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Religion und Sex

MNann0+4x2


Wenn wir von Gott reden, dann fallen oft die Begriffe "lieber Gott" und Vater. Wenn ich die beiden Begriffe hernehme unter darüber nachdenke, was für mich ein lieber Gott oder ein liebender Gott ist und was ein Vater ist und das in Bezug damit setze, dass ich von Geburt an ein Sünder sein soll, dann geht das bei mir in hundert Jahren nicht zusammen. Ich weigere mich zu glauben, dass ich mit meiner Geburt zu einem Sünder wurde. Für mich stimmt entweder die Sache mit der Sünde oder der "liebe Gott" und Vater, aber nicht beides zusammen. Darum habe ich mich für den lieben Gott entschieden und nenne ihn meist einen Schöpfer. Das ist mein Weg nicht in ein solches Dilemma wie schrubbus zu geraten.

B@a]umanBnx73


@ Ingefaera

Wie schrecklich muss es für die Menschen gewesen sein, bevor Jesus diese Religion gründete, denn sie hatten dann ja keine Chance auf Erlösung.

Da wird es schon sehr theologisch, weshalb ich dazu keinen langen Text schreiben will. Bei deinem Gedanken fehlt die Vorstellung der Ewigkeit: Gott ist nach unserer Vorstellung Ewigkeit. Das Kreuzesopfer Jesu wirkt in alle Ewigkeit, einmalig und für immer, für alle die vor Jesus lebten, für alle danach, für uns und die, die noch kommen.

IhngefRaSerxa


Bei deinem Gedanken fehlt die Vorstellung der Ewigkeit: Gott ist nach unserer Vorstellung Ewigkeit. Das Kreuzesopfer Jesu wirkt in alle Ewigkeit, einmalig und für immer, für alle die vor Jesus lebten, für alle danach, für uns und die, die noch kommen.

Ok, danke, das ist immerhin logisch erklärt.

Vor Jahren habe ich mich mit einem Theologie-Professor unterhalten und es hat mich sehr beruhigt, dass er die Ansicht vertrat, dass die Bibel nicht Gottes Wort ist, sondern von Menschen im Kontext der damaligen Gesellschaft geschrieben wurde. Ich habe auch gelesen, dass zu der Zeit von vielen Königen gesagt wurde, sie entstammten einer unbefleckten Empfängnis. Das sollte einfach ihren Status unterstreichen. Wirklich daran geglaubt hat wahrscheinlich niemand, weil man es besser einordnen konnte. Manche glauben heutzutage ja daran, dass Jesus der Einzige gewesen sei und dass es nicht nur symbolisch zu verstehen sei.

IXngeKfaexra


Wenn man nun mal die Religion ganz außen vor lässt: Selbstbefriedigung an sich schadet erst einmal niemandem, sondern ist sogar gesund. Ungesund wird es, wenn sie über längere Zeit exzessiv betrieben wird, aber so ist das ja bei jeder Sucht und bei jedem "zu viel". Es ist auch wichtig, Selbstbeherrschung zu haben oder zu trainieren, weil man sich ansonsten im Endeffekt selbst schadet, aber das trifft auch auf Dinge wie Süßigkeiten etc. zu. Es ist alles eine Frage des Maßes.

L6.vanTPelt


Ich glaube kaum, dass ein tiefgläubiger Mensch ausgerechnet dadurch bekehrt wird, dass man ihn verspottet und nicht ernst nimmt.

Hier geht es schließlich nicht um Religion, sondern darum einer Person zu helfen.

Das Problem steckt aber in der Sache selbst, nämlich in der "Religiösität". Dagegen hilft in meinen Augen nur ein knallhartes (und mitunter auch unangenehmes) Hinterfragen des gesamten Konstrukts.

Man sieht es doch auch wieder am letzten Beitrag (Baumann73). Auch, wenn ich diese Interpretation als schlüssiger (und sympathischer) empfinde, ist es dennoch nur eine Interpretation. Glaube hat diesen immanenten Universilitäts-Anspruch und dennoch gibt es allein hier im Faden, nähert man sich dem Thema aus der Glaubensperspektive, soviele Interpretationen wie User. Religionsführer aus aller Welt erheben für sich natürlich den absoluten Deutungsanspruch. Und widersprechen sich dabei noch und nöcher.

Letztendlich wird dem TE die eingeimpfte, eingebleute Interpretation seiner Familie aber immer am nächsten stehen, egal, wer da kommt und die christliche Lehre nochmal nen Deut anders interpretiert.

Aber mal ein anderer Blickwinkel:

Schrubbus, hast Du Dich mal mit sexueller Fortpflanzung aus biologischer Sicht befasst? Gibt ja beispielsweise auch die simple Zellteilung, wo die "Nachfahren" exakte Kopien der Ausgangszelle sind, Veränderung passiert nur durch spontane Mutationen. Aber Menschen, Tiere, Pflanzen pflanzen sich zweigeschlechtlich fort. Denn es ist ein sehr effektiver Weg, den Genpool zu optimieren und die Art den gegeben Umständen anzupassen. Und was gibt es da alles für tolle Phänomene in der Natur! Pflanzen bilden spektakuläre Blüten aus und wackeln damit lasziv im Wind, um Insekten anzulocken. Betörende Düfte verprechen süßen Nektar! Diese Luder ;-D . Und dann kommt das Getier, um die Blüte ordentlich mit fremden Pollen zu bestäuben.

Tiere und Menschen führen dabei noch mal ihren ganz eigenen Tanz auf, je nach Art sehr unterschiedlich. Aber sexuelle Fortpflanzung ist nichts menschen-eigenes oder was besonderes, sondern Keim- und Samenzelle eben effektiver als reine Zellteilung. Sexualtrieb hat sich als vorteilhaft heraus gestellt, Lust und Freude sind der Fortpflanzung auch nicht abträglich. Der Akt selber ist nun wirklich recht profan und den haben wir mit allen höheren Arten weitestgehend gemeinsam. Warum fressen Religionen sich da eigentlich so nen Narren dran? Wir verurteilen doch auch niemanden, für die Art wie er atmet und verurteilen ebensowenig die Pflanze, die für die entsprechenden Tiere besonders attraktiv "sein möchte". Es ist ein natürlicher Akt, der seinen Sinn hat. Und den hatte er schon lange vor Jesus, den Katholiken oder den alten Griechen. Den wird er auch noch lange nach mir, dir, uns haben. Sexualität, sexuelle Fortpflanzung und sexuelle Evolution existiert und existierte unabhängig und schon lange vor sämtlichen Religionen. Für Reglements diesbezüglich braucht es keine Religion. Da reicht schon der Respekt vorm Gegenüber und gesunder Menschenverstand (beispielsweise Verhütungsmittel zu benutzen und sich nicht maßlos fortzupflanzen, denn die Lebenserwartung ist nunmal inzwischen jenseits der 30 und es werden durch Krankheiten auch nicht mehr Großteile der Menschheit dahin gerafft). Sowohl die von der Natur so eingerichtete als auch von der christlichen Religion gelehrte "Überproduktion" ist einfach nicht zeitgemäß oder angebracht.

Denn, lieber Baumann73, um mal bei deinem Beispiel zu bleiben: auf einer Landstraße sind 70 erlaubt, alle fahren 70 und an einer Ecke wickelt sich dabei täglich jemand um einen Baum. Da würde ich es schon für angebracht halten, dort die Geschwindigkeitsbegrenzung zu ändern und 30 vorzuschreiben. Und wenn die überalterte Sexualmoral der Kirche Leute eher krank macht und zur Verbreitung von Seuchen, zu Bevölkerungsdichten in Regionen führt, die als kleinen Nebeneffekt Verelendung mit sich bringt, dann wäre es vielleicht mal angebracht dem "Zeitgeist zu folgen".

BYauman7n7x3


Manche glauben heutzutage ja daran, dass Jesus der Einzige gewesen sei

Wenn die damit meinst, dass Maria, die Jungfrau, Jesus durch den heiligen Geist empfangen hat, ohne zutun eines Mannes, dann glauben das heutzutage nicht manche, sondern die ganze katholische Kirche, die orthodoxen Kirchen und so hoffe ich doch, auch die allermeisten evangelischen Kirchen und Gemeinschaften.

Selbst die Muslime glauben an die Jungfrauengeburt Jesu.

Noch ein Irrtum: Mit dem Ausdruck "Unbefleckte Empfängnis" ist nicht eine Empfängnis ohne Geschlechtsverkehr gemeint. Wird sehr oft in dem Sinne missverstanden, dass man sich durch einen einen sexuellen Akt eine Art "Befleckung" einfängt. Das ist falsch. Mit der unbefleckt Empfangenen ist Maria, die Mutter Jesu gemeint. Sie ist auf natürlichem Wege geboren worden, aber durch die Gnade Gottes von der Erbsünde und allen Sünden frei geblieben.

OiluKf


Ich habe jetzt nicht alle Beiträge durchgelesen. Vielleicht wurde das Ausgangsproblem auch schon längst gelöst.

Irgendwie bin ich mit einem ähnlichen Gedankengut erzogen. Nur evangelisch. Und dann liest man irgendwann mal in der Bibel nach.

So weit ich weiß, gibt es in der Bibel nur eine Stelle zum Thema SB. Und zwar folgende Da sprach Juda zu Onan: Gehe zu deines Bruders Weib und nimm sie zur Ehe, dass du deinem Bruder Samen erweckest. Aber da Onan wusste, dass der Same nicht sein eigen sein sollte, wenn er einging zu seines Bruders Weib, ließ er's auf die Erde fallen und verderbte es, auf dass er seinem Bruder nicht Samen gäbe. Da gefiel dem Herrn übel, was er tat, und er tötete ihn auch (1. Buch Mose, Kap. 38)

Diese Stelle wurde früher zur Verurteilung der SB benutzt. Im Text geht es aber überhaupt nicht um SB sondern darum, dass Onan sich den Auftrag ein Kind bei seiner Schwägerin zu zeugen widersetzt.

