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Das Leben ist Glücksache.

m[ond/+ster'ne hat die Diskussion gestartet


Heute morgen bin ich aufgewacht. Ich bin relativ gut drauf. Ich habe viele gute Gedanken, und einen setze ich jetzt auch in die Tat um. Ich eröffne diese Diskussion. Denn heute morgen habe ich Glück gehabt, weil ich gute Gedanken habe.

Gestern morgen bin ich ebenfalls aufgewacht. Gestern hatte ich Pech. Ich war nicht gut drauf. Es wird in unserer Familie wohl bald einen Sterbefall geben. Das zieht mich runter. Es zog mich gestern so weit runter, dass ich es nicht mehr in Worte fassen kann.

Wie wird es mir morgen gehen? Ich bin gespannt.


Aber auch jenseits von gestern, heute und morgen kann man das Leben als Glücksache betrachten.

Geburtsort, Datum und Geschlecht das sind beispielsweise Dinge, die man sich nicht aussuchen kann (also Glücksache). Auch die Kultur, in die man hineingeboren wird, kann man sich nicht aussuchen. Ich bin beispielsweise in eine Kultur hineingeboren, in der der Machbarkeitswahn vorherrscht. Das Leben als Glückssache zu begreifen dafür ist in unserer Kultur kein Platz. Oder doch? Gibt es vielleicht eine kleine anonyme Ecke im Internet wo man ungestraft über das Leben als Glücksache diskutieren kann?

Antworten
M?ilk y_e7x7


Bin voll deiner Meinung. Es ist Zufall wo man geboren wird. Dabei kann man entweder Glück oder Pech haben, in welche Umstände man hineingeboren wird.

N\ordai84


Ich würde da unterscheiden: Unabhängig von Land und Kultur in denen man geboren wird kann man glücklich werden. Warum sollte ein Kind das in der mongolischen Steppe oder in der afrikanischen Savanne geboren wird unglücklicher sein als eines das in Westeuropa oder Nordamerika geboren wird ? Weil es nicht in dem materiellen Luxus lebt ? Gut möglich, aber auch in weniger "entwickelten" Ländern können Kinder (und Menschen allgemein) glücklich sein.

Natürlich, wenn ich Pferde, weite Landschaften und körperliche Arbeit doof finde hab ich ein Problem wenn ich in der Mongolei geboren bin. Es ist aber ein typisch westliches Phänomen das man dann mit "Gewalt" aus dieser Umgebung ausbrechen mag. Die Menschen dort fügen sich nunmal in gewisser Weise in ihr Schicksal, richten sich in ihrer Kultur ein und werden auf diese weiße doch irgendwo glücklich. Der unzufriedene Deutsche meckert rum und versucht krampfhaft was zu ändern statt sich ein wenig anzupassen und zu akzeptieren das er da steht wo er ist.

Wir haben halt das Problem das wir ständig damit berieselt werden wie toll es doch wo anders ist. Da sieht man die brasilianische Lebensfreude und vergisst die Slums die 50 Meter hinter der Kamera beginnen. Oder man sieht die beeindruckenden Tempel in Thailand und vergisst die bittere Armut der Landbevölkerung. Klar, wenn man immer nur die tollen Ecken aus aller Welt gezeigt bekommt, in Deutschland aber von Hartz 4 lebt denkt man gerne das es einem schlecht geht und das es anders wo doch viel besser ist.

MfilkPyx_e77


Stimme dir zu, Nordi!

Durch die Medien sieht man, wie schön es andere haben.

Und man hat heute auch mehr Möglichkeiten (in der westlichen Welt), sein Leben zu gestalten. Ich denke dadurch kann man auch überfordert sein, da man die für sich beste Wahl treffen möchte. Aber dadurch die anderen Möglichkeiten nicht mehr genutzt werden können. Und irgendwie möchte man ja "alles" haben.

Nsordix84


Und irgendwie möchte man ja "alles" haben.

Eben, auf der einen Seite will man in der Südsee leben, der Lebensstandard, die Kranken- und Sozialleistungen mögen aber bitte so sein wie in Deutschland oder Skandinavien. Irgendwie klappt das halt nicht.

DFumaxl


mond+sterne

Geburtsort, Datum und Geschlecht das sind beispielsweise Dinge, die man sich nicht aussuchen kann (also Glücksache). Auch die Kultur, in die man hineingeboren wird, kann man sich nicht aussuchen.

