» »

Antidepressiva

N@oah C'zerxny hat die Diskussion gestartet


Ich würde gerne wissen was die Unterschiede zwischen den einzelnen Antidepressiva sind und warum nicht alle bei allen Krankheitsbildern wirken. Wonach wird ausgewählt was der Patient nehmen soll?

Mir wurde jetzt Citalopram verschrieben. (Wegen Depression und Essstörung.)

Das ist ein SSRI und soll meine Stimmung anheben indem es dafür sorgt dass die Serotoninkonzentration steigt, so wie ich das verstanden habe. ???

Eine andere Frage noch: kann ich das auch tagsüber nehmen? Ich soll es morgens nehmen aber als ich das heute gemacht habe musste ich mich übergeben. Gestern hatte ich die Tablette erst mittags genommen und hatte da schon etwas gegessen, da ging es mir dann gut. Wie wichtig ist es bei diesen Medikamenten dass man immer die gleiche Einnahmezeit einhält?

Antworten
jZuTluian#555


Ich habe Erfahrung mit Citalopram und Fluoxetin. Und ich sage dir gleich, wenn du durch die Essstörungen Probleme mit Gewichtszunahmen hast, dann nimm bloß nicht Citalopram, sondern versuche lieber Fluoxetin.

Die Ärzte bestreiten zwar immer, dass Citalopram zur Gewichtszunahme führt, wenn man nicht mehr isst %-| aber genau das ist das Problem bei Citalopram. Dir ist einfach alles scheiß egal, und du verlierst die Kontrolle und Motivation dich so zu ernähren, dass du schlank bleibst. Wo du früher dich zusammengerissen hat und nicht noch ein Eis gegessen hast, isst du mit Citalopram gleich zwei und es ist dir scheißegal ob du zunimmst. Das macht langfristig alles schlimmer, wenn du dann zwar ein Jahr glücklich warst, aber zehn Kilo mehr auf der Waage hast. Solltet man irgendwann Citaloram dann absetzen, macht dich Gewichtszunahme doppelt fertig.

Und glaube nicht den Geschichten von Ärzten, dass man sich nur zusammenreißen müsste! Unter Citalopram ist alles schöner und weniger schlimm, du siehst dann keinen Sinn mehr darin dich selbst zu disziplinieren. Du bist nicht wirklich du. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten, wenn man solche Medikamente nimmt.

Bei Fluoxetin fand ich das besser. Erstens hatte ich nicht dieses grundlose alles ist so schön Gefühl, sondern es war eher so, dass die innerer Unruhe komplett weg war, was bei Citalopram nicht so war. Bei Fluoxetin hatte ich das Gefühl wieder im hier und jetzt zu sein und nicht ständig alles zu hinterfragen und durchzudenken, sondern die Sachen einfach zu machen, und dann darüber zu urteilen, ob die Aktion gut war. Allerdings lag mir unter Fluxoetin das Herz auf der Zunge. Egal wer und wo, wenn mir was nicht passte, kam aus mir rausgeschossen und ich habe meine Meinung gesagt. Das kann man aber kontrollieren, wenn man sich eben auch hier immer bewußt macht, dass man gerade "drauf" ist. Der große Vorteil bei Fluoxetin ist aber, dass du wirklich nur noch isst, wenn du Hunger hast und nicht um dich zu trösten oder ähnliches. Du gehst Probleme eher direkt an, als sie mit Essen oder andere Vermeidungsaktionen aufzuschieben. Dafür ist bei Fluoxetin das Leben aber nicht plötzlich wunderschön, so wie bei Citalopram.

Ich würde nur noch Fluxoetin nehmen, wenn ich so eine Zeit habe.

Wenn du Citalopram nimmst bist du diesen nächsten Stunden aufgeputscht, dann kannst du schlafen vergessen. Also immer früh am Tag nehmen. Die ersten Mal war mir auch leicht schlecht, aber übergeben habe ich mich nicht.

Fluoxetin hat mich nicht müde gemacht. Aber dafür auch nicht geputscht.

JVanx74


Ähem. Ich glaube nicht dass Citalopram ganz allgemein die Wirkung

Dir ist einfach alles scheiß egal

hat. Hab ich auch noch nie gehört, und ich kenne diverse Leute, die das nehmen. Ich höre nur Gutes.

Fluoxetin ist auch ein SSRI, allerdings deutlich älter, oder? Also so wahnsinnig unterscheiden sollten die sich eh nicht, vorwiegend wohl bei den Nebenwirkungen?

Ansonsten gibts noch die trizylischen Antidepressiva und die MAO-Hemmer, die (in aufsteigender Reihenfolge) wohl deutlich heftigere Nebenwirkungen als Cit haben.

Ich hab auch den Eindruck, Citalopram ist ein relativ harmloses "Einstiegs-Antidepressivum". Gut verträglich und nicht das allerschwerste Geschütz.

ELhemaligeAr Nutz"er (#3z93M910)


julian,

der TE hat eine Essstörung im Bereich des starken Untergewichtes. Eine Gewichtszunahme wäre bei ihm wünschenswert.

Und sorry, aber jedes AD wirkt bei Jedem anders. Also bitte keine Empfehlungen für ein bestimmtes AD. Das muss der Arzt entscheiden.

jjulyian5x55


ich habe doch MEINE Erfahrung beschrieben. Immerhin fast zwei Jahre Citalopram, und ein Jahr Fluxoetin. Das was ich zu Citalopram geschrieben habe wird auch erst dann einem richtig bewußt, wenn man es nicht mehr nimmt.

Das muss der Arzt entscheiden.