Leider hat sich die katholische Kirche im Laufe der Jahrhunderte alles mögliche ausgedacht, dass sich aus der Bibel heraus nicht oder kaum begründen lässt. Wenn man die Bibel mal ohne 2000 Jahre Kirchengeschichte interpretiert, steht da sehr viel überraschendes drin!

IHngeffaerxa


Ich finde, man könnte das Kapitel auch so interpretieren, dass Onan wegen des bewussten Verschwendens von Sperma getötet wurde.

IVngefwaerxa


Noch ein Irrtum: Mit dem Ausdruck "Unbefleckte Empfängnis" ist nicht eine Empfängnis ohne Geschlechtsverkehr gemeint. Wird sehr oft in dem Sinne missverstanden, dass man sich durch einen einen sexuellen Akt eine Art "Befleckung" einfängt. Das ist falsch. Mit der unbefleckt Empfangenen ist Maria, die Mutter Jesu gemeint. Sie ist auf natürlichem Wege geboren worden, aber durch die Gnade Gottes von der Erbsünde und allen Sünden frei geblieben.

Ach ja, stimmt, das habe ich auch mal gelesen. Steht das so in der Bibel oder ist das nur eine andere Interpretation?

BDaumaUnn73


Die "unbefleckte Empfängnis" ist eine Interpretation, oder ich würde sagen, eine Schlussfolgerung der Ereignisse um Maria. Hier der allseits bekannte Text nach Lukas (Weihnachtsgeschichte):

Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret

27zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

28Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.

29Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. 30Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.

31Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.

32Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.

33Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

34Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? 35Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.

Die Schlussfolgerung, dass Maria unbefleckt, also frei von jeder Anhänglichkeit an die Sünde ist, zeigt sich im Ausspruch des Engels: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir...denn du hast bei Gott Gnade gefunden.

Und weiter heißt es bei Lukas "Elisabeth spricht, vom Heiligen Geist erfüllt, zu Maria: "Du bist gesegnet unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes".

Die Anreden und Eigenschaften, die auf Maria in der heiligen Schrift verwendet werden, sind so ziemlich einmalig. Darauf stützt sich die Lehre der "unbefleckten Empfängnis".

E(laftRemichx0815


Die biblische Geschichte um Onan, Sohn von Judas, geht anders.

Es geht darum das er sich weigerte als volljähriger Junggeselle die Witwe seines verstorbenen Bruders zu heiraten und mit ihr ein Kind zu zeugen, was zur damaligen Zeit jüdischer Brauch und Sitte war. (Aber nur wenn die Ehe vorher kinderlos war und das Kind wäre dann offiziell ein Nachkomme des verstorbenen Bruders gewesen.)

ELlafRe.michx0815


@ Baumann73

Da das alles Übersetzungen aus längst ausgestorbenen Sprachen sind, ist dort trotzdem viel Interpretationsspielraum vorhanden.

Denn das Wort für "Jungfrau" könnte man auch ganz einfach mit "junge Frau" übersetzen... %-|

BHau8man7n73


@ Elaf

Ja, das wird oft gesagt. Passt aber nicht zum Kontext.

"34Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?"

E$lafRiemilch08Q15


Und du glaubst ernsthaft das das der exakte, historisch belegte Ablauf tatsächlich stattgefundener Ereignisse ist und das nach Jahrzehnten der mündlichen Überlieferung noch wortwörtliche Dialoge exakt wiedergegeben wurden?

Oder ist das vielmehr eine nachträglich konstruierte Geschichte um den Glaubesgrundsätzen eine Basis zu verschaffen?

%-| %-| %-|

Bjaum*annx73


Gerade aus der katholischen Perspektive ist der christliche Glaube viel mehr als ein toter Buchglaube, der sich krampfhaft an irgendwelche Verse hält, sondern wir glauben an den lebendigen Gott, der sich in Jesus Christus offenbart hat. Also ich beschäftige mich nicht mit historisch kritischer Bibelexegese, das machen andere. Zum Glauben gehört aber auch, dass die Texte, die in der Bibel zusammen gefasst sind, zwar von Menschen geschrieben sind, aber vom heiligen Geist inspiriert sind.

Ich finde es nicht schwer, in der gesamten Heilsgeschichte zwischen Gott und den Menschen, die in der Bibel aufgeschrieben ist, ein großen, zeitüberspannenden, schlüssigen Zusammenhang zu sehen. Einfach gesagt: Die Geschichte von Gott und den Menschen und der Errettung der Menschen durch Jesus Christus ist nach menschlichen Maßstäben so absurd, dass kein Mensch sich das ausgedacht haben kann.

Deshalb, um zum Thread zurück zu kehren, will ich Schrubbus halt eine Antwort geben, die berücksichtigt, dass er gläubig ist und aus dem Glauben heraus Antworten erhält und seine Probleme mit Gottes Hilfe angehen kann. Eine Glaubensdiskussion, ob der Glaube historisch richtig ist, macht da eigentlich keinen Sinn.

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