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Verlustangst & einige andere Dinge im Busch :(

P]onybfranse


@ Jan

Würde ich meine Eltern damit konfrontieren, würden sie mir bestimmt einen Vogel zeigen ;-)

Ich glaub ja weiterhin daran, dass ICH das Problem bin und nicht meine Eltern ???!!!

Ich hab noch eine Schwester, allerdings 9 Jahre älter als ich... Die hat das Problem überhaupt nicht... Da ist es eher umgekehrt... Vielleicht alle 3-4 Tage telefonieren... 1 oder 2x im Monat besuchen... Total selbstständig... Mit beiden Beinen im Leben. 2 Kinder und verheiratet...

H?atsc"he(psu\t_


Und wollt ihr denn dazulernen? Oder seid ihr zufrieden, im Zweifel scheinbar deinen Eltern unterlegen zu sein?

mWali?ka8x2


Hallo Ponyfranse,

ich bin 33 und ich kann mich in vielem was Du schreibst wiedererkennen. Mit dem Unterschied, dass meine Eltern sich getrennt haben, als ich 9 Jahre war, ich habe seitdem einen ganz lieben Stiefpapa, der für mich wie mein Vater ist. Meinen leiblichen Vater hab ich vor 4 Jahren (da war er gerade mal 59) verloren, da u.a. sein Alkoholkonsum zum Krebs und dann leider ganz schnell zum Tod geführt hat.

Ich kenn das Gefühl der Verlustängste, wenn ich manchmal mit meiner Freundin darüber gesprochen hab, und wir auf das Thema "was passiert wenn unsere Mütter mal nicht mehr sind" kamen, waren wir beide nur noch am Heulen.

Bei mir ist es in der Ehe etwas anders, die Verlustängste beziehen sich auf meinen Mann genau so wie auf meine Eltern, da habe ich die gleiche Panik, dass ich plötzlich ohne Ihn dastehen könnte. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich die Frage Eltern oder Mann - für wen würdest DU dich entscheiden ehrlich gesagt bescheuert finde, denn das sind 2 Ebenen die man nicht miteinander vergleichen kann (wenn man zu allen ein gutes Verhältnis hat schon gar nicht).

Wir wohnen in der gleichen Stadt wie meine Eltern auch, teilweise sehen wir uns täglich, teilweise telefonieren wir 2-3 mal am Tag (wegen Kleinigkeiten, blabla, ich wollte nur kurz fragen, etc) - ich finde das nicht unnormal.

Auch solche Geschichten wie "eine Nacht bei der Oma, etc" endeten bei uns ziemlich im Tränenmeer, wenn sie in Urlaub fahren mache ich mir auch Gedanken und bin froh, wenn sie wieder gut daheim landen und bei sämtlichen größeren Entscheidungen frage ich natürlich meine Eltern um ihre Meinung (ob ich der gleichen bin steht auf einem anderen Blatt), denn sie haben mehr Lebenserfahrung und warum sollte man sich die nicht zumindest mal anhören. Schließlich klingt es nicht so, wie wenn sie Dir ihren Willen aufzwängen.

Wir führen allerdings keine Ehe zu 4, aber mein Mann sagt selbst oft "komm lass uns Deine Eltern dazu fragen" - oder wenn wir jetzt im Sommer gegrillt haben, hat er oft ohne das vorher groß zu besprechen verkündet, dass er mit ihnen telefoniert hat, sie haben gerade nichts vor und kommen zum Grillen mit vorbei. Was ist daran schlimm?

Die Angst - die immer dann kommt, wenn man drüber nach denkt, dass Mama und Papa plötzlich weg sind. :°(

Ich hab es hinter mir, da mein leiblicher Vater innerhalb von 10 Tagen nach Bekanntwerden der Krankheit verstarb.

Danach hab ich die Panik, meine Mutter und meinen Stiefvater zu verlieren, erst recht bekommen. Aber im gleichen Zuge auch langsam und schmerzhaft gelernt, dass es der Lauf der Dinge ist. Und genau aus diesem Grund verbringe ich meine Zeit gerne mit ihnen, da ich NICHT weiß, wann es vorbei sein kann.

Ich weiß nicht, ob Du unbedingt an dem Verhältnis zu deinen Eltern oder den Verlustängsten massiv arbeiten musst, ich denke eher, dass Du mit deinem Mann einen Weg finden solltest, bei dem er sich mehr als dein Mann fühlt (und nicht nur als "naja ich bin halt da, aber eigentlich hat sie ja PAPA"). Nur weil Du ihm mehr Raum und Möglichkeit in deinem Leben geben würdest, heißt das doch nicht zwangsläufig, dass deine Eltern dann weniger Platz haben.

