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Gewissenskonflikt: ich oder mein Vater?

Elhem"alig3er ONutzer (#^5773x97) hat die Diskussion gestartet


(Urspr. Fadentitel: " Ich brauch Meinungen.....")


Hallo,

also kurz zu meiner Situation, ich bin 17 lebe bei meinem Vater, welchem es psychisch und körperlich nicht gut geht. Ich bin für ihn immer für alles der Sündenbock, er regt sich über jede Kleinigkeit auf und Beleidigt mich... bin seit ca 4,5 Monaten beim Psychologen, welcher neulich irgendwie emotionalen Missbrauch angesprochen hat. Er meinte, dass es für mich das Beste wäre wo anders zu wohnen, bei meiner Tante oder halt in einer Wohngruppe.

Fakt ist nur, dass ich 100% weiß, dass es meinen Vater "zerstören" wird wenn ich weg bin... ich hab angst um ihn, dass er sich tot saufen könnte oder so... das er ohne mich keinen Grund mehr zum Leben hat.

Ich bin mir zwar sicher, dass es mir besser gehen würde wenn ich woanders wohnen würde, aber für welchen Preis?!

Was würdet ihr tun... ich weiß es nicht... ich kann irgendwie nicht mehr

Danke für Antworten!

LG

Antworten
mhonvd+stherne


Dein Vater ist für Dich verantwortlich und nicht Du für Deinen Vater. Wenn Dein Vater seiner Verantwortung nicht gerecht wird, musst Du leider für Dich selber sorgen, und das tun, was für Dich gut ist.

@:)

VXulkanliwer64


Ich nehme an, dein Vater hat ein Alkoholproblem. Das verändert die Persönlichkeit. Da du als Kind eine wichtige Bezugsperson bist, kriegst du die Folgen direkt zu spüren.

Erstes Fazit: Nicht du solltest zum Psychologen, sondern dein Vater. Er braucht professionelle Hilfe, um seelisch wieder auf die Beine zu kommen. Mit jemand Süchtigem zusammenzuleben, kann eine schwere Belastung sein, die du alleine kaum meistern wirst.

Drum empfehle ich, du wechselst dein Umfeld, bevor dir die Kraft ausgeht. Und dein Vater erholt sich mit ärztlicher Hilfe in einer Entzugsklinik mit einer Therapie. Erst wenn er psychisch wieder einigermaßen stabil ist, solltest du wieder bei ihm wohnen.

:)*

Aykash<a767


Ich denke, du solltest auf deinen Therapeuten hören und bei deinem Vater ausziehen. Du bist nicht für ihn und seine Probleme verantwortlich. Wichtig ist, dass du dafür sorgst, dass du an dieser Situation nicht kaputt gehst, dich um deine eigene psychische Gesundheit kümmerst. Ich denke, du solltest mit deinem Vater über die Situation reden und ihm auch mitteilen, dass er aktiv werden muss, um seine Probleme zu lösen. Vielleicht kann dir dein Therapeut dabei helfen, entsprechende Adressen zu besorgen. Den Rest muss er selber schaffen. Das kannst und musst du nicht leisten.

E'hemaligler Ncutzcer (#5E77397)


Vielen, vielen dank für eure Antworten! :)

@ mond+sterne jah,

da hast du recht, dass hat mein Thera auch gesagt, nur es ist irgendwie schwer das zu akzeptieren, weil ich mich halt schuldig fühle... ich hoffe ich habe da irgendwann Einsicht.

@ Vulkanier64 Ja,

Alkohol-, und Drogenproblem... aber er will sich nicht helfen lassen, er ist so ein richtiger Eigenbrötler der die ganze Menschheit hasst, und seine komplett eigene Weltanschauung hat. Er versucht mir ja schon ein schlechtes Gewissen einzureden weil ich zum Psychologen gehe, naja ich glaube auch, dass wenn sich meine Situation zu hause ändert ich keinen Psychologen brauche, aber momentan komme ich nicht mehr mit meinem leben klar..

Mein Vater wird immer so bleiben wie er hetzt ist, es sei denn er bekommt die Erleuchtung wenn ich wirklich zu meiner Tante ziehen sollte... vielleicht sieht er dann mal ein, dass nicht nur an allem schuld war/bin sondern es vielleicht auch an ihm liegt.

@ Akasha767 Jah das stimmt,

ich sollte lernen auch mal auf mich zu achten... Wie oben schon geschrieben kann man mit meinem Vater nicht reden, dass hat sogar schon mein Thera versucht, also muss ich alleine dadurch... falls er es mir verweigert auszuziehen kann ich noch vor Gericht eine Aussage mache... und da habe ich dann das letzte Wort meint mein Thera... das muss man sich mal vorstellen, ich kann doch nicht "gegen" meinen eigenen Vater aussagen, dass will ich nicht :(

Ich hab Mitleid mit meinem Vater um ehrlich zu sein, er hat wenn man so will nichts in seinem leben erreicht, alles verloren und jetzt auf den letzten paar Jahren verliert er auch noch seine Tochter... wie muss es sich anfühlen zu denken, dass man alles falsch gemacht hat? :( naja

m?on<d+steGrne


Ja, und nun?

