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Sport hilft nicht gegen Depression!

s0chneGcke1I98x5


Unabhängig davon sollte man Sport allerdings trotzdem nicht streichen, Bewegung braucht jeder, auch ohne Depression.

In dem Punkt kann ich nicht vorbehaltlos zustimmen. Wenn man in einer Depression nur sehr beschränkte Kapazitäten in Punkto Motivation hat, dann sehe ich es als sinnvoller an, die verbleibende Kraft in Dinge zu stecken, wo man am Ende auch wieder Kraft daraus tanken kann. Eine Depression ist nun mal ein Krankheitszustand, wo man nicht die gewohnten Kapazitäten hat. Sicher ist allgemein gesprochen Sport gut, aber in Zeiten der Krankheit können andere Sachen wichtiger werden. Zum Beispiel die alltäglichen Erledigungen und Investition der verbleibenden Kraft in freudvolle Aktivitäten.

m+nef


Ich sprach nicht von Hochleistungssport, sondern von Bewegung. Ich glaube kaum, dass es so sinnvoll ist, die komplett einzustellen, z.B. weil man nur noch Freude empfindet, wenn man den ganzen Tag vorm PC hockt. So macht man sich dann auch noch die körperliche Gesundheit kaputt, das Freudvolle wäre dann nur eine sehr kurze Freude.

sytuepffel


Ich kenn das aber auch, in sehr entkräfteten Phasen, dass Sport auf einmal nicht gut tut sondern nur noch mehr erschöpt macht, weil man sich dazu zwingt, obwohl die Kräfte aufgebraucht sind.

Also, allgemein ist Sport gut, aber natürlich ist es manchmal trotzdem besser, punktuell drauf zu verzichten.

S-unfblower_7x3


Muss Schnecke zustimmen. Sport muss gar nicht sein! Er ist nicht unwichtig aber, erstmal gilt der Grundsatz "Aufbau positiver Aktivitäten". Und Bewegung sollte mit dabei sein, das kann aber auch nur ein Spaziergang sein. Raus aus dem Bett, runter vom Sofa, wo man ggf. nur rumgelegen hat. Da ist ein Spaziergang dann schon eine Menge mehr an Aktivität.

CHomr7an


Der Sinn des Sportes bei Depressionen ist nicht der Sport oder das Training an sich, sondern die Bewegung. Das wurde hier schon richtig festgestellt.

Wenn Sport für dich keinen Wert bietet, weil du dich zwingen musst, dann such dir eine Bewegung, die dich "belohnt", d.h. wo du auf etwas Konstruktives zurückblicken kannst. Aus dem Freundeskreis war mal eine Tochter depressiv. Ihr Vater hat ihr einen Spaten in die Hand gedrückt und mit ihr den Garten neu gestaltet. Das war über mehrere Tage viel körperliche Arbeit im Freien, aber sie bekam einen Sinn und die Tochter fand immer mehr Gefallen am Fortschritt. Es hat ihr sehr geholfen.

mwene;as


Aufgrund meiines Berufes im 3-Schicht-System mit total unreglmässigen Arbeitszeiten ist es sehr schwer Sport in einer Gruppe zu machen, da ich halt oft arbeite, wenn die meisten Frei haben, oder ich habe Frei, wenn die meisten anderen Arbeiten.

Dieses 24-Stunden Sportstudio ist für mich am besten geeignet, da es rund um die Uhr offen hat. kann ich jederzeit hingehen.

L#uck1x28


Ich mache auch Sport und habe unter anderem Depressionen. Mir hilft es nur am Rande, kurzfristig etwas besser Laune zu bekommen, aber oft passiert auch das nicht.

Schließlich haben Depressionen ihre Ursachen in traumatischen Erfahrungen und wie sollen die durch Sport gelöst werden?

Wenn eine missbrauchte Frau, die dadurch depressiv wurde, Sport macht, dann soll das helfen...ne ist klar.

Meiner Meinung nach kann nur eine gute Therapie, jemand der einen wirklich versteht, richtig zuhört und auch Fragen beantwortet, helfen. Wie soll das Sport können?

Gute Kommunikation ist superwichtig, wichtiger als Sport.

Ich frage mich, mit welchen Leute die da angeblich ihre Studien betreiben, die das alles belegen sollen. Diese Leute waren nie im Leben wirklich depressiv, die waren allenfalls etwas unpässlich und schlecht gelaunt. %-|

S+unfrlowerY_73


Ich frage mich, mit welchen Leute die da angeblich ihre Studien betreiben, die das alles belegen sollen. Diese Leute waren nie im Leben wirklich depressiv, die waren allenfalls etwas unpässlich und schlecht gelaunt.

Du irrst Dich. Es gibt umfangreiche Diagnostikverfahren, die bei der Auswahl der Patienten zur Anwendung kommen. Viele Studien laufen mit stationären Klinikpatienten.

