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Machtmissbrauch in der Therapie

1C234-Austh1era5pi3ert hat die Diskussion gestartet


Hallo.

Ich habe im Jahr 2010 eine Therapie angefangen, da ich an Nervosität, Konzentrationsschwäche, Ängsten, wenig Selbstvertrauen und der Tatsache litt das ich nicht Nein sagen kann.

Nach einem ersten Gespräch bei dem Therapeuten habe ich ein gutes Gefühl gehabt und eine Therapie bei Ihm begonnen.

Es lief so ab das er mich ausfragte, und ich ihm alles über meiner Kindheit erzählen musste.

Schnell war ihm klar das ich eine Posttraumatische Belastungsstörung habe durch die Kindheit mit meinem Vater (Er war Quartalsalkoholiker).

Soweit so gut. Mein Vater war damals schon mehere Jahre tot und das Verhältnis zu meiner Familie war nicht schlecht, aber der Therapeut meinte. Ich sollte den Kontakt zu meiner Familie abbrechen. Warum hat er mir nicht erklärt.

Ich hatte damals auch eine Freundin(die selbe die ich heute noch habe), und auch mit ihr war manches nicht einfach.

Auch darüber haben wir in der Therapie geredet, und seine Antwort war. Du musst dich von deiner Freundin trennen.

So vergingen meine Therapiestunden und er bohrte immer weiter und wollte alles von mir wissen.

Einmal sollte ich ihm haarklein alles erzählen was ich am Tag mache. Warum er das wissen wollte, keine Ahung.

Ich kam mir seltsam vor da er so sehr interressiert daran war was ich denn alles so mache.

Ein anderes Thema in der Therapie, das ich angesprochen habe, war die Tatsache das ich Arbeitslos war und in einer Wohngemeinschaft mit einem Alkoholiker lebte. Das war damals sehr belastend für mich.

Das erste Kontingent Stunden war fast aufgebraucht, da meinte der Therapeut das ich eine Verlängerung beantragen sollte.

Das habe ich getan und die wurde auch verlängert.

In einer der ersten Stunden der verlängerung meinte mein Therapeut auf einmal eine Lösung für meine Probleme zu haben.

Ich habe einen Job für dich, und auch eine Wohnung.

Die Wohnung war in seinem Haus(in dem auch seine Praxis war), und der Job war auf 400€ Basis.

Er hatte sich gerade ein 100 Jahre altes Haus gekauft und ich sollte das dann in Eigenarbeit entkernen.

Ich habe neben meiner Tischlerausbildung auch eine Ausbildung im Pädagogischen Bereich, und mir kam das komisch vor, aber der Therapeut meinte, das ist doch toll. da gewinnen alle.

Es gab nur das Problem das die Wohnung zu groß für einen HartzIV empfänger war.

Kein Problem meinte der Therapeut. Eine Wand macht der Maurer zu. Eine andere könnte ich mit einer Trockenbauwand verschliessen.

Ich war immer noch skeptisch, aber die Wohnung war ein Traum. Ich sagte also zu.

Zu diesem Zeitpunkt war der Therapeut schon vom Sie ins Du übergegangen und sagte dann zu mir:"Na das ist doch Klasse. Komm wir unterschreiben den Vertrag in meiner Wohnung und dann trinken wir ein Bier."

Ich hatte ja einen Alkoholkranken Vater und auch selber Zeiten gehabt in denen ich viel getrunken habe und antwortete Ihm:"ich halte mich selber für einen Alkoholiker. Besser kein Bier."

Seine Antwort:"Ach Quatsch, du bist kein Alkoholiker, lass uns ein Bier trinken."

Ich habe also den Vertrag unterschrieben und die Wohnung wurde von zwei auf ein Zimmer verkleinert. Meine Arbeit dabei hat er mir Schwarz ausgezahlt.

Das Problem dabei war, das die Heizung(ein Heizkörper) und der Strom für den abgertennten Raum, weiterhin auf meine Rechnung läuft. Es wurden aber keine schriftlichen sachen dafür verfasst. Ging also alles zu meinen Lasten.

