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Freundschaften schließen als depressive Person

EohemaligLer NAutzeXr (#5577o09x) hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Es gibt auf meiner Arbeit einen 22 jahre älteren Kollegen, mit dem ich mich schon lange gut verstehe. Wir sind mittlerweile recht freundschaftlich miteinander, haben auch geklärt, dass es wirklich nur was freundschaftliches ist. Ich glaube ihm das erstmal und demnächst wollen wir auch mal privat was unternehmen. Für mich wäre das im Grunde sicher gut, weil ich hier in der Stadt keine Freunde mehr habe und dazu noch schlimmen Liebeskummer habe...

Mein Problem bei der Sache ist, dass er ein sehr lebenslustiger Mensch ist, für den Probleme eher Kleinigkeiten sind, die man einfach schnell beiseite schafft. Er hat nur jüngere Freunde in den zwanzigern und macht auch nur Dinge die eher jüngere Leute tun. Sport aller Art, auf Feste gehen, Musik hören, bei ihm ist immer alles super und sonnig. Leute die nur rumsitzen und nichts tun, mit denen kommt er garnicht klar.

Ich dagegen muss mich jeden Tag zusammen reißen, dass man mir nicht anmerkt wie miserabel es mir geht. Auf der Arbeit bekomme ich das ganz gut hin, deshalb hat er wohl auch einen guten Eindruck von mir. In Wahrheit hasse ich mein Leben über alles. Ich habe seit einem Jahr sehr viele unlösbare (auch psychische) Probleme. Dazu hat sich vor kurzem mein Freund von mir getrennt. Seitdem sitze nur noch traurig zuhause rum, hab nichts zu tun, heule jeden Tag ein bisschen, manchmal auch heimlich auf der Arbeit. Aber auch wenn es mir gut geht, mag ich es, gemütlich irgendwo zu sitzen, spazieren zu gehen und zu lesen. Ich bin körperlich fix und fertig und schaffe grade so die Treppen.

Also ich bin genau das, was er eigentlich garnicht mag, eine alte traurige Oma mit grade mal 30 Jahren und er ist wie ein 20-jähriger und auch noch genauso fitt.

Es fällt mir sehr schwer, nicht zu jammern, mich nicht zu beklagen und gut gelaunt zu wirken. Ich weis nichts positives zu erzählen und bin deshalb meist schweigsam. Ich bin leider durch all die Dinge die passiert sind, ziemlich griesgrämig geworden und habe das Gefühl, sobald ich was sage, kommt diese Verbitterung unterschwellig durch. Ich frage mich, ob es Sinn macht, mich auf diese Freundschaft einzulassen. Am Ende werde ich eh nur wieder enttäuscht, wenn er bemerkt wie ich wirklich bin ":/ Man kann sich doch auch nicht ewig verstellen oder? ":/

Antworten
S;. w+al,lxisii


Ich frage mich, ob es Sinn macht, mich auf diese Freundschaft einzulassen.

Vielleicht bietet er dir Zugang zu Motivation, Positivität, Ungrüblerlichkeit, YOLO und so^^

Am Ende werde ich eh nur wieder enttäuscht

hängt möglicherweise auch etwas von deinen Erwartungen ab

wenn er bemerkt wie ich wirklich bin ":/ Man kann sich doch auch nicht ewig verstellen oder? ":/

Das wär sicher auch wenig sinnvoll :-D Ich mein es ist ja kein Charakterzug depri zu sein. Lebenslust steckt aber sicher auch in dir noch irgendwo ;-) und dafür mag das u.U. ein netter Kontakt sein und dir gut tun wenn du dich auf dieser Ebene drauf einlassen magst.

Das:

Aber auch wenn es mir gut geht, mag ich es, gemütlich irgendwo zu sitzen, spazieren zu gehen und zu lesen.

wirst du dort wohl eher nicht finden und wenn das dein eigentlicher Wunsch und einzige erwünschte Gesellschaftsgestaltung ist dann ist er wahrscheinlich nicht der richtige dafür. Mit Sicherheit kann man das natürlich nicht sagen und ist nur in der Praxis rausfindbar.

Ich bin z.B. auch eher so wie du von meinen aktivitätswünschen her, aber ich hab vor einer Zeit eine recht Ausgeflippte kennengelernt und unternehm hin und wieder was mit ihr und da gibt's dann doch eine kleine Schnittmenge die's möglich macht und uns beiden was gibt. So generell find ich aber nicht so viel Kompatibilität zu so hyperaktiven Leuten, trotzdem würd ich sagen: probier's und schraube vorsorglich an deinen Erwartungen statt nachher mega enttäuscht zu sein.

E#hemaligegr Nutzder (#56x5974)


Ich habe seit einem Jahr sehr viele unlösbare (auch psychische) Probleme.

Sollte es in diesem Faden nicht eher um diese Probleme gehen, als um diese Bekanntschaft? Warum bist du so fixiert auf diese Bekanntschaft? Was erwartest du dir davon?

Am Ende werde ich eh nur wieder enttäuscht, wenn er bemerkt wie ich wirklich bin ":/

Du bist nicht deine Depression. Versuche doch seine positive Art und das Treffen zu genießen. Das tut dir sicher gut.

Wenn sich wieder ein Treffen ergeben sollte, könntest du die Problematik auch ganz offen ansprechen. Versuch aber eher sachlich dabei zu bleiben, er will am Anfang der Freundschaft sicher nicht deine gesamte Lebensgeschichte hören.

Generell solltest du gegenüber Menschen nicht zu "wehleidig" sein. Man kann auch über Dinge sprechen, die das eigene Leben nicht betreffen. Ich verstehe, dass einem als Depressiver manchmal einfach nach jammern ist, aber anderen Menschen geht das auf Dauer ziemlich auf den Keks. (Damit meine ich vorallem so Kleinigkeiten, wenn es dir wirklich schlecht geht, solltest du natürlich mit jemandem sprechen!)

Sollte er nicht damit umgehen können/wollen, wird es wohl bei einer einfachen, lockeren Bekanntschaft bleiben. Eine Freundschaft zeichnet sich ohnehin dadurch aus, dass man in schlechten Zeiten zueinander hält.

A7l2pi81


Mmh... warum nimmst du denn das Angebot deines Kollegen mit so vielen negativen Ängsten auf.

Erstmal beschreibst du selber, dass ihr euch schon länger kennt. Zweitens, finde ich es gut, dass du dich nicht mit anderen Depressiven Personen raufeskalierst. Abgesehen davon, ist er schon älter und Lebenserfahrung ist in solchen Situationen meist das beste.

btw. Ich hab auch eher jüngere Freunde, ganz einfach, weil die Herrschaften in meinem alter Familienvater und Hochseriös momentan spielen. Und schnuki baby anschauen ist ab und zu ganz nett, nervt aber auf dauer. Spass zu haben und sein leben zu genissen, macht doch nix. Weil Herr Tim_klm dafür keinen Zugang hat und es für das Alter unpassen findet, ist es nicht gestört.

Für manche gehen halt die Uhren anders.

btw2. In einer Trennungsphase darf man schlecht gelaunt sein. Seinem Alter und vor allem da ihr euch sowieso schon kennt, sei einfach ehrlich.

Viel Glück

EKhemaZliger Nut7zer W(#575770x9)


Sollte es in diesem Faden nicht eher um diese Probleme gehen, als um diese Bekanntschaft? Warum bist du so fixiert auf diese Bekanntschaft? Was erwartest du dir davon?

Naja meine Probleme lassen sich in so einem Faden sicher nicht lösen. Fixiert bin ich auch nicht auf die Bekanntschaft, aber da ich sonst ja keine Freunde habe und mich mit ihm gut verstehe, dachte ich es könnte vielleicht gut für mich sein. Nur ich mache mir eben auch Gedanken. Ich kann einerseits nur schwer fröhlich tun, andererseits möchte ich auch nichts vorspielen, dann wiederum will ich aber auch niemanden nerven mit meinen negativen Gedanken.

einen 52jährigen der nur Freunde in den zwanzigern hat, würde ich aber auch locker eine psychische Störung zutrauen

So gut kenne ich ihn nicht, dass ich das sagen könnte. Aber ehrlich gesagt mache ich mir auch darüber Sorgen, weil ich irgendwie bisher immer nur solche Leute angezogen habe. Es sagen mir auch alle, dass er kein rein freundschaftliches Interesse haben kann und mir das nur vormacht...

Lebenslust steckt aber sicher auch in dir noch irgendwo ;-) und dafür mag das u.U. ein netter Kontakt sein und dir gut tun wenn du dich auf dieser Ebene drauf einlassen magst.

Ja ich hätte gerne wieder mehr Lebensfreude. Aber momentan ist die leider völlig weg. In meinem Leben läuft nichts, in wirklich keinem Bereich... wie kann man denn so eine Freundschaft aufbauen, wenn alles was man zu erzählen hat irgendwie negativ ist?

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