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Oh weh! Verliebt in den Therapeuten

DgeadlyPrelmoni"txion


Oh wie sehr ich dich beneide Fliedergold.

Bei mir war es so, habe mich auch in meinen Thera/Arzt verliebt und die Oberärztin hat nur schon beim Verdacht, direkt alles gekappt, durfte nicht mehr zu ihm und werde es auch in Zukunft nie mehr dürfen. Dabei hat er mir so gut geholfen, dank ihn konnte ich das Licht der Welt wieder sehen...

Ich hoffe das es bei dir nicht in so einem Disaster endet.

FHlie[de(rgolxd


Oh das ist unschön. Aber wieso wird da so rigoros von oben herab gehandelt? Gefühle sind doch menschlich und und darum gehts doch in der Therapie. Klar kann es auch in eine schwierige Situation driften aber das sollten dann doch der Therapeut und der Patient durcharbeiten. Der Therapeut weiß ja am besten ob und inwieweit das ein Problem sein könnte.

Mein Therapeut ist der Oberarzt von daher vlt etwas freier in seinen Entscheidungen. Aber ich frage ihn zwischendurch auch öfter ob der Kontakt so ok ist und wenn es Frahen gibt die er nicht beantworten will dann lässt er die im Raum stehen.

Ja mir ist bewusst, dass es sehr schwer wird mich dann von ihm zu lösen, aber auf der anderen Seite tut er mir unglaublich gut weil er einen guten Zugang zu mir hat und nur so kann ich auch die Therapie richtig annehmen. Das ist ja auch viel wert. Und nicht zu vergessen ist, dass ich mit ner Angsterkrankung auf Weltreise bin, was ne ziemliche Herausforderung für mich ist und ich froh über diesen Halt bin.

@ DeadlyPremonition

Wie war das denn bei dir? Warst du schon länger bei ihm in Therapie? wie kommt die Oberärztin darauf, dass du Gefühle für ihn hast?

F=liednergtolxd


@ _Parvati_

Also klar tuen Trennungen immer weh, auch das kann man ja auch rechtzeitig in der Therapie ansprechen um sich darauf vorzubereiten. Ich hatte das auch schon zwei Mal mit meinem Therapeuten. Einmal nach Ende des Klinikaufenthaltes und einmal vor meiner Weltreise.

Und ich finde ja dass so ein Loslasschmerz auch irgendwie dazu gehört wenn man jemanden verlässt mit dem man ne gute Verbindung hatte. Ich bin nicht der Mensch, der so etwas präventiv aus dem Weg geht, denn das was mir dieser Kontakt, diese Therapie gibt ist ja etwas sehr wertvolles. Und ja jetzt solange ich noch kann halte ich da sehr dran fest aber warum auch nicht? Dazu ist ein Therapeut ja irgendwie da. Ich weiß auch, dass ich ohne Probleme ohne ihn klarkomme, auch wenn ich dann erstmal traurig wäre.

Ipndivi?dualisxt


@ Fliedergold

Ist dir bewusst, dass die wortgetreue Veröffentlichung des E-Mail-Inhalts eine zweischneidige Sache ist?

Punkt 1: Man könnte es als vertrauenswidrig gegenüber dem Absender ansehen, wenn es ungefragt geschieht (schon aus Prinzip, selbst wenn hier keine Namen auftauchen und der Inhalt an sich recht belanglos ist).

Punkt 2: In einigen Tagen dürfte der Mail-Text googlebar sein. Falls dein Therapeut die Eingebung hat, mal markante Teile davon als Suchbegriff zu verwenden, würde er schnurstracks hierher finden. Wäre dir das recht?

Bitte versteh das nicht als Vorwurf, ich will es nur zu bedenken geben.

_xPalrvakti_


@ Fliedergold

Hast du schon mal was von der Abstinenzregel gehört? Der Begriff kommt eigentlich aus der Psychoanalyse, gilt aber letztendlich auch für andere Formen der Pschotherapie.

