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Können zu starke Emotionen zu Emotionslosigkeit führen?

M7atesxhi hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Ich hab schon ein wenig das Forum durchsucht, aber irgendwie nicht die passende Antwort gefunden.

Ich hab bei mir in der letzten Zeit ein seltsames Phänomen beobachtet.

Normalerweise bin ich ein sehr emotionaler Mensch. Es ist fast eine Qual, weil mich jede Geschichte, jedes Leid von anderen persönlich berührt oder wütend macht. Ein paar mal ist es mir jetzt aber schon passiert dass quasi der emotionale Schmerz -wenn er ganz besonders übermächtig war- auf einmal wie weg geblasen war. Und mit ihm alle anderen Emotionen. Also auch kein Mitleid, Freude oder Begeisterung mehr für irgendwas. Es fühlt sich dann quasi so an als wäre mein Inneres in Watte gepackt oder betäubt. Ich weiß da ist noch was, aber ich kanns nicht mehr fühlen. Die Zeitspanne während der ich nichts empfinde wird jedesmal länger.

Kennt das wer? Ist das ein Schutzmechanismus des Körpers? Werd ich jetzt ein Soziopath? Ich hab mir lange Zeit gewünscht dass mich nicht dauernd alles so mitnimmt, aber so ganz ohne Emotionen ist auch nicht grad toll. Ohne Freude ist das Leben irgendwie nicht lebenswert.

Vielleicht weiß ja wer von euch was dazu.

Wäre dankbar für Tipps.

Liebe Grüße

Antworten
Mwo:ll.ienchexn


Ich kenne das. Und glaube, es ist eine Schutzreaktion, weil man das Gefühl sonst nicht aushält. Leider ist mir diese Fähigkeit jetzt abhanden gekommen und ich muss durch alle Gefühle ungefiltert hindurch… Ich fand diese tauben Phasen eigentlich immer recht angenehm...

BqeautifuElDayx89


@ Mollienchen

Was hat den Wechsel ausgelöst?

MYollien,chexn


Allgemein ausgedrückt: Ein Erlebnis, das ein paar Pole in meinem Kopf zusammengeführt hat, die vorher die meiste Zeit getrennt waren. Ich würde behaupten, mehrere Persönlichkeitsteile sind wieder miteinander vereint worden. Was ich nie wollte… (Klingt jetzt schräg, aber ungefähr so würde ich es beschreiben.)

M3atoeshxi


Also ist das eigentlich was gutes?

War das nicht komisch für dich?

Hast du jemals rausgefunden wie man diesen Mechanismus bewusst steuern kann?

Ich entdecke gerade die Vorteile dieses Phänomens. Alles analytische fällt mir leichter. Ich kann mich besser Konzentrieren und besser Denken. Ich bin insgesamt effizienter wenn ich arbeiten muss. Das ist eigentlich total angenehm. Es ist als würde ich die Welt das erste Mal ganz nüchtern und neutral sehen können.

Aber ich bin irgendwie kein Teil mehr von ihr. Aus eigenem Antrieb oder Freude an der Sache will ich nichts mehr machen weil es mir sinnlos beinah blödsinnig erscheint. ???

M#olliaenGchxen


Ich konnte das nie bewusst steuern. (Wenn ich das könnte, würde ich es jetzt wieder herbeizaubern…) Aber mir ging es wie Dir, ich fand es toll, besser denken zu können, unbeeinflusst von lästigen Gefühlen. Das Gefühl, kein Teil der Welt mehr zu sein, hatte ich allerdings auch… Das war schon merkwürdig.

Ich glaube, es ist insofern etwas Gutes, als dass es einen dazu befähigt, zu überleben, wo man ansonsten vielleicht unter zu viel Gefühlen zusammenbrechen würde.

S9pin@nerixn


Ich glaube nicht, dass es eine Schutzfunktion ist. Das wäre klasse - da hätte ich mit meiner bipolaren Störung keine Probleme mehr!

Jedenfalls würde ich an eurer Stelle unbedingt einen Arzt befragen, auch wenn es vordergründig Vorteile zu haben scheint. Es hat sehr wahrscheinlich Krankheitswert.

Dass man sich nicht mehr als Teil der Welt fühlt kenne ich auch, ich habe einige Male unter Derealisation gelitten. Aber ich glaube, ihr meint etwas anderes?

M3olliwenJcZhexn


Ich fühle mich nicht behandlungsbedürftig. Und ja, Derealisation ist etwas anderes.

SEinnaSou7ndso


Ich kenne das auch. Dann werde ich irgendwie innerlich "hart". Und ich arbeite dann auch effektiver.

Steuern kann ich es bedingt, wenn ich mich sehr auf negative Gefuehle konzentriere, funktioniert es oft. Aber eigentlich mag ich es gar nicht so sehr. Die "weiche", emotionale Seite passt besser zu mir, denke ich.

@ Mollienchen:

das klingt irgendwie krass bei Dir. Hoffentlich passiert mir das nicht auch. Ich sehe dieses emotionale "Abschotten" auch als totale Schutzreakion.

@ Spinnerin:

Nee, das ist schon was ganz anderes. Wenn man diese emotionale Seite fuer den Moment verliert, ist es ueberhaupt nicht wie Derealisation, es ist (zumindest bei mir) so, dass man die Dinge viel klarer betrachtet.

MRachd}ieaug|enzou566x6


Ich kenne das in abgewandelter Form. Bei mir schlägt das große Mitleiden etc. regelmäßig um in Aggression und Hass. Plötzlich hasse ich alles und jeden. Hatte ich eben noch Mitleid mit einem, möchte ich ihn jetzt nur noch als Jammerlappen beschimpfen.

Das wechselt ständig, mehrmals täglich, und ich habe keinerlei Kontrolle darüber.

Diesen wunderbaren Zustand von Emotionsfreiheit kenne ich nicht.

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