Ja, absolut. Das ist Zufall. Ob es Glück-oder Pech ist...Ansicht-und Kontextabhängig.

Ich bin beispielsweise in eine Kultur hineingeboren, in der der Machbarkeitswahn vorherrscht.

Damit zu hadern stelle ich mir schwer vor. Da sind wir ja auch durchaus bei der individuellen Ansicht. Das was für dich Machbarkeitswahn ist, ist für andere Gestaltungsmöglichkeit.

Es wird in unserer Familie wohl bald einen Sterbefall geben. Das zieht mich runter.

:)_

pgeipromxeno


im kern verstehe ich dein posting und es ist sicher nicht unrichtig. aber eben nicht mehr.

Ich würde da unterscheiden: Unabhängig von Land und Kultur in denen man geboren wird kann man glücklich werden. Warum sollte ein Kind das in der mongolischen Steppe oder in der afrikanischen Savanne geboren wird unglücklicher sein als eines das in Westeuropa oder Nordamerika geboren wird ? Weil es nicht in dem materiellen Luxus lebt ? Gut möglich, aber auch in weniger "entwickelten" Ländern können Kinder (und Menschen allgemein) glücklich sein.

gerade die jetztige kindergeneration werden von der neuen Welt stets tangiert und sehen sich dieser gegenüber wie keine Generation vor ihnen.

Einhalten von Schulpflichten in der Savanne, Eskimokinder die in Städte ziehen und Mongolenkinder die von behausungen aus lehm nichts wissen wollen. diese generation hat auch chancen. in einem system wo jede helfende hand die das krabbelstadium hinaus hat einplant, natürlich katastophal.

nehmen wir als beispiel australien. die selbstmordrate ist dort 7, ja sogar oft 9fach höher, als in der Rest der USA.

Klar kann jeder glücklich werden, doch die Einflüsse der neuen Welt sind enorm. Das Märchen dass die westliche welt hier vorangig unzufriedenheit ausstrahlt, ist nicht korrekt.

Natürlich, wenn ich Pferde, weite Landschaften und körperliche Arbeit doof finde hab ich ein Problem wenn ich in der Mongolei geboren bin. Es ist aber ein typisch westliches Phänomen das man dann mit "Gewalt" aus dieser Umgebung ausbrechen mag. Die Menschen dort fügen sich nunmal in gewisser Weise in ihr Schicksal, richten sich in ihrer Kultur ein und werden auf diese weiße doch irgendwo glücklich. Der unzufriedene Deutsche meckert rum und versucht krampfhaft was zu ändern statt sich ein wenig anzupassen und zu akzeptieren das er da steht wo er ist.

das ist unsinn. die evolution hat uns alle erfasst.

der unglückliche deutsche ist er doch vorallem deshalb, weil die Qualität der Klagen andere sind. Bei Völker die du aufzählst haben eine andere Lebensrealität. was nicht heisst, dass die beweggründe von klagen andere sind.

Wir haben halt das Problem das wir ständig damit berieselt werden wie toll es doch wo anders ist. Da sieht man die brasilianische Lebensfreude und vergisst die Slums die 50 Meter hinter der Kamera beginnen. Oder man sieht die beeindruckenden Tempel in Thailand und vergisst die bittere Armut der Landbevölkerung. Klar, wenn man immer nur die tollen Ecken aus aller Welt gezeigt bekommt, in Deutschland aber von Hartz 4 lebt denkt man gerne das es einem schlecht geht und das es anders wo doch viel besser ist.

Das ist nicht ein "Problem". genau dieses streben nach mehr hat uns hierher gebracht. in eine welt wo man nicht angst und bangen muss zu sterben, weil man sich am rosenbusch stach. auch wissen wir dass unsere luft nicht verunreinigt ist und die pest bringt. etc. diese unzufreidenheit hat uns weiter gebracht. vom beerensammler zum sammler bei wow.

wo anders ist es doch toll? das sehen nach dem weiten ist ja per se nichts schlechtes. es ist eher diese linkslinke politik in deutschland, die dir das glauben lässt.

dein beispiel ist genau ein gegenteilig beispiel.

ein mensch der sein jahr hart arbeitet und 3 wochen urlaub hat, ist berechtigt sich die schönen dinge für eine reise rauzusuchen. die brasilianische lebensfreude zBsp., die strände in thailand usw.

es ist modern und jetzt "politisch korrekt", wenn man permanent auf das schlechte hinweist. wie du auch "AAAAABER da gibt es die slums, AAAAAAAber da". das ist genau das was man nicht machen sollte umd glücklich zu sein.

das ist eigentlich die beeinträchtigung, die uns von aussern zusetzt.

JWan7x4


Die Verweigerung von "Akzeptanz" ist ja die Ursache vielen seelischen Leids, und daher etabliert sich "radikale Akzeptanz" ja auch erfolgreich als Therapieform. De fakto ist man weitgehend dem Schicksal ausgeliefert und kann nur wenig aktiv beeinflussen.

Von daher kann man nur einen möglichst guten Umgang damit finden. Siehe auch das gute alte Gelassenheitsgebet.

In der Tat wird einem eher suggeriert, man hätte alles in der Hand, wohl überwiegend aus Marketinggründen. Tue dies, tue das, kaufe unsere Produkte und verwirkliche Dich selber. Alles quark (weitgehend).

C ocmran


Das Leben ist zu Teilen Glückssache. Was einen nicht davon abhalten sollte, sein Leben in die Hand zu nehmen und für Glück und Unglück die passenden Rezepte zu haben.

Glückssache:

- ich bin gesund. Ich bin 47 Jahre alt und habe in 26 Jahren meines Berufslebens keine 10 Fehltage.

- ich hatte ein gutes Elternhaus, welches mir auf meinem Weg immer zur Seite stand, meine Bildung ermöglichte, Gutes vorlebte und es mir an nichts mangeln ließ. Wenn ich manche Schicksale hier auf Med1 lese, dann wird dieses Glück unermesslich.

- ich habe meine Frau getroffen und wir passen so perfekt zueinander. Unser gemeinsames Leben ist besser, als jeder von uns allein hinbekommen hätte. Wenn ich manche Schicksale auf Med1 lese, dann ..... (s.o.).

Das sind Dinge, auf die ich keinen Einfluss habe.

Ich arbeite daran:

- ich möchte meine Gesundheit auch erhalten, ernähre mich gut und treibe Sport.

- ich habe durch Talent und Ehrgeiz berufliche Vorteile erlangt, die mir ein sicheres und gutes Einkommen bescheren.

- ich versuche, defensiv und vorausschauend zu planen und meinen Wohlstand langfristig auch bei schlechten Zeiten zu sichern

- aber dennoch lebe ich und genieße bewusst, jedoch möchte ich die Balance aus Anspruch und Hedonismus.

- Gute Beziehungen verlangen, dass man daran regelmäßig arbeitet. Das tue ich.

Gestern hatte ich Pech. Ich war nicht gut drauf. Es wird in unserer Familie wohl bald einen Sterbefall geben. Das zieht mich runter.

Wir haben die letzten 3 Jahre unter ziemlichen Belastungen verbracht. In unseren Familien gab es Existenzbedrohung, Herzkrankheit, akute Notfälle und zwei nahe Todesfälle. Meine Frau fragte mich vor 2 Jahren: warum haben wir so viel Pech und andere nicht? Ich habe ihr dann erklärt, dass wir nicht Pech haben, sondern leben und lieben. Und wenn man liebt, tut Verlust oder Verlustangst sehr weh. Aber diese Dinge passieren. Bei uns, bei dir, bei anderen. Niemand bleibt im Laufe seines Lebens davor gefeit, einfach immer sorgenfrei zu sein. Und trotz alledem haben wir Glück. Dass wir uns die Kraft geben können, diese Zeiten zu durchstehen.

mond+sterne, für deinen Verwandten und dich alles Gute in der schweren Zeit. Aber auch in dieser Zeit gilt: lass Glück zu, so wie heute morgen :)_

L\ichtAm6Hojrizxont


Unabhängig von Land und Kultur in denen man geboren wird kann man glücklich werden.

(Nordi84)

Ich bezweifele, dass ich glücklich werden könnte, würde ich als Frau in einer Kultur leben, in der man zwangsverheiratet wird, nur mit Burka nach draußen darf und sein Leben im Prinzip als Leibeigene des Zwangsehemannes fristen muss.

