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Habe ich eine Depression?

sWha}kabxrah hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin neu hier und habe mich angemeldet weil ich ein paar Einschätzungen haben wollte ob ich eine Depression habe oder sonstige psychische Störungen oder nur extrem faul bin.

Ich denke dazu ist ein wenig Hintergrundinfo zu mir nötig.

Ich bin 23 Jahre alt, männlich und wohne in Berlin.

Ich habe vor 3 Jahren das Abitur in der 12. Klasse abgebrochen um eine Ausbildung zu beginnen.

Seitdem habe ich keinerlei soziale Interaktionen mehr, abgesehen vom Kassierer beim Supermarkt oder der Tante beim Arbeitsamt.

Ich wohnen noch bei meinen Eltern, wir reden aber nicht miteinander.

Sie wollen das ich spätestens mit 25 ausziehe und endlich eine Ausbildung anfange.

Allerdings bekomme ich nach über 350 Bewerbungen nur Absagen.

Selbst als Fleischer oder Bäcker nimmt mich keiner, klar ich werde eingeladen, aber dann sehen die ja wie ich wirklich bin:

Schüchtern, unsicher motivationslos, emotionslos, antriebslos, keinerlei Fähigkeiten und Interessen, kein Lächeln, unsymphatisch etc.

Ich interessiere mich für absolut gar nichts.

Ich schlafe am Tag und sitze dann in der Nacht in meinem Zimmer rum.

Manchmal wandere ich einfach durch die Wohnung, gucke aus dem Fenster, oder denke einfach nur nach.

Ich liege sehr lange im Bett, kann aber nur schlecht schlafen und wache all 1,5 Stunden auf nur um mich 30 minuten herumzuwälzne und wieder einzuschlafen.

Die übrige Zeit surfe ich im Internet und schaue mir Themen über Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Beziehungen, Liebe, den Sinn des Lebens, die Oberflächlichkeit unserer Leistungsgesellschaft, die Arbeitslage, Niedriglohnarbeit, Arbeitslosigkeit, Kapitalismus, dating, das wesen des menschen, natur von frau und mann, das Universum, warum es existiert und wie es entstanden ist und das eigentlich alles sinn- und bedeutungslos ist und man nach dem Tod eh vergessen wird und sämtliche Erinnerungen gelöscht werden, als hätte man nie existiert.

Ich denke jeden Tag darüber nach warum ich mich nicht umbringe, vermutlich weil ich wissen will ob mir ein Psychiater noch helfen kann ein glückliches Leben zu führen.

Und weil ich mir nicht sicher bin ob meine Eltern doch ein wenig traurig wären wenn ich sterben würde.

Oft denke ich darüber nach wie froh ich wäre eine lebensbedrohliche Krankheit wie Krebs oder einen Tumor zu bekommen, oder in einem tötlichen Unfall umzukommen.

Zu wissen das ich nicht mehr lange leben muss.

Ich habe mich nie selbst verletzt oder hatte den Wunsch danach. Wozu auch? Macht mein Leben auch nicht besser.

Meine Familie besteht nur aus meinen Eltern und einer Tante, alle anderen sind schon tot.

Mit der Tante habe ich bestimmt seit 15 Jahren nicht mehr geredet.

Ich habe keinen einzigen Bekannten, oder Freund.

Ich habe alle Kontakte und Freude verloren, vor ungefähr 10 Jahren, als ich auf die Oberschule gewechselt bin.

Seitdem ich aus der Grundschule raus bin, habe ich meine gesamte Freizeit nach der Schule in meinem Zimmer verbracht und habe das Haus dann nicht mehr verlassen.

Früher (das heißt vor 10 Jahren) habe ich gezeichnet, Bücher gelesen, mit Freunden gespielt, Fußball, Karten, Videospiele, Fernsehen geguckt etc.

Ich habe vor 6 Jahren das letzte mal ferngesehen.

Die Oberschule war ziemlich weit entfernt und sehr viele meiner Freunde sind auf ein anderes Gymnasium gegangen, meine Eltern meinten aber da wären zu viele Ausländer drauf, also haben sie mich auf ein anderes geschickt.

Ich kannte niemanden, meine neuen Klassenkameraden und die Schüler aus den Parallelklassen kannten sich jedoch schon alle weil sie dieselbe Grundschule besucht haben.

Dementsprechen hatten sie kein Verlangen neue Freunde kennenzulernen und ich wurde ignoriert und es wurde sich über mich lustig gemacht.

