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Was ist das für ein Leben?

Alias 709421 hat die Diskussion gestartet


Hallo.

Ich hab lange mit mir gehadert,dieses Thema zu eröffnen. Ich bitte jetzt schon darum,keine beleidigenden oder abwertenden Äußerungen lesen zu müssen,es ist so schon schwer genug für mich diese Bankrotterklärung an mein Leben zu verfassen.

Ja wo fang ich an-ich bin weiblich,anfang 20 und war schon immer ein Versager in meinem Leben. Ich war niemals im Kindergarten,hatte schon in der Grundschule kaum Freunde. Auf der weiterführenden Schule wurde es nicht besser,eher schlimmer. Ich konnte keinen Anschluss finden,wurde gemobbt und fühlte mich einfach anders als die anderen. Erreicht habe ich auch nichts,hauptschulabschluss nach Klasse 9. Ich habe keinen Job.

Wenn ich andere in meinem Alter sehe,die ausziehen einen Job und Führerschein haben,muss ich weinen. Ich leide schon seit Jahren an einer sozialen Phobie und diese Scheisskrankheit hat mir das alles verwehrt. Ja ich habe Therapie gemacht,war in der Klinik aber das hat mir nichts gebracht außer das die Therapeuten mir klar machten,dass ich ein Loser bin. Auch jetzt hab ich nach Therapieplätzen gesucht,aber nirgendwo war was frei. Wenn ja,haben die Therapeuten mich abgelehnt.

Geschlagen wurde ich auch als Kind-als 16jährige so heftig,dass meine Mutter eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung bekommen hat. Aber mir ist klar das ich einfach ein freches Kind war und es selbst Schuld war, geschlagen zu werden. Hätte ich mich mehr angestrengt und wäre lieber, wäre das bestimmt nicht passiert. Wenn ich meine Mutter drauf ansprach, streitet sie es ab mich früher geschlagen zu haben. Es wäre "nur" hauen gewesen und kein schlagen. Aber es tat so sehr weh und ich hab mich so hilflos gefühlt. Meine Mutter hatte dazu diesen Freund der mich immer schon hasste,ich fühlte so einsam.

So viel zu meiner Vergangenheit.

Heute hab ich zwar einen Freund(Wochenendbeziehung),aber immernoch keine Freunde. Wenn ich ihn nicht hätte,hätte ich wohl keine Kontakte.

Er macht jetzt eine Ausbildung mit Ende zwanzig und seitdem wird mir noch mehr bewusst,das es niemanden gibt der sich für mich interessiert,mal fragt wie es mir geht. Ich hab sogar schon Ex Affären kontaktiert,nicht weil ich fremdgehen möchte sowas würde ich niemals tun,aber weil ich einfach das Gefühl haben wollte das es irgendjemand gibt der sich für mich interessiert. Das ich nicht den ganzen Tag allein bin und erst abends eine Stunde mit meinem Freund schreiben kann,um dann wieder schlaflos und allein zu sein.

Es tut gut,wenigstens einen kleinen Teil von der Seele zu schreiben.

Antworten
N{oam9x3


Hey.

Ich kann dich echt verstehen! Auch ich hatte eine sehr miese Kindheit.

Ebenfalls habe ich "nur" einen Hauptschulabschluss und keine Arbeit, ebefalls Anfang 20.

Bis vor kurzem hatte ich noch nichtmal 'nen Ausweis, weil ich nicht raus konnte.

Dazu Depressionen, eine Essstörung, eine soziale Phobie und selbstverletzendes Verhalten.

Achja, Freunde habe ich auch keine.

Derzeit gelte ich als "erwerbsunfähig" und versuche daher meine ganze Kraft in eine

Therapie zu stecken. Ich bin 24 Stunden rund um die Uhr zuhause, bis auf die eine halbe

Stunde in der Woche bei meinem Therapeuten.

Vielleicht solltest du es nochmal bei einem ganz neuen Therapeuten versuchen und nicht

zu viel auf einmal von dir erwarten! Kleine Schritte in die richtige Richtung bringen auch

Erfolg. Vielleicht solltest du mal ein ausführliches Gespräch mit deinem Freund führen?

Ich denke nämlich schon, dass es ihn interessiert, wie es dir geht, wie du dich fühlst und

was dich bedrückt! Bitte gib nicht auf und nimm all deine Kraft und deinen Mut zusammen

und kämpfe für dein Leben!

Ich weiß zwar nicht, in wie weit du dich auf die Therapie eingelassen hast, aber mir fiel es sehr,

sehr schwer mich auf das ganze einzulassen. Es kostet sehr viel Kraft und es wird sicherlich

mal schmerzhaft alles aufzuarbeiten, aber ich denke, ein neuer Therapieversuch kann nicht

schaden.

:)_

HYyper]ixon


Faden verschoben

Alias 709421


Vielen Dank für deine Antwort!

Es tut gut zu hören,dass man damit nicht alleine ist.

Man fühlt sich ja teilweise schon wie ein Alien,wenn man sieht was andere im selben Alter erreichen und man selbst irgendwie scheitert. Heutzutage werden ja immer mehr Ansprüche gestellt,wie man zu leben hat damit man dazugehört.

