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Angst vor Depression durch Gesellschaft (ausführlich)

Vqi!gil hat die Diskussion gestartet


Ich weiß nicht wo ich anfangen soll und wie ich meine Gefühle beschreiben soll. Oft verschwinden die Gefühle im Moment des Aufschreibens, weil die Sprache nicht perfekt das abbilden kann, was ich fühle. Deshalb wird es vermutlich ein langer Text.

Unsere derzeitige Gesellschaft setzt mir stark zu. Ich bin nicht unglücklich mit mir selbst, sondern mit dem System, das für die Menschheit und die Natur so zerstörersich ist. Ich bin oft sehr nachdenklich und versinke in tiefer Trauer, weil es meine Nerven stark belastet.

Ich bin aber nicht Depressiv und habe auch nicht einen einzigen Suizid-Gedanken. Momentan.

Eher ist es so, dass mein innerstes "Ich" mich am Leben hält, wie ein Anker, wie ein kleiner Funke.

Ich staune über die Komplexität der Natur. Eine Ansammlung von unendlich vielen Atomen, die sich zusammenfügen, damit eine Persönlichkeit entstehen kann, die über jene Komplexität staunen kann. Erschaffen aus dem Nichts. Ein Geist, der nicht weiß warum er existiert und wie das Ganze funktioniert, obwohl er selbst durch das Ganze erschaffen wurde. Ich bin nicht religiös, auch wenn ich der Meinung bin, dass nach dem Tod das Bewusstsein nicht einfach weg ist. Vielleicht nimmt es eine andere Form an. Ein Bewusstsein, das alles Umfasst, weil es keiner Barriere, wie dem Körper unterliegt. Dies führt in mir zu einem gewaltigen Respekt vor dem Leben mit seiner Reinheit und den vielen winzigen Details. Weil in jedem Lebewesen somit auch etwas besonderes ist. Ich bin wie jedes Lebewesen einzigartig. Es gibt’s nichts, das genauso ist wie ich, jemals war, oder sein wird. Aber:

Die Menschheit als Einheit:

Wir zerstören unsere Umwelt, vermehren uns wie ein Geschwür, bis wir alles Leben auf diesem Planeten bis ins kleinste Detail beeinflussen. Um die steigende Anzahl an Menschen zu Ernähren müssen wir Massentierhaltung betreiben. Wir zehren von der Welt, bis sie ächzt, unter der Last des Menschen. Wir denken nicht an unsere Zukunft und an die Zukunft verschiedener Arten. Wir beuten die Welt aus, bis der letzte Rest an Rohstoffen verbraucht ist, welche eine Ewigkeit gebraucht haben zu entstehen. Wir betrachten nicht die Konsequenzen der Wirtschaft, nur den Nutzen für einen kurzen Zeitraum. Es dreht sich alles um egoistischen Profit, weil es dem einzelnen ein "besseres" Leben innerhalb des Systems ermöglichen. Ärmere Länder werden ausgeblutet, um den reichen Ländern den Wohlstand zu sichern. Am Ende wundern sich alle über Flüchtlinge . Das Leid der Welt ist durch das System gewollt und es hat kein Ende.

Die Menschheit als ganzes ist einfach egoistisch und scheiße! Nicht der Einzelne.

Millionen von Menschen haben einfach keine andere Wahl, als wie im Hamsterrad zu leben. Das zu konsumieren, was ihnen die Konsumgesellschaft vorsetzt, weil sie darauf konditioniert wurden.

Wozu brauchen wir diesen übermäßen Konsum? Wenn ich sehe, wie Leute vor einer Neueröffnung eines Geschäfts sich die Beine in den Bauch stehen, als wären sie durchgedreht und krank, nur um die neuesten Produkte zu kaufen....dann werde ich einfach sprachlos. Ich hasse diese Oberflächlichkeit auf Partys und Dingen wie Facebook und co. . Ich hasse Mode und das gesellschaftliche Ansehen welches dadurch entsteht. Wieso müssen sich so viele Menschen verkleiden, nur um in den Augen anderer besser zu sein? Ich hasse es, wenn Leute Müll in die Umwelt werfen, obwohl der Mülleimer 2 Meter weiter steht.

Auch Tiere bekämpfen sich, töten, vernichten Bewusstsein, in dem sie sich gegenseitig fressen. Aber sie verändern keine ganzen Landstriche. Sie produzieren keinen Uran-Abfall, mit denen ihre Nachkommen hunderte von Generationen klar kommen müssen. Ideologie gegen Ideologie. Glaube gegen Glaube.

Ich kann die momentane Gesellschaft nicht mit meinem Verständniss über die Welt vereinen. Ich kann ihr einfach nichts mehr abgewinnen, auch wenn ich es möchte.

Die Gedanken wühlen mich auf. Mein Leben einfach so zu leben scheint mir so oberflächlich und falsch. Ich habe den Drang zu entfliehen,weil ich die Situation so sehr verachte. Gleichzeitig gibt es keinen Ort, der nicht beeinflusst wird. Suizid?

Niemals, weil meine Persönlichkeit, mein "Ich", mir die Kraft gibt weiter zu leben - weil ich es schätze. Frei nach dem Motto: Sei so, wie du die Welt gerne sehen würdest.

Dadurch entsteht ein gewaltiger Zwiespalt der mich immer wieder in Unruhe versetzt. Es ist so als würde ich im Stuhl sitzen und gezwungen sein, mit anzusehen, wie der eine Homo-Sapiens-Abschaum dem anderen Homo-Sapiens-Abschaum die Lebensgrundlage zerstört.

Ich möchte keine Kinder mehr haben, weil es zu viele Menschen gibt. Obwohl das Komplexe einer Lebensform etwas so schönes und gewaltiges ist. Obwohl es schön wäre einer neuen Persönlichkeit das Leben zu schenken. Es gibt einfach zu viele Menschen auf dieser Welt.

Ich wünsche mir nur eine nachhaltige Gesellschaft, in der der Wert der Natur begriffen wurde. Diese Veränderung wird aber in meiner Lebenszeit nicht mehr stattfinden.

Ich würde so gerne die Menschheit in etwas besseres Verwandeln.

Wie soll ich gegen die Ursachen meines Leidens kämpfen, wenn diese so groß sind?

Ich glaube nicht, das es für den einzelnen möglich ist, etwas gegen die großen globalen Probleme zu unternehmen. Ein Großteil der Menschheit hat sich bestimmt mit den Gegebenheiten angefreundet oder ignorieren diese völlig. Daher halte ich die Menge derer, die etwas unternehmen würden für viel zu klein. Für Veränderung braucht man Macht. Macht entsteht in dieser Gesellschaft durch Geld und somit durch das Ausbeuten der Armen und der Natur. Wenn man als Unternehmen aussteigen würde, würde der nächste diesen Platz einnehmen und nichts würde sich ändern.

Und würde ich genauso sein wie die gefühlte Masse, würde also durch die Gegend laufen, als wäre mir alles egal. Ich würde genauso sein; ein Mittäter an der Umwelt und an der Menschheit.

Dann würde es bedeuten, den Teil von mir zu zerstören, der mich am Leben hält-

Ich wäre nicht mehr mein momentanes Ich, welches ja mein eigentlicher Anker ist.

Gleichzeitig weiß ich, dass ich Teil der Gesellschaft bin, sowie von dieser profitiere. zB durch das Gesundheitssystem und Bildungseinrichtungen. Ich bin automatisch ein Mittäter, weil ich keine andere Wahl habe. Das Frustriert mich wirklich sehr.

Dieser Kapitalismus ist in meinen Augen dass, was viele Menschen so krank und depressiv macht.

Oft geht es mir einfach gut, ich habe aber Angst, das ich mit der Zeit wirklich auch Depressiv werde. Ich habe Angst, das ich irgendwann an einem Punkt komme, an dem mir alles egal ist.

Antworten
B,onnie Bnennett


Du bist nicht allein mit diesen Gedanken!

Aber einen Rat kann ich dir leider auch nicht geben :°(

LE.va0nPe{lt


Ich setz' mir hier mal ein Lesezeichen.

:)D

P.ongqo


Du schreibst mir aus der Seele Vigil.....aber ..ich habe auch keine Lösung....ich habe fast diesselben Gedanken auch immer wieder....und man kann nichts dagegen tun...man schaut zu und kann verzweifeln.

S*. w!al'lCisixi


weil ich keine andere Wahl habe

Man hat schon die Wahl, aber meistens dürfte es sinnvoller sein soweit es geht seinen Frieden mit der Welt zu machen und sich auf die Sachen zu konzentrieren die einem am wichtigsten sind.

Ich habe Angst, das ich irgendwann an einem Punkt komme, an dem mir alles egal ist.

Die Gefahr ist wahrscheinlich eh eher gering, geht wohl mehr um die reine Angst davor.

Und würde ich genauso sein wie die gefühlte Masse, würde also durch die Gegend laufen, als wäre mir alles egal. Ich würde genauso sein; ein Mittäter an der Umwelt und an der Menschheit.

Du kannst dich nicht perfekt verhalten, kann keiner, den Gedanken würd ich an deiner Stelle schnell aufgeben - man kann schlicht und einfach auch gar nicht leben ohne Nachteile für oder gar die Vernichtung (Essen, Lebensraum) anderen Lebens. Wenn du da nur die Optionen siehst komplett die Sau rauszulassen oder mit Ureinwohnern im Busch zu leben dann kannst du an deinem Schwarzweißdenken arbeiten, deine Angst Wirklichkeit werden lassen oder halt zu den Ureinwohnern gehen (oder dich ner Kommune anschließen oder was es da halt alles für Möglichkeiten gibt einen auf Naturnah zu machen).

Ich möchte keine Kinder mehr haben, weil es zu viele Menschen gibt.

:-D hab ich letztens auch so ähnlich in nem anderen Faden gelesen: Eigener Beitrag zum Umweltschutz: keine Kinder kriegen ;-D witzig und ja wirklich nicht ganz unwahr :-D Trotzdem vielleicht kein ausreichend guter Grund sich nicht fortzupflanzen wenn man das eigentlich wollen würde (weiß nicht, noch nicht so drüber nachgedacht, aber ich find das spontan erstmal schon unverhältnismäßig in Anbetracht dessen wieviele Menschen nunmal geboren werden, z.B. könntest du dir ja sagen deinem Nachwuchs dafür dass du mit ihm "die Umwelt verschmutzt" (;-D) die Naturwertschätzung die du dir von den Menschen ja eh wünschen würdest beibringen und so dazu aktiv beitragen, oder klingt das komisch? (weiß ich grad selbst nicht^^))

Ich würde so gerne die Menschheit in etwas besseres Verwandeln.

Wie soll ich gegen die Ursachen meines Leidens kämpfen, wenn diese so groß sind?

Dein Leiden hat doch auch noch die Ursache der fehlenden Abgrenzung, dürfte leichter zu ändern sein als die Menschheit. Du kannst dich natürlich auch quälen, für den Fakt ob du in irgendeiner Form dein Gewissen beruhigst in dem du etwas tust um deine Destruktivität gegenüber Menschen und Natur zu begrenzen spielt das eher keine Rolle. Oder meinst du wenn du unter der stattfinden Umweltverschmutzung ordentlich leidest bewegt dich das eher zum Umweltschutz? Mag vllt ja sein aber das wäre schon ne ziemlich masochistischen Art der Selbstmotivierung, ginge sicher auch irgendwie selbst-gnädiger.

Ich kann die momentane Gesellschaft nicht mit meinem Verständniss über die Welt vereinen. Ich kann ihr einfach nichts mehr abgewinnen, auch wenn ich es möchte.

Willst du wirklich? Du schreibst weiter oben sogar von Hass und das bei Dingen die eigentlich so schwer zu tolerieren nun auch nicht sind, klar Müll in die Pampa werfen ist Mist, aber z.B. Mode? Kümmert mich auch nicht, aber dafür kann ich sogar Verständnis haben, genauso wie für jeden anderen Komsum. Selbst wenn man es (meiner Meinung nach allzu) kritisch betrachten will und jeden Konsum mit innere Leere erklären möchte ist damit doch schon erklärt warum es das gibt und Verständnis hergestellt oder wäre innere Leere ein Verbrechen?

kMleiner_!drachen;stxern


Was tust du denn aktiv gegen das, was dich so belastet?

Für was engagierst du dich, für was kämpfst du?

Ich kann sehr viele deiner Kritikpunkte nachvollziehen, allerdings lese ich bei dir von nichts wofür du dich engagieren würdest, nur, dass man "ja eh nichts ausrichten könne gegen..."

Wenn jeder so denken würde, hätte sich in der Geschichte der Menschheit noch nie was bewegt!

Geh raus und tu was, statt in D über die böse Welt zu schimpfen!

