes Gewissen ausblenden. Einen Tag komplett verpennt/vergammelt? Na und?! Gönn ich mir jetzt. Weil ich es kann. Es läuft nichts weg. Es vermisst mich eh keiner ;-)

- Sich bewusst etwas gutes tun. Das innere Kind pflegen. Kinderhörspiele anhören, Kinderfilme anschauen, in eine Kuscheldecke einwickeln, in die warme Badewanne mit Kerzen drumherum, Duftöle, Entspannungsmusik, Kakao aus einer Schnabeltasse - was auch immer dir gut tut.

- sich selbst verzeihen. Ich bin nicht perfekt, aber ich bin okay und es war nicht meine Schuld, dass mir meine Eltern keine Liebe geben konnten.

- sich alles von der Seele schreiben. Briefe an meine Eltern. Ohne abschicken.

- kleine Ziele setzen. Heute wird die Wäsche gemacht oder was auch immer. Aber eben nicht zu große Aufgaben. Und bewusste "Gammelpausen" einlegen. Am Ende Belohnung nicht vergessen (eine leckere Nachspeise, sich selbst mit Duftöl einreiben.)

Heute möchte ich noch unbedingt endlich den Keller ausmisten. Zumindest dss eine blöde Regal. Ballast loswerden, im wahrsten Sinne des Wortes, tut echt gut. Und heute stell ich mir auch "einen imaginären Freund" vor, der die ganze Zeit dabei ist. Der Vorteil an so einem ist definitiv, dass sie keine Bewirtung, kein Entertainment verlangen, dass man sie wieder wegschicken kann, wenn man wieder alleine sein will und sie sind einem nie beleidigt. Klingt verrückt, macht aber irgendwie Spaß :-D

Kannst du damit was anfangen?

aHtarix9


Ich denke nicht, dass Ihr, kit.b und Bonnie Bennett einen Psychologen braucht. Ihr könnt Euch auch gegenseitig helfen.

cSriepcharxlie


Du hast die akute Phase eine Depression, du brauchst Hilfe.

Erklär' dich deinem Partner und laß ihn die Maßnahmen übernehmen.

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