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Depressiv oder ausgebrannt - brauche schnelle Hilfe

a*ufgel=öxste


Für mich klingt das nach Burn-Out und nicht nach Depression. Wenn jeder Tropfen Mehrarbeit ein Schlag ins Gesicht ist. Wenn man glaubt, unverzichtbar zu sein und eher ein schlechtes Gewissen gegenüber den Kollegen hat als Verantwortung vor der eigenen Gesundheit.

Comran

Das klingt aber ziemlich mies. Der Alias fühlt sich nicht unverzichtbar, sondern hat ein ausgeprägtes Sozialverhalten und will seine Kollegen nicht im Stich lassen.

Das ist eine immer willkommene und lobenswerte Eigenschaft, die richtig angewandt, nicht zu Depressionen führt. Sonst wäre es ja nur noch gesund, ein plumper Egoist zu sein, mit dem keiner gerne zusammenarbeitet.

Ctom ran


Der Alias fühlt sich nicht unverzichtbar, sondern hat ein ausgeprägtes Sozialverhalten und will seine Kollegen nicht im Stich lassen.

Der zweite Halbsatz, den du nicht fett hervorgehoben hast, erklärt glaube ich den Unterschied, den ich meine ;-)

Alias 709983


Heute geht es mir wieder fast gut. Wenn man überlegt, wie ich mich die letzten vier, fünf Tage gefühlt habe, bin ich erstaunt, wie gut. Es war aber auch ein sehr voller Tag mit wenig Ruhephasen, da geht es mir immer besser. Was mache ich daraus? Wie kann das sein?

Alias 709983


Versuche auf keinen Fall zu denken, dass die Belastung bald weniger wird und du nur bis dahin genauso durchhalten musst.

Scheiße, genau das tue ich seit... ich sag mal vorsichtig mindestens seit Monaten. Ich dachte, wenn die Kleine irgendwann durchschläft, geht es mir wieder besser und ich habe mehr Kraft und Energie. So war es aber nicht, eher das Gegenteil war der Fall. Und ich könnte noch einige Beispiele in dieser Richtung bringen. Das gibt mir zu denken.

Habt ihr euch beide ausreichend aufeinander zubewegt, oder hast du dich da auch in der Verantwortung gefühlt und vielleicht mehr gegeben als zurückgekommen ist?

Puh, ich fürchte, dass kann ich nicht objektiv beurteilen. Ein Hauptproblem war, dass ich ein Abgrenzungsproblem habe, und aus der Beziehung fliehen wollte, weil ich in der Situation Beziehung+Kinder nicht ausreichend Freiraum für mich hatte, also quasi keinen. Teils weil ich nie gelernt habe, mich abzugrenzen (Resultat einer nicht besonders gesunden Beziehung zu meiner Mutter, haben wir in der Paartherapie) angerissen), teils weil mein Mann recht passiv und bequem ist, und mir daher nicht gerade auf die Füße getreten ist, mir mal Ruhe zu gönnen und mir was abzunehmen. Ich fürchte, wir sind fast wieder an dem damaligen Punkt angekommen, wenn ich es recht bedenke. ":/

Könntest du einige Akutmaßnahmen für dich umsetzen, die ich oben empfohlen habe?

Schwierig. Die 30 Minuten für mich klingen am verlockendsten, aber ich sehe da im Moment wenig Möglichkeit, das zu realisieren. Zeit für mich nutze ich meist mit Schlafen, aufräumen, Wäsche machen. Wenn ich mal allein bin, komme ich ganz schlecht runter. Ich wünsche es mir, aber wenn ich dann allein bin, bin ich so unruhig, dass ich die Zeit kaum genießen oder vernünftig nutzen kann.

Jlan7x4


Das trifft definitiv so zu. Ich hatte Anfang des Monats Urlaub, und am Tag ehe ich wieder arbeiten musste, lag ich weinend auf dem Boden, weil mich allein der Gedanke daran schon jeder restlichen Kraft beraubte.

Das lässt doch nun keine Fragen mehr offen..

ich wüsste nicht was man da ausser "raus da, sofort" raten sollte. Das ist definitiv nicht der richtige Weg.

Wenn Du Dich an Dinge klammerst, aus welchen Gründen auch immer, die derartige Reaktionen bei Dir hervorrufen, vergeudest Du im Endeffekt Deine Energie und führst nicht "Dein richtiges Leben".

C[omr.an


und mir daher nicht gerade auf die Füße getreten ist, mir mal Ruhe zu gönnen und mir was abzunehmen. Ich fürchte, wir sind fast wieder an dem damaligen Punkt angekommen, wenn ich es recht bedenke. ":/

Dann musst du eben mit den Füßen aufstampfen und ihm höflich aber bestimmt klarmachen, dass du leidest und er dir bitte etwas im gemeinsamen Haushalt und mit dem gemeinsamen Kind unter die Arme greifen muss.

Und zwar genau deswegen:

Die 30 Minuten für mich klingen am verlockendsten, aber ich sehe da im Moment wenig Möglichkeit, das zu realisieren.

Du wirst sonst immer so weitermachen.

Wenn ich mal allein bin, komme ich ganz schlecht runter.

Dazu habe ich dir die CDs mit Autosuggestion empfohlen. Es funktioniert ganz gut, wenn man es nicht selbst gelernt hat, sich selbst runterzufahren. Die Bereitschaft muss nur da sein, denn in deiner Situation fühlt es sich komisch an, den kostbaren Freiraum erst einmal mit solchem "Nichtstun" zu füllen. Aber das ist eine Investition, dass du überhaupt erst wieder bereit bist, Dinge auf- und wahrzunehmen. Sonst wird dich nichts in deinen freien Minuten befriedigen, weil du gehetzt bleibst, diese Zeit irgendwie mit Sinn zu füllen. Und am Ende merkst du, dass du nichts davon gehabt hast.

Fahr dich unbedingt runter und sichere dir diese Auszeiten.

Alias 709983


Ich war Dienstag beim Arzt, bin bis Sonntag krank geschrieben, wir haben gestern ein paar Laborwerte abgenommen (Schilddrüse, Eisen, Vitamin D), um eine organische Ursache auszuschließen. Und ich weiß gar nicht, was mir lieber wäre. Heute Nachmittag ist Befundbesprechung. Ich muss allerdings sagen, dass es mir schon wieder etwas besser geht, also vielleicht habe ich auch nur überreagiert, war bloß müde und genervt. Ich habe sowas immer mal gehabt. Meistens ist es wieder weggegangen, indem ich mich in Aktivitäten gestürzt habe. Ach, ich weiß es alles nicht.

Alias 709983


Dann musst du eben mit den Füßen aufstampfen und ihm höflich aber bestimmt klarmachen, dass du leidest und er dir bitte etwas im gemeinsamen Haushalt und mit dem gemeinsamen Kind unter die Arme greifen muss.

Habe ich immer wieder gemacht, habe ihm immer wieder gesagt, dass ich am Ertrinken bin, meist hat er dann für ein paar Tage mehr Engagement gezeigt, oft jedoch nur solange bis ich oder wir geschafft haben, die Wohnung mal wieder von Grund auf auf Vordermann zu bringen. Ansonsten ist es recht frustrierend.

Du wirst sonst immer so weitermachen.

Womit meine Mutter recht behalten würde. Und das möchte ich nicht.

Alias 709983


Das lässt doch nun keine Fragen mehr offen..

ich wüsste nicht was man da ausser "raus da, sofort" raten sollte. Das ist definitiv nicht der richtige Weg.

Vielleicht geht es mir auch besser, weil ich weiß, dass ich die nächsten Tage nicht arbeiten muss. Aber ich wüsste nicht, was ich da langfristig machen kann. Arbeiten muss ich ja. Einen Versetzungsantrag habe ich bereits vor zwei Jahren gestellt. Erfolglos. Unsere Abtreibung ist nicht sehr beliebt, weshalb es schwer ist, Leute zu finden, also ist es fast unmöglich, aus dem Sumpf rauszukommen, wenn dein Fuß einmal drin steckt. Und um einen kompletten Strich zu ziehen, habe ich derzeit keine Kraft. Allein der Gedanke daran, überfordert mich.

Alias 709983


So, ich bin zurück vom Arzt. TSH und Eisen sind normwertig. Vit D war leider noch nicht fertig, erfahre ich morgen. Die Wahrscheinlichkeit, dass also darin die Ursache zu finden ist, ist nicht mehr sonderlich hoch. Irgendwie geht es mir jetzt wieder schlechter.

EnhemaligeMr NutzYer (:#575839h)


Hallo Alias!

Ob Depression oder Burnout spielt keine Rolle. Deine Symptome, so wie du sie beschreibst, haben Krankheitswert. D.h. gleich morgen zum Hausarzt, alle Symptome schildern und er wird über die weitere Behandlung entscheiden. Sehr wahrscheinlich wird der dich dann zu einem Facharzt überweisen.

Hier im Forum Ursachenforschung zu betreiben, macht nicht viel Sinn. Solltest du an einer mindestens mittelschweren Depression leiden, dann ist dein Urteilsvermögen eh eingeengt. Das ist Teil dieses Kranheitsbildes.

Für dich zur Info: Sei es eine Depression, ein Erschöpfungssyndrom oder Burnout (letzteres gibt es nicht als klassifizierte Störung, sondern ist vielmehr eine Ansammlung verschiedener Symptomkomplexe): alle diese Krankheitsbilder sind gut behandelbar. Aber du musst den ersten Schritt machen. Und zwar gleich morgen!

Alles Gute und vor allem gute Besserung!

Alias 709983


Ich danke dir für deine Antwort, hoch-im-norden. Ich war Dienstag beim Hausarzt, wir haben Blut abgenommen, um körperliche Ursachen auszuschließen. Der letzte diesbezügliche Laborparameter stand heute beim Termin zur Befundbesprechung leider noch aus, und wird mir morgen über Telefon mitgeteilt. Wie es weitergeht, wenn auch der unauffällig ist, weiß ich nicht. Ich fürchte, ich werde dann Montag wieder arbeiten gehen müssen, und mich parallel um nen Termin beim Psychiater oder Psychotherapeuten bemühen müssen.

Alias 709983


Achso, zur Ursachenforschung. Es ist vermutlich müßig, aber ich muss sagen, dass es mir gut tut, mich hier wenigstens ein bisschen austauschen zu können, während ich keinen rechten Plan habe, wie es weitergeht, es hier aber bestimmt Leute gibt, die diesen oder einen ähnlichen Weg schon gegangen sind.

ELhemal_iger Nxutzer (Z#5758x39)


Hallo Alias,

Ursachenforschung meinte ich auch nur im Sinne von Diagnostik. Sich auszutauschen, tut natürlich gut. Wenn mal niemand da ist, der dir zuhört, kannst du dich auch für eine halbe Stunde irgendwo zurückziehen und dir einfach nur vorstellen, das du mal ordentlich Dampf ablässt und dir alles von der Seele redest (oder gern auch schreist) was dich bedrückt. Das mache ich auch sehr gern und es erleichtert ungemein.

Lass dir aber trotzdem schnellst möglich einen Termin bei einem Fachartz für Psychiatrie geben. Der kann dann entscheiden, welche Therapie infrage kommt!

Alias 709983


Ja, werde mich morgen früh daransetzen, mal ein paar Telefonnummern durchzuprobieren, wann ich so Termine beim Psychiater bekomme. Psychotherapeuten sind ja utopisch, was zeitnahe Termine angeht, wie ich gehört habe. Hoffe, dass es bei Psychiatern besser aussieht.

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