» »

Welche Form der Therapie brauche ich?

d8um1pfbDackeBngnoxm hat die Diskussion gestartet


Hallo med1-Forum,

meine Frage ist die aus dem Titel: Welche Therapie brauche ich, oder an welche ärztliche Instanz sollte ich mich zunächst wenden? Ich hoffe Ihr könnt mir den richtigen Rat geben.

Zunächst zu mir, vor einigen Jahren starb mein Vater und ich erlitt damit einhergehend noch einen Verlust, und ich habe daraufhin, vielleicht auch, weil ich damals noch gekifft habe, Psychosen entwickelt. Dachte, ich hätte diese und jene tödlichen Krankheiten und so.

Der Hausarzt sprach von einer Angststörung mit Panikattacken und das war es wohl auch.

Symptome damals primär aufsteigendes Kribbeln in Händen und im Gesicht, Zusammenschnüren des Brustkorbs mit dem Gefühl des körperlichen Kollapses/Ohnmacht/Todes, dabei natürlich psychisches Durchdrehen und nach so einer Attacke komplette Erschöpfung.

Außerdem immer wieder und langanhaltend das Gefühl, nicht tief durchatmen zu können (wogegen auch kein Tütenatmen geholfen hat).

Nach einiger Zeit wurden die Panikattacken weniger, aber im Auto (im Tunnel oder in Baustellen, bei denen nach rechts eine Barrikade ist) habe ich bis heute so einen ganz leichten Anflug davon. Sehr selten auch mal so und mal heftiger.

Zwischendurch kam irgendwann mal ein Helzstolpern dazu, ähnlich wie es hier im Herz-und-Gefäße-Forum als unbedenklich und vermutlich Herzneurose (?) bzw. Folge einer Angststörung oder Depression o.ä. beschrieben wird. Aussetzer mit einem heftigen Schlag danach, oder so ein Stolpern. Sehr selten auch mal ein komisches "Blubbern" bzw. extrem viele schnelle Schläge aber zu "flache", sowas wie Flimmern? Das hält dann vielleicht max. 2 Sekunden an. Hatte ich aber seeehr selten. Zum Glück. Das ist das Schlimmste.

Vor einigen Wochen dann hatte ich abends bzw. nachts nach einer scheinbaren Hiobsbotschaft eine extreme Panikattacke mit Herzgestolpere, Pausen und ES. Ich bin durchgedreht und habe mich ins KH in die Notaufnahme fahren lassen. Dort verschwanden die Symptome und im kurzen EKG war natürlich nichts mehr feststellbar.

Seitdem habe ich dieses Herzgenerve recht häufig, warte regelrecht darauf. Also immer mal einen halben Aussetzer mit hartem Schlag danach. Ich habe Angst vor dem Zubettgehen (denn dort trat diese krasse Attacke zuerst auf, als ich gelegen habe). So eine heftige Attacke wie vor einigen Wochen war nicht mehr dabei, aber gerade letzte Woche recht häufig, ab und zu alle paar Minuten. Heute ist es insgesamt etwas besser.

Das ist das Akute.

Letzten Winter hatte ich öfter das Gefühl, ich stünde kurz vor Realitätsverlust oder Depressionen. Ich habe Angst vor der kalten Jahreszeit und dass ich diese psychisch nicht überstehe.

Außerdem bin ich wahrscheinlich HSP (hochsensibel), das weiß ich erst seit kurzem, es erklärt aber einiges. Ist für diese ganze Sache vielleicht aber nicht so relevant.

Ich bin eigentlich in meiner Beziehung glücklich, aber Kohle-/Auftrags-mäßig könnte es besser sein, man könnte sagen, Maslow 1 ist bedroht bzw. habe ich vermutlich sowas wie Existenzängste. Außerdem bin ich mit meinem Wohnort nicht glücklich. Und ich mache mir Sorgen um meine Mutter, die weit weg wohnt.

Was ich nächste Woche vorhabe ist also, zunächst zum Kardiologen und mir die Bestätigung holen, dass die Herz"probleme" nicht organisch sind.