Engagiere dich bei Greenpeace, rette bedrohte Tiere im Regenwald, baue Schulen in Afrika, arbeite als Streetwörker in Favelas .... es gibt so viel zu tun und dabei im kleinen so viel zu bewegen!

B3onn7ie Blenncett


Ich lebe vegan und bin Pflegestelle für Tiere, die misshandelt und/oder verstoßen wurden. Trotzdem fühlt man sich wie der Tropfen auf dem heißen Stein.

Dort, wo ich mit den Hunden immer Gassi gehe, mitten in der Natur, wird jetzt eine Schweinemast gebaut.

Die Wut darüber lässt mich ohnmächtig werden.

Ich wünsche mir eine Naturkatastrophe, die die ganze Menschheit auslöscht, auch wenn ich und meine Familie dabei draufgeht.

vbampiVrellWax75


Oh super, gleich die gesamte Menschheit auslöschen.

Solche Leute liebe ich ja.

Tiere sind ja soooo toll, aber Menschen können verrecken! Da krieg ich den vollen Hass! :(v

V,ulkan[ier6x4


Hallo Virgil,

diese Sorgen und Ängste sind vollkommen normal, nur bei dir eben deutlich stärker ausgeprägt: Du bist jemand mit starkem Gerechtigkeits- und Harmoniebedürfnis.

Je mehr du dich umsiehst, wirst du Misstände erkennen, die diesem Bedürfnis widersprechen. Meine Empfehlung (wie z. B. von Bonnie und drachenstern) lautet daher:

Ärgere dich nicht passiv über das Schlechte, sondern suche aktiv das Gute.

Du schriebst am 7.11.:

Ich würde so gerne die Menschheit in etwas besseres Verwandeln.

Du hast die Freiheit, dazu deinen Beitrag zu leisten. Unzählige Menschen, die das täglich tun, machen es dir bereits vor. Es ist ganz einfach: Überleg dir, was dir Spaß macht, und wie du am liebsten tätig werden willst. Hauptsache, du tust was!

L\ewiGaxn


Vigil

Ich glaube, du solltest mal ueber Verantwortung nachdenken. Wofuer bist du verantwortlich, wofuer bist du nicht verantwortlich?

Es passieren viele Dinge auf der Welt, an denen du nichts tun kannst. Fuehlst du dich fuer sie verantwortlich? Warum verbindest du dich so stark mit allem? Andererseits schreibst du:

Ich glaube nicht, das es für den einzelnen möglich ist, etwas gegen die großen globalen Probleme zu unternehmen.

Du folgerst quasi daraus, dass so viel getan werden muesste und dass die Probleme so gross sind, dass du gar nichts tun kannst.

Du betrachtest die Welt in einer Weise, die dafuer sorgt, dass die kleinen Dinge, die du tun kannst, in deiner direkten Umwelt (Beispiele wurden genannt), fuer dich ihren Wert verlieren.

Ich denke, du bist verantwortlich fuer Dinge, auf die du Einfluss hast. Und ich denke, die Dinge, die du da tust, haben ihren Wert.

Und ich denke, dein Leiden am grossen Zustand der Gesamtmenschheit lenkt dich davon ab.

SHunflbow+exr_73


Man muss sich vor Augen führen, dass man sich einfach nicht die gesamte Last der Welt auf die Schultern laden kann. Ja, daran kann man verzweifeln und resignieren. Oder für sich zum Fazit kommen: Ich tue in MEINEM Umfeld, was geht. Und es gibt genug Dinge. Wenn täglich 1000 Leute auf eine Plastiktüte verzichten, ist das schon ein nicht unerheblicher Berg. Wenn man sich distanziert von div. Aspekten des Konsumwahns etc., bewirkt es auch etwas.

Es wird nie EINEN Menschen geben, der DIE WELT RETTEN kann. Sondern es sind die vielen kleinen Dinge, die viele Menschen tun.

Meine (berufliche) Erfahrung ist leider auch, dass Menschen, die am Gesamtelend der Welt kranken (und auf extreme Art damit umgehen, sei es fanatische Tierliebe, siehe Bonnie Bennetts Kommentar, oder oder oder) oft ganz andere, eigene Probleme haben.

