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Chronische Schmerzen und vermutlich Depressionen

L8aliflu0x8 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich bin verzweifelt...aber von vorn.

Ich bin 29 Jahre alt und hatte vor 5 Jahren eine Skoliose-Operation, bei der TH4-L4 versteift wurden. Chronische Schmerzen habe ich schon seit meinem 14. Lebensjahr (damals aufgrund der sehr schweren Skoliose). Nach der OP sind die chronischen Schmerzen geblieben, jedoch anders - viel viel stärker. Seit 5 Jahren nehme ich daher Opiate, Novalgin, entzündungshemmende Schmerzmedis und seit 2 Jahren zur Nacht 25mg Amitriptylin. Die ersten 2 Jahre nach der OP konnte ich mit den Schmerzen einigermaßen umgehen, da ich die Hoffnung hatte, dass es sich noch bessert.

So warum ich hier schreibe: Anfang des Jahres war ich in der Reha, die mir super gut getan hatte. Danach fiel ich aber in ein richtiges Loch. Ich hatte dann noch mein Abschlusskolloquium meines Masterstudiums und habe meinen Master mit "sehr gut" abgeschlossen trotz meinen gesundheitlichen Problemen. Es kam aber gar keine Freude auf...dachte erst, kommt noch, wenn ich es realisiere, aber bis heut passierte das nicht.

Ich kann mich allgemein gar nicht mehr richtig freuen. Und das macht mich wiederum dann sehr traurig. Dann bin ich einfach immer müde, was mein Hausarzt auf meine Medis zurückführt. Klar bringen die ganzen Schmerzmittel auch Müdigkeit mit sich, aber so extrem wie seit einem 3/4 Jahr war es nicht bei gleicher Dosierung. Es beginnt schon damit, dass ich morgens aufwache als ob ich gar nicht geschlafen hätte. Ich stehe dann auf und brauche dann 1-2 Stunden bis ich aufwache richtig. Kurze Zeit später könnte ich aber schon wieder einschlafen. Ich kann schlafen so viel ich will und so wenig ich will, es ist immer das gleiche...

Dann habe ich keinen richtigen Spaß mehr bei Dingen, die ich eigentlich immer total gerne machte. Das ist so weit, dass ich kaum noch was mache. Unter der Woche eh nicht, weil ich nach dem Arbeiten von den Schmerzen her auch gar nichts mehr groß machen kann. Da bleibt nur noch auf die Couch liegen. Früher habe ich dann ein Buch gelesen z.B., aber auch dazu habe ich keine Lust. Und falls ich es doch probiere, kann ich mich nicht aufs Lesen konzentrieren...

Am liebsten habe ich meine Ruhe. Leider habe ich mich inzwischen auch sehr zurückgezogen. Das fing so nach der Reha dieses Jahr an. Ich habe keine Lust mich mit jemanden zu treffen, weil es dann dermaßen anstrengend ist, so zu tun als ob alles bestens wäre. Nach außen hin versuche ich mir immer nichts anmerken zu lassen, was mir aber immer schwerer fällt, weil mir auch ständig zum Heulen ist. Und ich kann mich einfach zu gar nichts aufraffen.

So Phasen hatte ich davor auch immer mal wieder, aber seit Anfang des Jahres geht diese Phase nicht mehr vorüber. Ausnahme war mein 10-tägiger Sommerurlaub. Weit weg von daheim und am Meer. Aber auch danach war es ganz schlimm. Ich hätte ständig heulen können und habe das auch viel.

Seit ein paar Wochen bin ich jetzt so weit, dass ich mir eingestanden habe, dass es mir psychisch gar nicht gut geht, auch wenn ich das immer behauptete (bei Ärzten z.B.). Ich weiß, dass ich Hilfe brauche und möchte auch Hilfe. Habe keine Kraft mehr... Ich habe im Internet auch schon des öfteren Tests gemacht, die z.B. auf den PHQ-9 beruhen. Das Ergebnis ist immer das gleiche, aber ich hatte es auch schon davor vermutet. Ich denke, dass ich inzwischen an Depressionen leide, was bei chronischen Schmerzpatienten ja auch keine Seltenheit ist...

Ach ja ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion, die aber gut eingestellt ist. Also daran liegt es nicht.

Heute hatte ich einen Termin bei meinem Hausarzt, der mich eigentlich sehr gut kennt. Ihm direkt zu sagen, dass ich vermutlich an Depressionen leide, schaffe ich nicht...aber ich habe ihm dann zig Hinweise gegeben. Alles Symptome einer Depression plus eben unerträgliche Schmerzen. Es kam aber irgendwie kaum was an. Hab dann auch noch gesagt, dass ich mit den Schmerzen nicht mehr umgehen kann usw. Ich mich zu nichts aufraffen kann usw. So ca. das selbe wie ich euch jetzt auch hier geschrieben habe. Das Ergebnis nach 20 Minuten Gespräch: höhere Dosis Schmerzmittel. Meine Tränen konnte ich dann gerade noch bis zu meinem Auto zurückhalten. Mir fällt es unheimlich schwer mich zu öffnen. Ich sage z.B. auch meist "mir gehts gut", wenn mich jemand frägt, nur dass ich nicht drüber reden muss. Also auch nicht über meinen Rücken. Und dann fühle ich mich aber dermaßen unverstanden, obwohl ich da ja selbst Schuld bin. Aber dass mein Hausarzt nun absolut nicht verstanden hat, dass da grad auch die Psyche sehr reinspielt, hat mich jetzt total verzweifeln lassen. Mir fällt es gerade auch sehr schwer hier zu schreiben, obwohl mir ja niemand direkt gegenüber sitzt.

Was soll ich denn jetzt machen? Ich kann jetzt dann nicht mehr. Ich schaffe es nicht mehr allein, da fehlt mir einfach auch eine Perspektive. Lebensqualität habe ich keine große mehr. :°(

Einfach selbst einen Psychologen suchen und hingehen, geht nicht, da ich im Hausarztmodell bin und eine Überweisung benötige...Und bis ich da dann einen Termin bekomme, dauert es ja eh Monate. Von dem her sollte mein Hausarzt eh eingeweiht sein, da mir ja vorerst nur er bleibt. Und da ich wegen den Scherzen öfters zu ihm muss, geht es ja nicht, dass ichs verschweige...War bisher eigentlich sehr zufrieden mit ihm, aber das heute war jetzt suboptimal. Er hats halt auch sehr abgetan. "Klar, wenn man immer Schmerzen hat, schlägt das auch auf die Stimmung." Es ist aber mehr als das...Einziger Vorschlag, den er neben der Erhöhung der Schmerzmitteldosis noch gemacht hat, war, dass ich auch morgens 25mg Amitriptylin nehmen soll. Hat er mir schon öfters vorgeschlagen, aber jedes mal erklär ich, dass das net geht. Ich nehme es zur Nacht u.a., dass ich schlafen kann (das ging vor Amitriptylin nicht mehr). Es macht mich sehr müde. So könnt ich morgens nicht um halb 7 ausm Haus...

So, jetzt habe ich euch zugetextet, aber das tat ganz gut. Ich hoffe, ihr habt noch Tipps was ich machen soll. Klar das einfachste wäre, zu ihm zu gehen und es einfach zu sagen, aber ich sitz da dann immer und es fällt mir dermaßen schwer was zu sagen...

Gute Nacht!

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