» »

Fragen zu Borderline

E_swirdeinLsch?önert.ag


Danke für eure Antworten :)z

Ich finde es gibt recht wenig auf diesem Gebiet, bestimmte Therapien ja, aber irgendwie nichts, wo ich sagen könnte... Ja, das ist es!!!!

Es gibt jetzt Stepps, habt ihr davon schon etwas gehört?

Ich glaube man kann natürlich aufgrund von Erfahrungswerten Bücher schreiben, etc.

Wenn ich doch oft höre, wie langwierig sich diese Erkrankung durchs Leben schleicht, und einige lange Therapien hinter sich haben, ohne oder wenig Erfolg hatten....

Woran könnte es liegen?

sichneck.ex1985


Nochmal:

Ich finde es gibt recht wenig auf diesem Gebiet, bestimmte Therapien ja, aber irgendwie nichts, wo ich sagen könnte... Ja, das ist es!!!!

Ja, weil jeder ein individuelles Schicksal hat! Denk mal an Erziehungsratgeber: Es gibt tausende, und es gibt einen recht fundierten Grundstock an Herangehensweisen, wie man Kinder erziehen sollte. Trotzdem kann es schon rein rechnerisch nicht gelingen, Individualität in einer allgemeingültigen Formel zu fassen. Was beim einen Kind super funktioniert, bringt das andere erst recht in Rage usw.usw.

Auch als psychisch Kranker durchläuft man verschiedene Krankheitsstadien: Mal braucht man Bestärkung, mal Verständnis, mal einfach einen Tritt in den Popo. Das lässt sich nicht rationalisieren, das ist eine Gefühlssache. Und natürlich in hohem Maße vom aktuten Zustand des Patienten abhängig.

Es gibt jetzt Stepps, habt ihr davon schon etwas gehört?

Nein, kenne ich nicht. Mir ist nur DBT als "Standardbehandlung" bei Borderline bekannt. Wobei mir persönlich eine stinknormale Verhaltenstherapie (und ein Wagen von Medis) am meisten gebracht hat.

Wenn ich doch oft höre, wie langwierig sich diese Erkrankung durchs Leben schleicht, und einige lange Therapien hinter sich haben, ohne oder wenig Erfolg hatten....

Woran könnte es liegen?

Langwierig und unheilbar ist mittlerweile als medizinische Ansicht auch schon wieder eher veraltet. Prinzipiell sagt man, dass die Symptome mit zunehmendem Alter (40+) schwächer werden. Nur: bis 40 muss man es erst einmal schaffen.

Ich denke, das hängt wieder von ganz vielen verschiedenen Aspekten ab: in manchen Phasen hilft diese Therapie, in anderen jene. Ich hatte z.B. eine Zeit, wo Bilder aus der Vergangenheit (gekoppelt mit namenlosem Grauen) hochgekommen sind und Sprache mir nichts gebracht hat. Da hat mich Kunsttherapie enorm weitergebracht, weil ich eben diese Bilder rauslassen konnte. Dann wieder half mir Ergotherapie, weil ich einfach auf ein Stück Ton einschlagen konnte.

Sicher ein Grund für die Komplexität der Krankheit ist die Tatsache, dass Betroffene oft schon in frühester Kindheit geschädigt wurden. In der Psychologie spricht man ja viel vom Urvertrauen und die Resilienzforschung geht auch davon aus, dass ein stabiles Elternhaus - allgemein gesprochen - deutliche psychische Widerstandsfähigkeit hervorbringt.

In meinem Austausch mit anderen Betroffenen (online) fiel es mir stark auf, dass sich sehr, sehr viele davon schon von Kindheit an "anders" fühlten. Ich fühlte mich auch immer anders, nicht dazu-gehörig. Ich habe mal gelesen, dass die Psyche des Menschen (in Bezug auf Borderline) schon im Mutterleib mit-geprägt wird.

Woran könnte es liegen?

Auch da gibt es keine eindeutige Antwort. Wie schon erwähnt, spielen sicher frühkindliche Erlebnisse eine Rolle (ergo: es wurde schon der Start ins Leben irgendwie versaut), familiäre Mechanismen (in meinem Fall z.B. eine Mutter, die mit Sicherheit zumindest phasenweise psychisch krank / depressiv / Borderlinerin war), Vielfalt / Ausprägung der Begleiterkrankungen (fast alle Borderliner haben dazu noch Depressionen; bei mir war es ein bisschen von allem: Depressionen, Essstörung, Zwangsgedanken, zwanghafte Handlungen, Phobien / Ängste usw. usw.). Eine Therapie wird auch durch die innere Zerrissenheit des Betroffenen ("Ich brauche Hilfe, ich verrecke hier!" vs. "Ich bin nur weinerlich, andere haben viel größere Probleme, ich verdiene keine Hilfe") erschwert.

Mein Psychiater meinte einst, dass die Therapieaussichten gar nicht so schlecht sind, aber es meistens an Therapieabbrüchen durch die Borderliner scheitert.

Sexueller Missbrauch (in der Kindheit) spielt auch in über 80% der diagnostizierten Borderline-Fälle eine Rolle. Ich wurde "zum Glück nur" psychisch misshandelt, vernachlässigt und in der Schule bis aufs Blut gemobbt. Wie schwerwiegend sexueller Missbrauch ist, das muss ich hoffentlich nicht erklären...


Den einzigen Rat, den ich geben kann: Immer auf den Einzelfall schauen. Immer auf die Situation reagieren, denn weder pauschales Mitleid noch pauschale Härte sind die richtigen Werkzeuge. Und: Nicht resignieren. Man kann wieder zu einem guten Leben zurück finden.

Ich werde nie wieder so leistungsfähig sein, wie vor der Erkrankung. Aber: Anders-sein muss nicht gleich schlecht sein. :-D ich bin nicht Borderline, ich habe Borderline. Ich bin sozusagen irgendwo chronisch behindert, aber man kann schrittweise mit vielem lernen, zu leben. Man muss die eigenen Ansprüche und Zukunftsaussichten machmal ganz radikal frisieren, aber das Vakuum kann sich genauso schnell wieder mit neuen Inhalten füllen.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH