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Kinder und Gewalttäter

alnfanZgmittfreuxde


Du redest dir da wirklich was ein und es klingt fast mantraartig. Frauen sind keine Heiligen. Ich habe den Eindruck, dass du das schwer akzeptieren kannst, weil es dir schwer fällt, differenziert zu denken und du nicht so von Frauen denken kannst, ohne das auch auf dich zu beziehen.

Ich glaube nicht, dass es daran liegt. lucky-less müsste sich mit einer differenzierten Sichtweise allerdings eingestehen, dass sie niemals sicher ist. Dass sie sich nicht einfach mit Frauen umgeben kann und dann ist Alles gut. Oder einfach nie in den Wald geht und dann wird sie immer unversehrt bleiben.

Differenzierung zuzulassen bedeutet, eine (falsche) Sicherheit aufgeben zu müssen.

Bedeutet, sich evtl. eingestehen zu müssen, Hilfe zu brauchen, weil man jetzt plötzlich ganz viel nicht mehr machen kann, was vorher sicher erschien.

Es ist halt keine Lösung, sich falsche Sicherheiten zu schaffen. Man muss einfach lernen, mit einem gewissen Lebensrisiko zu leben.

Alles Andere ist Selbstbetrug.

Heutzutage gibt es ein sog. KIDs finder. Das ist eine Sim-Karte die man dem Kind irgendwo in der Kleidung einnäht und wenn das Kind verschwinden sollte, kann es über GPS geortet werden.

Und was bringt das bei einer Vergewaltigung? Die findet ja in der Regel nicht angezogen statt...

Und ein Kind umzuziehen ist auch nicht so schwer, wenn man den Gedanken mal zu Ende denkt...

C0innfamvon4


Fuck, hab mal wieder den Account von meinem Freund genommen. Sorry :-X

v"ivnidxa


[...]

allerdings finde ich schon, dass sie einen nicht unerheblichen teil der eltern repräsentiert, was die angst vorm "bösen fremden mann hinterm busch" angeht - auch, wenn sie da sicherlich nochmal ziemlich extrem.

für teile in meinem umfeld ist völlig normal, dass kinder nicht alleine in die schule gehen dürfen, draußen spielen oder zu einem freund gehen dürfen, weil sie ja entführt werden könnten - vorrangig von männern natürlich %-| . es ist immer wieder dieses argument, geschürt von teils gefakten meldungen in sozialen medien.

meistens sage ich gar nichts mehr dazu, habe ich mir schon genug dafür anhören dürfen, dass meine kinder dann später auch tätsächlich alleine zur schule gehen dürfen und ich den straßenverkehr für das deutlich größere risiko halte (besonders, wenn ich an eine bestimmte fahrerin denke ]:D ).

völlig unverständlich für mich, wie dem eher unwahrscheinlichen risiko einer entführung so viel bedeutung beigemessen wird, während die kinder zur schule und co mit auto gefahren, übermäßig viel medien konsumieren und jede menge ungesundes zeug in sich hineinstopfen.

mir tuts gerade gut zu lesen, dass es aber auch noch viele andere menschen gibt, die nicht hinter jedem busch einen triebtäter vermuten

_

ich bin in einem sozialen brennpunkt aufgewachsen und hab spätestens im grundschulalter draußen allein oder mit freunden gespielt.die größte gefahr für uns waren wir wohl selbst (rumgekletterei usw.).

ich wurde übrigens 2 x von der gleichen FRAU an verschiedenen orten angesprochen, das war ganz merkwürdig und entsprechend habe ich reagiert. sie stellte komische fragen und wollte mich dafür mit süßigkeiten belohnen.

von meinen eltern wurde mir beigebracht von fremden keine süßigkeiten anzunehmen, nicht mit ihnen zu gehen und falls mich einfach ungewollt anfassen, hatte ich einen freibrief zum schreien, kratzen, beißen und weglaufen. das wurde mir immer wieder eingetrichtert und ich hatte es sehr verinnerlicht, jedoch sind dabei nie ins detail gegangen, was passieren könnte oder haben mir angst gemacht. auch heute noch bewege ich mich recht angstfrei im dunkeln durch stadt und park. angst vor "dem bösen mann", der mich entführen oder vergewaltigen will, habe ich gar nicht. eher in großstädten, wo ich mich nicht auskenne, vor diebstählen. das allerdings auch nur in maßen.

mM nach schütze ich mich dadurch, dass ich keine große angst habe am besten.

gLa!ulolisxe


Ich meine das jetzt garnicht sarkastisch oder böse, aber ich frage mich nach dem Lesen einiger Threads, ob du, lucky_less, schon mal eine Therapie in Erwägung gezogen hast?

