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Er meldet sich nicht. Und jetzt?

L$icFhtAmkHori8zoxnt


"Wer gehen will, der geht. Wer bleiben will, der bleibt."

Den Satz solltest Du Dir auf der Zunge zergehen lassen.

Es ist wirklich sehr wichtig, sich des Ganzen bewusst zu sein. Den Schritt hast Du ja schon geschafft. Dennoch ist das wahre Loslösen von Abhängigkeiten ein sehr langer, schwieriger Prozess. Es wird Rückfälle geben. Davon darf man sich nicht entmutigen lassen. Und sich das Gefühl auch nicht verbieten. Das hat man ja sowieso und es lässt sich auch nicht ausschalten. Nur die Handlungen sollte man anpassen. Was wichtig ist, im Umgang mit der Person, die es gerade getroffen hat (von der man gerade abhängig ist), diese immer mit Respekt zu behandeln und immer wieder zu versuchen, sich in diese hinein zu versetzen. Das hat mir zumindest immer sehr geholfen. Mich zu fragen, was die Person denken würde, wenn sie wüsste, was genau da gerade in mir vorgeht… Sicherlich würde sie nicht das denken, was ich gerne hätte. Und in der Regel hat diese Person nicht dasselbe Nähe-Bedürfnis wie ich. Das sollte man nie vergessen.

Deshalb hatte ich weiter vorne gefragt, wie "angenehm" es wäre, wenn er hinter Dir stünde und wüsste, dass Du gerade auf Facebook genau seine Aktivitäten nachliest. Auch wenn es tausend Mal legal ist und nichts Schlimmes und er ja selber Schuld ist, wenn er alles öffentlich postet. Es geht ja mehr um die Absicht dahinter, um das Gefühl dabei, das Bedürfnis.

Wer einmal das Gefühl vollständiger Abnabelung erlebt hat, weiß, wie befreiend sich das anfühlt. Oft ist es sogar so, dass eine Person, die sich aufgrund zuviel Klammern von einem abgewandt hat, sich einem dann wieder zuwendet, weil sie spürt, dass die Gefahr des Vereinnahmtswerdens vorbei ist.

rXoomeless[place


Ich kenne es auch mehrfach aus eigener Erfahrung, wie widerlich und mehr als belastend es ist, so eine Person am Hals zu haben, die man nicht mehr loswird. Argumente helfen da ja nicht. Die werden verdreht, überhört oder sonstwas. Die Opfer solcher Leute werden nicht selten psychisch krank. Und in diesem Falle ist es das Opfer ja schon. Ich wünsche dem jungen Mann, dass er nicht weiter belästigt wird. :)*

EJhemaliger& NutzeJr (#"578069)


Kurzes "Update":

Die ersten Wochen waren in Ordnung. Ich habe es einigermaßen gut geschafft mich von einer Abhängigkeit zu distanzieren und mich weder bei dem jungen Mann aus der Klinik, noch bei dieser Internetbekanntschaft gemeldet. Die junge Frau seh ich auch nicht mehr in der Nachsorgegruppe, somit hat sich das von selbst erledigt.

Mir ging es mehr oder weniger okay. Ich habe zwar gemerkt, wie unglücklich ich mit meinem Leben bin, aber versucht, es als Chance zu einer positiven Veränderung wahrzunehmen.

In den letzten Tagen hat sich meine Stimmung aber stark verschlechtert. Ich fühle mich die meiste Zeit über antriebslos, hoffnungslos und völlig überfordert in Anbetracht meiner derzeitigen Probleme. Ich wache immer öfter mit Todesangst aus Albträumen auf. Mein Selbstwertgefühl ist nicht nur ziemlich am Boden, sondern ich beginne auch wieder mich selbst abzulehnen.

Ich hätte so gerne Unterstützung, jemanden der mir aus diesem Chaos hilft. Aber derzeit bin ich auf einem ziemlich verlorenem Postem.

Es gibt kaum Menschen, mit denen ich reden könnte. Entweder interessiert es sie nicht, oder sie würden es nicht verstehen.

Die Nachsorgegruppe fällt diese Woche aus. Feiertag.

Und meine Eltern haben ohnehin kein Verständnis, zu mal sie mein Wohlbefinden ohnehin nicht sonderlich interessiert.

Auch die Psychologin, bei der ich derzeit in Behandlung bin, ist keine Option. Einerseits ist der nächste Termin erst in einigen Wochen, andererseits habe ich nicht den Eindruck, dass die Therapie mir weiterhilft. Zwar werden mir durch die Gespräche immer mehr Problemfelder bewusst (z. B. dass ich in meinem Leben überhaupt nichts weiterbringe), aber wir konnten noch keine einzige Lösung erarbeiten.