Erwerbsunfähig bin ich auch.

Mit meinem Freund drüber sprechen ist so eine Sache. Manchmal habe ich das Gefühl,er versteht das nicht und meint ich müsste schon glücklich genug sein das wir uns haben.

Aber das mit der Therapie werde ich nochmal in Angriff nehmen.

EThem|aliger NHutzer (#5G726x61)


Du scheinst generell alles, was passiert, passiert ist und passieren wird auf dich zu beziehen. Du hast ganz stark "ich bin schuld" in den Kopf eingemeißelt. Das ist mal der erste Punkt, an dem du DRINGEND arbeiten musst.

Ja ich habe Therapie gemacht,war in der Klinik aber das hat mir nichts gebracht außer das die Therapeuten mir klar machten,dass ich ein Loser bin

Haben sie das so gesagt oder hast du es so interpretiert? Ich kann mir das nämlich nicht wirklich vorstellen...

Geschlagen wurde ich auch als Kind-als 16jährige so heftig,dass meine Mutter eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung bekommen hat. Aber mir ist klar das ich einfach ein freches Kind war und es selbst Schuld war, geschlagen zu werden.

NEIN! Ganz einfach: NEIN NEIN NEIN NEIN NEIN! Ein Kind sollte NIE NIE NIE egal was auch immer los ist geschlagen oder in irgendeiner Form körperlich oder psychisch misshandelt werden. Auch wenn du ein freches Kind bist (das kommt ja auch von irgendwoher, irgendwo musst du das ja gelernt haben, so zu sein). Deine Mutter hat hier scheisse gebaut. Wenn sie sich nicht anders zu helfen weiß, als ein wehrloses(!) Wesen zu verdreschen läuft bei deiner Mutter auch schon was massiv schief! Das ist NICHT DEINE SCHULD!

Ich kann nachfühlen, wie du dich fühlst! Mir bleibt aktuell auch vieles verwehrt wegen meinen Panikattacken und Agoraphobie. Aber ganz wichtig ist es, dich nicht aufzugeben. Ich habe mir stur in den Kopf gesetzt, dass ich diese scheiss Krankheiten bezwingen KANN und WERDE! Und ich WERDE wieder ein normales Leben führen können! Davon bin ich überzeugt.

Bemühe dich weiter um eine Therapie. Bei mir hat es fast ein Jahr gedauert, bis sich jemand um mich gekümmert hat (Falls du aus dem Raum Stuttgart oder Ludwigsburg bist, kann ich dir die Nummer einer sehr fähigen Therapeutin geben, die noch Plätze frei hat!).

Wichtig ist: Psychische Erkrankungen heilen leider nicht von selbst. Es muss von dir innen der Wille kommen, den Kreis zu durchbrechen. Stell dich deinen Ängsten in dir angenehmen Maße (ist natürlich immer etwas unangenehm, mach das was du kannst und steigere dich!). Geh, wenn du möchstes, in eine Selbsthilfegruppe. Dort kannst du mit anderen über deine Probleme sprechen, die hören dir zu, die verstehen dich und du fühlst dich dort nicht als Außenseiter.

Gib dich nicht auf. Der einzige, der hier was ändern kann, bist DU!

Alias 709421


Haben sie das so gesagt oder hast du es so interpretiert? Ich kann mir das nämlich nicht wirklich vorstellen...

Nein so direkt gesagt natürlich nicht,aber mich gefragt ob ich denn bitte ewig dem Staat auf der Tasche liegen möchte oder vielleicht mal meinen hintern hoch bekomme.

NEIN! Ganz einfach: NEIN NEIN NEIN NEIN NEIN! Ein Kind sollte NIE NIE NIE egal was auch immer los ist geschlagen oder in irgendeiner Form körperlich oder psychisch misshandelt werden. Auch wenn du ein freches Kind bist (das kommt ja auch von irgendwoher, irgendwo musst du das ja gelernt haben, so zu sein). Deine Mutter hat hier scheisse gebaut. Wenn sie sich nicht anders zu helfen weiß, als ein wehrloses(!) Wesen zu verdreschen läuft bei deiner Mutter auch schon was massiv schief! Das ist NICHT DEINE SCHULD!

Ich kann nachfühlen, wie du dich fühlst! Mir bleibt aktuell auch vieles verwehrt wegen meinen Panikattacken und Agoraphobie. Aber ganz wichtig ist es, dich nicht aufzugeben. Ich habe mir stur in den Kopf gesetzt, dass ich diese scheiss Krankheiten bezwingen KANN und WERDE! Und ich WERDE wieder ein normales Leben führen können! Davon bin ich überzeugt.

Bemühe dich weiter um eine Therapie. Bei mir hat es fast ein Jahr gedauert, bis sich jemand um mich gekümmert hat (Falls du aus dem Raum Stuttgart oder Ludwigsburg bist, kann ich dir die Nummer einer sehr fähigen Therapeutin geben, die noch Plätze frei hat!).

Wichtig ist: Psychische Erkrankungen heilen leider nicht von selbst. Es muss von dir innen der Wille kommen, den Kreis zu durchbrechen. Stell dich deinen Ängsten in dir angenehmen Maße (ist natürlich immer etwas unangenehm, mach das was du kannst und steigere dich!). Geh, wenn du möchstes, in eine Selbsthilfegruppe. Dort kannst du mit anderen über deine Probleme sprechen, die hören dir zu, die verstehen dich und du fühlst dich dort nicht als Außenseiter.

Gib dich nicht auf. Der einzige, der hier was ändern kann, bist DU!

Irgendwo drinnen weiß man,dass man nicht Schuld ist,aber wenn sie mir sagt das ich mich hyperaktiv (angeblich) verhalten habe,dann kommen die Gedanken automatisch das ich einfach genervt habe. Wenn ich Nähe zu ihr gesucht habe,hieß es immer "rück mir nicht so auf die Pelle!" Das tat natürlich weh als Kind. Wirklich geliebt habe ich mich nicht gefühlt.

Natürlich muss ich weiter nach einer Therapie suchen,und ich gebe mir auch weiterhin Mühe auch außerhalb meiner Stadt eine zu finden. Leider komme ich nicht aus der Gegend,sonst hätte ich das Angebot gerne angenommen! Ich versuche auch immer mich aufzuraffen.

[...] (Bezug auf gelöschte Inhalte)

Klar mit Phrasen kann man's natürlich auch abtun.

Wenn man psychisch krank ist,kann man einfach nicht. Auch wenn man möchte,es geht nicht und glaub mir hätte ich diese scheisse nicht wäre alles anders.

Ja ich habe in meinem Leben genau 3 Männer kennengelernt,nur weil man eine soziale Phobie hat,heißt das nicht das man niemals auf Menschen trifft. Mit einem Menschen alleine Zeit zu verbringen,macht mir nicht so große Probleme.

Erwerbsunfähig eben genau deshalb,weil mir bescheinigt wurde das ich keinen normalen Arbeitsalltag gewachsen bin.

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Erwerbsunfähig eben genau deshalb,weil mir bescheinigt wurde das ich keinen normalen Arbeitsalltag gewachsen bin.

Also weil eine Sozialphobie diagnostiziert wurde?

Einen weiteren Therapieversuch solltest du auf jeden Fall starten, etwas anderes bleibt dir ja nicht übrig. Und sollte das nicht helfen: Auch alleine kann man leben, wenn man sich denn damit abfindet. Ganz alleine bist du ja nicht, du hast ja einen Partner, bzw natürlich keine Probleme Partner zu finden. Vollkommen isoliert bist du also nicht. Solltest du die soziale Phobie also nicht loswerden können, dann ändere eben deine Vorstellungen vom Leben und versuche es so zu gestalten, dass du auch ohne Freunde, Erfolg und Beruf gut klarkommst :)z

Alias 709421


Also weil eine Sozialphobie diagnostiziert wurde?

Richtig.

Auch alleine kann man leben, wenn man sich denn damit abfindet. Ganz alleine bist du ja nicht, du hast ja einen Partner, bzw natürlich keine Probleme Partner zu finden.

Ich bin auch froh das ich ihn habe,aber man weiß eben nie wie das Leben spielt. Ich hab halt nur Angst vor demTag wo er nicht mehr da sein könnte(er macht eine Ausbildung zum Gleisbauer ,der Beruf ist halt ziemlich gefährlich). Dann wäre ich ganz allein und müsste ganz allein mit dem Schmerz fertig werden. Als arbeitslose Frau ist man auch nicht unbedingt beliebt,leider.

Solltest du die soziale Phobie also nicht loswerden können, dann ändere eben deine Vorstellungen vom Leben und versuche es so zu gestalten, dass du auch ohne Freunde, Erfolg und Beruf gut klarkommst

Klingt einfach aber ist es wahrscheinlich eher nicht. :-| trotzdem lassen einen die Selbstzweifel nicht los,nicht "Richtig" zu sein.

N^oamx93


Wie ich bereits erwähnte, solltest du wirklich versuchen erneut eine Therapie zu machen und dich

wirklich 100%ig mit dir außeinander setzen.

Und was hast du bei einem Gespräch mit deinem Partner schon zu verlieren? Vielleicht geht ihr

mal gemeinsam zu 'nem Therapeuten und der erklärt deinem Freund dann genauer was es damit

auf sich hat, wenn er es in einem Gespräch nur mit dir nicht ganz nachvollziehen kann?

Du bist NICHT schuld daran, was man dir angetan hat! Rede dir das nicht immer ein.

Ich habe mich lange gefragt, ob ich es vielleicht verdient habe von Menschen (auch außerhalb der Familie)

so behandelt zu werden. Aber niemand hat es verdient geschlagen (usw.) zu werden!

Ich kann dir nur Mut zusprechen und dir das Beste wünschen!

Wichtig ist nur, dass du den Kopf nicht in den Sand steckst, auch wenn die Probleme und schlechten

Gedanken mal wieder überhand nehmen!

:)*

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