Therapie? Nein, warum? Ich glaube, es mangelt hier in erster Linie an Information. Klassisches Beispiel von ich-lese-irgendwelche-Überschriften-und-bin-entsetzt.

Kenne ich von meinen Schülern, die kommen auch täglich mit sowas an. "Ey Frau gauloise, voll schlimm, so Mädschen hat auf Koran gespuckt und ist jetzt echt so Ratte geworden, guckstu hier mein Handy, is Video, is echt wahr!". ;-D

Ich glaube nicht, dass die TE eine Therapie braucht. Die braucht eine Erweiterung ihres Informationshorizontes, in jeder Beziehung.

@ lucky_less:

hast du die vielen Links hier angeklickt? Hast du die Beiträge gelesen? Da war viel informatives dabei. Vielleicht hilft dir das dabei, dein eigenes Bild mal ganz grundlegend zu überdenken.

PjlGüschbi'esxt


Ganz ehrlich, ich habe schon von ganz vielen Frauen gehört, die ihren Kinder wirklich abartige Dinge angetan haben. Die Väter waren oft wesentlich harmloser, haben aber die Misshandlungen der Mütter gebilligt.

Niemand hat mir von einer Tat durch einen Unbekannten berichtet.

Alle Missbrauchsfälle die mir von den Opfern zugetragen wurden sind im heimischen Umfeld passiert.

Einmal war es der große Bruder, einmal der Vater, einmal der Onkel und einmal der Opa.

P$lüschxbiest


Kinder die nicht alleine zur Schule dürfen werden doch zur Unselbständigkeit erzogen.

Typisch Hubschraubereltern, manchmal ist es doch besser wenn Mutti Vollzeit arbeiten geht.

bAod`y84


völlig unverständlich für mich, wie dem eher unwahrscheinlichen risiko einer entführung so viel bedeutung beigemessen wird, während die kinder zur schule und co mit auto gefahren, übermäßig viel medien konsumieren und jede menge ungesundes zeug in sich hineinstopfen.

Vermutlich kamen mehr Kinder durch gestresste, autofahrende Eltern zu Schaden, die ihre Kinder vor Triebtätern schützen wollten, als von Triebtätern selbst.

m[arqipoNsa


Und daher hat sogar dieser abstruse Faden eine gewisse Berechtigung: Solange lucky_less hier mit Schreiben beschäftigt ist, gefährdet sie kein Leben auf der Autobahn.

C inna^moxn4


Ich habe mal ne blöde Frage:

Ganz viele schreiben hier sinngemäß:

von meinen eltern wurde mir beigebracht von fremden keine süßigkeiten anzunehmen, nicht mit ihnen zu gehen und falls mich einfach ungewollt anfassen, hatte ich einen freibrief zum schreien, kratzen, beißen und weglaufen.

Nicht mit Fremden mitzugehen und sich bei Übergriffigkeit zu wehren - das beizubringen verstehe ich. Auch, dass man nicht zu nah an haltende Autos ran geht. Aber warum sollen Kinder von Fremden keine Süßigkeiten annehmen? Vielleicht ist es eine wirklich blöde Frage, aber ich verstehe es nicht. Hat man da Angst, die Süßigkeiten könnten vergiftet sein? Anscheinend habe ich da wirklich eine Bildungslücke und bedanke mich für das Schließen dieser.

MMiOmikxo


@ Cinnamon4

Naja, Erwachsene, die Kinder locken wollen, überlegen sich, was gut ankommt. Süßigkeiten, Plüschtiere, all das gehört dazu. Manchmal folgen die Kinder dann einem, weil sie noch naiv sind. Der Mörder der beiden Jungs hat das ja wohl ähnlich gemacht: Der kleine 4-jährige wurde vermutlich mit einem Vorwand gelockt (man mutmaßt Plüschtiere), der andere 6-jährige wurde vielleicht auch nicht gezwungen, sondern unter einem Vorwand geholt. Jedenfalls macht es das leichter, als wenn man das Kind gewaltsam nimmt und in Auto o.Ä. zerrt...Es macht mich so traurig. Ich hoffe, die Seelen der Jungs finden Ruhe und ich wünsche mir, dass die Angehörigen irgendwie damit leben können :)- :)*

