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Teufelskreis Angststörung

3Edv}1n hat die Diskussion gestartet


Hallo an alle,

ich möchte meine Geschichte erzählen und wäre für Statements dankbar.

Ich, 33, männlich, Dipl.-Ing.

In meiner Jugendzeit wollte ich so früh wie möglich aus meinem Elternhaus ausziehen. Es hat mit der Einstellung zu tun, dass ich alles alleine schaffen muss. Meine Eltern sind seit mittlerweile 35 Jahren verheiratet und führen ein tolles Leben. Auch die Beziehung zwischen mir, meiner Schwester und meinen Eltern ist meiner Meinung nach bis heute unbezahlbar schön.

Mit 18 bin ich dann irgendwie auf eine schiefe Bahn geraten und habe 3 Monate lang exctasy genommen. Habe an sich nie großartig Drogen genommen. Aber in der Zeit hatte ich mich von meiner damaligen Freundin getrennt und so jung, dumm und unerfahren ist mir halt alles ziemlich egal gewesen. Tja...Dumm gelaufen. Ich muss dazu sagen, dass ich allgemein sehr neugierig bin und ich damals auch den Bezug zum Tod gar nicht hatte. Am letzten Abend meines Drogenintermezzos habe ich in einem Club im Laufe des Abends 6 Pillen geschluckt. Und so unsterblich man sich auch gefühlt hat, ist es dazu gekommen, dass ich dann doch die schlimmsten Panikattacken und Angstzustände erlebt habe.

Kennt wahrscheinlich jeder: Monate danach natürlich bei jeder Panikattacke zum Arzt/Krankenhaus und hat sich abchecken lassen. Psychotherapie begonnen und irgendwann nach nem Jahr gings mir soweit gut, aber nicht mehr so "unsterblich" wie vorher.

Mit 20 bin ich zur Bundeswehr. Eigentlich bin ich nur zur Bundeswehr, um den Schritt aus dem Elternhaus zu wagen!

Mit 21 zurück zu den Eltern. Am 16.07.2003 (21 Jahre) schweren Autounfall mit 3 Wochen Koma, etlichen Brüchen etc. Frontalzusammenstoß auf einer Bundesstraße. Ich war alleine im Auto und unschuldig. Der Unfallverursacher (Fahrer des Autos der Gegenfahrbahn) hatte 2,04 Promille Alkohol im Blut. Er war nicht angeschnallt und ist auch leider sofort ums Leben gekommen.

Tja... Nach ca. 1,5 Jahren konnte ich wieder Sport machen. Habe mich an die Uni eingeschrieben und habe auch mein Diplom an der Uni abgeschlossen.

Mit 25 Jahren kamen die Panikattacken und Angstzustände wieder. Ich habe es nicht mehr ausgehalten und habe mir von einem Psychiater Antidepressiva verschreiben lassen. Und ich muss sagen, dass ich mich seit meiner Drogenerfahrung nicht mehr so gut und angstfrei gefühlt hatte.

Mit gewissen Abständen hatte ich dann immer wieder Angstzustände, was dazu geführt hat, dass ich jedes Mal ca. 2 Jahre Antidepressiva genommen hatte. Momentan mache ich eine Psychoanalyse und nehme aber parallel dazu auch Antidepressiva.

Kurz zu meinen Ängsten:

Ich habe Angst zu sterben. Ich habe Angst, meine Eltern irgendwann zu verlieren. Ich fange irgendwann an über den Sinn des Lebens und der allgemeinen Existenz des Universums nachzudenken. Gibt es einen Gott, Gibt es keinen Gott? Was ist die Ewigkeit? Wenn es die Ewigkeit nicht gibt, dann ist alles endlich! Aber das Endliche kann es im Universum nicht geben!

Ich weiß, dass man solche Fragen nicht beantworten kann. Man kann nur glauben! Aber was ist, wenn selbst das Glauben schwer fällt und man trotzallem eine Antwort (Sicherheit) benötigt?

So ist das Leben...Es ist nicht zu beantworten!

Antworten
SBi'lkPeaxrl


So ist das Leben...Es ist nicht zu beantworten!

3dv1n

Du hast ja so einiges hinter Dir, und es scheint, als wäre manches davon noch nicht verkraftet. Aber auch ohne Drogenerfahrung tauchen solche Fragen in den meisten Menschen auf, früher oder später.

Die gute Nachricht: Antworten können kommen, nach und nach… und was dann noch offen bleibt, damit lässt sich lernen zu leben.

Nur lässt sich dieser Weg oft nicht abkürzen, weil etlichen Antworten einiges an Lebenserfahrung vorausgeht. Es kann sein, dass das noch viel Zeit braucht - Du bist noch jung, da sind die Aussichten hoffnungsvoll… Bleib neugierig. Du wirst sehen, es verändert sich im Laufe der Zeit. :)^

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