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Er meldet sich nicht. Und jetzt?

SEilkrPearxl


Selbstsicherheit wird gemeinhin gleichgesetzt mit Selbstvertrauen, mehr noch als mit Selbstbewusstsein. Es geht explizit um die Sicherheit, die man sich nur selbst geben kann, und die natürlich auch durch ein stabiles Selbstvertrauen gefördert wird.

Wie auch immer, ich glaube, Du bist auf der Suche danach, und der junge Mann ist eine Art Synomym oder Sinnbild dafür. Was er Dir vermittelt, kannst Du tatsächlich in Dir selbst aufbauen. Das braucht allerdings in aller Regel Zeit - Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, je nachdem, was man von zuhause mitbekommen hat.

Egal, gibt nicht auf, Du bist auf dem Weg der Selbstreflektion, und so beginnt es ...

S6ilkP@earxl


Synonym ist das Wort oben. |-o

EChemalzigeqr Nutizer V(#5780x69)


Ich möchte auch kurz erzählen, was in den letzten Tagen so passiert ist.

Freitag habe ich "ihn" aus einigen Metern Entfernung gesehen, als ich ein Dokument in die Tagesklinik gebracht habe. Er hat scheinbar auf die Visite gewartet, ich bin mir aber nicht sicher, ob er mich bemerkt hat.

Zu dem Zeitpunkt war ich aber irgendwie froh, dass ich mich dagegen entschieden habe, ihm noch einen "Kontrollbesuch" abzustatten.

Ich habe auch den Eindruck, dass ich mir der Idealisation viel bewusster geworden bin.

Trotzdem ist die Situation sehr schwierig für mich.

Ich hätte die Möglichkeit, in 2-3 Wochen wieder in die Tagesklinik zu gehen.

Vielleicht wäre er dann auch noch dort. Das ist natürlich verführerisch, da ich zwangsläufig meine Sicherheit bekommen würde.


In unserer Nachsorgegruppe ist seit Donnerstag eine junge Frau. Sie hat Kinder, ist glücklich vergeben und hat scheinbar sehr große Probleme.

Aber ich merke, dass sie mich irgendwie beschäftigt. Vielleicht auch, weil sie mich ein bisschen an meine Bezugsschwester erinnert, an der ich sehr hänge und die ich auch sehr vermisse. ":/

Ich befürchte, dass sich dieses beschäftigen in dieselbe Richtung entwickeln könnte, wie bei diesem Bekannten.

Das Thema Abhängigkeit/Idealisation wurde in der Gruppe sogar kurz angesprochen. Ich habe die Gelegenheit genutzt und die leitende Therapeutin gefragt, warum man jemanden idealisieren würde. Sie meinte, weil man es brauchen würde.. ":/

E*hemaliger NSutze/r (#=57806-9)


SilkPearl

Wenn ich mehr Selbstsicherheit/Selbstbewusstsein/Selbstvertrauen entwickle, werde ich andere Menschen also nicht mehr idealisieren?

Lmich8tAmH1orizhont


Na ja, wenn man genug Sicherheit bei sich selbst findet, braucht man ja niemanden anders mehr, um Sicherheit zu bekommen.

Man findet natürlich immer noch mal andere Menschen toll (vielleicht einfach, weil sie toll sind), aber man kann sie besser einfach so sein lassen, ohne sie deswegen unbedingt haben zu müssen.

Mqonilka6x5


Es kommt darauf an, um welche Art Sicherheitsbedürfnis es sich handelt. Manches lässt sich echt ganz gut stillen, mit anderem muss man leben.

Um nicht mehr zu idealisieren ist das Bewusstsein darüber der erste Schritt. Und was ganz wichtig ist, Erfahrungen sammeln mit anderen Menschen.

Eohemali0ger Ngutzer (/#578069)


Also idealisiere ich andere Menschen, gerade weil ich so unsicher mit mir selbst bin, um mich "aufzuwerten"?


Es kommt darauf an, um welche Art Sicherheitsbedürfnis es sich handelt. Manches lässt sich echt ganz gut stillen, mit anderem muss man leben.