Zum Thema Männer und Sicherheit noch: Ich bin leider so aufgewachsen, dass ich vor Männern Angst haben solle. Dies lag an schlechten Erfahrungen meiner Mutter mit Männern. Evtl. Missbrauch, ich weiß es nicht, könnte aber so gewesen sein. Ich sollte Männer meiden. Das führte zu einem komischen Verhältnis mit ihnen, sodass ich Jahre brauchte, "normal" zu ihnen zu sein. Meine Mutter meinte es gut, war aber zu schützend. So sollte ich nicht an Plastiktüten vorbeilaufen, weil da Bomben drin sein könnten, ich durfte keine Hosen über dem Knie tragen wegen Verletzungen, von alleine herumlaufen ganz zu schweigen usw. usf. Diese Erziehung macht mehr kaputt, als dass sie schützt. Davon abgesehen, dass ich leider tatsächlich Opfer wurde, und ins Gebüsch gezerrt wurde! Am helllichten Tag, 16.00 Uhr, mit Leuten drumherum, die es nicht bemerkt haben. Wie ironisch :(v Ist aber nichts außer ein paar blauen Flecken passiert, glücklicherweise

NlordWix84


Aber warum sollen Kinder von Fremden keine Süßigkeiten annehmen?

Ich denke es geht da mehr um die "komm mal mit mir, ich hab Zuhause nen Berg mit Süßigkeiten" oder "komm mal hier ans Auto, ich hab hier Bonbons drin" Situationen die dann genutzt werden könnten um ein Kind zu entführen und viel weniger darum das jemand vergiftete Süßigkeiten an Kinder verteilt.

Wobei, irgendwo bei den letzten Karnevalsumzügen hab ich gehört das da irgendwer Reinigungsmittel als Werbegeschenk in die Menge geworfen hat. Kinder denken da natürlich nicht drüber nach und stopfen sich das Pulver in den Mund, könnte ja Brause sein. Wobei es in so Fällen ja reicht wenn die Kinder das Zeug erst bei den Eltern vorzeigen.

T3ued;eluxe


Aber warum sollen Kinder von Fremden keine Süßigkeiten annehmen?

Noch was anderes dazu, denn die eigentliche Frage wurde ja schon ausreichend beantwortet.

Warum muss ein Fremder einem Kind überhaupt Süßigkeiten geben!? Würde ich nie machen.

Man kann nicht wissen, ob's die Eltern gut finden, man weiß nicht mal, ob das Kind eine Allergie haben könnte (mein Neffe z B auf Hasel- und Erdnüsse). Ich denke daher, dass man als komplett Fremder das also sowieso nicht tun sollte. Und als Nachbar etc. würde ich immer erst die Eltern fragen, ob's ok ist.

Übrigens werden Kinder auch gerne mit Tieren angelockt, Katzenjungen, Hundewelpen, so von wegen "du, ich hab da und da Welpen, magst du mitkommen und die anschauen?". Es gibt so viele Maschen, mit denen Erwachsene Kinder locken können und leider kann man Kindern noch so oft sagen, dass sie nicht mitgehen sollen, es kann trotzdem passieren. Deshalb hat in meinen Augen sowieso nur ein einziger Schuld, der Täter selbst und niemals die Eltern, auch wenn die sich leider ihr Leben lang Vorwürfe machen werden.

E;hemalig<er YNutzerP (#5^7266x1)


Deshalb hat in meinen Augen sowieso nur ein einziger Schuld, der Täter

Das impliziert das Wort "Täter" schon. Ich gebe dir recht. Als Elternteil kann man seine Kinder in meinen Augen nur versuchen zu sensibilisieren, aber ohne Panikmache. Also eine generelle Angst vor fremden würde ich meinen Kindern niemals einreden! Wie hier schon gesagt wurde, es kann auch jemand nach der Uhrzeit fragen. Und da hab ich kein Problem wenn mein Kind diesem Herrn dann die Uhrzeit mitteilt, falls es diese zur Hand hat. Schuld hat man als Elternteil nicht. Ich kann und will mein Kind nicht auf Schritt und Tritt verfolgen, auf dem Schulweg, etc. Ein bisschen selbstständigkeit muss ja auch her. Hier wird geschaut, dass die Freunde zusammen laufen. Und das reicht als Schutz oft schon aus.

