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Hilfe - Determinismus-Glaube bestimmt mein Leben

r`and|om_d<awxg hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich würde gerne ein Thema ansprechen welches unter Wissenschaftlern und Psychologen sehr umstritten ist zumal es keinen direkten Beweis gibt: die Annahme dass alles auf der Welt bereits determiniert ist und der Mensch keinen Einfluss darauf hat, wie seine Zukunft aussieht und nur denkt, dass er etwas dagegen tun könnte.

Vor einigen Jahren habe ich eben diesen Entschluss getroffen der für mich im Gegensatz zu anderen Theorien der einzige plausible ist. Ich bin prinzipiell manchmal ein sehr pessimistischer Mensch und ich führe das hauptsächlich auf diese Denkweise zurück. Ich glaube nämlich, dass jede Aktion (z.B. ein Gedanke oder ein Atemzug) nur deshalb zustande kommt, weil ein Impuls (ob aus dem Gehirn oder extern) diese Aktion katalysiert hat. Selbst wenn man in einer bestimmten Situation eine Entscheidung zu treffen hat trifft man nur eine quasi predeterminierte, da das Gehirn genau für diese Entscheidung ausgelegt ist (eine bestimmte Synapsenverbindung die die Tendenz diese Entscheidung zu treffen katalysiert). Ich hoffe, ihr wisst was ich meine.

Jedenfalls macht das alles sehr meinen Alltag aus obwohl ich auch nicht direkt drüber nachdenke. Seitdem ich mal diesen Entschluss getroffen habe, habe ich das Gefühl, dass mein Unterbewusstsein sich damit abgeklärt hat und meine Persönlichkeit ausmacht. Es senkt mein Selbstwertgefühl weil ich nicht das Gefühl habe die Kontrolle über mich zu haben, oder über sonst irgendetwas. Auch meine gescheiterte Ex-Beziehung führe ich darauf zurück... als könnte ich nichts dafür. Die Dinge geschehen eben, ohne dass man jeglichen Einfluss darauf hat.

Es würde mich sehr freuen, wenn jemand Gegenargumente findet oder wenn er mir einen Tipp geben könnte, wie ich diese Denkweise umstellen kann und die Lebenseinstellung somit verändern kann.

Ich bin ja eigentlich ein mehr oder weniger positiver Mensch, aber manchmal falle ich in solche Löcher wie heute und komme nur schwer heraus.

Schreibt was ihr wollt und vielleicht lässt sich ja eine kleine Diskussion führen.

Lg und ein schönes Wochenende an alle :)

Antworten
r2andomN_xdawg


Meine gescheiterte Ex-Beziehung war keine schlimme oder sonst etwas, sie war eher sehr schön und ich denke oft zurück... ich war kein schlechter Mensch nur um es klarzustellen (nicht dass ihr denkt ich will mit der Gedankensweise meine schlimme Handlungen rechtfertigen :D).

r7andom|_daxwg


*"schlimme Handlungen" nicht "meine schlimme Handlungen", sorry.

NTordBi84


Ganz ehrlich ? Für mich klingt das eher nach ner Feigling-Theorie: "Alles ist vorherbestimmt, ich kann eh nix dagegen machen also versuch ich es auch garnicht erst und wenn was schief läuft dann soll das eben so sein, ich kann nix daran ändern."

Es ist sicher bequem sich darauf zurückzuziehen das man völlig machtlos ist und sich alles, was sich ergeben soll, schon ergibt, trotzdem bleibt es feige.

Möglicherweise solltest du mal über einen Therapeuten nachdenken denn diese Denkweise solltest du ablegen wenn sie dich lähmt und davon abhält etwas zu tun.

PMaul_aRevxere


Auch wenn alles bereits festgelegt ist (ich teile übrigens deine Einstellung diesbezüglich) weißt du nicht, was für dich vorherbestimmt ist.

Es kann also durchaus sein, dass du aufgrund von Faktoren, die du nicht erkennst dazu getrieben wirst zum Psychologen zu gehen um eine Verhaltensweise zu erlernen, die dir dein Leben einfacher machen wird.

