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Unglücklich mit dem Leben - Wie weitermachen

c$arst"en3 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich weiß eigentlich gar nicht wo ich anfangen soll - so langsam weiß ich nicht mehr was mit mir los ist. Ich möcht auch eigentlich keinen Roman verfassen, leider wurde es letztendlich doch einer.

Vor ein paar Jahren hab ich so einiges noch auf die Schilddrüse geschoben (Unterfunktion). Mit Tabletten hat sich letztendlich aber auch nicht alles "grundlegend verändert" in meinem Leben.

Kurz gesagt: Wirklich glücklich bin ich nicht mehr mit meinem Leben...bzw. ich weiß nicht mal ob ich es jemals so wirklich war. Meine Kindheit war bis zu einem gewissen Grad eigentlich echt gut. Ich wuchs zwar in ärmlicheren Verhältnissen auf, aber als Kind stört das ja einen nicht. Nur mit etwa 9 Jahren glaube ich geht der Teil los, den ich bis heute niemanden in meinem echten Leben jemals anvertraut habe. Und auch hier fällt es mir schwer...ich weiß nicht mal warum. Ich hatte schon ziemlich früh einen Computer bekommen...dann irgendwann Internet und so weiter und so weiter. Dann schnappt man mal etwas von Online-Spielen auf und bettelt seine Mutter solange an bis man mal eins ausprobieren darf. (Kein WoW, aber ähnliches). Und das Spiel hat mich lange Zeit in eine Sucht gezogen...mit etwa 9 Jahren. Klar...freunde vernachlässigt, kaum noch welche gehabt, dick geworden...alles durchgemacht.

Irgendwann wollte ich selbst etwas ändern. Mit 15/16 fing ich an so richtig dagegen zu kämpfen und das glaube ich mit relativ gutem Erfolg. Ich nutzte noch PCs, ja...aber ich kam jederzeit los davon wenn irgendwas anderes ansteht. Sei es mit anderen machen oder Schulsachen erledigen. Ich fing an abzunehmen...nahm mir vor bei meinem bevorstehenden Schulwechsel werde alles anders. Zumindest teilweise wurde es was. Ich wurde noch besser in der Schule, merkte was in mir steckt, kam wieder auf Normalgewicht, lernte neue Leute kennen und bekam zumindest halbherzige Freunde bis bessere Freunde. Ich unternahm wieder mehr Dinge außerhalb meiner vier Wände und trotzdem war noch lange nicht alles "gut". Es gab Phasen da gings mir einfach dreckig, das legte sich aber nach ein paar Wochen. Meistens war es nachts. Ging von Traurigkeit, über Hoffnungslosigkeit, auch in gewissermaßen Selbstmordgedanken, Selbstvorwürfe... ach einfach alles. Irgendwie schaffte ich es doch alles wieder zu unterdrücken und weiterzumachen. Manchmal geschafft mit Onlineberatungen auf diversen Portal....und dann war es das auch nur...weitermachen. Wirklich gelebt hab ich weiterhin nicht.

Ich wurde zwar oft gefragt wegen irgendwas machen, hab es aber nicht selten abgelehnt,verschoben, letzter Sekunde abgesagt (nicht immer, und wenn nicht war es meistens immer nen schöner abend, etc.). Warum weiß ich bis heute nicht...aber bis heute tu ich das immer noch! Meine Freunde von damals vertröste ich, antworte tagelang nicht und ich weiß einfach nicht warum. Nach der Schule gings weiter bisschen Arbeiten und dann zum Studieren.

Meine nächste Hoffnung auf einen Neuanfang. Diesmal viel weiter Weg, an einem neuen Ort. Es war eine gute Entscheidung wegzuziehen! Bis jetzt bereu ich es, ein Jahr später, kein bisschen. Mir gefällt es in meinem Studienort. Ich lernte tolle neue Leute kennen. Teilweise hab ich manche schon wieder aus den Augen verloren...ich pflege sie ja nicht. Überwiegend hab ich auch einiges mit denen gemacht...war immer wieder toll aber glücklich...nicht wirklich. Aber was ist überhaupt glücklich, vollkommen zufrieden sein? Meistens fühl ich mittlerweile ehrlich gesagt gar nichts. Schon vor ein paar Jahren hat mir meine Mutter mal vorgeworfen ich sei ein Gefühlsloses Monster geworden. Weder bin ich traurig, froh noch wirklich hoffnungslos (Hoffnung ist irgendwie noch da!)...ich bin einfach ...nichts. Ich komme zwar halbwegs gut durch den Alltag aber wirklich Begeisterung für irgendwas hab ich nur noch selten. Dazu kommt, dass ich echt Probleme hab Entscheidungen zu treffen. Manchmal ändert sich meine Meinung alle zwei Sekunden...mein Umfeld mach ich manchmal wahnsinnig damit.

Gibt aber auch Phasen da bin ich zufrieden, strotze vor Energie und Tatendrang...das hält dann eine Weile an und dann geht der alte Trott wieder los :/

Wenn ich mich nicht aufraffe für die Uni was zu tun, tu ich eigentlich gar nichts. Stundenlang die gleichen Seiten abgrasen, Musik hören, vorwerfen ich solle doch endlich mal dies und das machen. Vor paar Wochen wollte ich noch, in einer Zeit wo ich mal voller Tatendrang war, was neues Anfangen und hatte absolut Bock drauf...genau in dem Moment zuck ich nur mit der Schulter wenn ich dran denke. Mir ists einfach egal.

Es wurde jetzt doch wieder ein Roman...dabei hab ich nicht mal ansatzweise alles erzählt was ich erzählen wollte. Um was es mir grundsätzlich geht: Ich weiß ich muss was tun...einmal möcht ich wenigstens nochmal drum kämpfen glücklicher zu werden. Aber ich gesteh mir gleichzeitig auch echt ein: ich glaube ich schaff das alleine nicht. Soweit bin ich schon.

Aktuell würde ich am Liebsten zu einem Psychologen gehen. Diese haben aber lange Wartezeiten...und eventuell bilde ich mir alles nur ein (rede ich mir zumindest tagsüber oft ein). Und ich muss gestehen...ich habe keine Ahnung was mich auf dem Weg dahin erwartet. Wo geh ich zuerst hin? Hausarzt? Psychater?

Dazu kommt: Ich hab vor ein paar Wochen schon mehrfach versucht mich zum Hausarzt zu zwingen. Doch ich hab mich einfach nicht getraut. Tagsüber wehr ich mich noch so halb gegen den Gedanken, dass ich Hilfe brauch. Eher abends wird meine Stimmung allgemein offener und ich "offenbare" mich eher (so verhält es sich auch mit einem Freund von mir. Ich würde mich ihm so gern offenbaren, weil ich weiß ich kann ihm vertrauen. Aber tagsüber fällt mir das nicht im Traum ein...). Dazu hab ich einfach höllisch Angst davor. Ich mein...wo fängt man an? Ich hab total Angst das mich der Mut verlässt beim Arzt. Was soll ich den da erzählen, wenn tagsüber ein Teil von mir sich total dagegen strebt sich zu öffnen.

Dazu kommt: Aktuell bin ich gar nicht "zu Hause" sondern in meiner Heimat. Hier überleg ich auch schon zu meinem alten Hausarzt zu gehen...einfach um mal abzufragen wie meine nächsten Schritte aussehen. Letztendlich bin ich aber in drei Wochen wieder zu Hause...eher warten oder hier zum Arzt?

Ich bin total ratlos im Moment :(

Danke schon mal, wer sich diesen Wall of Text angetan hat.

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