PGinkkLad4yApfexl


Sternium, du bist 17 Jahre alt, das ist ein schwieriges Alter. Du wirst gerade zur jungen Frau / zum jungen Mann und musst dich auch noch mit einem Vater auseinandersetzen, der sich nicht um dich kümmert.

Verständlicherweise spielt dein Gewissen eine Rolle wenn es darum geht, deinen eigenen Weg zu gehen und ihn zu verlassen. Dennoch ist das vermutlich der einzige Schritt, der dein Leben voran bringen kann.

Auszuziehen bedeutet nicht, dass du deinen Vater verlassen musst, du kannst nach wie vor für ihn da sein, aber aus Distanz! Vielleicht ist es für ihn auch ein (heilsamer) Schock, wenn er dich verliert und er ist bereit, etwas gegen seine Alkoholsucht zu tun.

Doch selbst wenn das nicht passiert, trifft dich daran keinerlei Schuld.

Du bist nur für dein eigenes Leben verantwortlich und musst dich selbst entwickeln. Dein Vater nimmt auch keine Rücksicht auf dich, sondern säuft gewissenlos, egal was er dir damit antut. Meine Mutter war auch Trinkerin und meine Schwester hat viel mitgemacht, weil sie bis zu ihrem Tod bei ihr gelebt hat.

V|uHl8kaniexr64


Alkohol-, und Drogenproblem... aber er will sich nicht helfen lassen, er ist so ein richtiger Eigenbrötler der die ganze Menschheit hasst, und seine komplett eigene Weltanschauung hat.

Auweia, da hast du wohl schon einiges mitgemacht... Im Idealfall stärkt und unterstützt ein Vater sein Kind beim Start ins Leben. Davon ist deine momentane Situation noch weit entfernt. Zurzeit ist dein Vater so arg beschäftigt mit seinen Problemen (suchtkrank, labile Psyche, Minderwertigkeitsgefühl), dass ihm kaum ins Bewusstsein kommt, was er an DIR hat.

Mein Vater wird immer so bleiben wie er hetzt ist, es sei denn er bekommt die Erleuchtung wenn ich wirklich zu meiner Tante ziehen sollte...

Das siehst du ganz richtig! Dieser Schock kann heilsam sein und die Suchtspirale durchbrechen, die bei euch schon so vieles kaputtgemacht hat. Ich vermute, er leidet schon unter der Scheidung. Wenn Du ihm auch noch "adieu" sagst, ist das ein Verlust, den er nicht verkraftet. Im günstigen Fall setzt dann sein Überlebenswille ein: Er wird sich kritisch hinterfragen und überlegen, was er zum Besseren ändern kann. Das ist der beste Zeitpunkt für eine (Sucht-)therapie.

Und wie PinkLadyApfel schon schrieb, musst du den Kontakt ja nicht völlig abbrechen. Wichtig ist nur, dass du dich selbst wieder erholen und auf DEIN Leben konzentrieren kannst, und dein Vater auch, wenn er eine Perspektive, also ein Ziel vor sich hat. Beratung und Hilfe gibt es genug, kostenlos und bestimmt auch in eurer Nähe (Gemeinde, Anonyme Alkoholiker etc.)

Je schneller du handelst, umso besser für euch beide.

:)*

Amkas.ha767


Inwiefern hilft es denn deinem Vater, wenn du bei ihm bleibst? Wie geht es mit ihm weiter, wenn du bleibst?

Du schreibst:

Mein Vater wird immer so bleiben wie er hetzt ist, es sei denn er bekommt die Erleuchtung wenn ich wirklich zu meiner Tante ziehen sollte... vielleicht sieht er dann mal ein, dass nicht nur an allem schuld war/bin sondern es vielleicht auch an ihm liegt.

Dann siehe deinen Auszug doch als Chance für diese Erleuchtung. Vielleicht hilft ihm dieser Schritt tatsächlich.

EJhemRal iger] Nut7zer (1#577397)


Danke für eure Antworten!

Ich denke ich werde ja eh erstmal zur Probe zu meiner Tante ziehen. Naja ich muss es erstmal meinem Vater irgendwie sagen...

Und das mit der Erleuchtung hab ich nicht gesagt, sondern das hat mir der Thera gesagt. Ich persönlich kann nicht daran glauben, ich glaube mittlerweile eher das es alles schlimmer macht. Und ich glaube wenn ich in ein paar Monaten Wochen wirklich merke das alles falsch war, könnte ichs mir auch nicht verzeihen. Ich weiß auch nicht. Lass es jetzt erstmal auf mich zu kommen. Ich mach mir eh wieder viel zu viele Gedanken im Voraus.. naja.

Akasha767 naja, es hilft ihn insofern, dass er eine Stütze hat, jemand da ist der ihm was Hilft im Haushalt und so... er hätte dann nicht das Gefühl "alles" verloren zu haben.

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