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Nervende Oma

D"ieRKruexmi


Jetzt würde mich mal interessieren ob du schonmal jemanden in dem Alter dauerhaft gepflegt oder betreut hast. Danach sieht man gewisse Dinge nämlich ein wenig anders.

Du hast es genau auf den Punkt gebracht.Jahrelange Betreuung.Jeden Tag Anrufe,nicht einmal sondern fünfmal.Undankbar ohne Ende,irgendwann kannst du nicht mehr nett sein.Immer lieb sein alles in sich hinein fressen?

hmmm, ich bin da sehr hin-und hergerissen. Oma hat ihr Leben ja schließlich viele Jahre den Bedürfnissen ihrer Kinder untergeordnet, die Kinder haben sicher viel öfter gequengelt, wegen jedem Pups nach Mama gerufen etc. Und ja, irgendwann ist die Zeit gekommen, dass man zurückgibt--für meißt einen deutlich geringeren Zeitraum. Eigendlich in halbwegs gesunden Kulturen überhaupt kein Thema..... es ist aber verdammt schwierig, seine Einstellung zu der Situation zu ändern. Aber nur dann kann man die Dinge so hinnehmen, wie sie sind ohne sich selbst aufzureiben, aufzuregen, wütend zu werden etc.

CTorn1eliax59


Ich habe den Zustand, den die TE beschreibt, selber in verschärfter Form erlebt, als unsere Mutter nach einem Krankenhausaufenthalt zuhause nachts Herzpanik-Attacken bekam. Sie rief mich (ich wohne am nächsten) mitten in der Nacht an (zwischen 1-3 Uhr nachts) und ich mußte hinfahren, voller Panik, sie dort bereits tot vorzufinden. Sie rannte aber im Wohnzimmer im Kreis herum, ununterbrochen, und war der felsenfesten Überzeugung, wenn sie sich hinsetzt oder hinlegt, bekommt sie einen Herzinfarkt oder was auch immer. Auf sie einreden half nichts, den Notarzt rufen und bestätigen lassen, daß ihr eigentlich gar nichts fehlt, half nichts... ich habe mir die Nächte reihenweise um die Ohren geschlagen und stand kurz vor dem Zusammenbruch, denn ich habe ja auch noch einen Vollzeit-Beruf... %:| Eines Nachts konnte ich dann tatsächlich nicht mehr und habe sie angebrüllt und bin nach Hause gefahren. Mit dem Ergebnis, daß mich am nächsten Tag die Nachbarin beschuldigte, eine Rabentochter zu sein, denn meine Mutter war dann bei ihr aufgekreuzt, und sie hat den Notarzt gerufen usw. Der habe ich dann allerdings umgehend klargemacht, was eigentlich los war.

Irgendwann habe ich ihrem (und meinem) Hausarzt davon erzählt. Der meinte, das könnten Anzeichen einer Depression sein, daraufhin verschrieb er ihr Antidepressiva... und einige Wochen später war sie wieder ein normaler Mensch, und der nächtliche Dauerterror hörte auf.

Das kann sich keiner vorstellen, was diese Art von nervlicher Belastung über einen längeren Zeitraum bedeutet. Irgendwann sind selbst beim gutmütigsten friedlichsten Menschen die Nerven durchgescheuert und er tickt aus. Keiner kann das auf Dauer leisten!

E6hema-liger 4Nutzer (#5/7301x2)


Da sie ja jede Hilfe von außerhalb der Familie strikt ablehnt, auch wenn es dir, liebe TE immer wieder hier geraten wird (lest ihr eigentlich die Postings der TE?)

This Twilight Garden

ja lesen wir 8-)

Andere hier im Faden und auch ich haben geschrieben, dass die Oma Hilfe von außen zu akzeptieren hat wenn sie Zuhause bleiben möchte, es kamen auch gute Tipps von den Mitschreibenden wie man vorgehen könnte.

Oft bekommen die schlechte Laune ja ausgerechnet jene ab , die einem besonders nahe stehen.