Hier wurde aber auch schon geschrieben: Sport allein reicht nicht. So, wie eine Depression vielfältige Einflussfaktoren hat, muss sie auch mit versch. Ansätzen behandelt werden. Sport/Bewegung ist ein Aspekt. Und der Hintergrund: Nachweisbar veränderte Hormonausschüttung. Einfluss auf Cortisol-Spiegel (keine Einmalmessungen, sondern Tagesprofile). Und und und. Es hilft. Aber nur als EIN Bestandteil der Behandlung. Bei einem Schnupfen putzt man ja idealerweise nicht auch nur die Nase, sondern inhaliert, cremt sich die wunde Haut an der Nase ein,... Blöder Vergleich, aber...

R7oge|rRabxbit


Mal eine inhaltliche Frage:

Schließlich haben Depressionen ihre Ursachen in traumatischen Erfahrungen

Ist das prinzipiell so?

S)unfl9ower-_7x3


Nein. Traumatische Erfahrungen führen (wenn es ein "richtiges" Trauma war im engen Sinne) eher zu einer sog. "posttraumatischen Belastungsstörung". Die mit Depressionen einhergehen kann.

Ansonsten gilt ein sog. "bio-psycho-soziales" Modell: Das besagt, dass Persönlichkeit, Genetik, Lernerfahrungen und aktuelle Lebensereignisse ZUSAMMEN eine Depression auslösen. Dass also immer MEHRERE Faktoren ungünstig zusammenkommen müssen.

RZogeFrRabbxit


Danke *:) . Das war das, was ich dachte, war mir aber nicht 100%ig sicher.

Swunfxlower!_73


Wobei ich die Depression nachfolgend auch im Sinne einer Abwärtsspirale verselbstständigen kann: Ich bin depressiv, havbe ein schlechtes Selbstbild. Ziehe mich zurück, mache nichts mehr. Grübele mehr. Lege den Fokus noch mehr auf mich und meine Symptome, auf mein schlechtes Selbstbild. Und gebe mir dann die Schuld, dass es nicht besser wird, weil ich nichts tue. Sehe in dem depressiv bedingten Nichtstun den Beweis, dass ich nichts wert bin.

Allein deswegen ist EINE Therapiekomponente der "Aufbau positiver Aktivitäten". Auch wenn's keinen Spaß macht, auch wenn es sich nach Zwang anfühlt und nicht der Lust, die man früher dabei hatte. Dennoch wichtig, um die Abwärtsspirale erstmal zu stoppen.

Wieviel und welche Aktivitäten, dass muss ganz individuell und anhand der Schwere der Depression entschieden werden. Jemanden, der tagelang nicht aufsteht und duscht, zum Sport zu bringen: Bringt nix. Da ist aufstehen, duschen, Spaziergang das erste Ziel. Jemand, der aktiver ist, vielleicht noch arbeiten geht, der kann zu sportlichen Aktivitäten greifen. Es geht um das individuell richtige Maß - und um Dinge, die einen GRUNDSÄTZLICH vor der Krankheit angesprochen haben. As dem 60jährigen, der nie Sport getrieben hat, wird wohl nie ein Sportfanatiker. Und Sport wird ihn auch nicht ansprechen. Wichtig ist ja auch: Die Ausübung der psitiven Aktivitäten kann auch Erinnerungen an fürhere, positive Erfahrungen aktivieren (die halt unter der Depressionsglocke verschwunden waren). Das geht aber nicht mit Dingen, die immer scon gehasst wurden. Man kann - bei Interesse, Offenheit oder einfach zu wenig Ansatzpunkten, weil bspw. immer schon en sehr eintöniges Leben - zwar nach NEUEN Dingen schauen und probieren, was anspricht. Aber schon vor Erkrankung verhasste Dinge werden NICHT positiv wirken. Außer, der Grund für den Hass lag schon damals im negtiven Selbstbild ("Ich kann eh kein Sport" - wenn man früher immer ausgelacht wurde von Mitschülern). Aber das wird jetzt recht komplex...

s[chn&eckne1s985


Allein deswegen ist EINE Therapiekomponente der "Aufbau positiver Aktivitäten". Auch wenn's keinen Spaß macht, auch wenn es sich nach Zwang anfühlt und nicht der Lust, die man früher dabei hatte. Dennoch wichtig, um die Abwärtsspirale erstmal zu stoppen.

:)z

Ich würde das mit "zu viel Zeit zum Grübeln" umschreiben. Wenn man sich gedanklich darauf fokussiert, wie scheiße man sich fühlt, dann ist das nicht wirklich hilfreich. Bei körperlichen Krankheiten ist das ja auch ähnlich.

mFenexas


genau das, was Sunflowe73 mit "Abwärtsspirale" beschreibt, trifft auf mich zu. Ein Teufelskreis, kann man dazu auch sagen!

Sgunflowexr_73


Daher der Rat, eine Therapie zu machen. ;-)

Ja, die Therapeutensuche ist schwierig und gerade bei Depressionen rafft man sich nur schwer auf. Zumal dann noch Wartezeiten hinzukommen, die Sympathie stimmen muss, es auch Therapeuten gibt die ienem nicht liegen,...

Aber: Tu es. Dir zuliebe!

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