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Etwas bremst mich aus

x#an\t^ixm hat die Diskussion gestartet


Hallo

Ich schleppe schon seit längerer Zeit ein Problem mit mir herum. Ich kann nicht unter Menschen gehen.

Genauer gesagt: Sobald ich in einer Gruppe unter 10 Menschen (so in etwa) bin fühle ich mich extrem unwohl und vermeide solche Situationen.

Ein Beispiel und auch das, was mir am meisten zusetzt: Ich bin schon mehr als 10 Jahre Feuerwehrmann in meiner Stadt. Ich liebe mein Hobby und würde gerne mehr Zeit investieren als die wöchentliche Übung, mich auch einfach mal in die Wache setzen und mit den anwesenden Kameraden plaudern, vielleicht auf einen Einsatz fahren, ganz einfach Zeit dort verbringen.

Bei den Übungen bin ich selten in Gruppen unter 15 Leuten, ich kann also quasi in der Masse untertauchen. Heute, jetzt gerade in diesem Moment möchte ich eigentlich auf der Wache sein, genau heute hab ich mir schon vor einer Woche vorgenommen. Doch diese Unsicherheit bzw. eine unbekannte Angst bremst mich total ein, es ist fast unerträglich wenn ich mich nun zu 3 Personen hinsetzen müsste, ich kann es nicht genau beschreiben, in solchen Momente beginnen meine Hände zu schwitzen, ich finde keine passende Körperhaltung und denke mir was machst du hier eigentlich? Manchmal beginnen auch meine Finger zu zittern.

Diese mir nicht verständliche Blockade bremst mich, überall und in jedem Bereich meines Lebens. Selbst bei vertrauten Personen, bspw. den Eltern meiner Freundin fühle ich mich unwohl.

Besonders schlimm in "Gesprächspausen", Momenten der Stille, wo soll ich hinsehen, wie lege ich meine Hände auf den Tisch, wie soll ich sitzen? Ich würde am liebsten unsichtbar werden.

Interessanter Fakt dabei: Ich wog vor etwa 3 Jahren noch 150 Kilo, konnte überall hingehen, konnte alles machen was ich wollte. Nun bin ich seit 2 Jahren immer zwischen 90-95 Kilo und ich habe das Gefühl mit jedem verlorenen Gramm zog ich mich etwas mehr aus dem Leben zurück. Selbst telefonieren oder bei einer mir nicht bekannten Nummer ans Telefon zu gehen ist fast unmöglich für mich.

Und noch ein interessanter Fakt: Naturgemäß zieht ein Feuerwehreinsatz in bewohntem Gebiet immer schaulustige und neugierige Personen an. Doch sobald ich in voller Montur (das heißt: Überhose, Schutzjacke und Helm) stecke ist es als würde ich sozusagen eine "Rüstung" tragen, obwohl ich als uniformierte Person oft Aufmerksamkeit von vielen Personen bekomme verspüre ich keines der oben genannten Symptome. Vielleicht, weil mehrere Leute die selbe Uniform tragen und ich somit nicht "herausstechen" kann?

Mittlerweile sitze ich fast nur noch am Computer, spiele irgendwelche Onlinespiele und leide an meiner Hemmung, das Leben einfach so zu leben wie ich es möchte. Aber es gelingt mir einfach nicht...

Kennt jemand solche Probleme?

Antworten
m{a4rtin_x323


Ja, kenne ich. Vor zwei Jahren wog ich noch 95 Kilo, jetzt bin ich bei ca. 70. Ich hatte selber auch solche ähnlichen Probleme, konnte mir das überhaupt nicht erklären. War nie extrem extrovertiert, aber hatte auch noch nie solche Probleme. Es war mir peinlich, und ich wollte aus Stolz nicht zu einem Psychotherapeuten gehen (obwohl ich schon zwei Überweisungen von meinem Arzt an einen solchen bekommen hatte).

Naja, wie es oft passiert, war der Grund ein recht banaler, der bei dir auch zutreffen könnte. Ich hatte die letzten zwei Jahre im Sommer immer im Schichtbetrieb gearbeitet, hatte deswegen wenig Zeit, etwas mit anderen zu unternehmen und kam wenig raus. Dementsprechend war ich auch nicht viel in der Sonne. Du schreibst ja auch, dass du fast nur noch am Computer sitzt und zockst.

Weil der Vitamin D Spiegel bei einem normalen Blutbild nicht überprüft wird und ich nicht extra einen Test bezahlen wollte, hab ich einfach in der Apotheke Vitamin D gekauft (4 Euro die Packung) und nehme seitdem jeden Tag eine Tablette (1000 IE). Seit dem ersten Tag sind meine Probleme verschwunden. Vielleicht hilft es dir ja auch, Schaden kann es auf jeden Fall nicht und kosten tut es auch nicht viel.

Viel Glück!

M2eraxin


kenne ich leider auch.

Zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben!

Bei mir ist es sehr oft die Unsicherheit!

Die Angst, wie Menschen auf mich reagieren.

Was halten sie von mir?

Wie empfinden sie mein äusseres?

Wie jeder Mensch, habe auch ich einen sichtbaren Makel.

Der ist mein Problem, weil ich oft Angst habe, deswegen reduziert zu werden.

Ja, ich kenne Dein Problem also sehr gut.

@:) @:) @:)

D_er_ A9lias


Freiwillige oder Berufsfeuerwehr?

Frage nur weil das Gefühl der Wertschätzung vom Gehalt beeinflusst sein kann.

Die Uniform ändert daran wenig, denn sie sieht oft gleich aus.

xZan6tixm


Freiwillige oder Berufsfeuerwehr?

Freiwillig.

Mit der Uniform meinte ich eigentlich nicht die Wertschätzung die einem entgegengebracht wird, vielmehr ist es so dass ich in der Uniform "jemand anders" bin. Es ist echt schwer zu erklären, in der Uniform bin ich für fremde "ein Feuerwehrmann", nicht "der XY" sondern ganz einfach ein Feuerwehrmann unter mehreren.

Vereinfacht gesagt: Ich fühle mich nicht unterlegen, ich fühle mich "gleichwertig" mit meinen Kameraden obwohl es objektiv keinen "Wettbewerb" oder Bewertung gibt.

Ich habe das Gefühl, mir Makel oder eine Unterlegenheit einzubilden und die Uniform gibt mir vermutlich ein "Versteck" und lässt gedachte Fehler verschwinden bzw. verdeckt sie.

N2otOMichadelCainxe


Mh. Hast Du Dich früher mit "der Dicke" identifiziert und das geht jetzt nicht mehr?

Manche Menschen identifizieren sich sehr mit dem was über sie gesagt wird, worauf sie von anderen reduziert werden. Wenn sich dann etwas ändert kann das eben auch innerlich an Dir rütteln. Du bist jetzt nicht mehr "der Dicke" für die anderen. Wer bist Du also? Welche Eigenschaften hast Du sonst noch?

Wenn Du Deine Uniform anhast ist alles klar: du bist Feuerwehrmann.

Du kannst jetzt sein wer Du willst - das kann sich verunsichernd anfühlen - oder frei - oder nach ganz vielen Möglichkeiten. Wer möchtest Du sein? Wie möchtest Du wahrgenommen werden?

lFovvea}ble<x3


Ich kenne das sehr gut, was du hast. Hatte ich selbst wirklich seit Kind auf.

Durch eine Verhaltenstherapie ist es schon sehr viel besser geworden. Alles andere was jetzt noch nicht so "optimal" ist, bin halt ich und das ist gut so :)z :)^ .

Es sind leider oft nur die Gedanken, denn die Anderen denken meist nicht so über uns wie wir es denken.

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