Unter solchen Umständen kann der Austausch / das Gespräch mit einem Profi aus dem Pflegebereich sehr hilfreich sein und wie gesagt auch der Hausarzt kann vermitteln.

Das Hinzuziehen von Pflege- und Betreuungsdiensten ist nunmal entlastend . Wenn die Angehörigen nicht mehr alles an Unterstützung leisten müssen, und die andere Seite nicht in allem von einer einzigen Person abhängig ist.

E5hemaIliger {Nutzer x(#573012)


Das kann sich keiner vorstellen, was diese Art von nervlicher Belastung über einen längeren Zeitraum bedeutet. Irgendwann sind selbst beim gutmütigsten friedlichsten Menschen die Nerven durchgescheuert und er tickt aus. Keiner kann das auf Dauer leisten!

Cornelia59

kann ich gut nachfühlen

a%prixl45


Ich kann die Verzweiflung von Cherie1991 und ihre Sorge um ihre Mama gut verstehen. Ich denke da von jeher ein gespanntes Verhältnis zwischen ihrer Mama und Oma bestand, macht die Sache mit der Halsstarrigkeit der alten Dame erst recht schwierig. Ich finde es schon bewundernswert das es immer wieder im guten versucht wird der Oma bei zukommen. Es ist letztendlich sehr nerven aufreibend wenn man sich vor ihr immer wieder rechtfertigen muss und eigene Probleme immer abgeschmettert werden. Sich komplett von ihr ab zu grenzen, wie es einige schon vorschlugen ist sicherlich nicht möglich, da es ja doch trotz allem immer noch die Mutter/Oma ist, die man ja trotz allem irgendwo doch liebt und sich sonst später Vorwürfe machen würde. Es ist eben sehr schade das nie etwas liebe und Dankbarkeit zurück kommt sondern man nur gezetere bekommt und alles was man macht eh falsch ist. Sicherlich wäre anderweitige Unterstützung wichtig, aber so lange sie noch soweit klar im Kopf ist und keine beginnende Demenz festgestellt wurde kann man der alten Dame auch nichts aufzwingen was sie nicht will, das ist nun mal leider so.

Um deine Mama zu entlasten oder ihr in ihrer Situation beizustehen würde mir einfallen das du evtl. an freien Tagen oder bei kürzeren Arbeitstagen, gemeinsam mit deiner Mama hingehst. So würde es euch auch sicherlich leichter fallen die Zeit bei ihr zu überstehen, da ihr ja doch nur noch sehr ungern hingeht, was ich auch gut verstehe aber so hättet ihr gleich zeitig auch noch mehr gemeinsame zeit miteinander und Hilfe für euch untereinander . Ich denke das da von deinem Vati sicherlich eher weniger Unterstützung kommt.

C\hesrie&199-1


Wow hier wurde wieder sehr viel geschrieben ":/ also ich fasse mal zusammen:

Was ich an meiner Oma mag oder mochte.Sie hat sich früher oft um mich gekümmert und mit ihr und meinem Opa war ich schon 7 Mal in Sylt.Ansonsten kann ich momentan leider nicht sagen was ich an ihr noch mag.Mit meinem Opa war alles einfacher.Zweite Sache,würden wir sie ins Heim schicken oder ins betreute Wohnen,wären wir für immer die bösen und sie würde sich bei anderen ausheulen.Meine Oma beschwert sich auch auch,dass man mit ihr nicht mehr weg fährt oder sie mal mit nimmt...das hat alles seine Gründe,so etwas ist nie unbegründet.Außenstehende bemitleiden sie und wir sind die Bösen.

Dritte Sache:einen AB haben wir und meine Mutter geht oftmals nicht ran oder ruft dann auch mal 3 Tage nicht an,dann macht sie sich jedoch gleich wieder Vorwürfe dass meiner Oma was passiert sein könnte und sie dann vielleicht iwo liegt.Meine Oma will es aber ja auch soweit kommen lassen...keinen Arzt,kein Krankenhaus,am liebsten einfach in der Wohnung irgendwann mal liegen.Davor graut vor allem meiner Mutter.

Vierte Sache:

Keiner von uns lässt sie ganz alleine.Meine Eltern sind im Urlaub und ich muss eh wieder arbeiten.Ich bin da.Fahrt euch das mal rein.Meine Mama hat schon keine Lust mehr wegzufahren,sie bekommt immer ein schlechtes Gewissen.Meine Oma stirbt immer gleich,wenn meine Eltern mal 3 Wochen wegfahren.Und das krasse.Wo sie das letzte Mal weg waren,ist auch wirklich was gewesen (die Geschichte habe ich euch schon erzählt)

Soll man immer Rücksicht drauf nehmen?Meine Mama lässt sich auch nicht mehr alles gefallen und ich habe ihr auch schon was gesagt,aber dann wird immer geweint.Und mag sein bei dem einen oder anderen wird es einfacher,wenn man sich nicht mehr alles gefallen lässt.Glaubt ihr dran bei ihr habe sich was geändert?Nach dem Krankenhausaufenthalt war sie für kurze Zeit mal nett,nach 1 Woche ging alles wieder von vorne los.

Cmherrie1H99x1


@ Cornelia59

Ja sie hat das Zeug auch verschrieben bekommen (Antidepressiva).Mit dem Spruch "diesen Rotz nehme ich nicht ein"war die Sache durch.Zwingen kann man sie nicht.Von jedem Medikament wird ihr schlecht und schwindlig.Verträgt sie auf ihren Magen nicht.ja genauso fühlen wir uns auch,einfach auch total verärgert und müde von dem vielen Gerede.

@ April45

Als dann das zweite mal der Krankenwagen gerufen wurde,bat mich meine Mutter,ob ich sie unterstützenderweise begleiten könnte,was ich auch tat.Meine Mama,die ja nun weiter weg wohnt,ist extra noch mit der Bahn hingefahren.Habe ihr dann vorgeschlagen,bei mir zu übernachten.Ich kann meine Mama total verstehen,weil sie diejenige ist,die am meisten Leid davon tragen muss.Denn es ist ihre Mama und keiner hat mehr richtig Lust zu ihr zu kommen.

Meine Eltern würden auch so gern weg ziehen,aber solange wie meine Oma noch lebt,werden sie immer da sein müssen. :°(

Rvhnelxia


Lasst euch mal bei der Caritas beraten, welche ambulanten Unterstützungsmöglichkeiten angeboten werden. Es gibt von Hilfsorganisationen, wie z.B. DRK auch Angebote für Senioren.

Wenn sie depressiv ist oder eine Demenz entwickelt, wäre eine Tagesklinik eine Möglichkeit.

Bleibt dabei hartnäckig mit den Angeboten.

Heim oder betreutes Wohnen wird nicht so einfach gehen und deine Mutter müsste wahrscheinlich zuzahlen, sofern die Oma nicht vermögend ist. Und gegen den Willen der Oma geht es schlichtweg nicht.

Deine Mutter kann sich beim Hausarzt beraten lassen. Vielleicht gibt es in eurer Nähe auch eine Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige. Eure Situation ist kein Einzelfall.

Welche Beratung habt ihr denn schon in Anspruch genommen?

Jnulqi-S<onxne_


Nordi84, ja, ich habe schon jemanden gepflegt. Ehrlich gesagt zwei Personen.

Und ehrlich, so eine alte Frau alleine einkaufen zu schicken und dann ihr noch einen Vorwurf machen, da könnte ich sogar diejenigen verstehen, die Mitleid mit der alten Frau haben, obwohl sie noch niemanden pflegen mussten.