Am liebsten würde ich stationär in Behandlung gehen. Das wäre im Moment vielleicht nicht mal ungünstig, weil wir in diesem Projekt sowas wie Winterferien haben. Dann würde ich vielleicht nicht ganz so viel verpassen. Das Problem ist, dass ich in dieser Zeit leider einen Führerscheinkurs besuchen muss, der sich unmöglich mit einem stationären Aufenthalt verbinden lässt. Und wenn ich noch ein paar Wochen abwarte und erst nach den Weihnachtsferien stationär gehen würde, wäre ich möglicherweise zu lange im Krankenstand. Somit würden die Betreuer in Frage stellen müssen, wie viel Sinn meine Teilnahme an dem Projekt noch hat und möglicherweise würde ich dann völlig alleine dastehen.

Ich hoffe, dass es besser wird. Im Moment bin ich einfach nur ziemlich am Ende und ich weiß nicht, wie ich mit diesen negativen Gefühlen zurecht kommen soll.

L'ichtA;mH_orizonxt


Ich kann leider überhaupt nichts hilfreiches schreiben... :°_

Musst Du diesen Führerscheinkurs denn wirklich machen? Lässt der sich nicht verschieben?

E)he)malige"r Nhutzepr (z#5780x69)


Ja, weil ich die Prüfung bis Ende Februar abgeschlossen haben muss und dieser Kurs notwendig ist, um mein Wissen wieder aufzufrischen. Zumindest wurde mir das von der Fahrschule an's Herz gelegt. Abgesehen davon drehen meine Eltern durch, wenn ich den Kurs nicht mache.

Zumindest geht es mir heute schon wieder etwas besser. Es hat gut getan mir einfach mal alles von der Seele zu schreiben. Ich werde gleich Montag einen Termin bei meiner Psychiaterin vereinbaren. Mal sehen wie es weitergeht.

T+ragi_scherC~lownfi%scxh


Endlich siehst du es ein, dass du dich einweisen lassen sollst, weil du es sonst nicht schaffst.

Das wurde hier im Faden glaube ich schon öfter gesagt und empfohlen.

Tnragi.schaerClaownfisxch


Am liebsten würde ich stationär in Behandlung gehen. Das wäre im Moment vielleicht nicht mal ungünstig, weil wir in diesem Projekt sowas wie Winterferien haben. Dann würde ich vielleicht nicht ganz so viel verpassen. Das Problem ist, dass ich in dieser Zeit leider einen Führerscheinkurs besuchen muss, der sich unmöglich mit einem stationären Aufenthalt verbinden lässt. Und wenn ich noch ein paar Wochen abwarte und erst nach den Weihnachtsferien stationär gehen würde, wäre ich möglicherweise zu lange im Krankenstand. Somit würden die Betreuer in Frage stellen müssen, wie viel Sinn meine Teilnahme an dem Projekt noch hat und möglicherweise würde ich dann völlig alleine dastehen.

Ich hoffe, dass es besser wird. Im Moment bin ich einfach nur ziemlich am Ende und ich weiß nicht, wie ich mit diesen negativen Gefühlen zurecht kommen soll.

Antfortas

Krankenhausaufenthalte kommen nie gelegen. Irgendwo fehlt man dann immer gerade. Und Gesundheit geht vor.

EBhemFaligDe!r Nutzer" (#578x069)


Dass ich in eine Klinik gehen wollte, hat aber nichts mit dem primären Thema dieses Fadens zu tun. Es waren viel eher meine Lebensumstände der letzten Zeit und die Konsequenzen davon, dass ich mich bewusst nicht mehr auf andere Menschen fokussiert habe.

Krankenhausaufenthalte kommen nie gelegen. Irgendwo fehlt man dann immer gerade. Und Gesundheit geht vor.

Damit hast du vermutlich Recht.. Ich hatte auch überlegt, ob ich nicht nach dem Führerscheinkurs in eine Klinik gehen soll. Im Moment bin ich allerdings einigermaßen stabil und versuche die freien Tage zu nützen.

Was die Abhängigkeiten betrifft, bin ich immer noch nicht völlig frei davon. Allerdings ist es eher so, dass ich mir selbst bewusst bin, dass ich diesen Menschen nur als eine Art Ablenkung missbrauche und ihn nicht idealisiere. Das ist im Moment wohl auch das beste so, auch wenn es natürlich nicht optimal ist.

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