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Freundin braucht hilfe

h`olz\oefen hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich bin neu hier und habe mich angemeldet weil ich einfach nicht mehr weiter weiß.

Also, zu aller erst geht es hier nicht um mich sondern um meine Ex-Freundin, sie ist 19 und seit einiger Zeit sehr depressiv.

Ich habe sie vor gut 2 Jahren übers Internet kennengelernt und zunächst waren wir nur Freunde bis es Anfang diesen Jahres klick gemacht hat. Sie lebt ein paar hundert Kilometer entfernt also war es erst nur eine Fernbeziehung, irgendwann hab ich mich aufraffen können und habe sie dann besucht. Wir lebten dann 3 Monate bei ihr zusammen und anfang gab es ein paar Probleme, haben uns nach ein paar Wochen jedoch sehr ineinander verliebt und der Abschied war sehr schlimm.

Also, während ich dort war haben wir auch über ihre Depression geredet und sind dann zu dem Ergebnis gekommen dass es daran liegen könnte, da sie mit 12 von ihrem damals 15-jahre alten bruder vergewaltigt wurde.

Das beschäftigt sie täglich und sie hat auch Albträume davon und meistens gibt sie sich selbst die schuld da sie anscheinend nicht "nein" gesagt hätte sondern es einfach über sich ergehen hat lassen.

Ich habe es ihr schon so oft gesagt dass sie absolut nichts dafür kann, wenn sie aber in ihrer "depressiven Phase" ist glaubt sie mir gar nichts und ich komm mir jedes mal so hilflos vor.

Das gefühl der Hilflosigkeit ist das Schlimmste weil ich einfach nichts ändern kann, sie will es ihrer Mutter nicht sagen (was ich ja verstehen kann), nicht zum Psychologen weil sie sich dafür schämt und ich kann sie auch nicht daran hindern sich was anzutun weil ich ein paar hundert Kilometer entfernt bin. Seit kurzem hat sie nämlich wieder angefangen sich zu ritzen... sie meint es wäre das einzige am tag was ihr freude bereitet.

Naja und als ich mit ihr zusammen war haben wir uns darauf geeinigt eine Beziehungspause einzulegen sobalt ich weg bin, da ich eventuell erst wieder in einem Jahr bei ihr sein kann und sie versuchen will ihr Leben in den Griff zu bekommen.

Der abschied war schwer, die ersten paar Wochen kamen wir noch sehr gut miteinander klar. Sicher waren wir sehr traurig aber wir haben uns immer noch geschrieben dass wir uns lieben und jeden Tag über voice chat geredet.

Plötzlich hat sie dann damit aufgehört und meinte dass ihr jetzt alles egal ist, sie redet seit 2 Wochen nur noch das nötigste mit mir, schreibt nicht mehr dass sie mich liebt, meistens nicht mal mehr gute nacht oder so...

Sie meinte sie fühle nichts mehr und will nie wieder mit irgendjemandem eine Beziehung haben da sie sowieso nur alles falsch mache und nur ein problem darstelle (was sie offensichtlich nicht ist). Sie hat mich sehr glücklich gemacht und ich hatte noch nie eine bessere Zeit in meinem Leben. Versteht es bitte nicht falsch, sie ist eine sehr nette Person und hat sich sehr um micht gekümmert, jedoch meint sie durch ihre Depression dass sie jetzt "schlecht" zu mir sein muss, da sie sich fühlt als würde sie mich nur aufhalten in meinem Leben, sie veruscht also mich loszuwerden damit ich jemand Besseren finde, so ihre Worte.

Sie hat außerdem ein problem mit ihrem Gewicht und hasst sich dafür dass sie ein wenig Übergewichtig ist noch mehr. Es stört sie so sehr doch sie bekommt es nicht in den Griff da sie wohl Bulimie hat. Sie kauft sich junkfood, stopft sich voll und übergibt das dann wieder... ist natürlich auch nicht Gesund aber wenigstens macht sie das jetzt nicht mehr so häufig. Ihr traumgewicht befindet sich echt nicht mehr im gesunden Bereich, sie meinte einmal dass sie so dünn wie möglich sein will damit sie weniger auffällt und einfach "verschwindet".

Ihre stimmung hat sich wirklich täglich oder manchmal stündlich total verändert aber inzwischen ist sie einfach nur noch ein Roboter ohne Gefühle und das macht mich echt fertig.