Ärzte können empfehlen was in den Büchern theoretisch steht. Ich habe aber sehr schnell gelernt bei Antidepressiva auf praktische Erfahrungen zu hören. Die haben die Ärtze meistens nicht.

Echemalig6er N1utze+r (#3U93q910)


dann nimm bloß nicht Citalopram, sondern versuche lieber Fluoxetin.

Das ist eine eindeutige Empfehlung deinerseits.

J)an7x4


Das was ich zu Citalopram geschrieben habe wird auch erst dann einem richtig bewußt, wenn man es nicht mehr nimmt.

Das was Du zu Citalopram geschrieben hast wurde auch erst dann Dir richtig bewußt, als Du es nicht mehr genommen hast! Bitte keine groben Verallgemeinerungen!

Mit den praktischen Erfahrungen hast Du nicht unrecht aber die sind bei Citalopram ja weitgehend sehr positiv, nach dem was man so hört. ich hör eigentlich immer nur "endlich mal wieder etwas besser drauf und etwas mehr antrieb und etwas weniger Angst und Verzweiflung" aber bisher kein "scheissegal-wohlfühl-Wolke".

Aber lassen wir den TE doch erstmal schauen wie es ihm damit geht!

j(uliabn555


Mit den praktischen Erfahrungen hast Du nicht unrecht aber die sind bei Citalopram ja weitgehend sehr positiv, nach dem was man so hört. ich hör eigentlich immer nur "endlich mal wieder etwas besser drauf und etwas mehr antrieb und etwas weniger Angst und Verzweiflung" aber bisher kein "scheissegal-wohlfühl-Wolke".

Aber lassen wir den TE doch erstmal schauen wie es ihm damit geht!

Das ist ja das Problem. Man ist besser drauf, obwohl die Probleme die gleichen sind. Anstatt daran zu arbeiten die Probleme zu lösen, verdrängt man sie lieber. Motivation war bei null. Es war ja alles schön. :-/

Bei Fluoxetin war es bei mir eben so, dass ich mich auf die Probleme konzentrieren und sie aus der Welt schaffen konnte. Seit dem brauche ich auch keine Antidepressiva mehr bzw. nur noch selten, falls die Gedanken mal wieder kreisen.

J7an7x4


Man ist besser drauf, obwohl die Probleme die gleichen sind.

Das ist der Sinn dieser Medikamente!

Ausserdem ist eine Depression nicht unbedingt eine "Verstimmung aufgrund ungelöster Probleme" sondern u.U. einfach eine autonome Gemütserkrankung, ohne konkretes Problem, welches zu lösen wäre.

NCoa*h Czeorny


Bei mir gibt es so gesehen keine Probleme, die gelöst werden müssten. Mir geht es unabhängig von den äußeren Umständen scheiße, das wird halt nur noch mal zusätzlich getriggert wenn etwas passiert. Wenn dieses Medikament dafür sorgt, dass meine Stimmung wieder neutraler ist und ich auch wieder Positives empfinden kann, das würde mir absolut reichen.

Mir geht es heute so "gut" wie schon lange nicht mehr. Ich bin ruhiger, habe plötzlich ein regelrechtes Kommunikationsbedürfnis, das ich so von mir gar nicht mehr kenne. Ich kann mir nicht vorstellen dass das irgendwas mit den Tabletten zu tun hat, denn ich habe ja erst zwei genommen. Falls die zweite überhaupt drin geblieben ist. Das ist also Zufall, oder? ":/ ???

Jran7x4


Jo, vermutlich, oder eine psychische Folge der Tabletten, nach dem Motto, "es gibt wieder etwas, was Hoffnung vermittelt".

J(an7G4


@ julian555

Das ist dann aber auch ein Behandlungsfehler des Arztes, und nicht dem Medikament anzulasten.

Ein Antidepressivum ist natürlich nicht "die Lösung", daran besteht doch gar kein Zweifel. Kein kompetenter Psychiater wird das (in der Regel, Ausnahmen gibts hin und wieder natürlich) über längere Zeit verschreiben ohne gleichzeitig auf eine Therapie zu drängen.

Allerdings kann es den Betroffenen Personen die Stabilität und Kraft geben, überhaupt erstmal wieder irgendwas in Angriff nehmen zu können, und das Leben generell erstmal wieder erträglich zu finden.

j6uliYan$55x5


Nein, das ist schon die Wirkung. Ich reagiere bei Citalopram auch sofort. Beim ersten Mal, hatte ich am nächsten Tag das Gefühl neu geboren zu sein. War zwar schön, und genieße diese Zeit ruhig, aber achte sehr drauf, ob du deine Aufgaben auch wirklich erledigst. Achte auf deine Motivation. Das ist mein Ratschlag aufgrund meiner Erfahrung mit Citalopram.

N?oah dCzexrny


Bestenfalls soll ich durch diese Tabletten erst mal meine Motivation wiederfinden. Ich liege seit einem Jahr fast nur im Bett.

J5anx74


Echt? Das dauert doch sonst paar Wochen bis sich die Wirkung einstellt (liest man so und habe ich ebenfalls gehört).

Dass man SO darauf reagiert wie Du es beschreibst ist mir komplett neu, sowohl was das angelesene Wissen als auch die Berichte aller Leute, die ich kenne, die es nehmen, angeht. NIEMAND hat sofort auch nur irgendwas davon gemerkt, nach paar Wochen ging es erst langsam los.

Kann natürlich hin und wieder Ausnahmen geben. Trotzdem merkwürdig.

Achte auf deine Motivation

Das isses ja - ohne AD haben die betroffenen Personen doch oft gar keine.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH