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Religion und Sex

I;nge$faxera


Oder muss der Katholik nur gaaanz ganz ehrlich (immer wieder) bereuen?

Ich glaube, bei den Katholiken hilft auch Vaterunser- und Rosenkranz-Beten.

Wjalok_in&_theB_shFa1dow


Ich hab ja meine Zweifel dass das Katholiken- oder Christenbashing Schrubbus so viel weiterhilft. ":/

I+ngefTaera


Ich denke aber, dass es helfen kann, zu verstehen, woher Religionen kommen und wie sie von den Menschen eingesetzt werden und dass man sie nicht für bare Münze nehmen darf. Zu verstehen, dass das alles willkürliche Erfindungen und Vorschriften sind, hilft, sich aus dem geistigen Gefängnis zu lösen.

IOng*eCfWaexra


Es geht beileibe nicht nur um Katholiken oder Christen.

W7alk,_inX_thhe_sShad^ow


Ja, das hab ich ja auch selbst schon geschrieben. Aber in den letzten Beiträgen war das ja mehr lustig-machen als diskutieren.

P#oia.naD.


Wie ist das mit Gott und Sex jetzt wirklich?

Hatte Gott nicht einen Sohn namens Thor und ein paar Töchter, die es alle miteinander getrieben habe und sogar Kinder bekamen?

Dagegen ist dein bisschen Selbstbefriedigung nun wirklich keine Sünde.

IVnge`fkaerxa


Aber in den letzten Beiträgen war das ja mehr lustig-machen als diskutieren.

Wenn man es genau betrachtet, kann man es eigentlich nur lustig finden. Man sieht ja, welche Auswirkungen es hat, wenn man Spinnereien wie Religion ernst nimmt.

I>ngefxaera


Ok, man könnte das mit den Ritualen wie Vaterunser- und Rosenkranz-Beten auch so sehen, dass es bewirken soll, über schlechte Dinge, die man getan hat (wozu Selbstbefriedigung nicht gehören sollte), nachzudenken und es in Zukunft zu unterlassen. Den Effekt mag es ja haben. Aber bestimmt keinen darauf, ob man in einer imaginären Zweit-Welt weiterlebt.

Übrigens tat es bei Michel auch der Tischlerschuppen. Und in unserem Staat das Gefängnis.

I>ngeXfa+erxa


Ein bisschen befürchte ich aber, dass es, wenn man sich so drastisch ausdrückt, was die Religionskritik betrifft, bei Leuten, die noch in dieser Gedanken- und Gefühlswelt feststecken, auch reflexartige Ablehnung hervorrufen könnte, dass man also lieber doch an dem Altbekannten festhält, anstatt zu riskieren, ins Unglück gestürzt zu werden, wenn man sich vom Glauben abwendet. Irgendwo kann ich das schon nachvollziehen.

Wralk_Yin_5the_sshaxdow


Eben letzter Punkt ist es. Ich glaube kaum, dass ein tiefgläubiger Mensch ausgerechnet dadurch bekehrt wird, dass man ihn verspottet und nicht ernst nimmt.

Hier geht es schließlich nicht um Religion, sondern darum einer Person zu helfen.

B&auman?nx73


Ich versuche mal eine religiöse Antwort als Katholik:

Zum ersten war deine Erziehung nicht katholisch, sondern "leibfeindlich". Auch wenn viele das nicht wahrhaben wollen, die katholische Kirche war und ist nicht leibfeindlich, und auch nicht sexfeindlich.

Sex ist aus katholischer Sicht eine wunderbare Sache, nur gehört er in geordnete Bahnen (Ehe) und ist nicht egoistisch auf eigenen Triebbefriedigung aus, sondern auf den Partner hingewendet (monogam) und offen für Nachwuchs.

Da der Mensch sich durch die Sünde von Gott entfernt hat ist der Mensch quasi beschädigt. Menschen können lügen, stehlen, sogar morden, allgemein unverantwortlich und unvernünftig handeln. So wie der Mensch in diesen Bereichen "beschädigt" ist, so ist auch seine Sexualität beschädigt und seine Begierden sind häufig fehlgeleitet. Ich will nicht relativieren, aber nach meiner Interpretation sind sexuelle Verfehlungen, wie vorehelicher GV oder Selbstbefriedigung nicht über-, aber auch nicht unter zu bewerten gegenüber anderen Verfehlungen. Eine üble Nachrede deinem Nächsten gegenüber kann weitaus folgenreicher für dein Seelenleben sein, als wenn du dir einen runterholst.