Das einzige womit ich ihr wahrscheinlich helfen könnte wäre es sie zu besuchen, aber das kann ich für eine ganze Weile nicht mehr.

Jetzt weiß ich einfach nicht was ich tun soll? Ich mache mir jeden Tag sorgen dass sie sich was Ernstes antut aber ich bin einfach hilflos.

Habt ihr vielleicht igendwelche Tipps? Bin dankbar für alles.

Antworten
PzlüschbAiexst


Hallo,

du kannst Leider nicht viel ausrichten. Deine Freundin braucht dringend therapeutische Hilfe.

Gibt es einen Arzt, Lehrer oder sonst jemanden zu dem sie Vertrauen hat?

Dann könntest du sie mal behutsam drauf ansprechen ob sie sich nicht dieser Vertrauensperson anvertrauen möchte. Oder du machst ihr den Vorschlag das sie sich selbst einen Therapeuten sucht.

Das könnte sich auch ohne ihre Mutter machen, wenn sie sich ihr nicht anvertrauen möchte.

hWolzocefxen


Hi, danke für die Tipps. Ich kenne leider nicht viele Menschen aus ihrem Umfeld und niemand könnte sie überzeugen zu einem Therapeuten zu gehen.

m>ond*+stexrne


Habt ihr vielleicht igendwelche Tipps?

Zunächst einmal möchte ich Dir sagen, dass es wirklich nicht einfach ist. Ich könnte mir vorstellen, Du hoffst auf einen Tipp, wie Du der Freundin helfen kannst oder was Du für sie tun kannst. Ich befürchte nur, es gibt da nichts.

Deshalb würde ich es für das beste halten, wenn Du zu dem stehen könntest, was Du in Deinem Eingangspost geschrieben hast. Du fühlst Dich hilflos. Versuch Dir diese Hilflosigkeit einzugestehen. Etwas besseres fällt mir dazu leider nicht ein. :-/

:)_

NFordi8x4


niemand könnte sie überzeugen zu einem Therapeuten zu gehen

Wenn dem so ist kann ihr leider nicht geholfen werden. Sie ist erwachsen und weder du noch ihre Mutter oder sonst wer kann sie dazu zwingen, da muss die Einsicht schon aus ihr kommen. Allerdings wird sie zu stark in ihrer Krankheit drin stecken als das sie diese Einsicht in absehbarer Zeit erlangen wird.

Wenn du sie nicht besuchen kannst, kann sie dich dann vielleicht besuchen ? Dann wärst du zumindest direkt bei ihr und könntest auf sie einwirken.

Anderenfalls sehe ich nämlich nur zwei Möglichkeiten: Du akzeptierst das du ihr nicht helfen kannst weil sie keine Hilfe will oder du rufst die Polizei und lässt sie zwangseinweisen weil für sie direkt Gefahr besteht. Möglichkeit zwei wäre sicher besser aber nicht ganz so einfach, so leicht bekommt man niemanden gegen seinen Willen eingewiesen.

Svoromxan


Welche Personen gibt es, die direkt in ihrem Umfeld sind, die noch einen Zugang zu ihr haben? Die noch an sie rankommen?

Und falls sie sich Psychotherapie verweigert, gibt es diese Wege, die für sie anonymer sind:

* Krisentelefon

* Sozialpsychiatrischer Dienst

* Selbsthilfegruppen für Depressionen, Posttraumatische Belastungsstörungen, Opfer von Vergewaltigungen (Angebot, Treffpunkte und Termine der Selbsthilfegruppen sind erfahrbar über das Gesundheitsamt)

* selbst so ein Forum wie das hier kann manchem eine Hilfe sein, für die versch. Teilprobleme, wer wirklich keine Menschen mehr um sich hat oder akzeptieren kann

Was du, holzoefen, also sehr gut machen kannst: für sie ein paar Wege zusammenstellen, wo es *direkt in ihrer Umgebung* und mit geringem Aufwand für sie, Stellen und Personen gibt, die sich ihrer Probleme annehmnen. Es sind dann Vorschläge als Hilfe zur Selbsthilfe. Was sie davon annimmt, oder macht, wäre ihre Sache. Oder du kannst ihr anbieten, einen Termin für sie zu machen. Das kann sie immer noch ablehnen.

du rufst die Polizei und lässt sie zwangseinweisen weil für sie direkt Gefahr besteht. Möglichkeit zwei wäre sicher besser aber nicht ganz so einfach, so leicht bekommt man niemanden gegen seinen Willen eingewiesen.

