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Ich soll mich öffnen

SFpinn<erin hat die Diskussion gestartet


Nun, hallo. Meine Therapeutin und ich haben erarbeitet, dass ich unheimlich blockiert bin im Umgang mit anderen Menschen, sehr introvertiert, alles mit mir selbst ausmachen möchte - als würde zwischen allen anderen Menschen und mir eine Mauer stehen, die ich nicht überwinden kann. Selbst dieses Thema zu eröffnen bereitet mir unheimliche Schwierigkeiten. Ich bin schon sehr oft verletzt und enttäuscht worden, ich glaube ich kann niemandem vertrauen.

Ich weiß gar nicht, wie das gehen soll, mich zu öffnen. Was ich erzählen soll. Und ich habe Angst, dass es keinen interessiert. Früher war ich sehr kreativ, aber auch das ist inzwischen blockiert, ich habe keinen Output mehr. Ich gehe stumm durch die Welt, bin unsichtbar.

Selbst in der Therapie finde ich es sehr schwierig, nicht alles zu überspielen, ich habe ständig eine Maske auf. Oft fällt es mir während der Stunden sehr schwer, meine Gedanken zu sortieren, und über Dinge zu sprechen, die wirklich wichtig sind. Dann kommt es mir manchmal so vor, als hätte ich eigentlich überhaupt nichts zu sagen. Als könnte ich auf einen Teil meines Gehirns nicht mehr zugreifen.

Das Thema hier habe ich hauptsächlich eröffnet, um mich mitzuteilen. Versteht mich jemand? Möchte mir vielleicht jemand ein bißchen helfen, aus meinem Schneckenhaus herauszufinden?

Antworten
M`arieBC<urie


Hallo Spinnerin,

ich kann dich sehr, sehr gut verstehen. Deinen Text hätte ich schreiben können.

Bin auch in Therapie, aber leider erst am Anfang. Ich hoffe, dass sich dann einiges ändert obwohl es mir auch sehr schwer fällt.

JTori


Hallo Spinnerin,

mich hat Dein Satz

Ich gehe stumm durch die Welt, bin unsichtbar.

sehr betroffen gemacht. Die Welt ist so schön und das Leben hat so viel zu bieten und ich finde es so traurig, dass Du nicht daran teilhaben kannst.

Du bist in Therapie, das ist schon mal gut, ein erster Schritt ist also gemacht. Du schreibst hier, wo es in der Anonymität leichter ist, sich zu öffnen. Auch das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Hier hast Du eine Plattform, um Dich mit anderen auszutauschen. Ich hoffe, es hilft Dir, weiterzumachen.

Allerdings kann ein anonymes Forum nur bedingt helfen. Viel wichtiger ist es, im wahren Leben eine Bezugsperson zu finden. Hast Du Familie oder Freunde, Personen Deines Vertrauens? Vielleicht hilft Dir eine Therapiegruppe? Das ist auch ein geschützter Raum, mit Menschen in gleichen/ähnlichen Situationen, aber eben echte Menschen, die einen vielleicht auch mal in den Arm nehmen können. Vielleicht kann Dir Deine Therapeutin helfen, so eine Gruppe zu finden.

Ich nehme Dich hier mal -virtuell- in den Arm :)_

D1ie S<eherxin


"sich öffnen" ist keine einbahnstraße, sondern hat zwei richtungen. vielleicht kannst du ja im ersten schritt den mut fassen, erst mal eindrücke, das leben, anderer menschen befindlichkeiten, das pralle leben eben an dich heranzulassen. der zweite schritt, auch mehr von dir preiszugeben, fällt dir dann vielleicht irgendwann leichter!?

CBom5ran


Ich weiß gar nicht, wie das gehen soll, mich zu öffnen. Was ich erzählen soll. Und ich habe Angst, dass es keinen interessiert.

Sich öffnen muss nicht bedeuten, dass du laufend irgendwas plappern sollst.

Kleine Übungen, die mir in den Sinn kommen:

- Augenkontakt halten

- Emotionen zeigen

- das Herz auf die Zunge legen

Es hat viel mit Vertrauen zu tun. Du schreibst selbst, dass du Vertrauen verloren hast. Vielleicht bedeutet das Öffnen für dich, dass du für dich etwas wagen musst ... ein Risiko eingehen musst ... Zweifel ignorieren musst?

Das mit dem Schreiben hat doch schon mal gut geklappt. Du kannst von dir preisgeben. Online ist es aber relativ leicht. Als Einstieg und Übung aber sicherlich nicht schlecht - nur probier es im wahren Leben mal bei Kleinigkeiten. :)_

S2pinnferxin


Verdammt, ist das schwer. Ich habe gerade eine längere Antwort an euch alle geschrieben, aber wieder gelöscht. Vielen Dank an euch, ich habe es gelesen und mache mir Gedanken dazu, aber ich tu mich sehr schwer damit zu antworten.

