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Posttrauma.. Warum jetzt?

AYlman<der hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mir wird immer klarer warum ich jetzt mit 30 ständig psychosomatische habe, und einfach mit dem Leben nicht mehr zurecht komme..

Nach Gewalt in der Kindheit verdrängte ich alles ab den Jugendalter ...bis heute.. jetzt seit ca. 3 Jahren sagt mir der Körper und die Seele dass ES immer noch da ist, die Angst, das Gefühl nichts falsch machen zu dürfen, die ständige Furcht... immer auf der Hut sein müsssen... früher war das so Tag für Tag, aber warum ruft mein inneres genau jetzt danach wo eigentlich "nichts" mehr passieren kann? Ich merke im Alltag immer das mit schnell was zu viel wird, ich gereizt bin, alles sehr persönlich nehme...

Aber wieso kann ich das nicht begraben? Warum müssen mich sämtliche Alltagssituationen immer so schnell unbewusst an damals erinnern lassen?

War das bei jemandem von euch auch so? Haben euch Erfahrungen auch mal heimgesucht und euch im Erwachsenenalter scheitern lassen? Wie seit ihr da raus gekommen?

Antworten
P`lüsc7hbiesLt


Schon mal dran gedacht, dass Ganze psychologisch aufzuarbeiten?

sNchnnec,ke19X8x5


In der Regel verdrängt der Körper in einer Extremsituation, um zu überleben.

Wenn die Lebensgefahr / Bedrohung vorbei ist, dann kann es sich der Körper wieder leisten, diese Schutzfunktion abzustellen und vielfach kommt dann in der Ruhe das Alte wieder rauf. Bei mir wars auf jeden Fall auch so. Als endlich mal alles gut sein sollte, da ist die Psyche abgedreht.

Psychologische Hilfe wäre wahrscheinlich nicht verkehrt :)*

LouUci32


Hallo,

es ist oft wenn alles gut geht, dass der "Kopf" bereit wird, ältere Trauma gezielt zu verarbeiten.

Am besten suchst du ein (Trauma)Therapeut. Google kassenärztliche Vereinigung, suche deinem Bundesland aus dann wähle "Arzt und Therapeutensuche". Da findest du alle approbierte Therapeuten in deine Nähe.

Gehe nicht zu ein Therapeut nach Heilpraktikergesetz außer sie sind Diplompsychologen. Sie können sonst mehr Schaden anrichten als zu "heilen".

Therapie wird am Anfang hart sein, eine Erstverschlechterung - ist normal. Heißt nicht, dass der Therapie nicht funktioniert.

Danach dürften die psychosomatische Beschwerden deutlich abnehmen. Sie kommen durch eine Spaltung. Körper äußert, was die Psyche nicht kann.

Da deinem Kopf jetzt anfängt zu verarbeiten, ist die Zeitpunkt für einen Therapie optimal.

Aber rufe viele Therapeuten an. Wartelisten sind teilweise lang.

ARlm anmdexr


Ja ich versuche schon seit 6 Jahren das "anzupacken" und "versuche" es gerade mit der 3. Therapie..

Ja, das ist ja das komische, die eigentliche Gefahr ist ja schon sein locker 14 Jahren vorbei, aber direkt danach hat sich das bei mir nicht so geäussert wie heute.

Es hat in der Berufsanfangszeit angefangen, war in ner Beziehung, eigentlich wie du schreibst "alles gut" . Nur warum will die Psyche nicht das es gut bleibt in der Situation ... saukomisch ???

Wie hat es sich bei dir grob gefasst geäußert, dass die "Psyche abgedreht" ist?

Nuowhe\r(e4girl


aber warum ruft mein inneres genau jetzt danach wo eigentlich "nichts" mehr passieren kann?

Eben genau deswegen. :)z

Jetzt bist du in Sicherheit und jetzt koennen die Schutzschilder runtergefahren werden und alles rausgelassen werden.

Der selber Grund warum man 'immer' wenn man frei hat, ploetzlich krank wird.

Solange man in Stressituationen ist, schuettet der Koerper Cortison und Adrenalin aus, was auch dazu dient das Immunsystem zu puschen und aber auch um diese Zeit auch seelisch zu ueberstehen. Auch die Seele wird auf einen anderen Modus gefahren um bestimmte Dinge nicht sofort so hart zu spueren. Es wird vieles in eine Kiste gepackt und gesammelt, um es spaeter in Ruhigerenzeiten auszupacken und zu verarbeiten, wenn die 'Luft rein' ist.

Was ja jeder kennt an solchen Schutzmechanismen ist der sogennante 'Schock'. Das ist im Grunde das selbe Prinzip, nur halt die verschaerfteste Form dessen. Je krasser die akute Situation, desto staerker dieser Schutz.

Gibt aber auch Menschen, die koennen das nicht gut und erkranken schneller.

Du hast also eine 'sehr starke' Seele, die viel wegstecken kann. Kann gut sein und schelcht. Schlecht, wenn man zu lange wegsteckt und nicht spuert, dass man die Bremse ziehen muss oder wie man gegensteuern kann um sich seelig zu stabilisieren. Dann frisst man eventuel zu viel in sich rein und wenn es dann zu spaet raus kommt, wird es sehr hart.

Aber wieso kann ich das nicht begraben? Warum müssen mich sämtliche Alltagssituationen immer so schnell unbewusst an damals erinnern lassen?

War das bei jemandem von euch auch so? Haben euch Erfahrungen auch mal heimgesucht und euch im Erwachsenenalter scheitern lassen? Wie seit ihr da raus gekommen?

Es akzeptieren und hinhorchen. Es ist in deinem Kopf und kommt immer hoch, weil es dir was wichtiges sagen will. Vielleicht steckst du noch in bestimmten Verhaltensmustern, die du damals hattest und es sind alarmglocken die schrillen.

Ansonsten musst du aber halt versuchen, dass alte schlechte, durch neue gute Erfahrungen im Leben zu ersetzen.

Und du musst dir zeit nehmen, dich auszuruhen. Kraft zu tanken.

Scheitern... was heisst scheitern? Sehe es einfach als Lebenserfahrung. Jeder scheitert mal an irgendwas. Scheitern tust du nur, wenn du dein Leben deswegen aufgibst und dir keinen neuen Weg suchst. Erst am Ende deines Lebens wirst du wissen, ob du gescheitert bist. Und wer noch nie an irgendwas gescheitert ist, der hat nicht richtig gelebt.

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