Den abgetrennten Raum hat er als Therapieraum für seine Praxis genutzt.

Als ich dann das erste mal abends in meine neue Wohnung gefahren bin um Sachen auszumessen, war dort schon Licht!

Und wer war in meiner Wohnung. Mein Therapeut. Er hatte nämlich einen Schlüssel für die Wohnung behalten.

Ich sprach ihn darauf an und er meinte. Meine Frau und ich haben für alle Vermieteten Wohnungen hier im Haus nen Schlüssel. Das ist nur für Notfälle.

Könnt Ihr euch vorstellen wie es ist wenn der Typ der alles von dir weiss, auch noch nen Schlüssel für deine Wohnung hat.

Ich sagte ihm das ich das eigentlich nicht so gut finde, doch er verstand es jedesmal wenn ich mich beschwerte mich mit seiner ruhigen und tiefen Stimme einzulullen.

Ich machte also den Umzug in die neue Wohnung, und bald kam er mit meinem Arbeitsvertrag.

In der Therapie hatten wir einen Stundenlohn von 10€ ausgemacht. Das wären dann ja 40 Stunden im Monat.

Im Vertrag stand aber ein Stundenlohn von 8,69€. Das heisst ich muss 46 Stunden Arbeiten um auf die 400€ zu kommen.

Der Therapeut verdient, nach seiner Aussage, 95€ die Stunde. Nur so als Vergleich.

Und im Vertrag stand das ich ein Bürohelfer bin. Kein Hausmeister, so wie abgemacht.

Das ist dann einfacher abzurechen meinte er. Und wenn mal einer nachfragt, sagt man einfach man ist in der Spalte verruscht beim anmelden.

Was sollte ich machen. Ich hatte schon den Mietvertrag unterschrieben. Und das ich nicht nein sagen kann war ja auch teil meiner Therapie.

Also unterschrieb ich.

Ich bezog die Wohnung und Arbeitete für Ihn. Meine Therapie lief zu dieser Zeit noch. Heisst, ich hatte einmal in der Woche eine Sitzung bei Ihm und die anderen Tage habe ich in dem 100 Jahre alten Haus abbruch arbeiten gemacht.

Irgendwann haben wir dann in den Therapiesitzungen nur noch über die Baustelle geredet und nicht mehr über mich.

Und es war ich der dann sagte. "Du ich kann das nicht mehr". Ich brach also die Therapie ab und dachte das es jetzt alles besser wird.

Ich hatte mich getäuscht. Ich arbeitete jeden Tag für den Therapeuten. Habe in dem 120 qm Haus den ganzen alten Putz mit nem Hammer abgeschlagen und mit eimern aus dem Haus getragen. Habe sein Wohnmobil repariert, in der Wohnung seiner Mutter Handwerliche Arbeiten gemacht. Feuerholz gesägt und gehackt. Türen in einer der anderen Mietwohnungen gestrichen.

Ich kam mir irgendwie vor wie sein Haussklave.

Und wenn mir das mal zuviel war sagte er. "Aha, ich glaube wir müssen mal wieder ne Sitzung machen."

Das habe ich aber nicht weil ich es nicht mehr wollte.

Alles was ich über die 46 Stunden machte hat er mir Schwarz ausbezahlt.

Er hat mich sogar an eine Klienten von Ihm vermittelt.

Und er hat sehr gerne und viel von sich geredet. Wo er geheiratet hat, wie er zu dem Haus gekommen ist. Er hat mit sogar von den Problemen anderer Klienten erzählt.

Ich habe nie danach gefragt. Er hat das alles von sich erzählt. Ich glaube er ist sehr von sich überzeugt.

Und dann immer das Bier trinken mit ihm.

Eines abends nach beendigung der arbeit sah er mich im Hausflur. Er fragte nach dem Stand der Baustelle und sagte dann:"Läuft ja gut.Komm lass uns ein Bier trinken."

Ich hatte keine lust und sagte nein. Und er stand dann neben mir und machte solche Schmatzgeräusche. "Hmm, Hmm komm schon, lecker Bierchen."

Ich kenne so ein verhalten von Trinkern in der Echkneipe nebenan. Aber nicht von einem staatlich anerkannten Therapeuten.