Nur zum besseren Verständnis: Ich bin schon über 30 und habe schon seit gut 15 Jahren immer wieder Therapien gemacht, drei Mal stationär.

@ DieSeherin:

Ich fürchte, ich verstehe nicht ganz, wie du das meinst? Könntest du es bitte näher erklären?

@ Comran:

Im alltäglichen Leben und Kontakt mit anderen komme ich ganz gut zurecht; ich bin freundlich und habe immer ein Lächeln für alle. Nur rede ich nur Smalltalk oder Oberflächliches. Dabei, was über Bekanntschaften hinausgeht, fühle ich mich unwohl. Ich bin, was Freundschaft und Beziehung angeht, absolut ernüchtert. Aber so alleine zu sein, das tut auch weh. Vor allem weiß ich manchmal vor lauter Schauspielerei nicht mehr, wer ich wirklich bin.

JCaon7x4


Mein ganz simpler Senf dazu, dieses Thema ebenfalls kennend:

Wichtig ist wohl ein Erfolgserlebnis der folgenden Art:

Sei Du selber, stehe zu Dir, lasse ungefiltert (ggf auch konfus und manchmal auch abgründig) raus, was in Dir ist, versuche nicht, irgendeinen Eindruck zu erwecken. Sei "Du". Gehe das Risiko ein, Dich einfach zu zeigen, wie Du bist.

Und dann erkenne, dass darauf positives Feedback kommt, Leute das mögen, akzeptieren, Dich letztendlich so, wie Du bist, ohne Fassade oder Maske oder Verbiegung, akzeptieren.

CFomrxan


ich bin freundlich und habe immer ein Lächeln für alle.

Vor allem weiß ich manchmal vor lauter Schauspielerei nicht mehr, wer ich wirklich bin.

Das ist eben nicht "das Herz auf der Zunge haben". *:)

Ich meinte nicht "schauspielern". Bleib so, wie du bist. Es sollen deine wahren Emotionen sein. Und der Augenkontakt soll dir helfen, gegen das Verstecken anzukämpfen. Wenn du nichts verbergen willst, wirst du ihn besser halten können.

Du versuchst es allen recht zu machen und verstellst dich. Und sobald dich jemand besser kennenlernt, erkennt er den wahren Menschen dahinter. Vielleicht passt es dann nicht mehr so gut. Du musst die Menschen kennenlernen, die zu deinem wahren Ich passen.

Ich verstehe, was du unter deinem Zwiespalt fühlst. Es strengt dich an, Masken aufzusetzen, aber allein sein ist auch scheiße. Du würdest am liebsten so sein, wie du bist, und dennoch sollte jemand auf dich zugehen. Die idealen Kontakte sollen dich finden, damit du diesen Prozess nicht verantworten musst.

Das funktioniert leider nur sehr schwer, wenn es einseitig ist. Aber wenn du bist, wie du bist, dann hast du schon mal die Chancen erhöht, dass mehr Menschen dich wirklich kennenlernen.

Ddie Smeherin


hmmm... wie erkläre ich das... ":/

wenn ich mich öffne, dann heißt das nicht, dass ich raussprudel, mein herz und meine seele nach außen trage und allen alles über mich erzähle. das kann passieren, ist aber eben nur die richtung von meinem innen nach außen geöffnet.

es gibt aber auch die andere richtung, die öffnung meines inneren für das, was von außen kommt. und diese richtung vernachlässigt man manchmal. es ist nämlich schon gar nicht einfach, andere menschen zu beobachten, erspüren, an sich ranzulassen...

... ach mensch, das ist wirklich schwer zu erklären!

EjhemaligerM Nutzer" (#4382x45)


Nur zum besseren Verständnis: Ich bin schon über 30 und habe schon seit gut 15 Jahren immer wieder Therapien gemacht, drei Mal stationär.

Hast du denn schon Erfolge in deinen bisherigen Therapien verspürt? Klingt für mich, als hättest du noch nicht die richtige Therapie bzw. Therapieform gefunden. Hast du dir darüber schon mal Gedanken gemacht?

mrus|katNnuxss


Ich weiß gar nicht, wie das gehen soll, mich zu öffnen. Was ich erzählen soll. Und ich habe Angst, dass es keinen interessiert.

Was sagt denn der Therapeut dazu? Wenn ich mich an meine Therapie erinnere, kam da (nicht unbedingt in der gleichen Therapiestunde) immer auch Feedback von ihm. Denn die Sache ist ja eben das du genau bei ihm bist, weil du dich ja nicht öffnen kannst.

Und das du dich öffnest ist das Ziel, aber da sind viele kleinere und auch mehrere Schritte dazwischen. Du sagst du weißt vor lauter schauspielerei nicht mehr wer du bist, also wäre erstmal der Schritt nicht vor anderen die Maske abzulegen, sondern vor sich selbst.