s>türGmchBen


Ich habe mich bewusst entschieden mein Leben nicht als Glücksache zu sehen. Es impliziert, dass ich keine Selbstwirksamkeit habe. Bis vor einiger Zeit, war ich meistens unglücklich, hatte immer Probleme, das Leben war immer schwierig und stressig. Dann habe ich gemerkt, dass es bei mit immer so ist und ich wollte nicht, dass es bis zu meinem Lebensende so weiter geht. Ich habe mich mit dem Glück beschäftigt und erfahren, dass man sich dem Glück zuwenden kann. Seit dieser Zeit habe ich immer noch Probleme und bin mal traurig, weil etwas Schlimmes passiert ist oder bin gestresst oder verärgert, aber ich bin im tiefsten Inneren immer glücklich. Ich bin ein glücklicher Mensch. Ich bin mir sicher, dass es nicht von meinem Herkunftsland, meiner Familiensituation oder meinem Gesundheitszustand abhängt. Auch bettelarme oder todkranke Menschen können glücklich sein und sind es in vielen Fällen. Man kann sich unabhängig von allen Widrigkeiten für das Glück entscheiden.

Ich habe vor kurzem meinen Vater verloren. Ich bin deswegen immer noch unendlich traurig. Ich bin dennoch im Grunde ein glücklicher Mensch. Vielleicht hat sogar der plötzliche Tod meines Vaters dabei geholfen mich aktiv dem Glück zuzuwenden. Das Leben ist so kostbar und so schnell vorbei. Vielleicht kommt etwas danach, vielleicht nicht. Aber jetzt bin ich hier und jetzt genieße ich den Morgen, meinen Schokocappuccino, meine philosophischen Überlegungen, das Schnurren meiner Katze.... ich könnte endlos weiter aufzählen, was an diesem Moment schön ist. Ich will mir den Blick dafür nicht mehr versperren.

CTo4mrajn


Vielleicht hat sogar der plötzliche Tod meines Vaters dabei geholfen mich aktiv dem Glück zuzuwenden. Das Leben ist so kostbar und so schnell vorbei. Vielleicht kommt etwas danach, vielleicht nicht. Aber jetzt bin ich hier und jetzt genieße ich den Morgen, meinen Schokocappuccino, meine philosophischen Überlegungen, das Schnurren meiner Katze.... ich könnte endlos weiter aufzählen, was an diesem Moment schön ist. Ich will mir den Blick dafür nicht mehr versperren.

Deine Einstellung gefällt mir und ich teile sie zu 100% :)^

s"tfürm\chexn


Danke Comran, ich finde deinen Beitrag dazu auch sehr gut. :)=

E,hema_liger N/utzeKr (#5763797x)


Ja, ich sehe auch manches im Leben als reine Glückssache an oder eben als Pech, ohne Schuld daran zu haben oder es beeinflussen zu können, wie beispielsweise Krankheiten.

Ich habe einen besten Freund, mit dem ich aufgewachsen bin, wir sind in fast identischen Verhältnissen groß geworden, hatte gleiche Chancen (Herkunft, Bildung), hatten ähnliche Hobbys (Sport, Musik) und überhaupt kann man nicht sagen, dass es einem besser oder schlechter ging als dem anderen. Trotzdem gibt es seit vielen Jahren einen großen Unterschied:

Ich bin krank geworden und bis jetzt (8 1/2 Jahre) nicht mehr gesund, musste mein Studium abbrechen, wieder in die Heimat ziehen, kann am normalen Leben nicht teilhaben. Er hingegen konnte sein Studium abschließen, hat seit einigen Jahren einen guten Job, lebt seit drei Jahren mit seiner Freundin in der eigenen Wohnung zusammen (nächstes Jahr wohl Hochzeit), Haus + Kinder sind auch geplant, er reist viel und genießt sein Leben.

Was soll das anderes sein als Glück, während ich halt einfach Pech hatte!? Nichts hatte ich meinem Körper oder meiner Seele angetan, dass er oder sie krank werden musste, es ist einfach so passiert, von heute auf morgen.

Ich finde dafür keine logischen Erklärungen (besondere Erkrankungen in meiner Verwandtschaft gibt's auch nicht, ich bin quasi der Einzige), also ist es wohl leider einfach Schicksal ...

mro1ndV+sternLe


Ihr habt viele schöne Beiträge geschrieben (danke dafür! @:)). Darüber habe ich mich gefreut, oder sie haben mich auf eine Weise berührt.

Ihr habt auch Beiträge geschrieben, über die ich mich geärgert habe. Da habe ich Pech gehabt. :-(

Aber zum Glück überwiegt das Glück. Da hab ich Glück gehabt. und meine Deutschlehrerin hat Pech gehabt, weil ich jetzt dreimal hintereinander das Wort Glück benutzt habe. :-)

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