Jesus Christus hat uns nicht gelernt, dass wir durch das reine Befolgen von Gesetzen in den Himmel kommen, sondern dass das Gesetz zu den Menschen gekommen ist, damit sie erkennen, dass sie Sünder sind und es ohne Gottes Gnade nicht schaffen und erlösungsbedürftig sind. Wir können uns nicht selbst durch Sündenvermeidung erlösen, sondern brauchen die Erlösung durch Jesus Christus, der unsere Sünden auf sich nimmt. Die Sexualmoral der Kirche ist noch meiner Auffassung schlüssig und durch die Gebote und die Lehre Christi begründet. Es ist aber ein sehr hoher Anspruch, den viele nicht einhalten, ich vermute 99% der Katholiken nicht ihr ganzes Leben lang. Besonders in der modernen Gesellschaft mit Pille etc. wird's schwierig. Gerade ist die Firmung durch, schon landen die ersten 14-jährigen heutzutage mit jemandem im Bett. Die heutige Gesellschaft will daher die Lehre der Kirche ändern, dem Zeitgeist der Welt gleich machen, was ich für grundfalsch halte. Ein blödes Beispiel vielleicht: Auf der Landstraße fahren viele 120, obwohl 100 gilt. Es wäre doch falsch, wenn man jetzt das Gesetz den Rasern anpasst? Dann führen alle 140 und es gebe viel mehr Unfälle. Dann noch etwas: Ein Wichsverbot was sich aus der heiligen Schrift ableitet, gibt's meines Wissens nicht. Die heilige Schrift darf man nicht als strikte Gebrauchsanweisung für alle Lebenslagen missbrauchen. Die Sünde ergibt sich nicht aus dem bloßen mechanischen Gerubbel oder dem Verlust von Sperma. Das sind Äußerlichkeiten und interessiert Gott vermutlich gar nicht. Vielmehr können die ungeordneten Gedanken, die man dabei entwickelt, z.B. das Begehren von Frauen, die ggf. verheiratet sind, der Konsum von Pornografie, etc. schädlich sein, von Gott weg führen. Also meine Empfehlung lautet jetzt nicht weiter machen, wie bisher, sondern sich bewusst werden, dass man schwach ist und Gott braucht. Dennoch solltest du nicht verzweifeln, falls es wieder zur SB kommt und dich nicht selbst verurteilen. Gott hasst die Sünde aber liebt den Sünder. An Vergebung denkst du laut deinem Eingangsthread wohl gar nicht? Schon mal davon gehört? Als Katholik solltest du wissen, wie man das in der Praxis macht: Beichten! Und zwar immer wieder! Das ist das Heilmittel. Kein Christ, der in der Welt ist, macht sich selbst sündenfrei, selbst der Papst nicht. Und die Heilung bei der Umkehr und Buße ist manchmal lang, jahrelang, evtl. ein Leben lang? Vielleicht bist du irgendwann verheiratet und hast Kinder. Dann erzieh sie bitte nicht so, wie du erzogen wurdest. Neben dem Priester solltest du ggf. auch einen Psychologen aufsuchen, um die Erziehungstraumata los zu werden. Aber dabei etwas suchen: Es gibt viele atheistische Psychologen, die übergriffig sind und einem den Glauben ausreden wollen. Da ist nicht das Ziel.

IongefAaexra


Ich finde es aber so schwierig, bei Religion irgendwo sachlich anzugreifen, weil die Frommen alles immer so verdrehen und interpretieren, wie es ihnen passt.

Vielleicht könnte ich auch schreiben, dass Gott ein gütiger Gott sei und einen sicher nicht für etwas bestraft, was er so eingerichtet hat. Aber selbst, wenn es Gott gäbe - woher sollte ich das denn wissen? Genauso könnte ich sagen, dass er möchte, dass man sich in Selbstkontrolle übt. Ich könnte alles behaupten und glauben, wie es mir passt. Nichts Anderes machen religiöse Leute.

IanDgefaexra


damit sie erkennen, dass sie Sünder sind

Ist es nicht absurd und auch gefährlich, jedem Menschen, der noch so rücksichtsvoll gegenüber seinen Mitmenschen, der Natur etc. ist, zu sagen, er sei schon seit Geburt per definitionem ein Sünder?

Wie schrecklich muss es für die Menschen gewesen sein, bevor Jesus diese Religion gründete, denn sie hatten dann ja keine Chance auf Erlösung. Falls sie überhaupt davon wussten. Mich würde auch interessieren, ab welcher Evolutionsstufe Gott für die Frühmenschen das System mit dem ewigen Leben eingerichtet hat.

Whalk_iKn_the6_shaxdow


@ Ingefaera

In meinen Augen sollte es aber auch nicht das Ziel dieses Threads sein, seine Religion an sich anzugreifen. ;-) Ich sag auch nicht, dass man seinen Glauben nicht hinterfragen "darf" - aber nicht in der Form, sich nur drüber lustig zu machen, wie hier teilweise geschehen.

I+nge+faerxa


Ok, man könnte sich auch Eltern denken, die durch nicht religionsbedingte übertriebene Scham und Prüderie ihrem Nachwuchs ein ungesundes Bild von Sexualität vermitteln.

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