Das würde ich auch so sehen. In dem Fall hätte ich die Möglichkeit dazu. Ich überlege auch, ob mir ein erneuter Besuch gegen die Abhängigkeit helfen würde.

Aber sobald ich mich von ihm losgelöst habe, würde ich zwangsläufig jemanden anderen für seinen Platz "brauchen".

":/

M#onikax65


Naja, so ungewöhnlich ist das doch auch nicht. Die meisten Menschen brauchen eine Partnerschaft und Freunde. Die Frage ist, ob man es überhaupt als Abhängigkeit definieren will, dir fehlt vielleicht einfach der menschliche Kontakt.

S7ilkPe`arl


Für mich ist der Fakt, dass es Dich dermaßen umtreibt mit dem Kontakt - ja, nein, wie, ob überhaupt, doch nicht, wer weiß... - ein klarer Hinweis, wie sehr Du mit Dir noch nicht im Reinen bist. Sobald Du in Dir Sicherheit gefunden hast, hört das auf. Das kann ich Dir aus eigener Erfahrung sagen. Aber da Du es noch nicht so erfahren hast, kannst Du es Dir nicht wirklich vorstellen. Dieses "andere brauchen" ist nur der Fall, solange wir uns nicht selbst geben können, was wir brauchen, und für mich war ein Zeichen dafür, als ich begann, mit mir selbst und meinen Gedanken gern allein zu sein.

Ich weiß nicht, wie es für Dich ist, aber vielleicht ist ein Ziel, in Dir zu ruhen? Wenn Du das klar ins Auge fasst und Dich daraufhin ausrichtest, müsste es nach und nach so werden...

E%hema4liger VNutOzer R(#578@0x69)


Hmmm.

Ich hab heute entdeckt, dass er ein neues Profilbild auf Whatsapp hat. Ich habe daraufhin seinen Facebook-Account gecheckt und auch hier hat er auch ein neues (anderes) Profilbild hochgeladen. Außerdem war er mit der gemeinnützigen Organisation, bei der er Mitglied ist, auf einem "Kennenlern-Wochenende". Es scheint ihm also besser zu gehen.

Gemeldet hat er sich bis jetzt nicht. Das lässt für mich zwei Schlüsse zu:

Entweder er hat sich nicht aufgrund seiner Depression zurückgezogen bzw. der Kontakt ist ihm nicht wichtig genug oder es gab ein Missverständnis.

Es tut mir ein bisschen weh. Und es macht mich traurig und hilflos.

SxilkPxearl


Du hast ihn Tag und Nacht im Blick, alle Gedanken ranken sich um ihn, und Du machst Dein Befinden so gut wie komplett von ihm abhängig, merkst Du?

E'hemalige|r NutzePr (#5.78069x)


Ja. :-|

Ich muss endlich loslassen.

L+ichtA%mHobrizont


Stell Dir vor, Du wüsstest von einer anderen Person, dass sie so ein Aufhebens um Dich macht, Dir bei Facebook nachspioniert und den ganzen Tag an nichts anderes denkt. Und das wäre eine Person, die Du zwar mal ganz nett fandest, mehr aber auch nicht. Wie fändest Du das? Angenehm?

E.hemali;gegri Nutz,er (#5780x69)


Er weiß es nicht. Und ich bedränge ihn ja auch nicht, die Gefühle sind "nur" mein Problem.

Und ich kann meine Gefühle nicht andern, so gern ich es auch würde.

Dieser Prozess des "Loslassens" ist sehr mühselig. Meine Gefühle spielen noch nicht wirklich mit.

Ich habe das mit dem Whatsapp-Bild zufällig gesehen, als ich durch meine Chats gescrollt bin. Erst dann hab ich nachgeschaut.

EWhemalig_er Nutze*r u(#578069x)


Bevor jemand wieder schreibt, dass sich der Faden im Kreis drehen würde - Nein, ganz und gar nicht.

Ich merke, dass sich seit meinem Eingangsbeitrag einiges geändert hat. Aber der letzte Schritt, ihn loslassen, muss ich noch hinbekommen.

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