Es ist letztlich eine bewusste Entscheidung: Leide ich an etwas, was ich nicht ändern kann? Oder akzeptiere ich meinen begrenzen Einfluss und führe ein Leben, was einfach im persönlichen Bereich den eigenen Zielen, Anliegen,... entspricht?

Ich finde, es ist kein Versagen, keine Resignation wert, wenn man sich seine Grenzen aufzeigt. Und die Tatsache akzeptiert, dass man eben nur begrenzten Einfluss hat.

Und: Ich finde Fanatismus diesbzgl. ganz fürchterlich unsympathisch.

C*y[tex


Die Diagnose des Wahnsinns der Welt teile ich. Die Lösung ist es, sich selber kennen zu lernen. Dafür muss man sich den eigenen Aengsten stellen. Wenn man seine echten Bedürfnisse kennt und sich darum kümmern kann, braucht es am wenigsten Ressourcen. Zerstörerisch sind die Ersatzbefriedigungen: Konsum, Machtausübung, Gewalt, Reichtum anhäufen, etc.

_RP{arv,axti_


@ Vigil

Als ich ich mal in einer psychosomatischen Klinik war, ist mir vor allem bei den depressiven Patienten eine Gemeinsamkeit aufgefallen: Selbstlosigkeit. Also sie haben häufig in ihrem Leben das Wohl anderer über ihr eigenes gestellt und oft ihre eigenen Bedürfnisse zurückgesteckt bzw. nicht durchgesetzt. In der Gruppentherapie sagte ich dann mal, dass ihnen etwas mehr Egoismus nicht schaden könnte. Daraufhin wurde ich schief angeschaut und es entbrannte eine ziemlich heftige Diskussion bei der ich mich anfangs auf einem ziemlich verlorenen Posten fühlte.

Das Problem: Egoismus ist in der Gesellschaft eine sehr schlechte Eigenschaft und niemand möchte wahrscheinlich gerne als Egoist bezeichnet werden. Aber Egoismus ist nicht zwingend etwas schlechtes, zumindest nicht, wenn man nicht nur Ich-bezogen ist und sich auch in die Gesellschaft einbringt. Egoismus ist wichtig für die Selbsterhaltung. Wichtig ist nur die Balance zu finden zwischen dem eigenen Wohl und die Belange Dritter.

Warum ich das alles schreibe? Ich habe auch bei dir den Eindruck, dass du die Bedürfnisse anderer über deine eigenen stellst und zwar in einer sehr extremen Weise. Denn für dich sind schon die Belange der Natur und der Tiere wichtiger, als die der Menschen, die deiner Meinung nach für viel Elend verantwortlich sind. Du wünscht dir sogar, dass die Menschheit, durch was auch immer, ausrottet. Das würde aber auch denen schaden, die versuchen, die Welt zu verbessern - sogar dir selbst! Welchen Sinn soll das haben und vor allem, was hast DU davon? Bist du dir selbst so egal? Wahrscheinlich nicht, dennn sonst hättest du dich tatsächlich schon selbst umgebracht. Also hält dich ja noch etwas am Leben. Daher achte darauf, dass das nicht auch noch verloren geht. Grabe auch die Bedürfnisse aus, die du wahrscheinlich schon längst vergraben hast, eben der Natur zuliebe. Dein ICH hat auch (Grund)Bedürfnisse. Wenn du diese nach und nach zurückstellst, zerstörst du dich selbst auf eine ziemlich qualvolle Art und Weise.

Stelle daher auch deine Bedürfnisse in den Vordergrund, z.B. auch den Kinderwunsch. Klar, dann sind eben dadurch mehr Kinder auf der Welt, aber du kannst ja auf deine Kinder positiv einwirken indem du sie z.B. umweltbewusst erziehst.

Setze dir auch reale Ziele. Helfe Tieren in Not, was du ja schon tust. Klar ist das ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immer noch besser als nichts zu tun. Die ganze Welt wirst du, wie du ja selbst weißt, nicht ändern können. Aber du kannst dazu beitragen, dass die Welt ein Stück besser wird. Aber wie bereits erwähnt darfst du nicht nur an andere denken sondern musst auch an dich denken. Versuche dich auch gedanklich ein wenig vom Leid der Welt zu distanzieren. Das ist reiner Selbstschutz, damit du psychisch nicht daran zerbrichst. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass dir jetzt alles egal sein soll.

s chnecjke198;5


Ich kann dazu nur sagen, dass es zwei verschiedene Paar Schuhe sind, ob man Menschen als Masse oder Menschen als Individuen betrachtet.

In der Masse sehe ich ähnliche Ergebnisse wie von Vigil aufgezählt. Im Individuum sehe ich dagegen immer wieder sehr viel Liebe, Güte, Engagement.

Fakt ist: Ich bin als menschliches Wesen (und als Bewohner der Ersten Welt) auch Teil dieses Gefüges, das ich kritisiere. Und: Kritik ist immer leichter, als gangbare Lösungen zu erarbeiten.

Kritik ist einfach, kontinuierliches Tun (Verändern) ist schwer. Ich reagiere mittlerweile auf solche Posts, wie ihn Vigil verfasst hat, ziemlich allergisch: In den meisten Fällen, die ich beobachtet habe, ist Altruismus eine Phase des trendy "Alternativ-Seins". Sobald der gutbezahlte Job, die perfekte Frau und das tolle Haus gefunden sind, spült man diese Werte das Klo runter. :-X

Fakt ist: Ich kann als Einzelner nicht die gesamte Welt retten, aber ich kann damit anfangen, indem ich meine Welt (z.B. mein Umfeld) zu einem Umdenken bewege. Fakt ist: Jeder Einwohner der ersten Welt lebt auf Kosten anderer Menschen, die für unseren Reichtum krepieren. Der Pc, das Notebook, das Handy --> alles auf Kosten anderer erwirtschaftet.

Bewundern tue ich die Leute, die es von der reinen Verachtung zu einem Handlungslevel bringen, egal, worauf sie ihr Augenmerk richten. "Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, können den Verlauf der Welt ändern."

Nochmal: Kritik ist einfach. Es besser machen schwer.

V"igixl


Bevor ich auf eure Antworten eingehe, möchte ich mich bedanken. Besonders Danke an die kritischen Beiträge.

Bonnie Bennett

Du bist nicht allein mit diesen Gedanken! 09.11.15  17:32

Pongo

Du schreibst mir aus der Seele Vigil 09.11.15  17:54

Es ist schön zu lesen, dass es auch Leute gibt, die ähnlich denken.

S. wallisii

Du kannst dich nicht perfekt verhalten […],den Gedanken würd ich an deiner Stelle schnell aufgeben. [...] Wenn du da nur die Optionen siehst komplett die Sau rauszulassen oder mit Ureinwohnern im Busch zu leben dann kannst du an deinem Schwarzweißdenken arbeiten. 09.11.15  18:20

Cytex

Die Diagnose des Wahnsinns der Welt teile ich. [...]

Wenn man seine echten Bedürfnisse kennt […] braucht es am wenigsten Ressourcen. 10.11.15  20:31

Ich kann mich nicht perfekt verhalten. Das ist mir bewusst. Ich habe ja am Ende geschrieben, dass ich weiß, dass ich ein Teil der Gesellschaft bin.Trotzdem gebe ich dir (S. wallisii) Recht, wenn es z.B. um meine Meinung über Mode geht. Jeder hat Hobbies und verbraucht Ressourcen dafür.

Vielleicht sollte ich daran arbeiten, mich nicht zu stark unter Druck zu setzen und somit das Handeln des einzelnen Menschen nicht sofort oberflächlich als negativ zu bezeichnen. Vielleicht bessert das meine Stimmung ein wenig.

Trotzdem, wenn man die Gesellschaft als Ganzes betrachtet, dann ist es einfach zu viel. Als Beispiel: Wie viel wird weggeschmissen, was einfach zu reparieren ist? Ich finde ein Grund ist das Wirtschaftssystem - das die Gier in der Wirtschaft so sehr belohnt wird.

Ich sehe es im Grunde wie Cytex. Seinen Ansatz finde ich sehr wertvoll. Deshalb habe ich zB. keinen Fernseher und fahre nur mit dem Fahrrad zur Abendschule und zur Arbeit, lebe in einer Gemeinschaftsunterkunft... Ich will mich hier gar nicht rechtfertigen. Ich bin in manchen Dingen nicht besser als andere. Vielleicht kann ich aber andere in meinem persönlichen Umfeld dazu bewegen in bestimmten Situationen zu hinterfragen, ob sie dies oder das denn jetzt wirklich brauchen -- ohne ihnen etwas vorzuschreiben oder sie zu stark zu beeinflussen.

kleiner_drachenstern

Geh raus und tu was, statt in D über die böse Welt zu schimpfen! 09.11.15  18:29

Vulkanier64

Ärgere dich nicht passiv über das Schlechte, sondern suche aktiv das Gute.

Unzählige Menschen, die das täglich tun, machen es dir bereits vor. Es ist ganz einfach: Überleg dir, was dir Spaß macht, und wie du am liebsten tätig werden willst. Hauptsache, du tust was! 10.11.15  15:13

Sunflower_73

Man muss sich vor Augen führen, dass man sich einfach nicht die gesamte Last der Welt auf die Schultern laden kann. […] Ich tue in MEINEM Umfeld, was geht. […] Und die Tatsache akzeptiert, dass man eben nur begrenzten Einfluss hat. 10.11.15  19:05

Ihr habt recht. Momentan habe ich neben Abendschule keine Zeit. Aber vielleicht kann ich mir das Ziel setzen in naher Zukunft Engagement zu zeigen. Meine Grundstimmung ist sehr schlecht- sehr pessimistisch! -siehe unten-. Aber vielleicht wird sich meine Stimmung ändern, wenn ich im kleinen Bereich etwas tue. Momentan kann ich mir kaum vorstellen, das sich dadurch meine Welt-Sicht ändert. Aber vielleicht verbessert meine Laune und Stimmung. Danke.

Bonnie Bennett

Trotzdem fühlt man sich wie der Tropfen auf dem heißen Stein.09.11.15 17:17

Das ist im Grunde mein Problem. Wenn ich diese großen globalen Probleme sehe, Überbevölkerung,Spekulation mit Aggarflächen...Ich will sie gar nicht aufzählen. Ich bin momentan davon überzeugt, dass wenn keine starke Wandlung für die Menschheit stattfindet... Wenn die Menschheit nicht lernt als Spezies zu aggieren und damit nachhaltig wirtschaftet. ; Dann wird die Menschheit auf lange Sicht nicht mehr auf diesem Planeten existieren! - oder es geht eine Unmenge an Wissen verloren, weil wir bei 0 anfangen. Ein großer Teil der Bevölkerung arbeitet zu wohltätigen Zwecken. Ich bewundere diese Leute. Jedoch habe ich die Befürchtung, dass es diese Veränderung nicht herbeiführt. Das ist es, was mich so traurig macht,was mich sehr pessimistisch macht und wo ich meine Machtlosigkeit sehe. Ich würde gerne wollen, dass die Menschheit durch den Flaschenhals der Probleme durchkommt, doch sehe ich nicht wie das geschehen kann. Dann sehe ich, dass ich Teil der Menschheit bin, aber ich weiß nicht wie etwas daran verbessern kann.

Ich bin stolz auf das Wissen der Menschheit und das Prinzip der Wissenschaft. Ich würde mir wünschen, das dies nicht einfach verloren geht. Deshalb würde ich niemals sagen: die Menschheit sollte einfach ausgerottet werden.

Lewian

Du betrachtest die Welt in einer Weise, die dafuer sorgt, dass die kleinen Dinge, die du tun kannst, in deiner direkten Umwelt (Beispiele wurden genannt), fuer dich ihren Wert verlieren. Und ich denke, dein Leiden am grossen Zustand der Gesamtmenschheit lenkt dich davon ab. 10.11.15  18:37

Du hast mein Problem auf den Punkt gebracht. Ich muss lernen damit umzugehen, dass ich nichts an den globalen Problemen ändern kann. Ich darf mich nicht durch die großen Probleme ablenken lassen, sondern muss versuchen im kleinem Rahmen zu tun was ich kann. (Siehe Vorschläge von anderen) Die großen Probleme hemmen mich und bewirken,dass ich am Ende gar nichts mache. Es ist aber schlimmer, wenn man tatenlos nur meckert.

Wenn die Menschheit es verdient zu überleben, werden viele die Veränderung auf Dauer bewirken- als Kollektiv - daran kann man ein wenig beitragen. Auch wenn ich noch sehr pessimistisch bin. Wenn sie es nicht verdient , wird sie eben gnadenlos untergehen.- dann haben andere Spezies vielleicht die Chance, es besser zu machen als wir.

Das nehme ich aus euren Beiträgen für mich mit, so als momentanes Fazit. Danke. *:)

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