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Dauerstress (mit Todesfall) fühle mich schrecklich :-(

bolue-leAonixe hat die Diskussion gestartet


Guten Abend

Ich hoffe dass sich der ein oder andere die Zeit nimmt, meinen Beitrag zu lesen. Ich hoffe es ist in Ordnung, wenn ich ein bisschen weiter aushole....

Am 19.08. bekam ich einen Anruf von meiner Mutter. Meine Tante, die seit über 50 Jahren mit meiner Oma zusammen gelebt hat rief an und sagte, dass meine Oma zusammengebrochen sei.

Meine Tante ist schon seit Jahrzehnten ein psychisches Wrack und ist vollkommen ausgerastet. Da ich die einzige in unserer Familie bin die mobil ist, bin ich natürlich sofort losgefahren. Ich habe dann den Notruf gewählt, da sofort klar war, dass meine Oma einen Schlaganfall hatte. Danach begann eine Zeit von Hoffen und Bangen.

Wir sind fast jeden Tag ins Krankenhaus gefahren. Meine Tante ist regelmäßig ausgerastet und hat auch uns psychisch sehr stark dadurch zugesetzt. Meine Tante hat immer mit meiner Oma zusammengelebt und kam überhaupt nicht damit zurecht jetzt allein im Haus zu sein. Erst schien es bei meiner Oma bergauf zu gehen, sie kam auch schon in die Reha zur Mobilisierung und sollte eigentlich letzten Dienstag entlassen werden...

Aber dann bekam sie einen Harnwegsinfekt und musste Antibiotika nehmen. Sie ist uns dann auf dem Flur des Krankenhauses zusammengebrochen. Erst da haben wir erfahren, dass sie Antibiotika nehmen muss. Danach ging es dann nur noch bergab, da ihre Nieren in Mitleidenschaft gezogen wurden und die Medikamente ihre Darmflora zerstörten und sie durch Darmkeime (Clostridien) eine Darmentzündung bekam, die widerum mit Antibiotika behandelt werden mussten :-( letzten Samstag ist sie dann leider verstorben, mit fast 84 Jahren. Ein stolzes Alter, aber zuzusehen wie sie immer weniger wurde war sehr unschön :-(

Meine Tante ist unterdessen fix und fertig. Meine Mutter und ich müssen alles alleine organisieren, auch für meine Tante, die nicht mehr aus dem Haus will. In der Zeit wo meine Oma im Krankenhaus war habe ich einfach funktioniert.

Jetzt bin auch ich fix und fertig :-( Ich habe eine Migräne mit Aura nach der anderen, habe ständig Unruhe und furchbare Nackenschmerzen. Habe das Gefühl, dass mein Kopf gar nicht mehr richtig funktioniert, ich nicht denken, oder richtig reden kann. Vor allem steht jetzt noch die Beerdigung an und ich muss mit meiner Tante so viel regeln, weil sie so nicht mehr arbeiten kann usw. Sie muss zum Amt usw. Wir müssen zum Amtsgericht wegen Erbschein, weil die beiden ja einen Haushalt hatten und meine Tante kaum Geld zum leben hat, das sie nur habtags gearbeitet hat. Probleme über Probleme.

Einen Tag bevor meine Oma ins Krankenhaus kam war ich noch bei meiner Neurologin, weil ich schon seit Jahren wegen Burnout in Behandlung bin. Sie hat mir dringend angeraten, dass ich mich mehr um mich kümmern soll. Aber wie, wenn meine Familie mich braucht ???

Ich frage mich, ob es normal ist, dass ich mich unter diesen Umständen so miserabel fühle... ich weiß gar nicht mehr wie ich noch runterkommen soll. Bin innerlich so unruhig... dazu kommt, dass ich alleinerziehende Mama von einer 7 jährigen Tochter bin.... was kann ich machen ???

Hoffe auf ein paar Ratschläge. Vielen Dank schonmal.

Antworten
ELlapfRemivcdh081x5


Zunächst einmal :°_.

Es ist eine schwierige Familien-Konstellation. Die kannst du leider nicht ändern. Nur mit den Umständen irgendwie klar kommen.

Ein ganz einfacher Rat ist: Mach so viel wie du dir zumuten kannst, aber bitte nicht mehr. Du bist nicht alleine und auch andere müssen jetzt mal aktiv werden. Trotz des Todesfalls und trotz deiner schwierigen Tante darfst du auch mal Nein! sagen. Deine Tochter braucht dich auch und dir selber steht auch Auszeit zu. Niemand hat dir deswegen böse zu sein.

So wie ich das verstanden habe ist die verstorbene Oma nicht so sehr das Problem (Natürlich ist es tragisch das deine Oma gestorben ist!) sondern viel mehr die schwierige Tante (also eine Tochter der Verstorbenen).

Scheinbar ledig, nun mit der ungewohnten Situation alleine für sich verantwortlich zu sein überfordert, beinahe "lebensunfähig", wenn ich das mal überspitzt ausdrücken darf. Sie selber wird wohl auch um die 60 sein schätze ich.

Ein wenig kommt es auch auch die finanzielle Situation an in wie weit man die Tante unterstützten kann. Betreutes Wohnen oder ähnliches dürfte in Anbetracht der noch zu erwartenden Lebenszeit deiner Tochter wohl noch keine Alternative sein.

Glaub mir, die Beerdigung ist das kleinste Problem. Da gibt es gar nicht sooo viel zu organisieren. Ich weiß das.

Nur wie es danach weiter geht ist was anderes. Ob ihr einen Erbschein braucht wage ich einfach mal zu bezweifeln bzw. wobei der helfen könnte jetzt. Das deine Tante als Tochter der Verstorbenen erbberechtigt ist ist ja klar.

Letztlich ist deine Tante für sich selbst verantwortlich jetzt, auch wenn der Zeitpunkt das zu lernen denkbar ungünstig ist. Befürchtest du das sie dauerhaft auf (eure) Hilfe angewiesen sein wird?

b^lu~eb-lexonie


Hallo ElafRemich und vielen herzlichen Dank für Deine Antwort! @:)

Wow. Du hast die Situation ziemlich genau eingeschätzt. Meinte Tante ist 57 und wirkt momentan wirklich so gut wie lebensunfähig. Das ist gar nicht so überspitzt sondern leider traurige Realität :-(

Die Beerdigung ist schon organisiert. Sie findet kommenden Dienstag statt. Ich war gestern nochmal im Bestattungsinstitut um mich von meiner oma zu verabschieden. Er war ein sehr schönes Erlebnis für mich. Sowohl meine Mutter als auch ich gehen ganz anders mit dem Thema Tod um als meine Tante.

Meinte Tante möchte definitiv in dem Haus bleiben, in dem sie schon fast ihr ganzes Leben wohnt. Sie hat viele Tiere (Hunde, Katzen, Meerschweinchen) die sie noch irgendwo aufrecht halten. Zu Menschen, vor allem zu Fremden hat sie überhaupt keinen Bezug. Wenn man es stumpf sagen will, dann hasst sie so gut wie alle, weil ihr vor etlichen Jahren mal schlimmes angetan wurde, was sie nie verarbeiten konnte. Aber sie ist auch nicht bereit in Therapie zu gehen.

Du sagtst Du kennst das. Was kommt denn nach einem Todesfall alles auf uns zu ???

Es tut mir gut mir alles von der Seele zu schreiben. Ich glaube ich bin momentan einfach "nur" ausgelaugt.

Lieb Grüße

E.laf/Remichx0815


Na ja, wenn man von der "Prozedur" der Beerdigung mal absieht - ein guter Bestatter nimmt euch fast alles ab was an Organisation dazu notwendig ist - gilt es nun das Leben ohne die Oma zu bewältigen.

Und das Erbe, sofern etwas nennenswertes hinterlassen wurde, sinnvoll aufzuteilen.

Hmm... das Haus kann u.U. vielleicht noch ein Problem werden. Auch wenn deine Tante darin lebt gibt es jetzt eine Erbengemeinschaft, ihre Schwestern, also auch deine Mutter und sie, denen das Haus nun gemeinsam, anteilig gehört. Wenn wir das Ganze auf die Spitze treiben könnte deine Mutter darauf bestehen ihren Anteil ausgezahlt zu bekommen und dann müsste die Tante das Haus verkaufen...

Wenn deine Tante es nicht schafft bzw. nicht schaffen will ihre psychischen Probleme wenigstans anzugehen ist das - so hart es klingt - nicht dein Problem.

Wäre deine Tante finanziell (und körperlich/geistig) in der Lage das Haus alleine zu unterhalten/finanzieren? Wäre etwas kleines, vielleicht ohne Treppen o.Ä., nicht langfristig sinnvoller? Auch wenn sie schon so lange dort wohnt, ist es vielleicht dennoch ein ungutes Gefühl, jetzt alleine in einem großen Haus in dem sie alles an ihre verstorbene Mutter erinnert... Denn einen Lebenspartner (quasi Mutterersatz) zu suchen/finden für sie klingt recht unwahrscheinlich.

CKomraxn


Ich frage mich, ob es normal ist, dass ich mich unter diesen Umständen so miserabel fühle... ich weiß gar nicht mehr wie ich noch runterkommen soll. Bin innerlich so unruhig... dazu kommt, dass ich alleinerziehende Mama von einer 7 jährigen Tochter bin.... was kann ich machen ???

Mensch, du hast aber wirklich was um die Ohren. :°_

Dass du dich so fühlst, das liegt zum einen an den Begleiterscheinungen (selbstverständlich ist das belastend, und psychische Belastung wirkt sich auch körperlich aus). Zum Anderen liegt es daran, wie du damit umgehst.

Ich kann dir nur einen guten Rat geben: schütze dich und respektiere deine eigenen Leistungsgrenzen. Ich habe das Gefühl, dass du dich für alles verantwortlich fühlst. Deine Tante hat nicht nur dich, außerdem ist sie in einem Alter, in dem man noch problemlos selbständig für sich sorgen kann. Es ist normal, dass man sich in einem Todesfall als Familie zusammentut und sich unterstützt, aber du darfst nicht alles auf deine Schultern laden. Du hast noch eine Tochter und ein eigenes Leben. Daher würde ich dir stark raten, dich von der Tante nicht zu sehr vereinnahmen zu lassen. Gib ihr Anweisungen, was sie zu tun hat, um sich selbst zu helfen. Bei ein paar Amts-Dingen kann man ja unterstützen, aber sie muss in einen geregelten Tagesablauf kommen.

In diesen akuten Zeiten kann ich dir nur empfehlen, dir wenigstens täglich abends mal eine halbe Stunde ausschließlich für deine Entspannung zu reservieren. Besorg dir Autosuggestions-CDs zu diesem Zweck und gönne dir täglich eine Traumreise. Das ist wichtiger, als für dich auch noch den letzten Teil Freizeit irgendwie mit Freizeitstress zu füllen.

Viel Kraft in diesen Tagen, und pass auf dich auf :)*

E heDmalig.er NUutz0er (;#56597x4)


Ich kann mich dem Beitrag von Comran nur anschließen. :)z

Ich kann nachvollziehen, in welchem Zwiespalt du dich befindest, aber letztendlich ist deine Tante selbst für sich verantwortlich. Sie scheint allerdings keine Hilfe annehmen zu wollen oder zu können.

Wenn sie wirklich so lebensunfähig ist, wie du sagst, wäre eine betreute Einrichtung oder ein psychiatrischer Aufenthalt zurzeit wohl die beste Lösung.

Natürlich solltest du deine Tante unterstützen, aber du bist nicht dazu da, um ihr Leben zu regeln. Wenn sie das nicht selbst kann, braucht sie eben professionelle Hilfe. Wenn sie die nicht annimmt, ist das zwar traurig, aber im Prinzip nicht deine Verantwortung.

Du merkst doch selbst, dass dir das alles zu viel ist - also gönn dir bitte eine Pause. In erster Linie bist du nur für dich und deine Tochter verantwortlich, und ich kann mir vorstellen, dass sie dich derzeit auch sehr braucht. :)*

Alles Gute! @:)

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