Natürlich musst Du dich mal damit auseinandersetzen, dass die Uhr der Menschen, die eine Generation vor uns sind, eher ablaufen wird und wir viele von ihnen gehen lassen müssen. Meine Großmutter wurde 94 Jahre alt, hat ihren Sohn und 2 Schwestern, sowie den Mann meiner Cousine und eine Nichte begraben müssen und ich will mir gar nicht vorstellen, wie viel liebe Menschen (Freunde, Nachbarn etc) noch. Hast Du die Verlustängste deinem Mann gegenüber auch? Sprich mehr mit ihm und gib ihm das Gefühl, wenn es so ist, wie wichtig er Dir ist, und dass er in keinerlei Konkurrenz zu Deinen Eltern steht. Nicht dass er im schlimmsten Fall eines Tages die Frage stellt "Ich oder deine Eltern" - denn die Wahrscheinlichkeit, dass dein Mann auch nach dem Tod deiner Eltern noch an deiner Seite steht ist doch wesentlich größer und demnach nicht unerheblich. :)_

m9aXlikaw82


Ergänzung ;-)

Ich hab noch eine Schwester, allerdings 9 Jahre älter als ich... Die hat das Problem überhaupt nicht... Da ist es eher umgekehrt... Vielleicht alle 3-4 Tage telefonieren... 1 oder 2x im Monat besuchen... Total selbstständig... Mit beiden Beinen im Leben.

ist bei mir das gleiche nur dass es mein Bruder ist, der auch 9 Jahre älter ist und in einer Beziehung ohne Kinder lebt.. Wohnt ne Stunde weg von uns und meldet sich alle paar Wochen mal bei unseren Eltern. Die sind damit nicht unbedingt glücklich, da der Kontakt so wenig ist, aber so ist halt jeder anders.

Ich würde mich aber in meiner Situation (und auch Dich) aus den ganzen genannten Gründen nicht als unselbständig bezeichnen. Nur weil man viel Zeit mit seinen Eltern verbringt, kann man doch auch mit beiden Beinen im Leben stehen.

PzonnyfKravnse


In unserem Miteinander haben wir beide das Sagen... Es gibt jetzt keinen, der dominiert... Kommen auch sehr gut miteinander aus... Klar gibt es mal kleine Streitereien, aber ich denke schon, dass wir beide glücklich sind... Ja, da er ja nicht wirklich viel zu Hause gelernt hat, war es schon so, dass ich ihn am Anfang ein bisschen feilen musste ;-) Sauberkeit und ein gewisser Knigge waren Fremdwörter und ehrlich gesagt musste ich ihm viel beibringen / zeigen was eigentlich Aufgabe der Eltern sein sollte... Ich glaub, er hatte mit 25 das erste Mal einen Besen in der Hand ;-) Da war ich dann schon eher bestimmend... Ich lege großen Wert auf Sauberkeit und auch auf Gewissen Höflichkeiten... Mittlerweile ist er genauso penibel und Ordentlich wie ich ;-)

Wenn ich genauer drüber nachdenke, gibt es nichts, wo er sich beweisen kann... Vielleicht hat er in der Beziehung das bessere Handling mit unseren Finanzen... Da wunder ich mich immer, wo das ganze Geld herkommt ;-) Das kann er wiklich gut... Sonst stehen wir beide auf dem gleiche Level, würde ich sagen... Wir gleichen das schon aus... und ergänzen uns auch... Was er nicht weiß, weiß ich... und umgekehrt...

Puonyf]ranxse


Ich glaube da unterscheiden wir uns... Mein Mann wäre auch bereit auf sie Schnute zu fallen und meint, man muss eigene Fehler machen...

Ich hingegen möchte nicht fallen und hätte kein Problem damit, unterlegen zu sein... Wenn es denn vor erheblichen Fehlern bewahrt...

P=onyf'ranxse


Ich schäme mich gerade für meine ganzen Rechtschreibfehler... Sorry! Mit dem PC würde das nicht so gravierend sein -.-

H@atscthepbsut_


Nein, du verstehst mich falsch. Deine Eltern sind bei sämtlichen wichtigen Entscheidungen scheinbar die finale Instanz. Wann ist dein Partner denn einmal die finale Instanz und kann zeigen, was er kann?

Aber deine Beschreibung, wie du ihn erziehen musstest, passt auch zu dem Eindruck, den ihr beide auf mich macht. Aus deinen Texten sehe ich in deinem Handeln eben nicht, dass er der gleichberechtigte Partner ist, sondern eher ein Akteur, der im Zweifel von seinen Schwiegereltern überstimmt wird oder ihr die Info bekommt, dass eure Eltern anders gehandelt hätten.

H0atsc2hepsKuxt_


Ich hingegen möchte nicht fallen und hätte kein Problem damit, unterlegen zu sein... Wenn es denn vor erheblichen Fehlern bewahrt...

