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Schaffe Abnablung von alten Eltern nicht

SftirYnxi hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mich bringt mein schlechtes Gewissen fast um, obwohl es nach außen - also rein realistisch und faktisch - überhaupt nichts ist. Meine Eltern erwarten immer noch von mir (w. 47 J., verh.), dass ich mich regelmäßig bei ihnen melde. Sie sind körperlich noch recht fit, mein Bruder wohnt im Haus nebenan. Ich habe eine schwierige Biographie, sie haben mir riesige Schuldgefühle gemacht, als ich mich begann von ihnen zu lösen. Meine Mutter leidet (Märtyrer-Mutter) mehr oder weniger still vor sich hin und ich bin schuld, dass es ihr so schlecht geht.

Mir tut der Kontakt aber nicht gut, d.h. es ist so schlimm, dass ich vor Zusammentreffen wie Familienfeiern oder nicht zu vermeidenden Besuche, früher immer krank geworden bin. Ich habe eine Reihe psychosomatischer Beschwerden und bin derzeit auch in psychotherapeutischer Behandlung, was meine Eltern überhaupt nicht verstehen und ablehnen.

Ich drehe fast noch durch, weil ich mich auf der einen Seiter ja endlich abnabeln will (finde die Gespräche mit ihnen sehr belastend) und auf der anderen Seite weiß, dass sie erwarten, dass ich mich melde und ich kann dieses schlechte Gewissen nicht abstellen.

Gibt es jemanden, dem es ähnlich geht oder der einen Rat für mich hat?

Danke im Voraus

Antworten
SxilkJPea_rl


Du schaffst den entscheidenden Schritt von ihnen weg wahrscheinlich nur mit Hilfe eines Therapeuten - was nicht in Feindschaft geschehen muss! - oder Du ordnest Dich unter und tust so lange das, was Du tun musst, bis Deine Eltern nicht mehr da sind.

Diese Wahl kann Dir niemand abnehmen.

rnath7l}ose


Eine Ideallösung gibt es da nicht. Aber du weißt, was für deine Seele das Bessere ist, und das ist die Abnabelung. Somit würde ich empfehlen, das schlechte Gewissen zu wählen.

Dann halt daran arbeiten, dass du keines haben brauchst. Alles andere wäre doch ein Schritt zurück, wenn du sagen würdest, nagut, damit ich kein schlechtes Gewissen bekomme, lasse ich mich weiter gängeln und bevormunden wie ein Kind. Das wärs ja dann auch nicht, oder? ":/

g(rauxm


Durchhalten. Immer weiter abnabeln. Du bist in Therapie, nutze sie dazu.

Ich habe seit Jahren keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern. Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht mehr. Das vergeht je weniger die alten Muster greifen.

EZheSma^ligerQ NutNzer (#573x012)


Hallo Stirni :-)

Ich habe eine schwierige Biographie, sie haben mir riesige Schuldgefühle gemacht, als ich mich begann von ihnen zu lösen. Meine Mutter leidet (Märtyrer-Mutter) mehr oder weniger still vor sich hin und ich bin schuld, dass es ihr so schlecht geht.

Ich finde das eine der schlimmsten Formen von Erpressung und "Ansichketten". Ein Stück weit kenne ich das , schlechtes Gewissen ist ein ganz übles Gefühl.

Ich kann dir nur sagen , was mir hilft -( oft -aber nicht immer - noch zu wenig ]:D )

Bei mir ist nicht meine Mutter die "Erpresserin" sondern mein Vater ,auf eine ganz -hm- durchsetzende Art.

Ich bin kein Kind mehr , nicht mehr abhängig von ihm und ein eigenständiger Mensch.

Mein Vater hat seine eigene Geschichte , die ihn so werden hat lassen, wie er jetzt ist, dafür kann ich nichts.

Es ist so eine Art unbewußtes Spiel.

Wenn ich nicht mehr mitspiele , wird es unterbrochen.

Macht ihm natürlich keinen Spaß- aber auch er kann noch lernen, wenn nicht- bin ich nicht dafür verantwortlich.

Ich muß lernen Grenzen zu setzen- diese auch ganz klar formulieren- sonst versteht er es nicht.


Deine Eltern habe dich in die Welt gesetzt- sie wollten dich, doch ein Kind ist kein Besitz. Ein Kind (auch wenn es erwachsen ist ) ist nicht dazu da, seine Eltern glücklich zu machen. Jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich.

mOusic*us_x65


und ich bin schuld, dass es ihr so schlecht geht

Das hat sie so gesagt? Mehrmals?

Nachvollziehbare Begründung?

Ich drehe fast noch durch, weil ich mich auf der einen Seite ja endlich abnabeln will (finde die Gespräche mit ihnen sehr belastend) und auf der anderen Seite weiß, dass sie erwarten, dass ich mich melde

"Melden" kann man sich auch schriftlich. Ein Brief(chen) oder Postkarte alle paar Wochen, oder auch nur alle paar Monate. Oder Dein Bruder soll schöne Grüße ausrichten.... Wenn Du nicht mit ihnen reden willst, dann fahr halt nicht mehr hin und lege dir ggfs. eine neue Telefonnummer zu.

Ezhemalnig}er NuUtzer (x#573012)


Muß nochmal kurz ein wenig "klugscheißen " 8-)

Für mich ist die räumliche Trennung zur Zeit nicht mehr so gut möglich , ich mußte mich wieder damit konfrontieren, das hat mir fast den Atem genommen.

Mittlerweile hab ich gemerkt , dass die auch nicht unbedingt notwenig ist. Denn ich hatte sie ja sehr lange Zeit - trotzdem war ich irgendwie innerlich gefangen.