Was man ja abschwächen kann: nicht gleich Polizei, sondern Sozialpsychiatrischen Dienst verständigen. Dorthin würden die es vermutlich eh weitergeben. Oder an den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Die machen auch praktische Krisenintervention.

Weitere Stichworte für sie, falls sie nach Hilfe suchen sollte:

* Traumatherapie

* Familienberatungsstellen - ProFamilia und Co

* Online-Therapien - auch wenn die geschilderten Umstände hier schon so klingen, dass ihr Verhalten so schwerwiegend ist, dass es die Grenzen dessen überschreitet, was so eine Online-Therapie leisten kann.

* Bündnis gegen Depression - da gibt's auch Tipps für Angehörige, also für dich, holzoefen

Ich denke auch - das beste wären Profis vor Ort (sozialpsychiatrischer Dienst). Oder Menschen mit dem gleichen Erlebnis und ein Austausch in Anonymität (Selbsthilfegruppen). Über die Selbsthilfegruppen könnte ihre Scham abnehmen, da die anderen Teilnehmer ja ihr Erlebtes teilen, wenn auch jeder in anderer Konstellation. Die anderen Teilnehmer können gute Anlaufstellen vor Ort kennen. Und wenn ein anderes Vergewaltigungsopfer sagt: dort und dort habe ich für mich gute Unterstützung erfahren, könnte das schon ein Antrieb sein. Oder ein anderer depressiver Mensch.

Zusammen mit einem Ort kann man da ganz konkrete Stellen raussuchen.

m?ond+wsterxne


niemand könnte sie überzeugen zu einem Therapeuten zu gehen.

Es ist auch Blödsinn, jemanden von einer Therapie zu "überzeugen". Eine Therapie hilft nur, wenn der Patient es aus eigener Einsicht macht.

hEo2lzoxefen


Hallo zusammen und vielen lieben dank für die ganzen Nachrichten! Ich kann euch glücklicherweise sagen dass es ihr nach ein paar sehr anstrengenden Tagen langsam wieder besser geht. Sie ist der Online-Therapie ein wenig nachgegangen und hat heute auch ihren Bruder getroffen. Der soziale Kontakt hat ihr wohl gefehlt. Ich kann noch nicht sagen ob es jetzt langfristig besser wird aber als wir heute telefoniert haben klang es wirklich um einiges besser als die ganzen Tage und Wochen davor.

Also nochmal danke für Alles :)

hColz:omexfen


Achja und natürlich sind ihre Probleme damit noch lange nicht gelöst aber es geht jetzt wenigstens schonmal in die richtige Richtung.

R^etnoCg


Wie es scheint liebt sie ich auch und dahdr würde icb vorschlagen , wenn du wieder kannst ,

sie zu besuchen und ihr Blumen bringen .

Möglicherweise könntest du dich an einen Psychater richten der dir sagen kann wie du jetzt handeln solltest

Viel Glück

EhhRemalig>er Nut`zerF (#5286x11)


Beließ dich mal über Borderline.

Vielleicht hilft dir das im Umgang und dabei, sie besser zu verstehen.

Pass aber immer gut auf dich auf. Musst kein Co-Bordeliner werden.

Und ja, sie meint es so, wie sie es sagt. Zumindest in dem Moment.

Sie wird es auch bereuen, das ist normal für BLer. Das sind die Minderwertigkeitsgefühle, die da aus ihr sprechen.

E7hem=aligere Nutze*r (#"52861x1)


Ist der Bruder, der ihr so fehlte, der Vergewaltiger?

RKetnoxg


@Benutzerin005 warscheinlixh ist das der Gleiche

Anhang : so hilflos wie du dich fühlst hat sie sich warsch mit 12 gefühlt

heolzgoOefen


@ Benutzerin005 Ja,

jedoch würde ich nicht sagen dass er ihr so fehlte, sie haben nur ein wenig über ihre Depression geredet. Wahrscheinlich hat sie in diesem Moment einfach jemanden gebraucht der mit ihr redet weil sie nämlich ganz alleine wohnt oder es war einfach nur Zufall dass es ihr gerade dann besser ging. Kann ich nicht sagen.

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