Das ist ein entscheidender Satz, denn es zeigt, dass du in deinen Eltern nicht sehr stark die Beschützer siehst, die dich vor Fehlern bewahren sollen. Aber wissen sie auch, was für eure Beziehung am besten ist?

s^we5eny42


Es geht nicht darum seine Eltern mal um Rat zu fragen. Du bist eine erwachsene, verheiratete Frau. Dein Leben und das deiner Eltern dreht sich ausschließlich um euch , Raum für dritte (dein Mann ) gibt es kaum. Deine Eltern hatten noch nie ein eigenes Leben und haben es auch jetzt nicht ( keine Hobbies, keine Freunde, kein Eheleben ). Ihr ganzes Dasein hat sich immer um dich gedreht und tut's auch jetzt noch. Dein Mann scheint sehr geduldig zu sein, mir wäre schon längst der Kragen geplatzt. :-X

Was genau wünscht du dir hier eigentlich ":/

sKweenyB42


Mein ich gar nicht böse, falls es so ankommen sollte @:)

Jpan7x4


Ich erkenn da auch vieles bei mir selber wieder, es dürfte typisch für derart symbiotische Bindungen sein. Statt sich von den Eltern abzugrenzen und sich nach aussen zu öffnen, macht man nach aussen dicht und bleibt nach innen (zu den Eltern) geöffnet.

Ich hatte auch Phasen wo ich dachte "warum muss ich mich mit anderen Leuten rumschlagen, mit meinen Eltern komme ich doch prima aus" und haben sie als "Beratungsinstanz" relativ lange auf einen Sockel gestellt und ihre Meinungen irgendwie übernommen.

"Zum Glück" hat meine Mutter allerdings eine "offensichtlich" kranke, bösartige Seite, die das alles relativ schnell zum Einsturz gebracht hat. Die fehlt hier offenbar. Aber es kann genauso ein im Grunde für die Tochter missbräuchliches System vorliegen.

Die Frage ist wirklich, wie reagieren die Eltern, wenn Du bspws sagst "ich hab ein tolles Jobangebot am anderen Ende von Deutschland und da ziehen wir nun für fünf Jahre lang hin". Deine Eltern sind wichtig für Dich, aber möglicherweise bist Du für Deine Eltern noch viel wichtiger, weswegen das ganze System (subtil und unbewusst) so ausgelegt ist, dass Du von selber gar keinen Antrieb hast, diese Strukturen zu verlassen.

Wie gesagt, eine Möglichkeit. Ich will auf keinen Fall sagen "es ist so". Aber vielleicht mal zum drüber nachdenken anregen.

PDony|franxse


Hi, mein Alkku hatte gestern den Geist aufgegeben ;-) Deshalb kann ich erst jetzt wieder antworten!

Möchte mich nochmal bei allen bedanken, die meine Beiträge gelesen und auch so toll beantwortet haben und NEIN, ich bin nicht böse! Im Gegenteil... Das ist ja positive Kritik; alles gut! @:)

So, schnell noch die Fragen beantworten:

Ich war jetzt ein bisschen irritiert, weil ich ja anscheinend jetzt zusätzlich noch ein Eheproblem habe?! Ich mein, kann ja gut sein... Ich empfinde es jetzt nicht so; aber ich steck ja auch mitten drin...

Eigentlich hatte ich hier mehr den Wunsch, das Problem mit meinen Eltern in den Griff zu kriegen... bzw. wollte ich einfach mal schauen, woran es liegen könnte; was schief gelaufen ist... Das mit den Verlustängsten ist ja jetzt nicht erst seit ich meinem Mann verheiratet / zusammen bin, das rührt ja schon seit der Kindheit... Kann jetzt nicht sagen, dass mein es durch die Beziehung mit meinem Mann extremer geworden ist. Es ist halt nur so, dass meine jetzt immer älter & auch teilweise kränklicher werden... Das war halt vor 10 Jahren noch nicht der Fall...

Und ja, ich weiß auch, dass mein Mann da sehr "geduldig" mit mir ist & manche Männer sicherlich schon die Reißleine gezogen hätten... ABER er kennt es ja auch schon seit Jahren so... So hat er mich ja kennengelernt... Und ich bin ja auch sehr froh, dass er sich gut mit meinen Eltern versteht :)

P7onyf}rxanse


@ Jan

Ist ja witzig... Mit dem Jobangebot... Die Möglichkeit war sogar gegeben... Es fing mit einem Auslandsaufenthalt an - damals in der Schule - was ich direkt dankend abgelehnt habe... Kam für mich nie in Frage! ICH in ein anderes Land? Niemals.

Dann hatte ich die Möglichkeit beruflich nach München zu gehen... Da es sich finanziell aber nicht wirklich gelohnt hätte, habe ich das Angebot abgeschlagen... Das mit dem "nicht lohnen" war natürlich auch nur gut für mich, dass konnte ich als Grund vorschieben ;-) München wäre für mich niemals ein Thema gewesen - ICH in München? Ohne meine Familie? Niemals.

P\onypfransxe


Und was ich auch noch berichten kann; was mir an mir selbst auffällt; ich hatte und habe nie wirklich Freunde gehabt... In der Schule damals immer mal ein oder zwei Mädchen, aber wenn die mal nicht konnte, hatte ich keinen... Ist auch bis heute so. Ich brauche einfach keine Freundschaften... Wir haben wohl ein, zwei befreundete Pärchen; das hat sich aber auch aufgrund deren Familienplanung ein bisschen auseinander-gelebt... Die haben bereits Kinder & da gehts in erster Linie nur noch darum... Empfinde ist als noch kinderlose Frau als ein bisschen anstrengend, wenn nicht sogar nervend...

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