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Ab wann ist es Gewalt?

NnoUah C,zerQny hat die Diskussion gestartet


Ab wann würdet ihr von Gewalt sprechen?

Wenn die ABSICHT dahinter steckt, zu verletzen? Wenn körperliche Spuren entstehen? Bereits vorher?

Ist es Gewalt wenn Eltern ihre Kinder alle paar Monate ohrfeigen weil sie selbst wütend sind oder um das Kind zu maßregeln?

Ist es Gewalt wenn man ein Kind tage- oder wochenlang abweisend behandelt um es für Fehlverhalten zu bestrafen?

Ist es Gewalt wenn man einem Kind zur Strafe ihm wichtige Dinge (zB das Haustier) wegnimmt?

Oder wenn man es aus famliären Aktivitäten ausschließt?

Wenn man es anschreit?

Wenn man es festhält, in die Ecke drängt, ihm die Luft abdrückt, es kalt abduscht?

Ist das alles schon Gewalt?

Antworten
Asur6ora


Ja das ist alles Gewalt. Körperliche und seelische. Finde sowas sehr schlimm und frage mich was das für Eltern sind, die sowas machen

Lnic;ht3AmHorTixzont


Das ist definitiv alles Gewalt. Warum fragst Du? Macht das jemand, den Du kennst? Hat das jemand bei Dir gemacht, als Du Kind warst?

N}oaeh C.zerny


Ich habe vor einigen Tagen mit einer Freundin über meinen Vater gesprochen und ihr Szenen aus meiner Kindheit/Jugend beschrieben.

Für sie ist es Gewalt, für mich weitesgehend nachvolziehbare Stressreaktionen, die für mich zwar nicht toll waren, die ich meinem Vater aber auch nicht zum Vorwurf machen kann.

bClacpkheaFrt_edqxueen


Das ist nicht nur Gewalt, sondern tatsächlich strafbar

"Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig."

https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_zur_%C3%84chtung_von_Gewalt_in_der_Erziehung

LlichhtALmHorizoLnt


Und was fängst Du mit den Meinungen hier und der Deiner Freundin, dass das sehr wohl Gewalt war, jetzt an? Bleibst Du bei Deiner Sicht der Dinge?

JOaxn74


Ich würde da nochmal unterscheiden zwischen Affekthandlungen aus möglicherweise kurzzeitigem Streß/Überforderung (das wäre dann z.B. hin und wieder eine spontane Ohrfeige) und mit Vorsatz ausgeführten Taten, die eindeutig niederträchtige Absichten haben (also mit Vorsatz dazu führen, dass es Dir schlecht geht).

Die Affekthandlung wird auch seelisch weniger Schäden hervorrufen, weil man als Kind durchaus auf die Idee kommt, dass ein Elternteil kurzfristig mal entgleist ist und die Sache nicht wirklich Gewicht hat. Aber eine mit Vorsatz durchgeführte Strafe ist da was anderes, das zeigt ja, dass das Kind offenbar irgendas an sich hat, was ein Elternteil zu so einer Tat führt.

Problem ist, dass man Eltern generell erstmal als Maßstab nimmt und alles was sie tun, stimmt. Von daher - wenn Eltern einen bestrafen, hat man es offensichtlich verdient. Das macht das Selbstwertgefühl auf Dauer kaputt.

NNoah ICz/ernxy


Ich würde da nochmal unterscheiden zwischen Affekthandlungen aus möglicherweise kurzzeitigem Streß/Überforderung (das wäre dann z.B. hin und wieder eine spontane Ohrfeige) und mit Vorsatz ausgeführten Taten, die eindeutig niederträchtige Absichten haben (also mit Vorsatz dazu führen, dass es Dir schlecht geht).

Genau deshalb kann ich das meiem Vater nicht wirklich zum Vorwurf machen ... weil ich weiß dass da nie böse Absichten hintersteckten und es einfach eine Folge von Überforderung und Unverständnis war.