Viel wichtiger ist , sich selber innerlich Raum zu geben- mit sich selber achtsamer sein und mehr bei sich zu bleiben.

Ich drehe fast noch durch, weil ich mich auf der einen Seiter ja endlich abnabeln will (finde die Gespräche mit ihnen sehr belastend) und auf der anderen Seite weiß, dass sie erwarten, dass ich mich melde und ich kann dieses schlechte Gewissen nicht abstellen.

Das Abnabeln kannst du ganz für dich selber machen, dafür braucht es keine Erlaubnis deiner Eltern. Deswegen kannst du sie trotzdem als deine Eltern mögen, du mußt nicht völlig den Kontakt abbrechen. Wenn du für dich selber den Frieden mit ihnen und vorallem mit dir gefunden hast- ist der Umgang mit ihnen viel einfacher und ohne diesen Druck- der dich krank macht. Sie werden dir diesen Druck nicht nehmen (können) , das kannst nur du @:)

FBixA undn Foxxie


Hallo Stirni,

liest sich wie bei meinen Eltern, vor allen Dingen aber meiner Mutter! Kenne das nur zu gut, mit den Schuldgefühlen machen u. dauernd Vorwürfe. Bin in deinem Alter, werde jetzt bald 46.

Bei mir kommt nun noch erschwerend hinzu, dass mein Vater letztes Jahr verstorben ist u. ich nun ganz allein dastehe. Mein Bruder ist auch vor 25 Jahren tödlich verunglückt. Ich weiß, dass ich den Kontakt zu meiner Mutter abbrechen müsste, da sie mir überhaupt nicht gut tut, aber ich kann es irgendwie nicht, weil ich genau weiß, dass ich dann auch wieder Schuldgefühle habe. Sie lehnt jegliche fremde Hilfe ab, kann aber so viele Dinge nicht mehr alleine. Sie ist (noch) nicht pflegebedürftig, aber setzt voraus, dass ich sie später mal pflegen werde. Das werde ich aber ganz sicher nicht, weil das überhaupt nicht geht! :|N Ich habe den Kontakt schon so weit eingeschränkt, dass ich nur noch 1 - 2 x in der Woche zu ihr gehe, manchmal auch gar nicht u. nur höchstens alle 3 Tage mit ihr telefoniere. Sie redet dann auch nur über sich, wie schlecht es ihr geht, über ihre Krankheiten, etc. und ich bin der Seelenmülleimer. So war das aber schon immer, nur, dass es jetzt im Alter alles noch viel schlimmer geworden ist. Sie tickt regelmäßig aus und wenn man ihr dann mal die Meinung sagt (was ich mich jahrzehntelang nie getraut habe, weil sie dann immer geheult hat), fängt sie an, zu heulen, streitet alles ab u. ich bin dann die Böse, verteufel sie u. verdrehe alles. Dabei ist es umgekehrt. Sie kann keinen Fehler zugeben. Mittlerweile will auch keiner mehr was mit ihr zu tun haben. Meine Tochter geht nur ganz selten u. ungerne hin u. sonst auch niemand weiter von der Verwandtschaft. Da ich meinem Vater am Sterbebett versprechen musste, mich um sie zu kümmern, käme ich mir noch arschiger vor, wenn ich sie im Stich lasse. Zumal er ja alles gemacht hat u. sie von einigen Sachen nichts versteht u. es nicht kann. (vor allen Dingen geschäftliche Sachen, aber auch Wäsche waschen - kann sie mit ihrer neuen Maschine nicht, Kühlschrank abtauen, sich alleine Medikamente bestellen, etc. Zum Arzt gehe ich mit ihr aber nicht mehr, da ich sowieso dort nichts sagen darf u. dann wieder die Dumme bin. Ihr Arzt taugt ihr ja auch nichts mehr. Ich werde ihr aber keinen neuen suchen) Sie ist total auf mich fixiert u. will alles praktisch mit mir machen und versteht nicht, dass ich das nicht will. Am liebsten hätte sie, dass ich zu ihr ziehe... :-X Das werde ich aber auf keinen Fall tun! :|N

Meine Therapie ist zu Ende, bzw. kann ich noch einmal im Monat für 1 Jahr kommen. Die Therapeutin ist auch der Meinung, dass ich den Sozialdienst einschalten soll. Aber was soll ich machen, wenn es gegen den Willen meiner Mutter ist? Andererseits geht es so psych. auch nicht mehr gut bei mir, war nervlich zwischenzeitlich schon total runter. (neige zu Angst- u. Panikattacken u. die haben sich durch den ganzen psych. Stress bei mir natürlich auch wieder verstärkt. Meine Eltern haben auch nie verstanden, dass ich psych. Probleme habe, so was gibt es in ihren Augen gar nicht, man muss sich nur mal bisschen zusammenreißen und dass ich Thera mache, verstehen/verstanden sie auch nie, besonders aber meine Mutter. Mit meinem Vater bin ich immer ganz gut ausgekommen, leider habe ich ihn ja nun fast 1 Jahr nicht mehr... :°( Auch, wenn er auch nicht einfach war, aber so, wie sie war er nicht!) Ich habe auch noch keinen Plan, wie es weitergehen soll. So geht es auf Dauer jedenfalls nicht weiter! :|N Das Blöde ist, dass mir meine Mutter dann doch immer wieder Leid tut..

Einen Rat an dich habe ich leider auch nicht. Ich stecke ja selbst in so einem Schlamassel u. habe noch keinen richtigen Plan. Meine Mutter schafft es leider auch immer wieder, mir Schuldgefühle zu machen, obwohl ich mir vorgenommen habe, das nicht so an mich ranzulassen. Aber das ist eben nicht so einfach.

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