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Wer ein Suizid androht macht es sowieso nicht?!?!

crrieYcharlixe


...vielleicht hat es auch mit den kognitiven Fähigkeiten des betreffenden zu tun,

was er sich ausdenkt, was sicher sein kann. Etwas, was für einen einfacheren Geist plausibel erscheint, ist für jemanden, der sich besser auskennt, vielleicht nicht besonders sicher und wird deshalb als "nicht ernsthaft" angesehen.

s*chSneckex1985


...vielleicht hat es auch mit den kognitiven Fähigkeiten des betreffenden zu tun,

was er sich ausdenkt, was sicher sein kann. Etwas, was für einen einfacheren Geist plausibel erscheint, ist für jemanden, der sich besser auskennt, vielleicht nicht besonders sicher und wird deshalb als "nicht ernsthaft" angesehen.

Man muss halt auch bedenken, dass sich diese Menschen oft in einer Extremsituation befinden und teilweise finden die Handlungen ja auch im Impuls statt.

Zudem ist es ja für den Betroffenen selbst auch schwierig, eine "blutige" oder "eklige" Methode zu wählen, eben wegen unbeteiligten Dritten oder den Hinterbliebenen (siehe Zug, Sturz aus großer Höhe ect.). Viele sind ja der Meinung, dass es einfach ist, Suizid zu begehen. Es ist weder in psychologischer, noch in physiologischer Hinsicht "einfach".

c(riechDaTrlixe


Sehe ich auch so.

Nach meiner Erfahrung bzw. der Beobahcutng des geschilderten Falles kann es für die Wahl der Mittel eigentlich nur die Erklärung geben,

dass derjenige zu dem Zeitpunkt total neben sicb stand, sonst wäre er es anders angegangen...

wobe dem wieder entgegen steht, dass er sich ja wochen- und monatelang Gedanken gemacht hat.

wQeihna9crhtsste@rn3cheXn3


Stimmt das wenn man das androht dann zieht man es eh nicht durch?

Nein, stimmt nicht.

tNsun"ami_xxe


Einen med. Bedenklichen Beitrag gelöscht.

F+re@ßsacxk


Es ist in der Tat so, dass ernsthafte Suizidabsichten eher seltener angekündigt werden. Selbstmordversuche (ob die jemals erfolgreich werden sollten, ist wohl von Fall zu Fall) werden deutlich häufiger angekündigt. Hier spielt die Erregung von Aufmerksamkeit eine deutlich größere Rolle.

Ich finde es übrigens sehr wichtig zu unterscheiden, ob darüber gesprochen wird (was auch ein verstecktes Drohen sein kann) ODER damit gedroht wird.

Aber eine Pauschalisierung, dass kein Suizid angekündigt wird, ist natürlich Blödsinn.

tehmachine

Sehe ich ähnlich.

Wer sich wirklich umbringen will, will es ja auch schaffen und nicht gerettet werden.

Eine vorherige Ankündigung hat aber oft einen Rettungsversuch zur Folge.

Obwohl es natürlich auch diese Fälle gibt, wo derjenige nach der Ankündigung keinen Versuch unternimmt oder halt einen, der so falsch durchgeführt wurde, dass er nicht zum Tod führen konnte. ABER...es gibt auch Fälle, wo derjenige zum Tod kommt. Entweder, weil er sich trotz Ankündigung doch noch umgebracht hat und keine rechtzeitige Rettung kam oder weil es ein Versuch werden sollte, der nicht klappen sollte, aber dann doch hinhaute.

Also...es gibt alle Versionen.

Unterm Strich: Ankündigungen immer ernst nehmen.

dfanaex87


Ich denke nicht das man jeden Suizid/-versuch in dieselbe Kategorie einordnen kann. Bei einer Kurzschlußhandlung mag eine Ankündigung fehlen, bei Leuten mit längerer Planungsphase wurde zumeist eher ziemlich ausführlich darüber gesprochen. Man müsste auch fragen was mit "ankündigen" gemeint ist. Das allgemeine darüber sprechen? Eine akute und zeitlich begrenzte Anage wie "Morgen bringe ich mich um."? Ich denke über die suizidalen Gedanken geredet haben die meisten Menschen vorher, konkrete Ankündigungen mit Tag oder ähnlichen Angaben dürften eher selten sein. Allenfalls vage Andeutungen die dann im Nachhinein als Ankündigung verstanden werden können.

Plüschbiest

Nun, die Menschen die in deiner Umgebung auf die sichere Weise ihr Leben beendet haben, die waren ja in Behandlung und ich würde mal ganz entspannt davon ausgehen, dass ihre Suizidalität im Laufe der Zeit durchaus mal Thema war. War jedenfalls bei mir der Fall und bei allen Leuten die ich in den Kliniken so getroffen habe. Der Tod und die Möglichkeit ihn als Ausweg zu wählen waren da jeweils sehr sehr präsent.

Das heißt aber nicht das dabei jedem geholfen werden konnte. Irgendwann war alles gesagt oder die Betroffenen hatten das Gefühl das dem so sei und dann kam bei denen die auf der Strecke den Suizid gewählt haben eigentlich immer eine Phase innerer Immigration und des Schweigens. Und irgendwann waren diese Menschen einfach tot, ohne weitere Ankündigung, oft wirkten sie sogar eher entspannter.

Und dann gibt es Mischformen. Ich hab lange mit einem Selbstmord geliebäugelt, mehr so theoretisch Ideen gesammelt und dann hat es mich aus der Bahn geworfen und zack! hab ich es versucht.

Ergo: reden von Suizid macht mich aufmerksam. Egal wie, ich fange an ganz genau auf Zwischentöne zu hören, wenn das losgeht.

o*nodixsep


Ist wie: "Hunde die bellen, beißen nicht". Natürlich beißen die - irgendwann.

E#hemal-iger9 NutzeSr (]#590071x)


... Man muss aber auch nicht jede vage Andeutung gleich als Suizidankündigung ernstnehmen, die z.B. gerade online anonym in Foren geäußert wird. Da habe ich eher den Eindruck, dass es speziell dabei darum geht, anderen Aufmerksamkeit abzunötigen, indem man immer so viel "Spielraum" lässt, dass man hinterher wieder von seinen bewusst mehrdeutigen Andeutungen distanzieren kann.

X_iraxin


Ich habe nie aktiv mir selber das Leben nehmen wollen... Ok einmal so der Gedanke...Sprung von der Brücke...Exitus...hm mist keine Brücke in der Nähe die hoch genug ist.

Aber ich hatte auch Gedanken, die ich selbst als gefährlich einschätze. Sie sind verschwunden durch die Therapie.

Aber wenn mir jemand sagt "Wenn mich jetzt ein LKW erwischen würde...ich fänds nicht schlimm." oder "Ich wünschte ich würde einfach tot umfallen", dann nehme ich das auch schon sehr ernst und rate zu einer psychotherapeutischen behandlung.

Ich kenne auch die andre Seite der Medaille.

Mich rief ein Freund/Bekannter nachts um 3-4Uhr an...er weinte, würde jetzt gegen einen Baum fahren. Er kann einfach nicht mehr, seine Freundin hat ihn verlassen.

Als er aber auf gut zureden nicht reagierte, meinte ich "JETZT HALT DAS SCHEIß AUTO AN UND FAHR AUF NEN PARKPLATZ".

Eine Stunde reden und ich meinte "Es ist ja nicht das Ende der Welt, es ist schlimm, es tut weh, aber lass es doch erstmal sacken und morgen reden wir in Ruhe drüber, was schief gelaufen ist." und damit legten wir auf. Er schrieb mir noch eine SMS, dass er angekommen ist.

Aber dann fing es an, er redete nicht mehr mit mir. Ging mir aus dem Weg, schrieb nicht mehr. Ich sah ihn online in Spielen, machte mir sogar 2. Accounts um ihn zu beobachten, weil ich wissen wollte, was nun los ist. Tja ihm gings super und mich hats in eine Abwärtsspirale geworfen für Wochen, weil ich mich gefragt habe, was ich falsch gemacht habe. Vermutlich habe ich nicht das gesagt, was er hören wollte. Während er sich schon die nächste Freundin in dem Online Spiel an Land zog... :-/

Solche "Androhungen" können sehr sehr verletzend sein für den Empfänger, man fühlt sich hilflos, kann zum Teil garnichts machen.

Ist leider nicht die einzige Situation geblieben, wo ich so hilflos war und zusehen musste wie sich Menschen selbst zugrunde richten. Immer wieder suizidankündigungen, am nächsten Tag "Yay alles ist super". Auf den Vorschlag "Such dir Hilfe, ich begleite dich auch" ging nie jemand ein.

Als es mich dann aber selbst erwischte...sagte ich niemandem etwas.

Ich wollte sterben. Ich wollte niemanden damit belasten. Ich wollte mich aber auch nicht aktiv umbringen.

Ich merkte "Das ist ungesund" und ging zu meinem Hausarzt. Diesem sagte ich davon nichts, aber ließ mich weiter überweisen.

Meinem Therapeuten erzählte ich es nach ca 2-3 Monaten. Er ließ mich nicht einweisen, denn ich versprach mir nichts anzutun, denn das wollte ich ja eigentlich eh nicht. Ich wollte nur einfach nicht mehr existieren. Oder besser: Niemals existiert haben.

Denn wenn ich nicht mehr existieren würde, würde ich auch wieder wem wehtun...

Er gab mir dann zusätzliche Termine und wir besprachen die konkreten Gedanken, woher sie kommen, was ich tun kann.

Er schmetterte mir auch ein "Das ist unrealistisch" an den Kopf und rückte mein Denken etwas gerade.

Seit dem hab ich zwar manchmal das Gefühl, dass das Leben nicht für mich gemacht ist, aber ich möchte nicht mehr "nicht existieren"

C&lKodinxe


Wer es machen will, wird es auch tun sobald er eine Gelegenheit hat.

Jedoch viele drohen nur, wollen Aufmerksamkeit bekommen oder eben auch ein Problem haben.

Pklüs;chbiexst


Wenn mit Aufmerksamkeit haben wollen m Mittelpunkt stehen gemeint ist, dann würde ich das verneinen.

Es ist meines Erachtens eher so etwas wie, seht her mir geht es so schlecht dass ich lieber sterbe als weiterzuleben.


Dass man jede Frage und jeden Gedanken in Richtung Suizid ernst nehmen sollte, weil man die Gedanken und Gefühle des anderen nicht kennt, weil man nicht wissen kann, wie verzweifelt der Mensch ist, wie viel Hoffnung und Lebensmut noch in ihm stecken, wie viel Frohsinn und Lebenswille vielleicht nur vorgetäuscht sind, lehrt uns leider dieser Fall. Die Nutzerin Dumbo13 hat sich im Februar das Leben genommen.

Ich schließe an dieser Stelle.

:)-

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