S%h~oxjo


Dieses "Sprich nicht mit Fremden" finde ich übrigens ganz absurd, und wir praktizieren das nicht. Nicht mit Fremden mitgehen: ganz klar. Wenn Fremde etwas schenken wollen, dann soll er einen von uns fragen, ob er es annehmen darf (darf er, wenn es harmlos ist, warum auch nicht?)

Fremd - was ist das für ein Kind? Im Zweifel sagt jemand, er würde die Eltern kennen und heiße Franz-Otto, und jetzt sei er ja kein Fremder mehr, und er wisse auch, dass das Kind Anna heißt (was Kinder schnell überzeugt, auch wenn es eben noch lautstark von seinen Freunden beim Namen gerufen wurde). Ich halte die Sprich-nicht-mit-Fremden-Nummer für relativ nutzlos. In Einzelfällen mag es helfen, aber das ist doch eher Zufall - da könnte man seinem Kind auch verbieten, rote Klamotten zu tragen, und dann entgeht es dadurch vielleicht einem Täter, der durch rote Jacken angezogen wird. Oder man schneidet seinem Mädchen die Haare kurz. Oder so.
Ich halte es wirklich nicht für sinnvoll, das ist nur eine Selbstberuhigungsmaßnahme für die Eltern.

Yyes, Atn8astaxsia


Vor allem könnte auch problemtaisch werden, wenn Kinder sich z.B. in Notsituationen nicht trauen, bei Fremden Hilfe zu holen, wenn die Eltern ihnen eingetrichtert haben, niemals mit Fremden zu sprechen. Ich möchte auch noch einmal das aufgreifen, was du, Shojo vor ein paar Seiten geschrieben hast, weil ich das sososososo wichtig finde:

Ich halte es für elementar wichtig, dass das Kind Vertrauen zu seinen Eltern hat - in ihre Ruhe und Besonnenheit, ihr geneigtes Ohr, ihre Unterstützung und ihre Vernunft. Denn sonst kommt ein Kind nicht zu seinen Eltern, wenn Belästigung anfängt. Ich halte es auch für elementar wichtig, dass ein Kind lernt, dass es Nein sagen darf - zu Küssen von Verwandten, von denen es (jetzt oder prinzipiell) nicht geküsst werden will, zu Geschenken, Angeboten, einfach zu Nähe, die es nicht möchte. Denn sonst wird ein Kind erst spät oder gar nicht merken, wenn seine Grenzen überschritten werden, und dann schon viel zu tief drinstecken.

Ich wurde als Kind in einem Hinterhof festgehalten, mit einem imgainären Messer bedroht und gezwungen mich auszuziehen. Dorthin gelockt wurde ich durch ein fast zu klischeehaftes "Ich hab da und da eine Höhle, soll ich dir die mal zeigen?" Natürlich war mir klar, dass die Sache zum Himmel stinkt, ich weiß noch, als sei es gestern gewesen, wie ich innerlich hin und her gerissen war. Meine Mutter hatte mir natürlich auch eingetrichert, nie mit Fremden mit zu gehen und so, aber all das hat am Ende nichts genutzt, weil in mir damals das Gefühl stärker war, dass man nicht nein sagen darf und immer nett sein muss. Der "Angreifer" war übrigens kein Mann mit Schnauzer, Brille, Trenchcoat und weißem Van, sondern ein 11-jähriger Junge von meiner Schule. Zum Glück bin ich der Sache relativ glimpflich entkommen, dadurch, dass wir rein zufällig von der Schwester einer Freundin entdeckt worden.

Ich bin übrigens trotzdem kein ängstlicher Mensch, ich gehe alleine in den Wald, war in den Großstädten, in denen ich gewohnt habe auch nach 18 Uhr noch mit der U-Bahn unterwegs und man stelle sich vor, sogar mitten in der Nacht. ]:D

Für meine potentiellen Kinder finde ich deswegen, so viel mehr als alle Warnungen vor der großen bösen Welt, wichtiger sie zu aufrechten Menschen zu erziehen, die sich auch vor Erwachsenen gerade machen können. Die ihre eigenen Grenzen erkennen und sich trauen nein zu sagen.

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