THimba9tuku


Noah Czerny

Ich denke, du gehst genau richtig damit um. :)^

L+ichQtAjmHorizoxnt


So etwas

Ist es Gewalt wenn man ein Kind tage- oder wochenlang abweisend behandelt um es für Fehlverhalten zu bestrafen?

würde ich aber nicht als Affekthandlung einordnen. Das setzt ja schon Systematik voraus.

w\eihnaLchtsstervnchxen3


So etwas

Ist es Gewalt wenn man ein Kind tage- oder wochenlang abweisend behandelt um es für Fehlverhalten zu bestrafen?

würde ich aber nicht als Affekthandlung einordnen. Das setzt ja schon Systematik voraus.

LichtAmHorizont

Seh ich auch so. Das ist Gewalt und vorallem auch Manipulation.

Aber puh, in der Aufzählung gäbe es für mich so einiges, was definitiv mit keinem Grund der Welt entschuldbar wäre...

SFilbzeArmondxauge


Es ist Gewalt. All das genannte. Vor allem bei "Luft abdrücken", da muss man noch überlegen ???

Wenn du deinem Vater verzeihen kannst, okay...

Ich hoffe aber, dass du nicht vorhast, dein Kind genauso zu erziehen ! Und dann hinterher entschuldigen mit "war ja im Affekt"

Wobei ich "von familiären Aktivitäten ausschließen" und "anschweigen" noch viel schlimmer finde als eine Ohrfeige im Affekt.

JMagnx74


Ich hab auch, teils mit psychologischem "Fachpersonal", Unterhaltungen darüber, inwieweit "es erklären können" auch ein bisschen ein "Verzeiehen" ist und mir wurde abgeraten, für die Fehlverhaltensweisen meiner Eltern nach Ursachen zu suchen, weil sie das halt auch ein bisschen entschuldigen würde. Ich sehe das für mich anders, aber das muss jeder für sich entscheiden. Noah, bei Dir sehe ich viel zu sehr "da er seine Gründe hatte, kann ich es ihm verzeihen".

Letztlich bedeutet es nicht, es zu verzeihen, wenn man lediglich sagen kann, woher dieses Verhalten kommt. Und unabhängig davon ob man es verzeihen kann oder nicht ändert es an den Folgen für einen, als Kind, auch nichts.

Man könnte auch drüber diskutieren inwieweit man Hitler all seine Taten vorwerfen kann, oder ob man sie nicht verzeihen muss, weil der junge Adolf Opfer eines sehr gewalttätigen Vaters, der ihn psychisch und körperlich kaputt gemacht hat, war. Aber das Beispiel zeigt, man kommt da zu keinem vernünftigen Punkt.

Spätestens wenn ein Elternteil merkt, es verhält sich nicht richtig und zum Schaden des Kindes, müsste es sich selber psychologische Hilfe suchen. Nun ist es bei entsprechend veranlagten Eltern allerdings so, dass eine solche Fähigkeit zur Selbstrelektion gar nicht besteht.

Wichtig ist eher "wie gehe ich jetzt damit um". Du wohnst da noch, oder? Wie ist das Verhalten und das Verhältnis zur Zeit?

N!oah UChzerny


Dinge wie das Abduschen oder Luft abdrücken waren Einzelsituationen. Das letzte Mal körperlich übergriffig mir gegenüber geworden ist mein Vater als ich so um die 14 war.

Worunter ich bis heute leide ist die ständige teils unterschwellige Kritik, das nicht verstanden werden und das Gefühl nicht so angenommen zu werden wie ich bin.

Ich wohne seit einem Jahr nicht mehr bei meinen Eltern.

Unser Verhältnis ist ok. Nach Hause zu fahren bedeutet für mich immer noch Stress weil ich immer damit rechnen muss dass wieder irgendwas ist und dass ich wieder runtergemacht werde. Ich bin immer angespannt wenn ich zuhause bin.

J4anx74


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