Zu diesem Zeitpunkt war mir das alles schon zuviel und ich versuchte den Kontakt auf ein Minimum zu beschränken.

Ist halt nur schwer wenn der Therapeut jeden abend um 22 Uhr an der Tür kloppft oder Anruft.

Dann gabs auch schon den ersten knall. Ich hatte meine Stunden für den den Monat voll, und gleichzeitig ein angebot für 2 Wochen Arbeit bei einem alten freund. der hat 15€ die Stunde gezahlt.

Die Arbeit war ausserhalb und ich war 2 wochen weg.

Als ich wieder zuhause war, stand auch schon der therapeut vor der Tür.

Du wir müssen mal reden sagte er. Natürlich hatte er Bier dabei und er hat mich zugetextet.

Es folgt ein Gedächnisprotokoll des Gesprächs (Eigentlich eher ein Monolog seinerseits)

"Du hör mal zu. Als ich dir die Wohnung gegeben habe da hatten wir ja auch gesagt das du hier den Hausmeister machst. Und wenn du jetzt einfach andere Sachen nebenbei machst. dann muss ich mir vieleicht auch überlegen ob wir das ganze setting hier so belassen."

Ich war vollkommen verunsichert und verängstigt.

(Wie kann man denn einen Patienten der mit Ängsten in die Therapie geht so unter druck setzen)

Habe danach nur noch für Ihn gearbeitet. Und das nicht zu knapp. Aus den vereinbarten 46 Stunden wurden jeden Monat so 150 Stunden.

Als zwischendurch die abrechnungen für strom und heizung kam, trat ein was ich befürchtet hatte. Große nachzahlung Strom und auch gas.

Die Heizung bezalhlt ja das Arbeitsamt, also kein Problem für den Therapeuten und für die Stromnachzahlung gab er mir 50€ auf die hand.

Ich war mittlerweile vollkommen durch den Wind.

Aber auch für ihn lief es wohl schlechter. Das 100 Jahre alt Haus war in einem schlechteren Zustand als gedacht und das ganze wurde teurer für ihn.

Und dann es zum eklat. Ich hatte schon 139 Stunden im Monat voll, und saß nachmittags um 16:30 zuhause. Vorher war ich auf der Baustelle gewesen.

Mein Therapeut rief an. Er war aufgebracht und Sauer, das ich habe ich gemerkt. Und er hat mich am Telefon aufgefordert noch mehr stunden zu machen. Ich sagte das ich schon fast 140 Stunden zusammen habe und es jetzt ja auch schon nachmittag ist und ich zuhause bin. Er bestand darauf das ich mehr Stunden mache. Er war richtig Sauer. Und sehr fordernd.

Da ist bei mir endlich der Knoten geplatzt. Ich habe den Tag gewartet bis er schlief und bin im Dunkeln zur Baustelle. Habe mein ganzes Werkzeug zusammen gesucht und in meine Wohnung geräumt. Dann habe ich den Profilzylinder meiner Wohnung ausgetauscht (er hatte ja noch den schlüssel für meine Wohnung), und bin in meine Heimatstadt zu meiner Familie gefahren.

Am nächsten Tag ging ich zu meinem alten Hausarzt der mich schon lange kannte und habe ihm alles erzählt.

Und der hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Er meinte das das so garnicht geht. hat mich für 2 wochen krank und mir ein Attest ausgeschrieben das ich aus gesundheitlichen gründen den Job kündigen muss. Sonst hätte ich ja ne Kürzung vom Arbeitsamt bekommen.

Die Krankschreibung habe ich an den Therapeuten geschickt, und meine Simkarte im Handy ausgetauscht. Sonst hätte er mich ja anrufen können.

Antworten
1+23-Au_sther5apixert


Ich muss mal so weitermachen, da die Zeilen voll waren.

Nach den zwei wochen bin ich wieder in meine Wohnung gefahren. Und habe den Therapeuten angerufen um ein letztes gespräch mit ihm zu vereinbaren.

Zu diesem letzten Gespräch habe ich einen guten Freund mitgenommen, da ich Angst hatte das er mich wieder beredet für ihn zu arbeiten.

Ich und mein Freund kamen in seine Wohnung. Das ein anderer dabei ist hat ihn sehr verunsichert. Und obwohl ich ja sonst mit seinen kindern und seiner frau auf du und du war. War die Tür zum rest der Wohnung verschlossen.

Und stellt euch vor wie der Raum aussah in dem wir reden sollten. Ganz klar. Auf der seite des Therapeuten, stand ein Glas Wasser und auf meiner Seite eine Flasche Bier.

Mein Therapeut, der sonst ja so wortgewnd war. Sagte garnix. So hatte ich Zeit mir alles von der Seele zu reden. Ich sagte ihm alles was für meine Verhältnisse schief lief. Gab Ihm Kündigung für Wohnung und Job. Und ca 450 € an Schwarzgeld zurück.

Der hat vieleicht Augen gemacht.

Das ich die Kündigungsfrist für die Wohnung nicht eingehalten habe, war ihm egal.

Nach meinem Monolog sagte er noch etwas das ich nie vergessen werde.

"Ja, das tut mir ja leid, aber ich werde sowas nie wieder machen. Ich habe auch mit meiner frau geredet und sie ist der gleichen Meinung. Ich wünsch dir alles gute, aber denk dran. Das was hier passiert ist war definitiv kein Missbrauch"

Komisch denn ich habe nie das Wort Missbrach Ihm gegenüber genannt.

Ich habe dann die Wohnung geräumt und meine Sachen bei meiner Freundin eingelagert. Offiziell gemeldet war ich beim Einwohnermeldeamt dann als Ohne festen Wohnsitz(Obdachlos), für die nächsten 6 wochen.

Ich bin dann notgedrungen beim gleichen alkoholiker eingezogen bei dem ich vorher auch schon gewohnt habe.

(Mittlerweile habe ich eine eigene schöne wohnung)

Die ganze Therapie war ein Horrortrip für mich. Und hat mich in meiner persönlichen Entwicklung für Jahre zurück geworfen.

Ich bin ein anderer Mensch als früher. Weniger Lustig , und ich vertraue niemandem mehr.

Ich habe dann auch mal versucht mir hilfe zu suchen, hatte aber nicht die kraft dazu.

Nun habe ich den Therepeuten vor zwei wochen gesehen. Er ist im Auto an mir vorbei gefahren und ich konnte sehen das er gut drauf war und lachte.

Ich habe jetzt alles zusammengeschrieben und an die Therapeuten Kammer geschickt. Habe auch einen Nachweis von der Krankenkasse von wann bis wann ich in therapie war und die die ganzen verträge beigelegt.

Lustiger weise hat mir die krankenkasse bestätigt das ich von 2010 bis laufend bei ihm in behandlung bin, da er nie einen abschlussbericht an die krankenkasse gesendet hat.

ehrlich gesagt glaube ich nicht das es für den therapeuten ernste auswirkungen haben wird. denn eine krähe hackt der anderen kein auge aus.

denke ich bekomme auch erst in ein paar monaten bescheid von der kammer.

Mein Fazit für euch:

WENN DEIN THERAPEUT VIEL VON SICH ERZÄHLT UND ANFÄNGT DICH ZU DUZEN. LAUF SO WEIT UND SO SCHNELL DU KANNST.

Ich hoffe er ist nur ein schlechter unter vielen guten

danke, und sorry für wall of text

ASphrodittEsCxhild9


123-Austherapiert

danke, und sorry für wall of text

danke. ":/ Wofür?

The Wall von Pink Floyd?

MTonpgSata


Abgefahrene story... :|N

Ich wünsche dir eine weitere, aber gute Therapie, in der diese Horrorerfahrung verarbeitet wird. Immerhin hast du am Ende "Nein" gesagt. Das hast du gut gemacht.

BSlac-krodse1x9


Sry aber das hört sich richtig komisch und etwas unglaubwürdig an. Ich kann es nicht so ganz glauben. Sry aber wenn das stimmt tut s mir leid was dir da passiert ist. Wünsche dir alles gute.

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