Ich war der kleine, schwache, dicke Junge mit der Brille und der runden Tomatennase.

Dazu sah ich schon immer min. 5 Jahre jünger aus als ich eigentlich bin (aufgrund von einer Hormonstörung die dank meiner Eltern erst mit 17 behandelt worden ist), deshalb sehe ich selbst mit 23 aus wie ein kleiner 15 jähriger Junge.

Dieses Mobbing hat sich bis hin zur 12. Klasse durchgezogen.

Ich habe es immer ignoriert und wurde dann arrogant und emotionslos gennant.

Selbst Lehrer haben mich ab und zu lächerlich gemacht.

Auf Schulfotos wurde mir immer gesagt ich solle lächeln und wenn ich es dann gezwungenermaßen getan habe, haben sich alle gewundert:

"Er hat ja Emotionen!"

Ich habe meiner Mutter mal versucht zu erklären das ich eventuell eine Depression habe oder eine schizoide Persönlichkeitsstörung.

Da meinte sie das ich schon in der Krippe und im Kindergarten super schüchtern war, fast schon apathisch.

Ich habe nur in der Ecke gesessen und mit niemandem geredet.

Selbst als Baby habe ich nie geweint.

Das fand sie dann jetzt rückwirkend auch merkwürdig...was ne tolle Mutter.

Eine Freundin, egal ob platonisch oder romantisch, hatte ich auch noch nie.

Seit ca. 3-4 Jahren machen mir selbst Videospiele keinen Spaß mehr, sondern sind eine Tortur.

Filme schaue ich mir nur an wenn ich wieder extrem traurig bin, meistens Dramen (Melodramen) oder traurige romance movies, allg. halt nur deprimierende Filme oder Filme über Liebe und Freundschaft in denen ich sehe was ich alles verpasst habe und nie hatte oder haben werde.

Ich suche immer nach einer bestimmten Doku, nach einem bestimmten Film, einem bestimmten artikel, einer diskussion in einem forum oder sonstwas, in denen es der Person/den Personen so ergeht wie mir.

Aber was auch immer ich mir anschaue, egal welches forum, welche doku, talkshow, podiumsdiskussion, professorenvortrag oder welchen Film auch immer:

Ich kann die Leute die sich das Leben nehmen wollen und angeblich Depressionen haben nur belächeln und denke wie gut es ihnen doch eigentlich geht.

Nie höre oder lese ich von jemandem dem es so scheiße geht wie mir.

Meist heulen die Leute rum weil sie gefeuert wurden oder ihre Beziehung schlecht läuft etc.

Wenigstens haben sie einen Job, mich nimmt nichtmal McDonald's oder ein Bäckerladen!

Das Einzige was ich mir wünschen würde, ist wenigstens eine gute Freundin oder einen Freund zu haben und einen Beruf der mir Spaß macht.

Geld und materielle Dinge sind mir total egal, ich muss mir seit Jahren vom Kindergeld alles kaufen was ich brauche.

Kleidung, Essen, Trinken, Internet, BVG (öffentliche Verkehrsmittel) usw.

Ich habe nichtmal 'nen Handy.

Selbst Sex ist mir scheißegal.

Ich hätte nur gerne eine Person mit der ich reden kann, die mich gut leiden kann.

Aber wie soll ich, der 12 Stunden im Bett liegt, keine Hobbies, kein Interesse an irgendwas hat und sich zuhause alleine betrinkt nur um sich dann noch beschissener zu fühlen weil ich komischerweise anfange zu heulen wenn ich besoffen bin, anstatt fröhlicher zu sein - wie soll so jemand Freunde finden?

Männer würden denken ich wäre eine kleine Heulsuse, 'ne pussy.

Frauen würden denken ich sei unmännlich, ein Versager ohne Geld, Job und Status

Im Prinzip habe ich nur 2 Möglichkeiten.

Mich verstellen und so tun als wäre ich jemand der ich nicht bin, Dinge tun die ich nicht mag um Sachen zu erreichen die ich mir wünsche und dabei Leuten ein falsches Bild von meinem wirklichen Ich zu vermitteln.

Oder ich bleibe ich selbst und erreiche nichts, werde Hartz IV Empfänger ohne Freunde, ohne Familie, ohne Frau und Kind, gezwungen in Zeitarbeitsjobs in Fabriken zu arbeiten und am Band irgendwelche Dinge zu sortieren.

Also.

Hab ich ne Depression oder sonst was, oder nicht?

Antworten
S\pin'nerin


Hab ich ne Depression oder sonst was, oder nicht?

Mit Sicherheit. :)*

Es stimmt aber nicht, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt. Die dritte Möglichkeit ist, nicht stehen zu bleiben, sondern dir Hilfe zu suchen, an dir zu arbeiten und dich weiter zu entwickeln. In eine Richtung, die gut für dich ist.

Und das allererste, das ich persönlich lassen würde, ist:

Die übrige Zeit surfe ich im Internet und schaue mir Themen über Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Beziehungen, Liebe, den Sinn des Lebens, die Oberflächlichkeit unserer Leistungsgesellschaft, die Arbeitslage, Niedriglohnarbeit, Arbeitslosigkeit, Kapitalismus, dating, das wesen des menschen, natur von frau und mann, das Universum, warum es existiert und wie es entstanden ist und das eigentlich alles sinn- und bedeutungslos ist und man nach dem Tod eh vergessen wird und sämtliche Erinnerungen gelöscht werden, als hätte man nie existiert.

Sofort aufhören damit! So konfrontierst du dich ständig mit dem Negativen und bestätigst und fütterst deine Negativität damit.

Wie gesagt, bitte such dir Hilfe. Das muss nicht so weitergehen. :)*

BkirbkenQzweig


das liest sich wirklich gruselig.. nimm zusammen, was du an reserven hast und such dir n psychologen..

g7rubexln20


Meine Vermutung ist das du dich selber nicht leiden kannst oder ? akzeptiere dich! Lass dieses blöde googlen. Verstell dich nicht. Sei wie du bist. Unter nimm was. Lass es mit dem Tagsüber schlafen. Geh in ein Fitness Studio wenn du dich zu dick fühlst. Jeder Mensch kann was aus sich machen. Sich um zu bringen ist keine Lösung nur weil man unglücklich ist. Man muss was tun um glücklich zu werden. Raus gehen und zeigen wer du bist. Irgendwann findest du dein Sinn wofür es sich zu leben lohnt. Meistens ist das die Eigene Familie also Kinder.. Setz dir Ziele schritt für schritt. Du musst da raus aus diesem selbstmitleid. Hoffe konnte dir helfen kann dich verstehen glaub mir.

tuhe-cxaver


Wenn Du dich so viel über das Thema informiert hast, kannst Du Dir die Diagnose ja fast schon selber stellen: Das klingt alles schon sehr nach einer Depression. Ab zum Arzt, erst mal ein Antidepressivum verschreiben lassen, und dann nen Psychotherapeuten suchen. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass evtl. erst mal ein Klinikaufenthalt sinnvoll ist, damit erst mal was vorwärts geht. Im Rahmen der Psychotherapie kann man dann auch noch eventuell vorhandene andere Baustellen angehen.

Was du schaffen *musst* und auch schaffen *kannst*, ist, zum Hausarzt zu gehen und ihm zu erzählen, was Sache ist!

EYhemalig{er INuctzer% (#57x4413)


Mich verstellen und so tun als wäre ich jemand der ich nicht bin, Dinge tun die ich nicht mag um Sachen zu erreichen die ich mir wünsche und dabei Leuten ein falsches Bild von meinem wirklichen Ich zu vermitteln.

Wahrscheinlich bist du schon depressiv, da hilft allerdings nur ein Gang zum Arzt. Dennoch der oben genannte Punkt ist denke ich dein Kernproblem. Du akzeptierst dich selbst nicht, hast du anscheinend nie. Hör bitte auf dich zu verstellen, das frustriert dich und andere nehmen dich sofort als seltsam wahr. Du bist nun mal du selbst und musst dies akzeptieren. Selbstbewusstsein entwickelt man nicht indem man jemand anderes sein will sondern das Beste aus dem macht was man hat. Leider sind da einige von Natur aus etwas im Vorteil und das kann für dich ungerecht sein. Nur ist das auch ein Schritt in ein besseres Leben.

Mache dir bitte aber auch klar, dass du wirklich ein Problem hast und dieses auch ändern willst. Ansonsten findest du dich mit deiner Depression ab und fällst tiefer ins Loch. Es mag anfangs sehr frustrierend sein, aber fang doch mal wieder mit deinen Hobbys an. Zwing dich zu etwas, geh spazieren und nachts schlafen. Menschen sind nicht dazu gemacht den Tag zu verschlafen, das macht auf lange Zeit krank.

Du könntest mit einer Gruppentherapie viel erreichen und so auch erste neue soziale Kontakte knüpfen. Viel Glück bis dahin :)_

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