Dieser Thread könnte ein solcher Faktor sein.

r,andom_xdawg


Nein, so war das wirklich nicht gemeint. Ich versuche immer mein bestes zu geben und mich meinen ängsten zu stellen. Da hast du mich falsch verstanden. Mir geht es eher um den wissenschaftlichen Aspekt dahinter. Wir Menschen denken die Kontrolle über unser Handeln zu haben und das ist auch gut so, sonst würden wir alle depressiv werden und die Welt nicht mehr verstehen.

So geht es mir nur leider zum Teil auch. Es ist eben logisch anzunehmen, dass alles was in dieser Realität passiert eine Konsequenz aus einer anderen Aktion ist (Aktio - Reaktio). Das Gehirn und daher auch unser Bewusstsein ist ein Haufen Moleküle, die den Regeln der Thermodynamik ausgeliefert sind und kein eigenes Bewusstsein besitzen. Das Zusammenspiel dieser Moleküle bildet allerdings unser Bewusstsein, aber nur auf Grund des Aktio-Reaktio Schemas... wir haben keinen Einfluss darauf, was mit diesen Molekülen passiert. Wir sind nur ein Produkt davon.

Trotz allem lebe ich mein Leben wie jeder andere, eben nur mit diesem Hintergedanke, dass alles prädeterminiert ist. Mir geht es nur darum, dass das eben einen negativen Einfluss auf meine Persönlichkeit hat weil ich trotz der Tatsache dass ich mich den Ängsten stelle (und meiner Meinung nach kein Feigling bin, bzw. jeder ist natürlich irgendwo ein Feigling) weiss, dass mich die Moleküle quasi dazu gebracht haben, mich diesen Ängsten zu stellen. Und das macht eben eine Persönlichkeit aus... das was die Moleküle in der Lage sind zu tun.

Das ist jetzt alles nur sehr angekratzt von dem was die Theorie wirklich besagt, aber ich hoffe ich habe es auf den Punkt gebracht. Bitte denkt nicht, dass ich damit irgendetwas rechtfertigen will. Und bitte sagt nicht, dass ich zu einem Therapeuten soll sondern ich würde gerne eine Meinung zu dieser Theorie und Herangehensweise hören.

oxldiRe48


Wenn du davon überzeugt bist, dass sogar deine eigenen Gedanken und Entscheidungen von aussen gesteuert werden, welches Gegenargument sollte dann wirken?

Dann wird doch auch die Idee, diesen Faden zu eröffnen, nicht deine eigene sein. Und für jede mögliche Antwort wird dir dein "kleiner Mann" vorschreiben, wie du sie zu bewerten hast.

Im gestigen Sinne kommst du mir vor wie ein Mensch ohne Beine oder wie ein Blatt im Wind, das sich nicht selbst bewegen kann. Und nun hoffst du auf einen Rollstuhl, der dann wieder von jemand anders geschoben wird.

Ich sehe keinen Ratschlag für dich.

WXalTk_in_the_s5hadoxw


Wenn du alle deine Gedanken und Entscheidungen als biochemische Prozesse ansiehst, an denen "du" gar keinen Anteil hast, wie definierst du dann dein "ich"?

rxandoym_da<wxg


Naja das klingt alles irgendwie emotionslos und hart aber eigentlich versuche ich gerade ganz neutral eine Diskussion zu starten :-D Doch ich habe eine Persönlichkeit und ich "handle aus meinen Überzeugungen heraus", aber weit über unsere Vorstellungskraft hinaus auf intermolekularer Ebene geschehen die Dinge nur aus dem Grund dass eine Aktion eine Reaktion ausmacht... das ganze bestimmt dagegen unsere "spirituelle Welt". Ich suche gerade nach Gegenargumenten, die dieser Theorie wiedersprechen und nicht nach Leuten die sich aufregen.

rkandocm_xdawg


Wenn du alle deine Gedanken und Entscheidungen als biochemische Prozesse ansiehst, an denen "du" gar keinen Anteil hast, wie definierst du dann dein "ich"?

Das ist eben die Frage... ich definiere mein ich in erster Linie als das Produkt aus den ganzen Quervernetzungen unseres Gehirns.. und die Tatsache dass wir meinen Ansichten nach glauben etwas verändern zu können als ein Abwehrmechanismus unseres Körpers... damit wir nicht zögern zu handeln und allem einen Sinn geben.

SLilkPeEarxl


Mach Dir klar, dass es allein Deine Gedanken sind, die eine These aufstellen, und weiter nichts dahintersteht.

Klar haben auch Gedanken eine gewisse Macht und können Tatsachen schaffen durch die mit ihnen verbundenen Gefühle und Handlungen, aber Deine These ist erst mal eine These und diese hat nur genau die Macht, die DU ihr selbst gibst. Da ist keine Magie von außen am Werk.

Das was Du glaubst, ist eine Macht-Verlagerung von Dir weg auf erDACHTE Zusammenhänge.

SsilktP%earl


Ich definiere mein ich in erster Linie als das Produkt aus den ganzen Quervernetzungen unseres Gehirns.. und die Tatsache dass wir meinen Ansichten nach glauben etwas verändern zu können als ein Abwehrmechanismus unseres Körpers... damit wir nicht zögern zu handeln und allem einen Sinn geben.

Zudem ein recht kruder Gedankengang, dessen Beweiskraft Du Dir nur selbst zurechtgelegt hast. Oder woher stammt der?

o4ldxie48


Naja das klingt alles irgendwie emotionslos und hart aber eigentlich versuche ich gerade ganz neutral eine Diskussion zu starten

random_dawg

Neutral? Du gibst eine Erkenntnis kund, die sehr wissenschaftlich klingt. Wer sollte etwas dagegen sagen, dass Gedanken durch die vorhandenen Synapsen durch müssen?

Wenn du sagen würdest, dass dir immer wieder ein Apfel auf den Kopf fällt, könnte ich dir raten, dich woanders hinzusetzen. Aber beim angewachsenen Gehirn?

Beschäftige dich mal mit Ruprecht Sheldrake und seinen Ideen, dass da noch mehr ist als das Gehirn. Ein noch nicht entdecktes Gemeinschafts-Wissen. In der Überlegung wäre das Gehirn (auch) so etwas wie Sender und Empfänger.

rMandoxm_dawg


Mach Dir klar, dass es allein Deine Gedanken sind, die eine These aufstellen, und weiter nichts dahintersteht.

Klar haben auch Gedanken eine gewisse Macht und können Tatsachen schaffen durch die mit ihnen verbundenen Gefühle und Handlungen, aber Deine These ist erst mal eine These und diese hat nur genau die Macht, die DU ihr selbst gibst. Da ist keine Magie von außen am Werk.

Das was Du glaubst, ist eine Macht-Verlagerung von Dir weg auf erDACHTE Zusammenhänge.

Also die Theorie des Prädeterminismus gibt es bereits. Ich hab nur leider kein Buch oder Quellen die diese Theorie genauer erläutern.. da musst du das googlen wenn du einen Beweis für die Existenz dieser Theorie willst.. das ist schon meine eigene These die ich da beschrieben habe, stimmt schon. Ich will mich jetzt auch nicht groß wissenschaftlich ausdrücken sondern eben philosophieren/ es schon wissenschaftlich angehen aber nicht groß eine Doktorarbeit schreiben.. das ist ja nicht der Sinn meines Posts :-p

WPalk_i3n_the[_shadxow


Das ist eben die Frage... ich definiere mein ich in erster Linie als das Produkt aus den ganzen Quervernetzungen unseres Gehirns.. und die Tatsache dass wir meinen Ansichten nach glauben etwas verändern zu können als ein Abwehrmechanismus unseres Körpers... damit wir nicht zögern zu handeln und allem einen Sinn geben.

Wenn dein Ich sozusagen die Summe deiner kognitiven und emotionalen Fähigkeiten dartellt, dann bist du derjenige, der die Entscheidungen trifft und Dinge . Denn dass die Gedanken und Entscheidungen deines Gehirns (und deiner Gefühle) Macht haben und Dinge verändern, darin stimmst du zu, oder?

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