Man kann auch erstmal schauen warum du schauspielerst. Sich hinter einer Maske verbergen hat ja eine Menge Vorteile und positiver Effekte. Denn hinter der Maske wirst du dich ja auch wohl fühlen, nur schlägt die Faust der Nachteile nun mal auch hart zurück. Man kann mit der Zeit schauen, ob man sich vorstellen kann, den ein oder anderen negativen Punkt des Schauspielerns vielleicht mal riskiert.

Aber so einfach sich mal öffnen ist schwierig, denn die Vorteile die dir das Schauspielern gibt sind dafür erstmal zu groß. Und wenn man die Maske weglässt musst du wiederum etwas aushalten können, was gerade nicht funktioniert.

Also ich würde das auf jeden Fall mal an den Therapeuten zurückgeben, wie er sich das denn vorgestellt hat. Wie "sich öffnen" eigentlich funtkioniert.

Vielleicht meint der Therapeut aber auch das du dich im Rahmen der Therapie öffnen und die Maske ablegen sollst. Auch das hat Vor- und Nachteile die es vielleicht abzuwägen gibt. Aber das kannst du ja mit dem Therapeuten zusammen machen und vielleicht kriegst du es ja hin, in diesem kleinen Rahmen zu schauen wie das so ist sich eben verletzbar zu machen.

SfpinnRer#in


Wenn ich die Erfahrung gemacht hätte, dass die Leute mich mögen, wenn ich authentisch bin, dann hätte ich diese Strategie nicht entwickelt. Und man kann leider nicht einfach einen Schalter umlegen und plötzlich wieder authentisch sein. Ich glaube, erst einmal muss ich mich selbst wieder kennen lernen. Momentan kommt es mir so vor, als wäre die Mauer nicht nur zwischen mir und anderen Leuten, sondern auch zwischen "Theater-Ich" und meinem wirklichen Selbst. (Bin ich noch verständlich?)

Sogar während meinem letzten Klinikaufenthalt habe ich die Erfahrung gemacht, dass man mich nicht mag. Selbst wenn ich versuche, offen und authentisch zu sein (was mir offenbar nicht recht gelungen ist).

@ Seherin:

es gibt aber auch die andere richtung, die öffnung meines inneren für das, was von außen kommt. und diese richtung vernachlässigt man manchmal. es ist nämlich schon gar nicht einfach, andere menschen zu beobachten, erspüren, an sich ranzulassen...

Jetzt habe ich es, denke ich, verstanden. Aber ich glaube nicht, dass das ein Problem ist. ":/ Ich bin ein sehr empathischer Mensch und kann auch gut zuhören. Da hört es nur leider schon auf. Etwas Tröstliches oder Hilfreiches zu sagen fällt mir sehr schwer; ich kopiere dann meistens Formulierungen, die ich anderswo gehört oder gelesen habe.

@ vitamus:

Hast du denn schon Erfolge in deinen bisherigen Therapien verspürt? Klingt für mich, als hättest du noch nicht die richtige Therapie bzw. Therapieform gefunden. Hast du dir darüber schon mal Gedanken gemacht?

Es liegt ein langer Weg hinter mir und ich habe durchaus schon Erfolge gehabt. Leider geht das Leben weiter und schlimme Erlebnisse gibt es nicht nur in Kindheit und Jugend. Außerdem ist meine Krankheit sehr hartnäckig. Sicher habe ich auch noch einen langen Weg vor mir.

Momentan fühle ich mich einfach hoffnungslos; es gibt so vieles, das ich schon ausprobiert habe, und trotzdem habe ich immer wieder Rückfälle und Probleme.

Sxpi{nnerxin


@ muskatnuss:

Da hat sich was überschnitten, ich les es mir noch durch!

Cnomrxan


(Bin ich noch verständlich?)

Ja, bist du voll und ganz. :)z

Sogar während meinem letzten Klinikaufenthalt habe ich die Erfahrung gemacht, dass man mich nicht mag.

Woran machst du das fest? Hast du diesbezüglich eindeutige Signale bekommen, oder deutest du etwas in diese Richtung?

Falls diese Feststellung über jeden Zweifel erhaben wäre: was glaubst du, würden diese Leute sagen, warum sie dich nicht mögen?

S$pinXnerxin


Woran machst du das fest? Hast du diesbezüglich eindeutige Signale bekommen, oder deutest du etwas in diese Richtung?

Es war eindeutig.

Falls diese Feststellung über jeden Zweifel erhaben wäre: was glaubst du, würden diese Leute sagen, warum sie dich nicht mögen?

Die Situation ist nicht so leicht zu erklären, aber mir passiert das eigentlich ständig, dass ich ein Außenseiter bin und ausgeschlossen werde. Das war schon in der Schule so. Dabei konnte ich nie herausfinden, woran genau es denn nun eigentlich lag. Ich glaube, ich bin im Umgang mit anderen Menschen einfach ungeschickt / unbedarft.

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