Und dann möchte ich gern zum [Neurologen/Psychologen/Psychotherapeuten/Psychiater/Hypnosetherapeuten].

Ich weiß es nicht. Zu wem muss ich denn, um vielleicht irgendwann mal wieder normal leben zu können? :-(

Ich danke für jede Antwort...

Antworten
B(enita=B.


Arzt für Psychosomatik, Psychologe, Psychiater, Einweisung in psychosomatische Klinik (kann überhaupt jeder Arzt hin überweisen), vielleicht ambulant, vielleicht stationär.

Nicht praktisch, damit zum Zahnarzt oder Urologen zu gehen....

Und was bislang normal ausfiel, wird jetzt beim Kardiologen auch normal bleiben. Alles andere ist eben Kopfkino. Das nicht glauben wollen von erstellten normalen Ergebnissen. Immer wieder eine neuen Arzt aufsuchen.

Die Krankenkassen sollten eine 2. Meinung gerne bezahlen, aber bei der erneuten Untersuchung eine deftige Rechnung schicken. In vielen Fällen dürfte das heilsam sein....

d&umFpfbafckengnxom


Ähm, entschuldige bitte. Im Krankenhaus in der Notaufnahme wurde lediglich ein 30-Sekunden-EKG gemacht und das ist mit Sicherheit nicht mit einem kompletten Check vergleichbar, nehme ich an. Und der Arzt wollte nichtmal meine PKV-Karte haben, hat also gar nichts abgerechnet.

Ich war ansonsten noch zu keiner expliziten Herzuntersuchung.

BOeni9ta|B.


Ich schrieb doch schon, 2. Meinung ok, dann sollte aber gut sein.

Und so ein wohltätiger Arzt im Krankenhaus? Keine Abrechnung? Wo? Da gehe ich auch hin, nächstes Mal....

SWinaPSounxdso


Boah, Benita, warum so missguenstig?

@ TE:

lass Dich einmal durchchecken, das beruhigt etwas. Aber generell musst Du die eigentlichen Probleme angehen.

Ich kenne das auch nur zu gut mit den Panikattacken; habe mir einige Buecher zum Thema gekauft und mich sehr intensiv damit auseinander gesetzt.

Aber ich wuerde trotzdem einen Fachmann aufsuchen und nach Rat fragen. Das hat mir damals zwar nicht geholfen, aber das lag wohl an der Wahl des Psychologen. Den fand ich doof ;-)

Alles Gute :)*

fvalco1 peleGgrino\idexs


Hallo,

ein Neurologe ist für die Nerven zuständig aber nicht für psychische Erkrankungen. Manche Neurologen sind zusätzlich aber auch noch Psychiater.

Es kann sein, dass du Medikamente nehmen mußt, deshalb glaube ich, dass ein Psychiater schon richtig wäre, denn er darf die welche verschreiben. Zusätzlich aber wäre auch eine Therapie gut und die könntest du bei einem Psychotherapeut oder Psychologen machen.

Lg

P=lPüsschbixest


Mach es wie ein Freund von mir, renne von einem Kardiologen zum anderen und glaube ganz fest daran dass du was körperliches hast.

Hat bei ihm sehr lange gedauert, bis er es annehmen konnte dass es bei ihm was psychisches ist.

Den Umweg zum Kardiologen kannst du dir sparen.

Ärzte in der Notaufnahme haben langjährige Erfahrung mit Patienten wie dir.

Die haben oft einen 7. Sinn dafür wer wirklich was organische hat und wer nur was psychiches.

Da reicht dann auch ein kurzer 30 Sekunden Check um auf Nummer sicher zu gehen.

Der hat die Untersuchung gemacht, um dich zu beruhigen.

War bei meinem Freund auch so, als er in der Notaufnahme war.

Die Krankenschwester in der Notaufnahme war anders drauf.

Die hat ihn spüren lassen, dass sie er einfach nur Panik schiebt, obwohl er organisch gesund ist.

ddumpfbaPckeFngnom


Ich danke Euch schonmal!

Ja, ich bin ja auch sicher, dass es nur psychosomatisch ist... aber trotzdem bleibt da dieser leise Restzweifel. Was, wenn doch nicht?

Der Arzt im Krankenhaus war sehr jung, kaum älter als ich (33), wenn überhaupt. Aber das muss ja nichts heißen.

Wahrscheinlich hat er nicht abgerechnet, damit er fix wieder ins Bett konnte. ;-]

Also sollte ich wohl nach einem Psychiater erstmal Ausschau halten. Das Problem ist, ich bin ziemlich misstrauisch. Was, wenn er mir eine Tablettenbehandlung verordnet, vor der ich persönlich leider etwas Angst habe, nur um mich weiterbehandeln zu können, obwohl eine andere Therapie angebracht wäre?

Vielleicht sollte ich auch bei meiner Krankenversicherung nachfragen. Aber was, wenn die Psycho-Docs unter Vertrag haben, die nur in deren Interesse arbeiten? Also möglichst wenig Kosten oder was auch immer?

Ich habe mit meiner PKV leider keine guten Erfahrungen gemacht und misstraue ihr zutiefst.

m/usk`atn;uss


Ich weiß es nicht. Zu wem muss ich denn, um vielleicht irgendwann mal wieder normal leben zu können? :-(

Für die langfristige Behandlung eine Psychotherapie. Da kannst du zwischen 3 Therapieformen wählen, ich persönlich kann die Verhaltenstherapie empfehlen. Hatte damals ähnlich Symptome wie du. Aber auch die anderen 2 Therapieformen mögen jetzt nicht schlecht sein.

Für eine Psychotherapie musst du aber erstmal einen Platz finden und die Probleme sind auch nicht nach 2 Wochen erledigt. Solltest du kurzfristig Besserung benötigen, hilft vielleicht der Gang zum Psychiater um eine medikamentöse Behandlung zu starten. Dennoch wirst du aber wahrscheinlich nicht um eine Psychotherapie herumkommen. Aber das musst du entscheiden, wie du das wünschst.

Psychotherapeuten kannst du mit Hilfe der kassenärztlichen Vereinigung deines Bundeslandes finden.

*:)

M0ongxata


Verhaltenstherapie.

B6enixtaB.


Der Arzt im Krankenhaus war sehr jung, kaum älter als ich (33), wenn überhaupt. Aber das muss ja nichts heißen.

Wahrscheinlich hat er nicht abgerechnet, damit er fix wieder ins Bett konnte. ;-]

Hm. Ein Arzt kümmert sich auch nicht um Abrechnungen.

Bevor man überhaupt zu einem Arzt vorgelassen wird, heißt es immer erst mal Versicherungskarte, persönliche Daten aufnehmen.

Keine Klinik wird das ohne so handhaben. Vor den Arzt kommen immer irgendwelche anderen Angestellten.

Nun ja, einem Arzt mit ca. 33 nicht zu trauen - ab wann ist denn dann ein Arzt in Deinen Augen vertrauenswürdig? Mit 40? 50?

Und in der heutigen Zeit kann sich ein Arzt ein Nickerchen in einer Klinik gar nicht erlauben...

Ärzte stehen so unter Zeitdruck, da werden dann, wenn in einer Ambulanz Leerlauf ist, Berichte geschrieben etc.

All die Dinge, die wegen Zeitmangels tagsüber liegen bleiben... Von Dir wird ja auch ein Bericht angefertigt, der dann in de Regel zum Hausarzt geschickt wird. Oder Dir in die Hand gedrückt wird.

Sorry, aber ich zweifle stark dran, dass Du für lau behandelt worden bist. Auch bei Panikattacken ist es üblich, Blutparameter zu bestimmen, um kein Risiko einzugehen. Dazu sind sie gesetzlich gezwungen. Die Krankenkassen zahlen in der Regel dafür einen Satz von ca. 40 €, der dem Krankenhaus zur Verfügung gestellt wird.

Damit kommen die Kliniken nicht mal aus, ein Patient kostet die Klinik tatsächlich etwas über 100 €, nur mal so für den Check. Sie verschulden sich immer mehr dadurch. Ein ganz großes Problem.

Und daher können sie nicht mal auf die pupsigen ca. 40 € verzichten. Das kann sich eine Klinik nicht leisten.

Sehr unglaubwürdig.... :)D

Und

gJraxum


Ein Psychologe wird dir Medikamente verschreiben. Aber das wird dich nur für den Moment stabilisieren.

Auf Dauer brauchst du eine Therapie , da kannst du wählen zwischen Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologisch oder Analytische Therapie.

In der Regel könnte man sagen, mit Verhaltenstherapie anfangen, um Boden unter die Füße zu bekommen. Wenn das nicht reicht -> eine der beiden anderen Therapieformen wählen.

Grob gesagt: die Verhaltenstherapie kümmert sich nicht darum woher die Probleme kommen (sprich die Kindheit kommt nicht oder nur wenig in der Therapie vor. Wenn die Kindheit ok war reicht das auch.)

Bei den beiden anderen Formen wird der Schwerpunkt eben auf "Entwicklungsstörungen" und damit aktuelle Probleme, die ihren Ursprung in der Kindheit haben gelegt.

Frag bei deiner Kasse, die Regeln sind klar: 5 Probestunden pro Therapeut. Dann 25 Stunden Therapie und evtl. Verlängerung wenn der Therapeut einen Antrag stellt.

Die Wartelisten der Therapeuten sind sehr lang. Du musst dich auf ein halbes oder sogar ein Jahr Wartezeit einstellen, bevor du einen Platz bekommst.

M#ongoata


Psychologen können keine Medikamente verschreiben... :[]

Mpo>ngaxta


Wenn man bei einem Psychologen eine Therapie macht (Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologisch, Analyse...), dann aber auch begleitend Medikamente braucht, geht man therapiebegleitend zu einem Neurologen/Psychiater/Facharzt für Psychiatrie. Diese Ärzte verschreiben dann entsprechende Medikamente.

Manchmal haben aber auch Ärzte die Ausbildung zum Therapeuten gemacht. Dann kann man bei denen eine Therapie machen und diese Ärzte können einem dann selbst Medikamente geben, ohne einen Kollegen mit ins Boot holen zu müssen.

Ich würde mir zuerst einen Psychologen suchen. Psychologen können einem dann empfehlen, ob Medikamente Sinn machen oder nicht. Meistens helfen sie einem auch, einen Arzt zu finden.

Allerdings kann man auch erst zu einem Hausarzt/Neurologen/Psychiater gehen, sofern es um Dinge geht, die sowieso medikamentös behandelt werden müssen (z.B. manche Formen von Depressionen) und dann leiten einen die Ärzte zu einem Therapeuten weiter.

duu4mpfbacLkDengenoxm


Ganz herzlichen Dank für Eure tollen Infos! :)*

Also werde ich wohl einen Psychologen suchen... ich bin echt überfordert (gewesen) mit den ganzen Bezeichnungen. Bin gerade bei mir in der Nähe schon am Googlen, leider hat niemand eine Internetpräsenz geschweige denn einen jameda-Eintrag oder so... dass man schonmal gucken könnte. :-/

Und Benita, ich habe keine Ahnung, was Dein Problem ist. Ich denke mir das nicht aus. Es war in der Notaufnahme um zwei Uhr nachts. Wir waren erst am Empfang, wo ich noch auf Toilette bin, denn Angst drückt auf die Blase. Dann in eine bestimmte Etage, dort hat eine Schwester das EKG gemacht. Inzwischen war der Herzschlag natürlich wieder quasi normal, hat sich eben mit Betreten des Krankenhauses beruhigt. Dann kam der junge Arzt und hat das ausgedruckte EKG angeguckt, mich nochmal ein paar Dinge gefragt und abgehorcht (Herz ok, Lunge frei). Dann hat er die Schwester gebeten, mir eine Tavor mitzugeben und das wars. Als ich meinte, er braucht doch noch meine Karte und ich bin eh privatversichert, kein Thema, hat er abgewunken und meinte sowas wie "ist schon in Ordnung". :)_

Tut mir leid, wenn soviel Uneigennützigkeit eines Notdienstarztes Dein Weltbild erschüttert. Ich war aber selbst sehr erstaunt, muss ich zugeben.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH