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Ich soll mich öffnen

d+anaex87


Ich glaube, erst einmal muss ich mich selbst wieder kennen lernen. Momentan kommt es mir so vor, als wäre die Mauer nicht nur zwischen mir und anderen Leuten, sondern auch zwischen "Theater-Ich" und meinem wirklichen Selbst. (Bin ich noch verständlich?)

Dann solltest du vielleicht erstmal bei dir anfangen. Bringt ja nichts einen Schritt vor dem nächsten zu machen. Kannst du die selbst gegenüber ehrlich und laut sagen wie es dir geht?

SSpinn!erin


Ehrlich gesagt fange ich immer gleich das Grübeln an, ob meine Gefühle ihre Berechtigung haben. Habe ich einen triftigen Grund dafür, mich zu ärgern? Darf ich diese oder jene Person wirklich mögen, oder wird auch sie mich enttäuschen? War das unangemessen, dass ich gelacht habe? Bin das überhaupt ich, die fühlt, oder ist das durch die Krankheit beeinflusstes Fühlen?

m)ondr+sGtexrne


Gefühle sind da. Ich finde es sinnvoll, das erstmal zuzulassen. Warum sie da sind, ob sie berechtigt sind, und wie man damit umgeht sind dann die nächsten Fragen.

Bin das überhaupt ich, die fühlt, oder ist das durch die Krankheit beeinflusstes Fühlen?

Das verstehe ich nicht. Du bist es die fühlt, und Deine Gefühle sind durch die Krankheit beeinflusst (was auch immer das für eine Kranheit ist).

STpinne$rixn


Ich habe eine bipolare Störung, und deswegen gibt es für mich erstens gesunde Gefühle, zweitens durch die Depression eingefärbte Gefühle, und drittens durch die Manie eingefärbte Gefühle. Ob ich sehr glücklich oder sehr traurig bin, weil das eine gesunde Reaktion ist, oder ob ich es bin, weil ich wieder krank werde/bin, das ist für mich nicht zu unterscheiden. Das ist für mich alles real.

d`ana;e87


Diese Gefühle sind ja auch real, sie sind nur nicht angemessen, gemessen an dem was der durchschnittliche Mensch so fühlt.

Ich würde als erste Übung mal versuchen die Gefühle so zu nehmen wie sie sind. Ok, ich bin wütend und die Hinterfragerei auf deine Reaktion und Aktion beschränken.

A)lpi8x1


Ich habe eine bipolare Störung, und deswegen gibt es für mich erstens gesunde Gefühle, zweitens durch die Depression eingefärbte Gefühle, und drittens durch die Manie eingefärbte Gefühle. Ob ich sehr glücklich oder sehr traurig bin, weil das eine gesunde Reaktion ist, oder ob ich es bin, weil ich wieder krank werde/bin, das ist für mich nicht zu unterscheiden. Das ist für mich alles real.

Du weisst du bist nicht ganz alleine mit diesen verwirrenten Gefühlen, auch wenn wir uns in wahrheit nicht kennen :°_

SXpinnxerin


Danke Alpi :)_ Und danke danae und mond+sterne für die Anregung. Das möchte ich gerne versuchen.

Das ist doch mal nach all den Jahren der Therapie und Selbstreflexion mal etwas ganz neues. Dass das erstmal alles so sein darf, wie es ist.

Ganz neu ist es nicht - so ein ähnliches Konzept haben die in der letzten Klinik verfolgt, in der ich war. Da dachte ich, dass ich verstanden hätte, worum es geht, aber scheinbar habe ich das nicht. Ich habe immer noch gedacht, dass ich irgendwie anders sein muss als ich bin, weil mit mir etwas nicht in Ordnung ist. Weil mit mir etwas nicht so ist, wie es sein sollte. Und dieses "wie es sein sollte" ist das, was mich immerzu verfolgt.

d%a4nae8x7


Quatsch, die Gefühle mögen für den Rest nicht passend sein, aber sie sind echt. Die Frage ist ja nur wie man der Sache so ausdruck verleith das man nicht völlig im abseits steht, sich ruiniert oder oder oder. Ich kenne extreme gefühle, die frage ist nur wie man sich beherrscht und anders reguliert. :)_ :)_

S_pinnerrin


Ich möchte nicht, dass das Problem auf die bipolare Störung reduziert wird. Diese tritt phasenweise auf, so dass ich auch gesunde und stabile Zeiten habe, in denen aber die von mir genannten Probleme persistieren. Nicht umsonst habe ich die Frage nach dem Krankheitswert als letztes gestellt. Hier soll es nicht um meinen Umgang mit der Krankheit gehen.

szweeKnyx42


Liebe Spinnerin,

in dem was du schreibst habe ich mich wiedererkannt, das war die alte sweeny. Die war auch eine sehr gute Schauspielerin, weil sie auch viel schlimmes erlebt hat. Irgendwann bekam sie Panikattacken und da stand sie dann quasi "nackt" und völlig ausgeliefert. Sie wusste gar nicht wer sie war, welches ihre realen Gefühle waren. Sie wusste nur eins, die Panikattacken sind real. Da begann dann ein sehr langwieriger Prozess. Was sweeny lernen musste !? Wer ist sie wirklich ? Ist Gefühle zulassen ok ? Muss sie sich verstellen nur damit sie andere mögen? Muss sie alle mögen?

Ich weis jetzt wer ich bin :)z Ich bin sweeny, verheiratet und Mutter. Ich finde mich schön ( tat ich nie ) und akzeptiere mich so wie ich bin. Ich habe sehr viele Stärken aber auch Schwächen. Ich kann heute meine Gefühle zulassen was früher einfach nicht möglich war. Ich habe 2 Freundinnen ,die nehmen mich so wie ich bin - und ich sie ,so wie sie sind ;-) Ich hatte auch immer das Gefühl das mit mir " irgendwas nicht in Ordnung ist ". Das wurde mir seit frühster Kindheit eingetrichter, irgendwann hab ich das geglaubt.

Für mich persönlich war nicht nur meine Therapie der Weg zum Ziel, sondern auch die Erkenntnis das ich mich selber als Person total abgelehnt habe. Nicht nur was das Optische betraf sondern meine ganze "Art ". Ich dachte immer ich muss mich (komplett) ändern, dann mögen mich (endlich ) alle.

(Meinen Mann schließe ich da aus, der fand mich schon immer toll ;-D )

Ich möchte dir Mut machen dich auf den Weg zu machen um herauszufinden wer du bist. Im Vordergrund stehst du,deine Krankheit ist "nur " ein äußeres Zeichen wie es in dir drin aussieht. Lass dich von Rückschlägen nicht entmutigen, die gehören dazu. Probiere dich (in kleinen Schritten ) im Alltag aus. Wichtig ist das du du bist. Was andere von dir denken ist völlig belanglos. Du musst nicht ihnen gefallen, sondern dir.

LG und mal ganz feste :)_

SBpinn@erin


Hallo sweeny,

danke, dass du geschrieben hast! Es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist. Auch wenn du mir quasi vom anderen Ende des Weges aus schreibst. Ich bin nun seit gut 15 Jahren immer wieder in Therapie gewesen, drei Mal stationär, und meistens waren das tiefenpsychologische Gespräche, so dass ich irgendwann genau wusste, WIESO ich diese Schwierigkeiten habe, und Auslöser für dies und jenes immer noch ganz gut erkennen kann.

Trotzdem schien es immer nur darum gehen, mich in eine möglichst sozialverträgliche Form zu pressen, und darum ging es auch mir, denn schließlich wollte ich gemocht werden. Jetzt weiß ich, dass es ein Fehler war, immer nur die anderen zu fragen, wie ich denn sein müsse, und nicht einfach mal mich selbst zu fragen, wie ich denn sein will.

Die letzte stationäre Therapie war vom Konzept her fantastisch, aber ich habe mir selbst total im Weg gestanden, weil ich furchtbare Angst hatte. Momentan bin ich in ambulanter Verhaltenstherapie, aber meine Therapeutin hatte nun lange Urlaub und das, was wir in diesem Thread schon erarbeitet haben, konnte ich beim Termin vorgestern noch gar nicht anbringen. :-/

sYweeznny4B2


Alles was neu ist, kann erstmal Angst machen.

Ganz interessant finde ich die Überschrift deines Fadens hier

Ich sollmich öffnen

Wer genau sagt - ich soll ? Dein Umfeld? deine Eltern? Freunde ? Kollegen? Oder weil man es von dir erwartet ? Weil's alle machen ?

Aus dem Ich sollmich öffnen wird jetzt ein ich **möchte **mich gerne öffnen . Weil ich gerne offener sein würde. Oder du erkennst das du es jetzt überhaupt nicht möchtest und es evtl. auch nie willst.

Das kannst du jetzt beliebig erweitern. Du ganz alleine kannst für dich entscheiden was du möchtest oder auch nicht.

Lerne dich ganz neu kennen. Stelle dich mal vor einen Spiegel und schau dich mal an - was siehst du ?

Wenn du möchtest kannst du mir hier oder per PN schreiben was du siehst bzw. gesehen hast.

Sipinn exrin


Was ich im Spiegel sehe? ???

s8weenyf4x2


Was empfindest du wenn du dich selber anschaust. Findest du dich hübsch/ schön, was gefällt dir an dir selbst oder was gefällt dir nicht. (Es geht dabei rein um die Optik )

SKpiAnnerin


Mein Widerstand, das zu machen, ist sehr groß. Warum weiß ich nicht. Ich sehe durchschnittlich aus würde ich sagen, ganz sicher nicht hässlich, aber eben auch nicht wahnsinnig hübsch. Gefalle mir jetzt weniger, wo ich älter werde. Meine Augen finde ich schön.

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