MTonikga6x5


Sehe ich auch so. Es gibt einen Unterschied, ob mal die Nerven blank liegen oder ob man ein grundsätzliches Unverständnis gegenüber den Veränderungen im Alter hat. Und sich aufzuregen über einen vergessenen Geldbeutel ist so ein Unverständnis. Die Frau ist sicher sehr anstrengend und da muss man auch irgendwie einen Weg finden, sich mehr rauszuziehen und auch Grenzen zu setzen.

Und gegen den Willen der Oma geht es schlichtweg nicht.

Erlebe ich anders, sehr viele Leute kommen gegen ihren Willen ins Heim. Hängt davon ab, ob man Betreuer ist. Wie man die Betreuung bekommen kann, ob sie gerechtfertigt ist etc. kann man erfragen.

RNhelxia


So, wie die Oma hier geschildert wird, liegt kein Grund für eine Betreuung vor. Da müsste man mehr Infos haben. Aber das kann z.B. der Hausarzt schon mal betrachten. Die Entscheidung trifft dann ein Gericht, sofern die Oma der Betreuung nicht zustimmt. Und wahrscheinlich wird sie das nicht.

Auch ein Betreuer kostet. Deswegen übernimmt meist ein Angehörigen die Betreuung. Und ob dann die Mutter, die Oma in eine geschlossene Einrichtung verfrachtet, wage ich zu bezweifeln. Wobei ich auch keine Gründe für eine geschlossene Unterbringung erkennen kann. Ist alles nicht so einfach.

M9onLikax65


Geschlossene Unterbringung ist ja überhaupt nicht nötig. Allerdings würde ich es nicht für komplett aussichtslos halten, dass die Tochter zum Beispiel die Betreuung bekommt, aber darüber müssen sie sich eben informieren. Wir hier werden das nicht klären können.

aNpri&l4x5


@ Monika65

Es wurde sich nicht über einen vergessenen Geldbeutel aufgeregt, sondern es wurde sehr sachlich darüber berichtet das die Handtasche aus unachtsamkeit gestohlen wurde. Das kommt erschwerend hinzu das jetzt eine gewisse Angst vorhanden ist, wo man doch vorher noch alleine einkaufen ging und nur die schweren Sachen für die Oma eingekauft werden mußten.

Ich kann kann mich noch sehr gut an meine Schwiegeroma erinnern bei den Schilderungen muss ich unwillkürlich an sie denken, diese hatten wir mal 14 Tage in Betreuung in unserer Familie, danach nie wieder, wir waren nervlich total fertig. Es war auch nicht so das wir uns bei weiteren Urlauben von ihrem Sohn komplett raus nehmen konnten, es war dann halt so das sie in ihrer Wohnung blieb und mein Mann hinfuhr um zu spritzen und nach ihr zu sehen.

Aber wenn es die Eltern sind kann man sich wahrscheinlich nicht so zurücknehmen, weil man sie doch liebt, auch wenn es einem in diesen Situationen schwerfällt.

Der alten Dame wurde schon die Vorschläge unterbreitet mit Pflegedienst und Heim aber es wird halt alles abgelehnt und sie setzt voraus das alles springt und sofort nach ihrer Pfeife tanzt. Ich denke das Tips erhofft werden wie man dieses eigenwillige Persönchen doch dazuzu bringen auf die Vorschläge einzugehen oder ihr begreiflich zu machen wie schwer sie es ihren Lieben mit ihren zum Teil würd ich schon sagen psycho Spielchen die sie macht, in dem sie es immer wieder schafft ihren Lieben ein schlechtes Gewissen zu machen.

Ich hoffe sehr das deine Mutti jetzt in ihrem Urlaub etwas entspannen und zur Ruhe kommen kann.

MVonikxa65


Es wurde sich nicht über einen vergessenen Geldbeutel aufgeregt, sondern es wurde sehr sachlich darüber berichtet das die Handtasche aus unachtsamkeit gestohlen wurde.

Wo ist der Unterschied?

a!prixl45


Man muss dir doch nicht wirklich den Unterschied zwischen

Vergessen..........via..............gestohlen und

aufregen ............via..............sachlich berichten erklären ":/

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