Für Psychotherapeuten gilt das sog. "Abstinenzgebot". Danach dürfen Psychotherapeuten die therapeutische Vertrauensbeziehung nicht zur Befriedigung eigener Interessen, Wünsche und Bedürfnisse nutzen. Eine Verletzung des Abstinenzgebotes kann deswegen schon vorliegen, wenn der Therapeut den Patienten zum Beispiel um eine Gefälligkeit, etwa einen Botengang bittet. "Gerade weil die Grenze im Einzelfall manchmal schwer zu ziehen ist, müssen die professionellen Verpflichtungen grundsätzlich ohne Wenn und Aber eingehalten werden", stellt BPtK-Präsident Richter klar. Ein professionell arbeitender Psychotherapeut kommt dem Wunsch nach einem privaten Kontakt nicht nach. Er schreibt keine privaten Briefe an den Patienten, er verabredet sich nicht mit ihm zum Essen, er nimmt keine Geschenke an. Insbesondere ist jeder sexuelle Kontakt unzulässig. Das Abstinenzgebot erstreckt sich auch auf Personen, die dem Patienten nahe stehen und gilt auch nach Beendigung der Behandlung, bis sich der Patient aus der therapeutischen Beziehung gelöst hat, in jedem Fall aber mindestens ein Jahr nach Behandlungsende.

Quelle: [[https://www.ptk-nrw.de/de/patienten/patientenrechte.html]]

Und nicht zu vergessen ist, dass ich mit ner Angsterkrankung auf Weltreise bin, was ne ziemliche Herausforderung für mich ist und ich froh über diesen Halt bin.

Dann sollte es in den e-mails aber auch vorrangig um deine Ängste gehen. Also was deine Ängste auslöst, was du versuchst dagegen zu unternehmen und ob dein Thera für dich noch den ein oder anderen Tipp hat. Sicher kann man auch mal über andere Dinge reden sofern es noch im Rahmen bleibt, alles andere überschreitet jedoch die Grenzen eines gesunden Therapeut-Patienten-Verhältnisses, auch wenn es sich gut anfühlen mag. Wenn der Kontakt zu eng ist, muss man auch in Erwägung ziehen, dass der Therapeut auch eigene Bedürfnisse und Wünsche damit befriedigt. Dabei sollte es in einer Therapie aber NUR um die Belange des Patienten gehen.

F`lZied.ergoxld


Danke für den Hinweis! Da hab ich nicht so drüber nachgedacht, habe ne Nachricht an die Mods geschrieben mit der Bitte den zu löschen.

FwlieVderdgold


@ _Parvati_

Da muss ich gerade etwas schmunzeln weil das sehr bürokratisch und typisch Deutsch klingt. ;-) Das soll jetzt gar nicht böse gemeint sein ich versteh schon was du sagen willst. Wenn man andere Kulturen kennenlernt so wie ich gerade, sieht man die Dinge etwas anders.

Mein Therapeut hat sicherlich auch irgendwie auch ein Interesse mit mir in Kontakt zu sein, aber das ist doch alles völlig im Rahmen wie ich finde. Und worum gehts denn eigentlich? Darum was der Patient und der Therapeut als richtig empfinden und ich schätze ihn da als sehr kompetent ein. Ich gebe dir recht, dass es heikel und kompliziert werden kann in manchen Fällen. Aber wiegesagt finde ich Pauschalisierungen hier fehl am Platz. Wenn der Patient sich völlig in seinen Gefühlen und Erwartungen verliert oder wenn der Therapeut in dem Wissen, dass er dem Patienten zu nähe tritt Grenzen überschreitet halte ich das auch für ungesund und veränderbar.

s2chne~cke1Y985


@ Fliedergold

Diese Regeln gelten nicht aus bürokratischen Gründen, sondern zum Schutze des Patienten! :|N

Sorry, aber für mich klingt diese Relativiererei schon stark danach, dass du viel tiefer in der Sache drinsteckst, als eine E-Mail-Brieffreundschaft.

In der Psychotherapie braucht es Regeln, es braucht eine Methodik, und eine klare professionelle Differenz zwischen Patient und Therapeut. Nicht aus Jux und Dollerei, sondern zum Besten des emotional verletzlichen Patienten!

FSlviedeErgold


@ schnecke1985

Ich sage ja auch nicht dass ich da völlig objektiv bin, das kann ich auch gar nicht. Ich vertraue meinem Therapeuten aber sehr, dass er da schon das richtige tut. Meine Aufgabe wäre dann vielleicht anzusprechen wie es mir bei diesem etwas persönlicheren Kontakt geht.

mGond++steOrxne


Da muss ich gerade etwas schmunzeln weil das sehr bürokratisch und typisch Deutsch klingt. ;-)

Im Grunde genommen ist die Diskussion damit gelaufen. Du verteidigst hier das Verhalten Deines Therapeuten. Wir, zumindest ich, können nicht beurteilen, ob das etwas unprofessionelle Verhalten Deines Therapeuten Dir eher gut tut oder Dir schadet.

Um das zu entscheiden, müsstest Du schon beide Möglichkeiten in Betracht ziehen. Wenn Du das Verhalten des Therapeuten ausschließlich verteidigst, kommen wir mit der Diskussion nicht weiter.

M.onMgata


Fliedergold,

ich hoffe, du merkst selbst, wie sehr du dir den näheren Kontakt zu deinem Therapeuten "schön" redest, um dem näher zu kommen, wonach du dich sehnst. Es ist die Arbeit in der Therapie, sich diese Bedürfnisse anzusehen und dir zu helfen, sie alleine zu erfüllen. Du aber holst dir ganz geschickt alles von deinem Therapeuten, da steckt wenig tatsächliche Eigenarbeit und Reifung hinter und wenn du vorankommen willst, dann unterbinde den Kontakt in der Form, wie er gerade stattfindet.

Ich kann verstehen, dass es einem in so einer "Übertragungsverliebtheit" die Welt bedeutet, wenn man mehr von dem Therapeuten hat, als es im Normalfall üblich ist. Ich habe mich damals schon über AB-Aufnahmen von ihm gefeiert, die ich mir zwei, drei Mal anhören konnte. Umso dankbarer war und bin ich darüber, dass er meine E-Mails grundsätzlich zwar gelesen, aber nie beantwortet hat und ich in den ganzen 5 Jahren NICHTS, absolut NICHTS, über ihn wusste. Weder das genaue Alter, noch seinen Familienstand, Hobbys, Vorlieben, Interessen... hätte er angefangen, meine Mails sporadisch im SmallTalk zu beantworten oder nur ansatzweise das Gefühl aufkommen zu lassen, man sei privat auf Augenhöhe und könne ja "professionell privat" miteinander agieren, hätte es die Therapie einfach zerstört.

Verliebtheitsgefühle und beidseitige Sympathie können sehr doll in einer Therapie helfen. In meiner taten sie es. Aber dazu gehörte unweigerlich die absolute Professionalität meines Therapeuten. Ohne die, hätte es nicht funktionert.

Wenn ein Therapeut diese absolute Professionalität nicht hinbekommt, dann muss er den Fall abgeben. Das ist vergeudete Zeit, nur um einer Patientin ihre kleinen Sehnsüchteleien zu erfüllen.

_CPaTrvKatri_


@ Fliedergold

Da muss ich gerade etwas schmunzeln weil das sehr bürokratisch und typisch Deutsch klingt. ;-) Das soll jetzt gar nicht böse gemeint sein ich versteh schon was du sagen willst. Wenn man andere Kulturen kennenlernt so wie ich gerade, sieht man die Dinge etwas anders.

Klar es klingt ziemlich nüchtern und sachlich, aber so muss man es eben auch sehen. Denn: Das Verhältnis zwischen dir und deinem Therapeuten ist strenggenommen ein Dienstleistungsverhältnis. Er soll nicht deinen Kumpel, Liebhaber oder Vater ersetzen. Problem bei diesem Dienstleistungsverhältnis ist nur, dass man eben zwangsläufig über Gefühle und z.T. sehr persönliche bzw. intime Dinge redet. Aber deswegen ist die Gefahr hier auch recht hoch, dass dies von Seiten des Therapeuten ausgenutzt wird und sei es auch unbewusst. Daher sind solche strengen Regeln sehr sehr wichtig!

Mein Therapeut hat sicherlich auch irgendwie auch ein Interesse mit mir in Kontakt zu sein, aber das ist doch alles völlig im Rahmen wie ich finde.

Das Interesse des Therapeuten sollte sich aber auf die Therapie beschränken. Klar, du kannst ihm auch nur vor dem Kopf schauen und weder du noch wir wissen, was in seinem Kopf vorgeht. Daher ist es umso wichtiger auch als Patient eine gewisse Vorsicht an den Tag zu legen.

Und worum gehts denn eigentlich? Darum was der Patient und der Therapeut als richtig empfinden und ich schätze ihn da als sehr kompetent ein.

Sobald man sich von Gefühlen leiten lässt, kann man doch nicht mehr objektiv genug sein um einschätzen zu können, was richtig und was falsch ist.

Ich gebe dir recht, dass es heikel und kompliziert werden kann in manchen Fällen. Aber wiegesagt finde ich Pauschalisierungen hier fehl am Platz. Wenn der Patient sich völlig in seinen Gefühlen und Erwartungen verliert oder wenn der Therapeut in dem Wissen, dass er dem Patienten zu nähe tritt Grenzen überschreitet halte ich das auch für ungesund und veränderbar.

Aber ab wann wäre für dich denn eine Grenze überschritten? Und würdest du auch im Falle eines Falles den Grenzübertritt erkennen?

D0eadlyPreomonixtion


@ Fliedergold

Ja ich war schon ein paar Monate bei ihm in Behandlung und hatte nach gefühlter Ewigkeit auch so was wie Vertrauen zu ihm aufgebaut. Tja um so weher tuts jetzt, ich heule deswegen Nachts, weil ich mich abgewiesen und fallen gelassen fühle. Denn ich hatte ihn noch vorher gefragt ob er mich auch zu ende behandelt und er hat ja gesagt, tja war wohl nichts...aber irgendwie kann er ja nichts dafür, es kam ja von oben oder kA vielleicht wollte er das auch nicht, ich weiß es nicht.

Wo ich dann auf einer anderen Station war, habe ich meinen ganzen Mut zusammen genommen und bin noch mal zu ihm gekommen (unter anderem um ihn zu sagen, dass ich mich mit der Aktion XY nicht umbringen wollte, das es ein versehen war, das war mir wichtig) und habe ihn gesagt das die Oberärztin behauptet ich wäre in ihn verliebt. Da hat er nur gesagt ich wüsste nicht mal was Liebe ist...tat weh, tut immer noch weh...

sjchneHc8ke19W8x5


@ DeadlyPremonition

Darf ich mal fragen, warum du bin Behandlung bist / warst?

Ich denke, bei gewissen Störungsbildern, z.B. Borderline (hab ich übrigens auch) ist das Klammern sehr extrem und deshalb besonders kontraproduktiv. Weil die Hauptprobleme dabei eben in Beziehungsfragen (primär der Beziehung zu sich selber, sekundär in der Beziehung zu anderen) liegen.

@ Fliedergold

Ich wollte dich mit meinem Post nicht angehen. Ich sehe nur deine Therapie bzw. deinen Heilungsprozess sehr in Gefahr. Warum? Ich hatte auch eine recht eingehende Beziehung zu meinem (männlichen) Therapeuten, wobei ich nie wirklich verliebt war. Mir persönlich hat der Wechsel zu einer Therapeutin sehr geholfen, weil sie zwar sehr, sehr einfühlsam und kompetent war, aber gleichzeitig die knallharte Trennung zum Privatleben / Persönlichen total gut hingekriegt hat. Sie gab mir zwar nicht das kindliche Geborgenheits-Gefühl, aber die Therapie verlief insgesamt auf einem sehr viel professionelleren Level als beim ersten Therapeuten.

Will heißen: Gerade, wenn man angeschlagen ist, ist man einfach sehr anfällig für das Retter-Syndrom, wo man in den Therapeuten alles Mögliche hineinprojiziert und dadurch kompensiert. Das lenkt aber wiederum von der Auseinandersetzung mit den eigentlichen Problemen - die ja nichts mit einer freundschaftlichen Beziehung zu tun haben - ab.

In meiner Erfahrung ist es eben gut, wenn sich der Therapeut nicht auf die persönlich-emotionale Ebene einlässt, sondern auf der Arzt-Patienten-Ebene bleibt. Weil in der Regel die Patienten schon immense Probleme haben, die sich häufig in sozialen Problemen äußern. Sobald die Trennung von Arzt-Patient nicht mehr gegeben wird, wird der Therapeut nicht mehr als Hilfsinstanz wahrgenommen, sondern rutscht in die Sparte der sozialen Beziehungsprobleme. Er wird also in den problematischen Themenkreis inkludiert, statt diesen von außen zu lösen.

DReadlhyPrem?onition


@ schnecke1985

Ja ich bin auch Borderlinerin... :°(

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