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Das Kapitel endgültig abschließen - Wie?

Ljia2x015 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Ich habe in meiner Kindheit und Jugend viele schlimme Sachen erlebt, sexueller Missbrauch, ritueller Missbrauch, Folter, Gehirnwäsche. Da das alles von meinen Eltern aus ging, bin ich mit 14 Hals über Kopf von meinem damaligen zuhause weg. Was folgte waren Heime, Vergewaltigungen, weil ich mich nicht wehren konnte, Psychatrieaufenthalte, ernste Selbstverletzungen, Selbstmordversuche. Dann fand ich heraus das ich adoptiert war, was alles leichter und schlimmer machte. Irgendwann hab ich mich dann zusammen gerissen, verantwortliche Menschen wegen einigen Sachen angezeigt und hinter Gitter gebracht, bin gut mit mir umgegangen und nach einem jahrelangen lernprozess geht es mir heute sehr gut.

Ich bin jetzt 21, hab ein Haus, bin verheiratet, habe sehr gute Freunde, einen guten Job als Marketingleitung...Ich denke, und das haben mir alle bestätigt, mit denen ich darüber gesprochen habe, dass ich eigentlich keinerlei psychischen Beeinträchtigungen davon habe was mir passiert ist. Natürlich bin ich manchmal traurig, aber das ist dann nur kurz und selten, alle halbe Jahre oder so.

Nur irgendwie nagt ein Teil von dem was mir passiert ist noch an mir rum. Mir geht es nicht schlecht deswegen, aber ich kann es auch nicht loslassen wie den Rest.

Ich denke, dass das Problem ist, dass ich darüber nicht mit anderen reden kann. Ich habe es oft versucht, habe diesen Teil meines Lebens Freunden, Partnern und Therapeuten erzählt. Aber alle waren damit überfordert. Es sind wirklich schreckliche Dinge, die die Vorstellungskraft der meisten Menschen maßlos übersteigen, die auch anderen irgendwie Angst machen, weil sie nicht verstehen können, das so etwas in Deutschland passiert.

Letztendlich ist es so, dass Menschen meist anfangen zu weinen oder sehr betroffen sind, Therapeuten mich an wen anders verweisen und Menschen den Kontakt abbrechen - oder nicht mehr darüber sprechen wollen. Ich habe absolutes Verständnis dafür, weiß aber nicht wie ich so komplett damit abschließen kann.

Vielleicht irre ich auch, muss gar nicht darüber reden und es gibt einen anderen Weg das ein für alle mal hinter mir zu lassen.

Gedanken dazu?

Danke im Vorraus!

Antworten
PKlüsc5hbiMest


Marketingleitung, verheiratet, ein Haus? Und das mit 21 und bei der Vorgeschichte? Respekt

Täte es dir gut dich per PN hier mit jemandem auszutauschen?

Oder einfach hier etwas zu deiner Geschichte zu schreiben?

Gibt es in deiner Nähe Selbsthilfegruppen oder Ähnliches zum Austausch Betroffener?

LUiae201x5


Dankeschön :)

Ich bin mir nicht sicher. Ich habe das Gefühl, dass es immer Menschen gibt, die sich anbieten würden mir zuzuhören, wenn ich dann darüber rede, ist es dann meist doch zu verstörend.

Ich habe auch noch nie wen gehört/gesehen/kennengelernt der ähnliches erlebt hat, es ist wirklich nicht sowas (leider leider leider) "alltägliches", wie sexueller Missbrauch. (das macht sexuellen Missbrauch natürlich nicht weniger schlimm).

Nein, das gibt es leider nicht.

LfiTa20L15


Was ich mich auch frage ist, brauche ich darüber überhaupt noch lang und breit sprechen?

Oder sollte ich es einfach nur gedanklich hinter mir lassen?

P,lüsch%biexst


Waren deine Eltern Mitglieder einer satanischen Sekt?

Dann habe ich eine ungefähre Vorstellung davon was dir widerfahren ist.

L;iaK201x5


Naja, die Erlebnisse überschneiden sich an manchen Punkten, also es geht in die Richtung. aber nein, waren sie nicht.

P%lüschhbieDst


Sollte Sekt heißen statt Sekt. |-o

Tu das was sich gut für dich anfühlt.

P%lüsch0biest


Wieso verschwindet immer das e? ":/

Loia20x15


Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau was los war damals. Ich weiß, dass mein "Vater" mich andauernd sexuell missbraucht und misshandelt hat, dann wurde ich andauernd zu jemand anders gebracht, dann hatten meine "eltern" auf einmal sehr viel mehr geld und der ganze spaß ging los. Was mit dem los war, bei dem ich dann war, wie viel von dem was ich erlebt hab eingeredet war unter drogeneinfluss und gehirnwäsche und wie viel wirklich passiert ist kann ich nicht zu 100% außeinander halten.

L{iaJ2015


Wahrscheinlich wäre es schon gut darüber zu reden, oft werden durch das darüber reden Dinge klarer.

LKia2Z015


Keine Ahnung wohin das e verschwindet, vielleicht ist es müde ;-D

Man versteht's ja. Hab noch nie davon gehört das es satanischen Sekt gibt, dann wiederum gibt es ja bekanntlich nichts, dass es nicht gibt :-)

P;lüscQhbi(est


Da waren wohl Verdrängungsprozesse bei dir zu Gange.

Es ist gut, dass du einige Täter angezeigt hast. :)^

Nicht jedes Opfer hat den Mut dazu.

L`iax2015


Mit Sicherheit.

Ja, da hatte ich wirklich Glück. Es war leider nur bei meinen Eltern möglich, nicht bei dem anderen Menschen (keine Beweise etc.). Aber ich finde es auch super, dass das möglich war. Ich hab mich zwei Meter größer gefühlt als ich gewonnen hab und das teilweise sogar in allen möglichen Zeitungen war mit seinem Foto, haha :P

J$ulexy


Respekt dass du die Täter angezeigt hast! :)^

(ich habe das bis heute noch nicht geschafft.)

Leia20#1%5


Es ist ja auch ein wirklich schwieriger Prozess. Und die Gutachten sind ja auch kein zuckerlecken. Aber es hat sich total gelohnt.

Kann es jedem nur ans Herzen legen.

Wenn es dir wichtig ist und es gut für dich ist, machst du das sicher noch :)

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